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Anleihen: Renditen bleiben aufwärts gerichtet
12.12.16 10:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Freude der Anleger ist groß - die um drei Monate über Erwarten verlängerte Ausweitung des Anleihen-Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) bis Ende 2017 hat am letzten Donnerstag den europäischen Aktienmärkten zum Teil neue Jahreshochs beschert, so die Deutsche Börse AG.
Der Euro-Bund-Future habe ebenfalls profitiert, am Freitagmittag habe das hiesige Rentenbarometer um 161,50 Prozent notiert. Technisch sehe Klaus Stopp den Euro-Bund-Future indes weiterhin abwärts gerichtet. "Betrachtet man den auslaufenden Dezember-Kontrakt, so haben zwar die diversen Unterstützungslinien und insbesondere die psychologische Marke von 160 Prozent gehalten, aber der Trend ist seit September gen Süden gerichtet", urteile der Rentenhändler der Baader Bank.
Das sehe die DekaBank ähnlich. An den Rentenmärkten habe mit Verflüchtigung der Deflationssorgen in den vergangenen Wochen ein generelles Umdenken stattgefunden. Vor dem Hintergrund höherer Inflationserwartungen gehe es mit den Renditen langlaufender Anleihen im Euroraum ein wenig, in den USA sogar spürbar voran. Diese Entwicklung werde sich voraussichtlich zaghaft fortsetzen. Außerdem würden die DekaBank-Analysten ab Ende 2017 mit einem Zurückfahren des Anleihen-Kaufprogramms rechnen. Das erzeuge zusätzlichen Aufwärtsdruck für Anleihe-Erträge.
In der geplanten Reduzierung der monatlichen Anleihen-Käufe von 80 auf 60 Milliarden Euro durch die EZB kommenden März erkenne auch die Helaba das Signal einer Rückführung des Kaufprogramms, wenngleich diese sehr zögerlich vonstatten gehe und EZB Präsident Mario Draghi es nicht als Tapering bezeichne. Am kommenden Mittwoch entscheide nun der US-Offenmarktausschuss über eine Zinserhöhung in den USA. Ein Zinsschritt um 25 Basispunkte nach oben gelte nach Ansicht von Anlegern als gesetzt.
Den Wegfall der Zinsuntergrenze hinsichtlich der durch die EZB erwerbbaren Wertpapiere sei für Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Indiz dafür, dass es am Anleihemarkt langsam eng werde. "Bei Bedarf sind ab kommendem Jahr Käufe von Bonds mit Renditen unter dem Einlagensatz von gegenwärtig minus 0,4 Prozent erlaubt." Zudem hätten die neuen Regeln gestattet, Anleihen mit Laufzeiten zwischen einem und 30 statt bislang zwischen zwei und 30 Jahren einzubeziehen. Dadurch könnten die Währungshüter im Euroraum beispielsweise künftig ein- und zweijährige Bundesanleihen in das Programm mit einbeziehen, die aktuell Renditen von minus 0,75 und minus 0,746 Prozent erwirtschaftet hätten.
Nachdem Monte dei Paschi die EZB um etwas mehr Zeit für die Suche nach einem Ausweg aus der finanziellen Misere des italienischen Geldhauses gebeten habe, sehe Stopp eine mögliche Rettung der Traditionsbank durch das italienische Finanzministerium näher rücken. Die Behörde erwäge, von Privatinvestoren nachrangige Schulden zu erwerben und diese in Aktien umzuwandeln. "Mit dem Schritt will die Bank gut eine Milliarde Euro einnehmen." Außerdem könne das Finanzministerium nachrangige Forderungen von Privatinvestoren aufkaufen, um diese vor Verlusten zu schützen. Rund 40.000 Privatanleger besäßen Anleihen der Krisenbank im Volumen von über 2 Milliarden Euro.
"Eigentlich wäre ein solcher Schritt zulasten des Steuerzahlers nicht mit EU-Recht vereinbar." Dies sehe vor, die Gläubiger von Monte dei Paschi zur Kasse zu bitten. Hielte sich die italienische Regierung an diese Regeln, liefen allerdings tausende Kleinanleger Gefahr, einen Teil ihrer Ersparnisse zu verlieren.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Daniel als zweigeteilt. "Während Neuemissionen bei Anlegern gut ankommen, verbuchen wir ansonsten tendenziell Gewinnmitnahmen."
Rainer Petz bestätige das Interesse an jungen Bonds. Beispielsweise sei eine von Thomas-Cook begebene, 750 Millionen Euro schwere Anleihe (ISIN XS1531306717 / WKN A1895A) bei Investoren beliebt. Der bis Juni 2022 laufende, mit jährlich 6,25 Prozent Zinsen ausgestattete Bond des Touristikunternehmens habe am Freitag über 103 Prozent notiert.
Eine mit einem Kupon von 6,5 Prozent ausgestattete, in 2027 fällige Anleihe (ISIN US71656MBQ15 / WKN A18993) der Petroleos Mexicanos mit einem Gesamtvolumen von 3 Milliarden US-Dollar komme bei Investoren ebenfalls gut an, wie Petz registriere. Mit einer Mindestanlagesumme von 10.000 US-Dollar sei der Wert auch für Privatanleger interessant.
