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Anleihen-Handel: EZB-Sitzung ohne Folgen
09.03.18 15:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die EZB-Sitzung hat keine großen Spuren am Anleihemarkt hinterlassen, so die Deutsche Börse AG.
"Es ist wie erwartet gekommen", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Die Notenbanker hätten auf ihrer Sitzung vom 8. März die ausdrückliche Zusicherung fallen lassen, das Volumen des Anleihekaufprogramms gegebenenfalls nochmals zu erhöhen. Gleichzeitig hätten sie bekräftigt, die Anleihekäufe im Volumen von 30 Milliarden Euro bis mindestens Ende September fortzusetzen. Die Zinsen seien nicht verändert worden. Außerdem habe die EZB die Erwartung bestätigt, dass die Leitzinsen noch lange auf ihrem aktuellen Niveau bleiben würden.
In Reaktion darauf seien die Kurse von Bundesanleihen erst unter Druck geraten, hätten dann jedoch ins Plus gedreht. Am Freitagmittag liege der Euro-Bund-Future bei 157,01 Punkten nach 159,16 vor einer Woche. Die Verluste seien allerdings auf den Rolltermin bzw. den Wechsel vom März- in den Juni-Kontrakt zurückzuführen. Zehnjährige Bundesanleihen würden knapp 0,65 Prozent abwerfen nach 0,64 zu Handelsschluss vor einer Woche.
Von politischer Seite seien positive und negative Impulse gekommen: In Deutschland habe die Zustimmung der SPD zur Großen Koalition für Stabilität gesorgt, in Italien hätten die Wahlen neue Unsicherheiten geschafft. "Sicher dürfte sein, dass den Italienern ein quälend langer Prozess der Regierungsbildung bevorsteht", kommentiere Klaus Stopp von der Baader Bank. Denn zwischen der stärksten Gruppierung, der Fünf-Sterne-Bewegung, und der rechtsgerichteten Lega lägen politische Welten.
Heute blickt alles auf die USA, wo um 14:30 Uhr unserer Zeit die Arbeitsmarktzahlen für den Februar veröffentlicht werden, so die Deutsche Börse AG. "Beschleunigt sich das Lohnwachstum weiter, dürfte das die Diskussionen im Markt über ein stärkeres Anziehen der Inflationsrate und schnellere Zinsanhebungen der Fed anheizen", erkläre Sintje Boie von der HSH Nordbank.
In den USA gehe man bislang von drei Zinserhöhungen in diesem Jahr aus. "Strafzölle können alles ändern", meine Stopp. "Jede Art protektionistischer Maßnahmen zum Schutze der US-Wirtschaft wird nicht ohne Auswirkung auf die Notenbankpolitik bleiben." Das habe auch der Präsident der Fed Atlanta, Raphael Bostic, jüngst angedeutet. "Seines Erachtens würde ein eskalierender Handelsstreit gegebenenfalls eine Verlangsamung des bisherigen Kurses der behutsamen Zinserhöhungen erforderlich machen."
Wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte, würden Venezuela-Anleihe anziehen. "Es gibt aber - noch - keinen triftigen Grund dafür."
Dass die USA nun Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte erheben möchten und auch Zölle auf Autoimporte nicht ausschließen würden, habe Brunner zufolge Hybridanleihen, etwa von Volkswagen, leicht unter Druck gebracht. "Große Auswirkungen hatten die Ankündigungen aber nicht."
Gute Umsätze habe es laut dem Händler bei der noch recht neuen Anleihe (ISIN XS1785474294 / WKN A19W3Z) des österreichischen Immobilienentwicklers UBM Development gegeben. Zwischenzeitliche Verluste seien wieder wettgemacht worden. "Nachrichten dazu gab es nicht."
"Ein großes Ereignis in dieser Woche war die Riesenemission der US-Drogerie- und Apothekenkette CVS", melde Brunner. CVS habe neun Anleihen (u.a. ISIN US126650CW89 / WKN A19XR5) im Volumen von insgesamt 40 Milliarden US-Dollar auf den Markt gebracht. Damit solle die Übernahme der Krankenversicherung Aetna finanziert werden. "Die Nachfrage übertraf 100 Milliarden US-Dollar", erkläre Brunner. Die Emission solle der drittgrößte Bond-Deal im High-Grade-Bereich sein, das Orderbuch das größte in der Geschichte.
