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Anleihen: Kräftiges Renditeplus
10.01.25 14:01
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Notenbanken haben die Leitzinsen zwar gesenkt, die Renditen steigen aber - diese Woche sogar deutlich. Der Grund: anhaltende Inflationssorgen bezüglich der USA unter Präsident Donald Trump, so die Deutsche Börse AG.
Zudem laste die rege Emissionstätigkeit auf dem Markt, mit vielen Neuemissionen zum Jahresstart.
Von Begeisterung bezüglich neuer US-Treasuries könne jedenfalls nicht die Rede sein, wie die Platzierung einer US-Staatsanleihe mit Laufzeit von 30 Jahren diese Woche gezeigt habe. "Die Investoren verlangten eine Rendite von mehr als 4,9 Prozent - das ist der höchste Wert seit 2007", berichte das Handelsblatt. Auch der Verkauf zehnjähriger US-Staatsanleihen einen Tag zuvor sei eher "enttäuschend" verlaufen.
Auch in Europa seien die Renditen nach oben geklettert. "Die Inflation bleibt hartnäckig, wobei der Verbraucherpreisindex für den Euroraum im Dezember gegen Vorjahr um 2,4 Prozent stieg und auch die saisonbereinigte Monatsveränderung deutlich zu hoch ausfiel", bemerke Analyst Hauke Siemßen von der Commerzbank.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege am Freitagmorgen bei 2,58 Prozent, vor einer Woche seien es nur 2,37 Prozent gewesen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sei von 4,55 auf 4,70 Prozent geklettert. Außerdem werde die Zinskurve - also der Abstand zwischen kurz- und langfristigen Zinsen - immer steiler, wie Arthur Brunner von der ICF Bank anmerke.
Wellen habe aber vor allem Großbritannien geschlagen. Britische Staatsanleihen hätten diese Woche stark verloren, ebenso das Britische Pfund. "Neben den allgemeinen Inflationssorgen soll sich auch das Vertrauen in die britische Haushaltspolitik verschlechtert haben", erkläre Analyst Ralf Umlauf von der Helaba.
Erinnerungen kamen hoch an 2022, so die Deutsche Börse AG. Damals habe die britische Regierung unter Premierministerin Liz Truss Steuern senken wollen, habe aber keine Gegenfinanzierung gehabt. Die Zehnjahresrenditen für britische Staatsanleihen seien diese Woche jedenfalls auf 4,92 Prozent, den höchsten Stand seit 2008 gestiegen. Für dreißigjähriger Gilts seien es in der Spitze 5,47 Prozent gewesen, Höchstwert seit 1998, wie die Deutsche Bank feststelle.
Doch auch die Verschuldung in der Eurozone bleibe Thema: "Bei der Renditeentwicklung der verschiedenen Euroländer sticht die Schwäche französischer Staatsanleihen hervor, deren zehnjähriger Spread gegenüber Bundesanleihen sich bei über 80 Basispunkten eingependelt hat, von etwa 50 Basispunkten vor einem Jahr", stelle Siemßen fest. "Bis zu einer Lösung im Haushaltsstreit in Frankreich ist es noch ein weiter Weg." Die Renditeaufschläge griechischer Staatsanleihen hätten sich hingegen weiter eingeengt, die fiskalische Konsolidierung schreite voran. "Der Markt hält Griechenland teils für sicherer als Frankreich."
Unternehmensanleihen würden unterdessen gut ankommen. "Wir sehen aufgrund der gestiegenen Renditen fast nur Käufe, und zwar querbeet, über alle Laufzeiten und Branchen hinweg", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Angesichts der Probleme bei US-Staatsanleihen setzt offenbar so mancher lieber auf Unternehmensanleihen guter Bonität." Auf den Einkaufslisten stünden Adressen wie Lufthansa (ISIN XS2892988275). Abgegeben werde hingegen eine Otto-Hybridanleihe (ISIN XS1853998182) mit 4 Prozent. Bei der ICF seien Paragon-Anleihen (ISIN DE000A2GSB86) gesucht, "ohne Unternehmensnachrichten dahinter", wie Brunner bemerke.
Generell beliebt bei der ICF und Walter Ludwig: Unternehmensanleihen in US-Dollar. "Das liegt am Renditeabstand zu deutschen Anleihen und am Dollar", erkläre Brunner. Ebenfalls weiter gefragt seien Daniel zufolge Bonds in Türkischen Lira, diese Woche zum Beispiel von JP Morgan mit 0 Prozent bis 2032 (ISIN XS2381801476). Mit diesen werde auf eine Aufwertung der Lira gesetzt, da die Inflation in der Türkei zuletzt deutlich zurückrückgegangen sei.
Wie üblich zum Jahresanfang gebe es auch viele Neuemissionen im Corporate-Bereich. "Außerdem geht man von weiter steigenden Zinsen aus und will sich noch günstig refinanzieren", stelle Brunner fest. Der Energiekonzern Eon habe zwei Anleihetranchen emittiert mit einem Gesamtvolumen von 1,75 Milliarden Euro, wie Daniel melde. Die eine biete 3,5 Prozent bis 2033 (ISIN XS2978594989), die andere - eine grüne Anleihe - 4 Prozent bis 2040 (ISIN XS2978482169). Im Zuge dessen seien alte Eon-Anleihen unter Abgabedruck geraten, speziell die vor knapp einem Jahr begebene mit Fälligkeit 2044 und Kupon von 4,125 Prozent (ISIN XS2791960664). "Das wurde aber gleich für Käufe genutzt", erkläre der Händler. (10.01.2025/alc/a/a)
Zudem laste die rege Emissionstätigkeit auf dem Markt, mit vielen Neuemissionen zum Jahresstart.