Stopp melde Interesse an einer Hybrid-Anleihe (ISIN XS1405763019 / WKN A2DACG) von der LANXESS AG mit einem bis Juni festgelegten jährlichen Zins von 4,5 Prozent. Nach diesem Termin orientiere sich der Kupon an dem dann aktuellen fünfjährigen Euro-Swap, zudem Anleger einen Aufschlag von 451 Basispunkten erhielten. Danach erhöhe sich der Aufschlag bis Juni 2043 auf 476 Basispunkte und im Anschluss bis zur Fälligkeit am 6. Dezember 2076 auf 551 Basispunkte. Die Anleihe könne ab 2023 jährlich vonseiten des Emittenten gekündigt werden. (Ausgabe vom 09.12.2016) (12.12.2016/alc/a/a)
Der Euro-Bund-Future habe ebenfalls profitiert, am Freitagmittag habe das hiesige Rentenbarometer um 161,50 Prozent notiert. Technisch sehe Klaus Stopp den Euro-Bund-Future indes weiterhin abwärts gerichtet. "Betrachtet man den auslaufenden Dezember-Kontrakt, so haben zwar die diversen Unterstützungslinien und insbesondere die psychologische Marke von 160 Prozent gehalten, aber der Trend ist seit September gen Süden gerichtet", urteile der Rentenhändler der Baader Bank.
Das sehe die DekaBank ähnlich. An den Rentenmärkten habe mit Verflüchtigung der Deflationssorgen in den vergangenen Wochen ein generelles Umdenken stattgefunden. Vor dem Hintergrund höherer Inflationserwartungen gehe es mit den Renditen langlaufender Anleihen im Euroraum ein wenig, in den USA sogar spürbar voran. Diese Entwicklung werde sich voraussichtlich zaghaft fortsetzen. Außerdem würden die DekaBank-Analysten ab Ende 2017 mit einem Zurückfahren des Anleihen-Kaufprogramms rechnen. Das erzeuge zusätzlichen Aufwärtsdruck für Anleihe-Erträge.
In der geplanten Reduzierung der monatlichen Anleihen-Käufe von 80 auf 60 Milliarden Euro durch die EZB kommenden März erkenne auch die Helaba das Signal einer Rückführung des Kaufprogramms, wenngleich diese sehr zögerlich vonstatten gehe und EZB Präsident Mario Draghi es nicht als Tapering bezeichne. Am kommenden Mittwoch entscheide nun der US-Offenmarktausschuss über eine Zinserhöhung in den USA. Ein Zinsschritt um 25 Basispunkte nach oben gelte nach Ansicht von Anlegern als gesetzt.
Den Wegfall der Zinsuntergrenze hinsichtlich der durch die EZB erwerbbaren Wertpapiere sei für Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Indiz dafür, dass es am Anleihemarkt langsam eng werde. "Bei Bedarf sind ab kommendem Jahr Käufe von Bonds mit Renditen unter dem Einlagensatz von gegenwärtig minus 0,4 Prozent erlaubt." Zudem hätten die neuen Regeln gestattet, Anleihen mit Laufzeiten zwischen einem und 30 statt bislang zwischen zwei und 30 Jahren einzubeziehen. Dadurch könnten die Währungshüter im Euroraum beispielsweise künftig ein- und zweijährige Bundesanleihen in das Programm mit einbeziehen, die aktuell Renditen von minus 0,75 und minus 0,746 Prozent erwirtschaftet hätten.
"Eigentlich wäre ein solcher Schritt zulasten des Steuerzahlers nicht mit EU-Recht vereinbar." Dies sehe vor, die Gläubiger von Monte dei Paschi zur Kasse zu bitten. Hielte sich die italienische Regierung an diese Regeln, liefen allerdings tausende Kleinanleger Gefahr, einen Teil ihrer Ersparnisse zu verlieren.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Daniel als zweigeteilt. "Während Neuemissionen bei Anlegern gut ankommen, verbuchen wir ansonsten tendenziell Gewinnmitnahmen."
Rainer Petz bestätige das Interesse an jungen Bonds. Beispielsweise sei eine von Thomas-Cook begebene, 750 Millionen Euro schwere Anleihe (ISIN XS1531306717 / WKN A1895A) bei Investoren beliebt. Der bis Juni 2022 laufende, mit jährlich 6,25 Prozent Zinsen ausgestattete Bond des Touristikunternehmens habe am Freitag über 103 Prozent notiert.
Eine mit einem Kupon von 6,5 Prozent ausgestattete, in 2027 fällige Anleihe (ISIN US71656MBQ15 / WKN A18993) der Petroleos Mexicanos mit einem Gesamtvolumen von 3 Milliarden US-Dollar komme bei Investoren ebenfalls gut an, wie Petz registriere. Mit einer Mindestanlagesumme von 10.000 US-Dollar sei der Wert auch für Privatanleger interessant.
Stopp melde Interesse an einer Hybrid-Anleihe (ISIN XS1405763019 / WKN A2DACG) von der LANXESS AG mit einem bis Juni festgelegten jährlichen Zins von 4,5 Prozent. Nach diesem Termin orientiere sich der Kupon an dem dann aktuellen fünfjährigen Euro-Swap, zudem Anleger einen Aufschlag von 451 Basispunkten erhielten. Danach erhöhe sich der Aufschlag bis Juni 2043 auf 476 Basispunkte und im Anschluss bis zur Fälligkeit am 6. Dezember 2076 auf 551 Basispunkte. Die Anleihe könne ab 2023 jährlich vonseiten des Emittenten gekündigt werden. (Ausgabe vom 09.12.2016) (12.12.2016/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0482 € | 125,1945 € | 0,8537 € | +0,68% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



