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Anleihen-Handel: Es geht seitwärts
20.11.17 08:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die deutliche Korrektur am Aktienmarkt in der letzten Woche hat auch im Anleihemarkt ihre Spuren hinterlassen, so die Deutsche Börse AG.
"Es war abermals eine recht turbulente Woche mit starken Schwankungen, gerade auch bei Hybridanleihen", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Bis einschließlich Mittwoch sei "raus aus dem Risiko" angesagt gewesen, am Donnerstag habe sich die Lage aber wieder entspannt. "Die Anleihemärkte laufen im Moment mit den Aktienmärkten mit", fasse der Händler zusammen.
Auf Wochensicht habe sich der Euro-Bund-Future aber kaum verändert: Am Freitagmittag habe der Indikator bei 162,60 Punkten nach 162,78 am 10. Oktober gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen hätten 0,38 Prozent abgeworfen nach 0,39 Prozent am 10. Oktober. Der DAX, der Anfang des Monats noch ein Allzeithoch von 13.525,56 Punkten erreicht habe, sei letzte Woche zwischenzeitlich unter 12.900 Zähler gerutscht, am Freitage seien es wieder 13.046 Punkte gewesen.
Größtes Thema bleibe Venezuela, das Land sei pleite, vor zwei Wochen sei die Umschuldung der Auslandskredite angekündigt worden. Seitdem herrsche Chaos. "Es ist eine Berg- und Talfahrt bei den Anleihen", erkläre Rainer Petz von Oddo Seydler. So sei die umsatzstarke, bis 2027 laufende Anleihe (ISIN US922646AS37 / WKN 195081) mit Kupon von 9,25 Prozent zwischen 23 und 30 Prozent gehandelt worden, am Freitagmorgen seien es 28 Prozent gewesen.
Die Nachrichtenlage sei verwirrend: Am Dienstag habe es geheißen, dass Kuponzahlungen für zwei auf US-Dollar lautende Anleihen nicht fristgerecht geleistet worden seien, die Ratingagentur S&P habe einen Zahlungsausfall festgestellt. Am Mittwoch sei dann gemeldet worden, dass Zinszahlungen auf die bis 2027 laufende Anleihe des staatlichen Ölkonzerns PDVSA gezahlt worden seien. Zudem habe das russische Finanzministerium am Mittwoch mitgeteilt, dass mit der Regierung von Präsident Nicolas Maduro eine Umschuldung vereinbart worden sei. In den kommenden sechs Jahren müsse Venezuela nur minimale Zahlungen an Russland leisten.
"Auf die Meldung der Zinszahlung sind die Anleihen (ISIN USP7807HAR68 / WKN A1ZBN3, ISIN XS0294367205 / WKN A0NRTC, ISIN XS0294364954 / WKN A0NRHT) von PDVSA gestiegen", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank.
Die griechische Regierung habe unterdessen einen Bond-Swap gestartet: 20 Anleihen, die 2012 ausgegeben worden seien und von privaten Investoren gehalten würden, würden in fünf neue Anleihen mit festen Kupons zwischen 3,5 und 4,2 Prozent und Laufzeiten von 2023, 2028, 2033, 2037 und 2042 getauscht. Ziel der Aktion: Die Liquidität solle steigen. "Im Handel hat sich das nicht bemerkbar gemacht", berichte Daniel.
Darüber hinaus solle es bis August 2018 zwei oder drei weitere Emissionen des Landes über 6 Milliarden Euro geben, um mit deren Erlös zusammen mit dem Rettungsfonds ESM einen Finanzpuffer von 15 Milliarden Euro aufzubauen, wie Klaus Stopp von der Baader Bank berichte. "Dies alles soll der Beruhigung der Finanzmärkte und der künftigen Normalisierung der Kapitalbeschaffung dienen."
Mit den deutlichen Rücksetzern am Aktienmarkt seien auch Hybridanleihen zwischenzeitlich unter Druck geraten, wie Daniel melde. "Das war dann aber auch schnell wieder vorbei."
Brunner berichte von starken Schwankungen in Hybridanleihen von Volkswagen. Kursverluste bei einer Anleihe (ISIN XS1695284114 / WKN A2GSM1) der BayWa seien schnell für Käufe genutzt worden. "Wenn institutionelle Investoren aussteigen, greifen private zu." Weiter gut nachgefragt bleibe dem Händler zufolge die Nullkuponanleihe (ISIN XS0318345971 / WKN A0N19L) der Europäischen Investitionsbank EIB in Türkischen Lira. Ebenfalls beliebt sei die Anleihe des Anbieters von mobilen Mikrokrediten Ferratum Capital Germany. "Hier lockt der hohe Kupon von 8 Prozent bei einer Restlaufzeit von knapp einem Jahr." Die Anleihe werde aktuell schon zu 105,25 Prozent gehandelt, was einer Rendite von 2,42 Prozent entspreche.