Von Begeisterung bezüglich neuer US-Treasuries könne jedenfalls nicht die Rede sein, wie die Platzierung einer US-Staatsanleihe mit Laufzeit von 30 Jahren diese Woche gezeigt habe. "Die Investoren verlangten eine Rendite von mehr als 4,9 Prozent - das ist der höchste Wert seit 2007", berichte das Handelsblatt. Auch der Verkauf zehnjähriger US-Staatsanleihen einen Tag zuvor sei eher "enttäuschend" verlaufen.
Auch in Europa seien die Renditen nach oben geklettert. "Die Inflation bleibt hartnäckig, wobei der Verbraucherpreisindex für den Euroraum im Dezember gegen Vorjahr um 2,4 Prozent stieg und auch die saisonbereinigte Monatsveränderung deutlich zu hoch ausfiel", bemerke Analyst Hauke Siemßen von der Commerzbank.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege am Freitagmorgen bei 2,58 Prozent, vor einer Woche seien es nur 2,37 Prozent gewesen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sei von 4,55 auf 4,70 Prozent geklettert. Außerdem werde die Zinskurve - also der Abstand zwischen kurz- und langfristigen Zinsen - immer steiler, wie Arthur Brunner von der ICF Bank anmerke.
Erinnerungen kamen hoch an 2022, so die Deutsche Börse AG. Damals habe die britische Regierung unter Premierministerin Liz Truss Steuern senken wollen, habe aber keine Gegenfinanzierung gehabt. Die Zehnjahresrenditen für britische Staatsanleihen seien diese Woche jedenfalls auf 4,92 Prozent, den höchsten Stand seit 2008 gestiegen. Für dreißigjähriger Gilts seien es in der Spitze 5,47 Prozent gewesen, Höchstwert seit 1998, wie die Deutsche Bank feststelle.
Doch auch die Verschuldung in der Eurozone bleibe Thema: "Bei der Renditeentwicklung der verschiedenen Euroländer sticht die Schwäche französischer Staatsanleihen hervor, deren zehnjähriger Spread gegenüber Bundesanleihen sich bei über 80 Basispunkten eingependelt hat, von etwa 50 Basispunkten vor einem Jahr", stelle Siemßen fest. "Bis zu einer Lösung im Haushaltsstreit in Frankreich ist es noch ein weiter Weg." Die Renditeaufschläge griechischer Staatsanleihen hätten sich hingegen weiter eingeengt, die fiskalische Konsolidierung schreite voran. "Der Markt hält Griechenland teils für sicherer als Frankreich."
Unternehmensanleihen würden unterdessen gut ankommen. "Wir sehen aufgrund der gestiegenen Renditen fast nur Käufe, und zwar querbeet, über alle Laufzeiten und Branchen hinweg", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Angesichts der Probleme bei US-Staatsanleihen setzt offenbar so mancher lieber auf Unternehmensanleihen guter Bonität." Auf den Einkaufslisten stünden Adressen wie Lufthansa (ISIN XS2892988275). Abgegeben werde hingegen eine Otto-Hybridanleihe (ISIN XS1853998182) mit 4 Prozent. Bei der ICF seien Paragon-Anleihen (ISIN DE000A2GSB86) gesucht, "ohne Unternehmensnachrichten dahinter", wie Brunner bemerke.
Generell beliebt bei der ICF und Walter Ludwig: Unternehmensanleihen in US-Dollar. "Das liegt am Renditeabstand zu deutschen Anleihen und am Dollar", erkläre Brunner. Ebenfalls weiter gefragt seien Daniel zufolge Bonds in Türkischen Lira, diese Woche zum Beispiel von JP Morgan mit 0 Prozent bis 2032 (ISIN XS2381801476). Mit diesen werde auf eine Aufwertung der Lira gesetzt, da die Inflation in der Türkei zuletzt deutlich zurückrückgegangen sei.
Wie üblich zum Jahresanfang gebe es auch viele Neuemissionen im Corporate-Bereich. "Außerdem geht man von weiter steigenden Zinsen aus und will sich noch günstig refinanzieren", stelle Brunner fest. Der Energiekonzern Eon habe zwei Anleihetranchen emittiert mit einem Gesamtvolumen von 1,75 Milliarden Euro, wie Daniel melde. Die eine biete 3,5 Prozent bis 2033 (ISIN XS2978594989), die andere - eine grüne Anleihe - 4 Prozent bis 2040 (ISIN XS2978482169). Im Zuge dessen seien alte Eon-Anleihen unter Abgabedruck geraten, speziell die vor knapp einem Jahr begebene mit Fälligkeit 2044 und Kupon von 4,125 Prozent (ISIN XS2791960664). "Das wurde aber gleich für Käufe genutzt", erkläre der Händler. (10.01.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 101,669 € | 101,422 € | - € | 0,00% | 17.04./13:32 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2892988275 | A383QX | 103,75 € | 100,53 € | |
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