Gut angenommen worden sei eine neue Hybrid-Anleihe (ISIN AT0000A208R5 / WKN A19XJW) des österreichischen Unternehmens Egger Holzwerkstoffe mit Kupon von 4,875 Prozent, wie Rainer Petz von Oddo Seydler außerdem berichte. Die Stückelung liege allerdings bei 100.000 Euro. (09.03.2018/alc/a/a)
"Es ist wie erwartet gekommen", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Die Notenbanker hätten auf ihrer Sitzung vom 8. März die ausdrückliche Zusicherung fallen lassen, das Volumen des Anleihekaufprogramms gegebenenfalls nochmals zu erhöhen. Gleichzeitig hätten sie bekräftigt, die Anleihekäufe im Volumen von 30 Milliarden Euro bis mindestens Ende September fortzusetzen. Die Zinsen seien nicht verändert worden. Außerdem habe die EZB die Erwartung bestätigt, dass die Leitzinsen noch lange auf ihrem aktuellen Niveau bleiben würden.
In Reaktion darauf seien die Kurse von Bundesanleihen erst unter Druck geraten, hätten dann jedoch ins Plus gedreht. Am Freitagmittag liege der Euro-Bund-Future bei 157,01 Punkten nach 159,16 vor einer Woche. Die Verluste seien allerdings auf den Rolltermin bzw. den Wechsel vom März- in den Juni-Kontrakt zurückzuführen. Zehnjährige Bundesanleihen würden knapp 0,65 Prozent abwerfen nach 0,64 zu Handelsschluss vor einer Woche.
Von politischer Seite seien positive und negative Impulse gekommen: In Deutschland habe die Zustimmung der SPD zur Großen Koalition für Stabilität gesorgt, in Italien hätten die Wahlen neue Unsicherheiten geschafft. "Sicher dürfte sein, dass den Italienern ein quälend langer Prozess der Regierungsbildung bevorsteht", kommentiere Klaus Stopp von der Baader Bank. Denn zwischen der stärksten Gruppierung, der Fünf-Sterne-Bewegung, und der rechtsgerichteten Lega lägen politische Welten.
Heute blickt alles auf die USA, wo um 14:30 Uhr unserer Zeit die Arbeitsmarktzahlen für den Februar veröffentlicht werden, so die Deutsche Börse AG. "Beschleunigt sich das Lohnwachstum weiter, dürfte das die Diskussionen im Markt über ein stärkeres Anziehen der Inflationsrate und schnellere Zinsanhebungen der Fed anheizen", erkläre Sintje Boie von der HSH Nordbank.
Wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte, würden Venezuela-Anleihe anziehen. "Es gibt aber - noch - keinen triftigen Grund dafür."
Dass die USA nun Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte erheben möchten und auch Zölle auf Autoimporte nicht ausschließen würden, habe Brunner zufolge Hybridanleihen, etwa von Volkswagen, leicht unter Druck gebracht. "Große Auswirkungen hatten die Ankündigungen aber nicht."
Gute Umsätze habe es laut dem Händler bei der noch recht neuen Anleihe (ISIN XS1785474294 / WKN A19W3Z) des österreichischen Immobilienentwicklers UBM Development gegeben. Zwischenzeitliche Verluste seien wieder wettgemacht worden. "Nachrichten dazu gab es nicht."
"Ein großes Ereignis in dieser Woche war die Riesenemission der US-Drogerie- und Apothekenkette CVS", melde Brunner. CVS habe neun Anleihen (u.a. ISIN US126650CW89 / WKN A19XR5) im Volumen von insgesamt 40 Milliarden US-Dollar auf den Markt gebracht. Damit solle die Übernahme der Krankenversicherung Aetna finanziert werden. "Die Nachfrage übertraf 100 Milliarden US-Dollar", erkläre Brunner. Die Emission solle der drittgrößte Bond-Deal im High-Grade-Bereich sein, das Orderbuch das größte in der Geschichte.
Gut angenommen worden sei eine neue Hybrid-Anleihe (ISIN AT0000A208R5 / WKN A19XJW) des österreichischen Unternehmens Egger Holzwerkstoffe mit Kupon von 4,875 Prozent, wie Rainer Petz von Oddo Seydler außerdem berichte. Die Stückelung liege allerdings bei 100.000 Euro. (09.03.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3206 € | 125,717 € | -0,3964 € | -0,32% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel




