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Anleihen: Inflationsdaten sorgen für Entspannung zum Wochenausklang
02.10.23 09:40
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der im September bislang relativ starke Anstieg der Renditen hatte sich im Wochenverlauf zunächst weiter fortgesetzt, so die Deutsche Börse AG.
In Japan sei heute Morgen bei den 30-jährigen Anleihen mit 1,66 Prozent der höchste Stand seit zehn Jahren erreicht worden. In den USA seien die Zehnjährigen auf ein 16-Jahreshoch bei 4,6 Prozent geklettert und hierzulande habe die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen mit 2,97 Prozent im Hoch die Marke von 3 Prozent nur knapp verpasst. Aktuell liege man hier bei 2,85 Prozent.
Die heute Vormittag veröffentlichten Daten zum Preisanstieg in der Eurozone hätten mit 4,3 Prozent zum Vorjahr sowie einer Kernrate von 4,5 Prozent etwas unterhalb der Erwartungen gelegen. Zuvor sei bereits Inflationsrate in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gesunken. Die im August noch um 6,4 Prozent gestiegenen Verbraucherpreise hätten diesmal - auch dank Basispreiseffekten - nur noch 4,3 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Für eine generelle Entwarnung sei es nach Ansicht der Strategen bei der DWS aber "noch zu früh".
Vielleicht auch deshalb hätten die Renditen im Wochenverlauf zunächst weiter angezogen. "Die Marktteilnehmer gewichten momentan wirtschaftspositive Nachrichten, die eine anhaltend hohe Inflation erwarten lassen, stärker als negative Signale", erkläre Hans-Joachim Lübbing von der Commerzbank den bis heute Morgen anhaltenden Aufwärtstrend. Der sei vor allem am langen Ende zu spüren, wodurch sich der Renditevorsprung der Kurzläufer wegen der inversen Zinsstruktur zuletzt etwas verringert habe.
Als Grund dafür sehe Tim Oechsner, Kapitalmarktstratege der Steubing AG, vor allem die massive Verunsicherung hinsichtlich der Zinspolitik der US-Notenbank. Die FED Funds Futures würden eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende mit rund 40 Prozent Wahrscheinlichkeit einpreisen. Eine erste volle Zinssenkung werde derzeit erst für Juli eingepreist. "Die Aussicht auf zeitnah sinkende Zinsen und damit steigende Anleihekurse ist erst mal vom Tisch, wodurch die Liquidität im Handel deutlich abnimmt", habe der Anleihenhändler gesagt, der vor allem die fehlenden Käufer im Markt bemängele. Den Renditerückgang zum Wochenschluss interpretiere er zunächst nur als "technische Gegenbewegung" auf den starken Anstieg zuvor.
Bei der Baader Bank beobachte Klaus Stopp bei den länger laufenden Anleihen ebenfalls nur vereinzelte Käufe. "Dafür geht bei den kurzen Laufzeiten einiges". Vor allem im Bereich der Bundesanleihen mit Laufzeit von 12 bis 18 Monaten herrsche dank attraktiver Konditionen reger Handel. So werde zum Beispiel die Ende 2024 fällig werdende Bundesanleihe (ISIN DE0001104909/ WKN 110490) bei einem Kupon von 2,2 Prozent aktuell zu ca. 98,50 Prozent gehandelt, woraus sich eine Rendite von rund 3,5 Prozent errechne.
Der zuletzt sehr starke US-Dollar habe den Fokus einiger Anleger auch auf entsprechende Fremdwährungs-Bonds gelegt. "Bei US-Dollar-Anleihen ist ein bisschen was los", erzähle Stopp. Zudem komme es ab und zu bei der "100-jährigen Anleihe" der Republik Österreich (ISIN AT0000A1XML2/ WKN A19PCG) zu Käufen. Das im Jahr 2117 fällige Papier sei durch seine lange Laufzeit prädestiniert für starke Kursausschläge. Bis Ende 2020 habe sich der Kurs zunächst bis auf 220 Prozent mehr als verdoppelt, bevor dann der große Absturz begonnen habe. Aktuell werde die Anleihe nur noch zu 64 Prozent gehandelt, was eine Rendite von ebenfalls 3,5 Prozent bedeute.
Im Handel mit Unternehmensanleihen verweise Marcus Mielert von Oddo BHF auf eine "sehr umsatzstarke Neuemission mit einer retailfreundlichen 1.000er Stückelung". Konkret gehe es dabei um die seit Wochenbeginn handelbare Anleihe von Grenke Finance PLC (ISIN XS2695009998/ WKN A3LNVU), die bei einer Laufzeit bis April 2027 einen jährlichen Kupon von 7,875 Prozent verspreche. Bei einem Kurs von gut 101 Prozent bedeute das einen mögliche Rendite von 7,5 Prozent.
Bei der Steubing AG wiederum seien unverändert die "Dauerbrenner" gesucht. Laut Oechsner seien das vor allem die Bonds von Unternehmen aus der deutschen Automobilindustrie. Dazu würden zum Beispiel eine bis Februar 2027 laufende Anleihe von Volkswagen (ISIN XS2374595044/ WKN A2LQ6R) mit einer Rendite von 4,4 Prozent und ein Papier von Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6T7/ WKN A3LH6T) zählen, das im Mai 2026 fällig werde und aktuell mit 3,8 Prozent rentiere. Beim Zulieferer Continental (ISIN XS2630117328/ WKN A351PU) würden bis zum Ende der Laufzeit im Juni 2028 aktuell 4,1 Prozent Rendite winken. (Ausgabe vom 29.09.2023) (02.10.2023/alc/a/a)
In Japan sei heute Morgen bei den 30-jährigen Anleihen mit 1,66 Prozent der höchste Stand seit zehn Jahren erreicht worden. In den USA seien die Zehnjährigen auf ein 16-Jahreshoch bei 4,6 Prozent geklettert und hierzulande habe die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen mit 2,97 Prozent im Hoch die Marke von 3 Prozent nur knapp verpasst. Aktuell liege man hier bei 2,85 Prozent.
Die heute Vormittag veröffentlichten Daten zum Preisanstieg in der Eurozone hätten mit 4,3 Prozent zum Vorjahr sowie einer Kernrate von 4,5 Prozent etwas unterhalb der Erwartungen gelegen. Zuvor sei bereits Inflationsrate in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gesunken. Die im August noch um 6,4 Prozent gestiegenen Verbraucherpreise hätten diesmal - auch dank Basispreiseffekten - nur noch 4,3 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Für eine generelle Entwarnung sei es nach Ansicht der Strategen bei der DWS aber "noch zu früh".
Vielleicht auch deshalb hätten die Renditen im Wochenverlauf zunächst weiter angezogen. "Die Marktteilnehmer gewichten momentan wirtschaftspositive Nachrichten, die eine anhaltend hohe Inflation erwarten lassen, stärker als negative Signale", erkläre Hans-Joachim Lübbing von der Commerzbank den bis heute Morgen anhaltenden Aufwärtstrend. Der sei vor allem am langen Ende zu spüren, wodurch sich der Renditevorsprung der Kurzläufer wegen der inversen Zinsstruktur zuletzt etwas verringert habe.
Bei der Baader Bank beobachte Klaus Stopp bei den länger laufenden Anleihen ebenfalls nur vereinzelte Käufe. "Dafür geht bei den kurzen Laufzeiten einiges". Vor allem im Bereich der Bundesanleihen mit Laufzeit von 12 bis 18 Monaten herrsche dank attraktiver Konditionen reger Handel. So werde zum Beispiel die Ende 2024 fällig werdende Bundesanleihe (ISIN DE0001104909/ WKN 110490) bei einem Kupon von 2,2 Prozent aktuell zu ca. 98,50 Prozent gehandelt, woraus sich eine Rendite von rund 3,5 Prozent errechne.
Der zuletzt sehr starke US-Dollar habe den Fokus einiger Anleger auch auf entsprechende Fremdwährungs-Bonds gelegt. "Bei US-Dollar-Anleihen ist ein bisschen was los", erzähle Stopp. Zudem komme es ab und zu bei der "100-jährigen Anleihe" der Republik Österreich (ISIN AT0000A1XML2/ WKN A19PCG) zu Käufen. Das im Jahr 2117 fällige Papier sei durch seine lange Laufzeit prädestiniert für starke Kursausschläge. Bis Ende 2020 habe sich der Kurs zunächst bis auf 220 Prozent mehr als verdoppelt, bevor dann der große Absturz begonnen habe. Aktuell werde die Anleihe nur noch zu 64 Prozent gehandelt, was eine Rendite von ebenfalls 3,5 Prozent bedeute.
Im Handel mit Unternehmensanleihen verweise Marcus Mielert von Oddo BHF auf eine "sehr umsatzstarke Neuemission mit einer retailfreundlichen 1.000er Stückelung". Konkret gehe es dabei um die seit Wochenbeginn handelbare Anleihe von Grenke Finance PLC (ISIN XS2695009998/ WKN A3LNVU), die bei einer Laufzeit bis April 2027 einen jährlichen Kupon von 7,875 Prozent verspreche. Bei einem Kurs von gut 101 Prozent bedeute das einen mögliche Rendite von 7,5 Prozent.
Bei der Steubing AG wiederum seien unverändert die "Dauerbrenner" gesucht. Laut Oechsner seien das vor allem die Bonds von Unternehmen aus der deutschen Automobilindustrie. Dazu würden zum Beispiel eine bis Februar 2027 laufende Anleihe von Volkswagen (ISIN XS2374595044/ WKN A2LQ6R) mit einer Rendite von 4,4 Prozent und ein Papier von Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6T7/ WKN A3LH6T) zählen, das im Mai 2026 fällig werde und aktuell mit 3,8 Prozent rentiere. Beim Zulieferer Continental (ISIN XS2630117328/ WKN A351PU) würden bis zum Ende der Laufzeit im Juni 2028 aktuell 4,1 Prozent Rendite winken. (Ausgabe vom 29.09.2023) (02.10.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 99,90 € | 99,90 € | - € | 0,00% | 16.04./16:41 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000A3LH6T7 | A3LH6T | 101,42 € | 99,78 € | |
Werte im Artikel




