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Anleihen-Handel: Türkische Notenbank mit Zeichen der Unabhängigkeit
17.09.18 11:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während die Sitzung der Europäischen Zentralbank am letzten Donnerstag wenig Neues brachte, hat die türkische Notenbank in der letzten Woche für eine große Überraschung gesorgt, so die Deutsche Börse AG.
Die Zentralbanker hätten - entgegen der Forderung von Präsident Erdogan - die Zinsen deutlich erhöht: Der Schlüsselsatz zur Geldversorgung der Geschäftsbanken liege jetzt bei 24 nach zuvor 17,75 Prozent, erwartet worden seien 21 oder 22 Prozent. Die Türkische Lira habe daraufhin gegenüber US-Dollar und Euro wieder zugelegt.
Auch türkische Anleihen würden profitieren, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Ein Beispiel sei die bis 2025 laufende Anleihe (ISIN US900123AW05 / WKN A0DXCJ) der Türkischen Republik in US-Dollar mit Kupon von 7,375 Prozent, die vor dem Zinsentscheid noch bei 93,20 Prozent notiert habe, jetzt seien es 97,50 Prozent. "Die Anleihen von KfW und EIB in Türkischen Lira bleiben ausverkauft", stelle der Händler fest. Andere Schwellenländerwährungen und -anleihen würden sich im Zuge der Zinserhöhung in der Türkei erholen, wie Rainer Petz von Oddo Seydler melde.
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe auf ihrer Sitzung den geldpolitischen Kurs bestätigt: Die Anleihekäufe würden ab Oktober auf monatlich 15 Milliarden Euro reduziert, der Nettoerwerb solle Ende des Jahres 2018 eingestellt werden. Außerdem gehe die EZB weiter davon aus, dass die Leitzinsen mindestens über den Sommer 2019 unverändert bleiben würden. "Das war alles wie erwartet", kommentiere Arthur Brunner von der ICF Bank.
So habe es auch kaum Bewegung im Anleihemarkt gegeben: Der Euro-Bund-Future als wichtiges Rentenbarometer habe sich in der letzten Woche seitwärts bewegt und am Freitagmittag bei 159,47 Punkten gelegen nach 159,95 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen würden mit 0,42 Prozent rentieren.
EZB-Chef Draghi habe sich auf der Pressekonferenz zudem bemüht, Sorgen um Italien zu zerstreuen. Draghi habe von einer "italienischen Episode" ohne viel Ansteckung auf andere Länder des Euroraums gesprochen. Der italienische Premierminister und der italienische Wirtschaftsminister hätten bestätigt, dass Italien die Regeln einhalten werde. "Ein ordentlicher Haushalt zeichnet sich ab", kommentiere Brunner. Das zeige sich auch am Anleihemarkt: Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen liege bei 2,95 Prozent, Ende August seien es 3,24 Prozent gewesen.
Die Nachricht, dass die Deutsche Bank die Umwandlung in eine Holding prüfe, habe Daniel zufolge zu Käufen in Deutsche Bank-Anleihen in Euro (ISIN DE000DL19TQ2 / WKN DL19TQ), aber auch in US-Dollar (ISIN US251525AT85 / WKN A2GSC3) geführt. Eine Holding-Struktur würde die strategische Flexibilität erhöhen, so wäre auch ein Zusammenschluss mit der Commerzbank einfacher. Petz berichte von einer steigenden Nachfrage nach Deutsche Bank-Coco-Bonds, der Kupon liege bis April 2022 bei 6 Prozent (ISIN DE000DB7XHP3 / WKN DB7XHP). Hier sei eine Wandlung in Eigenkapital möglich, wenn die Kernkapitalquote unter 5,125 Prozent falle.
Gute Umsätze melde Brunner für die Anleihe (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF) von Ferratum Capital Germany mit überwiegend Käufen und Lang & Cie. Real Estate Beteiligungsgesellschaft mit Käufen und Verkäufen. Unter Abgabedruck hätten dem Händler zufolge Nord LB-Papiere (ISIN DE000NLB8K69 / WKN NLB8K6) gestanden. (Ausgabe vom 14.09.2018) (17.09.2018/alc/a/a)
Die Zentralbanker hätten - entgegen der Forderung von Präsident Erdogan - die Zinsen deutlich erhöht: Der Schlüsselsatz zur Geldversorgung der Geschäftsbanken liege jetzt bei 24 nach zuvor 17,75 Prozent, erwartet worden seien 21 oder 22 Prozent. Die Türkische Lira habe daraufhin gegenüber US-Dollar und Euro wieder zugelegt.
Auch türkische Anleihen würden profitieren, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Ein Beispiel sei die bis 2025 laufende Anleihe (ISIN US900123AW05 / WKN A0DXCJ) der Türkischen Republik in US-Dollar mit Kupon von 7,375 Prozent, die vor dem Zinsentscheid noch bei 93,20 Prozent notiert habe, jetzt seien es 97,50 Prozent. "Die Anleihen von KfW und EIB in Türkischen Lira bleiben ausverkauft", stelle der Händler fest. Andere Schwellenländerwährungen und -anleihen würden sich im Zuge der Zinserhöhung in der Türkei erholen, wie Rainer Petz von Oddo Seydler melde.
So habe es auch kaum Bewegung im Anleihemarkt gegeben: Der Euro-Bund-Future als wichtiges Rentenbarometer habe sich in der letzten Woche seitwärts bewegt und am Freitagmittag bei 159,47 Punkten gelegen nach 159,95 vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen würden mit 0,42 Prozent rentieren.
EZB-Chef Draghi habe sich auf der Pressekonferenz zudem bemüht, Sorgen um Italien zu zerstreuen. Draghi habe von einer "italienischen Episode" ohne viel Ansteckung auf andere Länder des Euroraums gesprochen. Der italienische Premierminister und der italienische Wirtschaftsminister hätten bestätigt, dass Italien die Regeln einhalten werde. "Ein ordentlicher Haushalt zeichnet sich ab", kommentiere Brunner. Das zeige sich auch am Anleihemarkt: Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen liege bei 2,95 Prozent, Ende August seien es 3,24 Prozent gewesen.
Die Nachricht, dass die Deutsche Bank die Umwandlung in eine Holding prüfe, habe Daniel zufolge zu Käufen in Deutsche Bank-Anleihen in Euro (ISIN DE000DL19TQ2 / WKN DL19TQ), aber auch in US-Dollar (ISIN US251525AT85 / WKN A2GSC3) geführt. Eine Holding-Struktur würde die strategische Flexibilität erhöhen, so wäre auch ein Zusammenschluss mit der Commerzbank einfacher. Petz berichte von einer steigenden Nachfrage nach Deutsche Bank-Coco-Bonds, der Kupon liege bis April 2022 bei 6 Prozent (ISIN DE000DB7XHP3 / WKN DB7XHP). Hier sei eine Wandlung in Eigenkapital möglich, wenn die Kernkapitalquote unter 5,125 Prozent falle.
Gute Umsätze melde Brunner für die Anleihe (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF) von Ferratum Capital Germany mit überwiegend Käufen und Lang & Cie. Real Estate Beteiligungsgesellschaft mit Käufen und Verkäufen. Unter Abgabedruck hätten dem Händler zufolge Nord LB-Papiere (ISIN DE000NLB8K69 / WKN NLB8K6) gestanden. (Ausgabe vom 14.09.2018) (17.09.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,4310 € | 125,1945 € | 0,2365 € | +0,19% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



