Erweiterte Funktionen
Anleihen-Handel: Lage bleibt volatil
20.08.18 12:15
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit der angekündigten Unterstützung aus Katar in Form von Milliarden-Investitionen hat sich die Lage in der Türkei etwas entspannt, so die Deutsche Börse AG.
Zudem habe es in Sachen Handelskrieg zuletzt positive Nachrichten gegeben: China habe angekündigt, Ende August eine Delegation in die USA zu schicken. "Die Märkte bleiben aber nervös", melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Das Geld aus Katar ist noch nicht geflossen", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. "Die Türkei-Krise wird die Märkte noch eine Weile beschäftigen."
Der Euro-Bund-Future halte sich auf hohem Niveau und habe am Freitagmorgen bei 163,51 Punkten nach 163,09 vor einer Woche gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen würden mit 0,31 Prozent rentieren, das entspreche in etwa dem Niveau am 10. August. Im Februar habe die Rendite noch 0,74 Prozent erreicht.
Am Montag sei die Türkische Lira auf ein neues Allzeittief gegenüber US-Dollar und Euro gefallen, habe sich danach aber etwas erholt. Auch türkische Anleihen bzw. solche in türkischen Lira hätten zulegen können, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichte.
Eine bis 2025 laufende türkische Staatsanleihe (ISIN US900123AW05 / WKN A0DXCJ) in US-Dollar mit Kupon von 7,375 Prozent sei Daniel zufolge am letzten Montag bis auf 87,5 Prozent gefallen, am 17. August seien es wieder 94 Prozent gewesen. Auch Papiere solider Schuldner wie KfW oder EIB in Türkischen Lira hätten stark an Wert verloren, etwa eine bis 2020 laufende KfW-Anleihe (ISIN XS1234897483 / WKN A1SR83) in Lira mit Kupon von 9,25 Prozent: Hier habe der Kurs Anfang der letzten Woche bei 77 Prozent gelegen, am 17. August seien es wieder 82 Prozent gewesen.
"Die Türkei-Krise ist nicht vorbei, aber auch nicht ansteckend", meine Analyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Gerade die größeren Schwellenländer seien deutlich besser aufgestellt als die Türkei: Sie hätten keine so großen Leistungsbilanzdefizite, und ihre Geldpolitik sei - anders als die türkische - glaubhaft auf die Bekämpfung von Inflation ausgerichtet.
Auch die HSH Nordbank erwarte keinen Strudel nach unten: "Die Schwellenländer stehen in ihrer Gesamtheit besser da als 1997/98", bemerke Cyrus de la Rubia. Die Abwertung ihrer Währungen wirke in gewisser Weise auch stabilisierend, da sich dadurch die Exportchancen verbesserten, Importe weniger attraktiv würden und somit der Devisenbedarf sinke. Da die Industrieländer weiterhin ein solides Wachstum aufwiesen, werde sich die Türkei-Krise wohl auf dieses Land beschränken und nicht um sich greifen. "Eine Eskalation im Handelsstreit hin zu einem umfassenden Handelskrieg würde die Lage allerdings ändern."
Außerdem würden Italien und die anstehende Haushaltsplanung die Märkte beunruhigen. Dazu habe auch der dramatische Einsturz der Brücke in Genua in der letzten Woche beigetragen, den viele als Symbol für das marode Land sehen würden. "Der Brückeneinsturz wird aber auch zur Polemik gegen die EU genutzt, die das Land angeblich kaputtspart", erkläre Brunner. Die Rendite für zehnjährige italienische Anleihen sei jedenfalls wieder über 3 Prozent geklettert.
Für Privatkunden interessante neue Anleihen habe es keine gegeben. "Das Neuemissionsgeschäft kam durch die Unruhe an den Märkten zum Erliegen", stelle Brunner fest.
Infolge des Brückeneinsturzes seien laut Brunner HOCHTIEF-Anleihen etwas unter die Räder geraten. Größere Umsätze in beide Richtungen melde der Händler weiter für Papiere (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF) von Ferratum Capital Germany mit Laufzeit bis 2022 und Kupon von 5,5 Prozent. "Die meisten Umsätze gab es in dieser Woche aber in türkischen Anleihen." (Ausgabe vom 17.08.2018) (20.08.2018/alc/a/a)
Zudem habe es in Sachen Handelskrieg zuletzt positive Nachrichten gegeben: China habe angekündigt, Ende August eine Delegation in die USA zu schicken. "Die Märkte bleiben aber nervös", melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Das Geld aus Katar ist noch nicht geflossen", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. "Die Türkei-Krise wird die Märkte noch eine Weile beschäftigen."
Der Euro-Bund-Future halte sich auf hohem Niveau und habe am Freitagmorgen bei 163,51 Punkten nach 163,09 vor einer Woche gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen würden mit 0,31 Prozent rentieren, das entspreche in etwa dem Niveau am 10. August. Im Februar habe die Rendite noch 0,74 Prozent erreicht.
Am Montag sei die Türkische Lira auf ein neues Allzeittief gegenüber US-Dollar und Euro gefallen, habe sich danach aber etwas erholt. Auch türkische Anleihen bzw. solche in türkischen Lira hätten zulegen können, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichte.
"Die Türkei-Krise ist nicht vorbei, aber auch nicht ansteckend", meine Analyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Gerade die größeren Schwellenländer seien deutlich besser aufgestellt als die Türkei: Sie hätten keine so großen Leistungsbilanzdefizite, und ihre Geldpolitik sei - anders als die türkische - glaubhaft auf die Bekämpfung von Inflation ausgerichtet.
Auch die HSH Nordbank erwarte keinen Strudel nach unten: "Die Schwellenländer stehen in ihrer Gesamtheit besser da als 1997/98", bemerke Cyrus de la Rubia. Die Abwertung ihrer Währungen wirke in gewisser Weise auch stabilisierend, da sich dadurch die Exportchancen verbesserten, Importe weniger attraktiv würden und somit der Devisenbedarf sinke. Da die Industrieländer weiterhin ein solides Wachstum aufwiesen, werde sich die Türkei-Krise wohl auf dieses Land beschränken und nicht um sich greifen. "Eine Eskalation im Handelsstreit hin zu einem umfassenden Handelskrieg würde die Lage allerdings ändern."
Außerdem würden Italien und die anstehende Haushaltsplanung die Märkte beunruhigen. Dazu habe auch der dramatische Einsturz der Brücke in Genua in der letzten Woche beigetragen, den viele als Symbol für das marode Land sehen würden. "Der Brückeneinsturz wird aber auch zur Polemik gegen die EU genutzt, die das Land angeblich kaputtspart", erkläre Brunner. Die Rendite für zehnjährige italienische Anleihen sei jedenfalls wieder über 3 Prozent geklettert.
Für Privatkunden interessante neue Anleihen habe es keine gegeben. "Das Neuemissionsgeschäft kam durch die Unruhe an den Märkten zum Erliegen", stelle Brunner fest.
Infolge des Brückeneinsturzes seien laut Brunner HOCHTIEF-Anleihen etwas unter die Räder geraten. Größere Umsätze in beide Richtungen melde der Händler weiter für Papiere (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF) von Ferratum Capital Germany mit Laufzeit bis 2022 und Kupon von 5,5 Prozent. "Die meisten Umsätze gab es in dieser Woche aber in türkischen Anleihen." (Ausgabe vom 17.08.2018) (20.08.2018/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,4152 € | 125,1945 € | 0,2207 € | +0,18% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



