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Anleihen-Handel: Virus treibt Kurse von Bundesanleihen
03.02.20 11:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Ausbreitung des Coronavirus verunsichert weiter, so die Deutsche Börse AG.
Immer mehr Analysten würden vor negativen Folgen der Lungenkrankheit für die Wirtschaft Chinas und anderer asiatischer Volkswirtschaften warnen. Sicheres wie Bundesanleihen sei wieder gefragt. Die Renditen seien deutlich zurückgegangen, die für zehnjährige Bundesanleihen zum Beispiel auf minus 0,40 Prozent, Mitte Januar seien es kurzzeitig nur minus 0,16 Prozent gewesen. "Gleichzeitig sind die Renditekurven deutlich flacher geworden, der Abstand der Renditen zehnjähriger bzw. dreißigjähriger Bundesanleihen zu der von zweijährigen Anleihen ist so gering wie zuletzt im Oktober", berichte Analyst Cem Keltek von der Commerzbank.
Bei sinkenden Bund-Renditen sei es zusätzlich noch zu einer Flucht zu höheren Renditen gekommen. Die Folge: Anleihen anderer europäischer Kernländer und die der Peripherieländer verzeichneten stärkere Wertzuwächse als Bundesanleihen. "Dabei bekamen die Peripherieanleihen durch die abnehmende politische Unsicherheit in Italien und Hoffnungen auf eine Rating-Verbesserung Griechenlands zusätzlichen Rückenwind", stelle Keltek fest. Griechische Staatsanleihen mit Laufzeit von zehn Jahren würden mittlerweile nur noch mit 1,17 Prozent rentieren, 2015 seien es noch über 14 Prozent gewesen.
Auch die Kurse von Unternehmensanleihen hätten trotz Risikoscheu zugelegt. "Gründe hierfür dürften neben den Käufen der EZB in diesem Marktsegment auch die anhaltenden Mittelzuflüsse in diese Anlageklasse sein", bemerke Keltek.
Unabhängig davon seien am Freitagmorgen thyssenkrupp-Anleihen unter Druck geraten. "Die Chefin von thyssenkrupp hat auf der Hauptversammlung die Lage des Konzerns als "außerordentlich angespannt" bezeichnet", erkläre Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Er melde Abgaben in der bis 2024 laufenden Anleihe (ISIN DE000A2TEDB8 / WKN A2TEDB) mit Kupon von 2,875 Prozent.
Verkauft würden außerdem Otto-Anleihen, wie Daniel berichte, zum Beispiel die Hybridanleihe (ISIN XS1853998182 / WKN A2LQ0B) ohne Laufzeitbegrenzung mit Kupon von 4 Prozent oder der bis 2026 laufende Bond (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80) mit Kupon von 2,625 Prozent.
Erstmals seit langer Zeit wieder über 100 Prozent gestiegen seien CoCo-Bonds (ISIN DE000DB7XHP3 / WKN DB7XHP) der Deutschen Bank mit Kupon von 6 Prozent, wie Rainer Petz von Oddo Seydler feststelle. "Die Zahlen der Bank für 2019 sind trotz des hohen Verlustes gut angekommen." Viele Analysten sähen offenbar nun die Trendwende gekommen. "Bei uns ist das eine der am meisten gehandelten Anleihen, trotz der Stückelung von 100.000 Euro", ergänze Petz. (Ausgabe vom 31.01.2020) (03.02.2020/alc/a/a)
Immer mehr Analysten würden vor negativen Folgen der Lungenkrankheit für die Wirtschaft Chinas und anderer asiatischer Volkswirtschaften warnen. Sicheres wie Bundesanleihen sei wieder gefragt. Die Renditen seien deutlich zurückgegangen, die für zehnjährige Bundesanleihen zum Beispiel auf minus 0,40 Prozent, Mitte Januar seien es kurzzeitig nur minus 0,16 Prozent gewesen. "Gleichzeitig sind die Renditekurven deutlich flacher geworden, der Abstand der Renditen zehnjähriger bzw. dreißigjähriger Bundesanleihen zu der von zweijährigen Anleihen ist so gering wie zuletzt im Oktober", berichte Analyst Cem Keltek von der Commerzbank.
Bei sinkenden Bund-Renditen sei es zusätzlich noch zu einer Flucht zu höheren Renditen gekommen. Die Folge: Anleihen anderer europäischer Kernländer und die der Peripherieländer verzeichneten stärkere Wertzuwächse als Bundesanleihen. "Dabei bekamen die Peripherieanleihen durch die abnehmende politische Unsicherheit in Italien und Hoffnungen auf eine Rating-Verbesserung Griechenlands zusätzlichen Rückenwind", stelle Keltek fest. Griechische Staatsanleihen mit Laufzeit von zehn Jahren würden mittlerweile nur noch mit 1,17 Prozent rentieren, 2015 seien es noch über 14 Prozent gewesen.
Unabhängig davon seien am Freitagmorgen thyssenkrupp-Anleihen unter Druck geraten. "Die Chefin von thyssenkrupp hat auf der Hauptversammlung die Lage des Konzerns als "außerordentlich angespannt" bezeichnet", erkläre Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Er melde Abgaben in der bis 2024 laufenden Anleihe (ISIN DE000A2TEDB8 / WKN A2TEDB) mit Kupon von 2,875 Prozent.
Verkauft würden außerdem Otto-Anleihen, wie Daniel berichte, zum Beispiel die Hybridanleihe (ISIN XS1853998182 / WKN A2LQ0B) ohne Laufzeitbegrenzung mit Kupon von 4 Prozent oder der bis 2026 laufende Bond (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80) mit Kupon von 2,625 Prozent.
Erstmals seit langer Zeit wieder über 100 Prozent gestiegen seien CoCo-Bonds (ISIN DE000DB7XHP3 / WKN DB7XHP) der Deutschen Bank mit Kupon von 6 Prozent, wie Rainer Petz von Oddo Seydler feststelle. "Die Zahlen der Bank für 2019 sind trotz des hohen Verlustes gut angekommen." Viele Analysten sähen offenbar nun die Trendwende gekommen. "Bei uns ist das eine der am meisten gehandelten Anleihen, trotz der Stückelung von 100.000 Euro", ergänze Petz. (Ausgabe vom 31.01.2020) (03.02.2020/alc/a/a)
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