Leicht unter Reoffer gehandelt würden die neuen BASF-Anleihen, wie Petz berichte. "Wir sehen nicht viel Umsatz." Die eine Tranche (ISIN XS1718418103 / WKN A2GSGH) biete einen Kupon von 0,875 Prozent bei einer Laufzeit bis 2027, die andere (ISIN XS1718417717 / WKN A2GSGJ) 1,625 Prozent bei einer Laufzeit bis 2037. Dazu habe BASF noch einen Floater (ISIN XS1718416586 / WKN A2GSGK) begeben. (Ausgabe vom 17.11.2017) (20.11.2017/alc/a/a)
"Es war abermals eine recht turbulente Woche mit starken Schwankungen, gerade auch bei Hybridanleihen", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Bis einschließlich Mittwoch sei "raus aus dem Risiko" angesagt gewesen, am Donnerstag habe sich die Lage aber wieder entspannt. "Die Anleihemärkte laufen im Moment mit den Aktienmärkten mit", fasse der Händler zusammen.
Auf Wochensicht habe sich der Euro-Bund-Future aber kaum verändert: Am Freitagmittag habe der Indikator bei 162,60 Punkten nach 162,78 am 10. Oktober gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen hätten 0,38 Prozent abgeworfen nach 0,39 Prozent am 10. Oktober. Der DAX, der Anfang des Monats noch ein Allzeithoch von 13.525,56 Punkten erreicht habe, sei letzte Woche zwischenzeitlich unter 12.900 Zähler gerutscht, am Freitage seien es wieder 13.046 Punkte gewesen.
Größtes Thema bleibe Venezuela, das Land sei pleite, vor zwei Wochen sei die Umschuldung der Auslandskredite angekündigt worden. Seitdem herrsche Chaos. "Es ist eine Berg- und Talfahrt bei den Anleihen", erkläre Rainer Petz von Oddo Seydler. So sei die umsatzstarke, bis 2027 laufende Anleihe (ISIN US922646AS37 / WKN 195081) mit Kupon von 9,25 Prozent zwischen 23 und 30 Prozent gehandelt worden, am Freitagmorgen seien es 28 Prozent gewesen.
Die Nachrichtenlage sei verwirrend: Am Dienstag habe es geheißen, dass Kuponzahlungen für zwei auf US-Dollar lautende Anleihen nicht fristgerecht geleistet worden seien, die Ratingagentur S&P habe einen Zahlungsausfall festgestellt. Am Mittwoch sei dann gemeldet worden, dass Zinszahlungen auf die bis 2027 laufende Anleihe des staatlichen Ölkonzerns PDVSA gezahlt worden seien. Zudem habe das russische Finanzministerium am Mittwoch mitgeteilt, dass mit der Regierung von Präsident Nicolas Maduro eine Umschuldung vereinbart worden sei. In den kommenden sechs Jahren müsse Venezuela nur minimale Zahlungen an Russland leisten.
Die griechische Regierung habe unterdessen einen Bond-Swap gestartet: 20 Anleihen, die 2012 ausgegeben worden seien und von privaten Investoren gehalten würden, würden in fünf neue Anleihen mit festen Kupons zwischen 3,5 und 4,2 Prozent und Laufzeiten von 2023, 2028, 2033, 2037 und 2042 getauscht. Ziel der Aktion: Die Liquidität solle steigen. "Im Handel hat sich das nicht bemerkbar gemacht", berichte Daniel.
Darüber hinaus solle es bis August 2018 zwei oder drei weitere Emissionen des Landes über 6 Milliarden Euro geben, um mit deren Erlös zusammen mit dem Rettungsfonds ESM einen Finanzpuffer von 15 Milliarden Euro aufzubauen, wie Klaus Stopp von der Baader Bank berichte. "Dies alles soll der Beruhigung der Finanzmärkte und der künftigen Normalisierung der Kapitalbeschaffung dienen."
Mit den deutlichen Rücksetzern am Aktienmarkt seien auch Hybridanleihen zwischenzeitlich unter Druck geraten, wie Daniel melde. "Das war dann aber auch schnell wieder vorbei."
Brunner berichte von starken Schwankungen in Hybridanleihen von Volkswagen. Kursverluste bei einer Anleihe (ISIN XS1695284114 / WKN A2GSM1) der BayWa seien schnell für Käufe genutzt worden. "Wenn institutionelle Investoren aussteigen, greifen private zu." Weiter gut nachgefragt bleibe dem Händler zufolge die Nullkuponanleihe (ISIN XS0318345971 / WKN A0N19L) der Europäischen Investitionsbank EIB in Türkischen Lira. Ebenfalls beliebt sei die Anleihe des Anbieters von mobilen Mikrokrediten Ferratum Capital Germany. "Hier lockt der hohe Kupon von 8 Prozent bei einer Restlaufzeit von knapp einem Jahr." Die Anleihe werde aktuell schon zu 105,25 Prozent gehandelt, was einer Rendite von 2,42 Prozent entspreche.
Leicht unter Reoffer gehandelt würden die neuen BASF-Anleihen, wie Petz berichte. "Wir sehen nicht viel Umsatz." Die eine Tranche (ISIN XS1718418103 / WKN A2GSGH) biete einen Kupon von 0,875 Prozent bei einer Laufzeit bis 2027, die andere (ISIN XS1718417717 / WKN A2GSGJ) 1,625 Prozent bei einer Laufzeit bis 2037. Dazu habe BASF noch einen Floater (ISIN XS1718416586 / WKN A2GSGK) begeben. (Ausgabe vom 17.11.2017) (20.11.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0482 € | 125,1945 € | 0,8537 € | +0,68% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




