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Anleihen: Seitwärts trotz Säbelrasseln
09.04.18 08:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Sorgen um einen Handelskrieg zwischen den USA und China halten die Nachfrage nach bonitätsstarken Anleihen hoch und die Renditen unten, so die Deutsche Börse AG.
"Wegen des drohenden Handelskriegs werden weiter sichere Häfen gesucht", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. "Dass die Renditen nicht noch weiter fallen und die Aktienmärkte vergleichsweise fest bleiben, zeigt aber, dass das Geplänkel nicht wirklich ernst genommen wird", bemerke der Händler. Zuletzt habe Trump in Reaktion auf die höheren Zölle seitens der Chinesen seine Regierung angewiesen, zusätzliche Zölle für chinesische Importe im Wert von 100 Milliarden US-Dollar zu prüfen.
Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmorgen bei 159,08 Punkten, das entspreche dem Niveau vor Ostern. Zehnjährige Bundesanleihen würden 0,51 Prozent abwerfen - und damit weiter deutlich weniger als im Februar, als es in der Spitze 0,80 Prozent gewesen seien. Die Rendite von US-Treasuries mit Laufzeit von zehn Jahren pendle weiter um 2,80 Prozent.
Ungeachtet der Spannungen werde an den Märkten weiter von geldpolitischen Straffungen ausgegangen: Für die Eurozone rechne man mit einem Auslaufen der Anleihekäufe spätestens zum Jahresende. Für die USA würden nach der Zinsanhebung im März bislang noch zwei weitere Erhöhungen prognostiziert. Mit Spannung erwartet würden die heute Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitslosenzahlen und vor allem die Lohnentwicklung.
"Zeichnet sich bei den Löhnen eine höhere Dynamik ab, könnten sich schnell die Erwartungen der Marktteilnehmer verstärken, die FED könne die Leitzinsen 2018 insgesamt vier Mal anheben", kommentiere Sintje Boie von der HSH Nordbank. "Steigen die Löhne weiter, werden die Zinserwartungen in den USA untermauert", meine auch Ralf Umlauf von der Helaba. Für den Bund-Future - wie für den Euro - würden sich daraus tendenziell Belastungen ergeben.
Trotz höherer Risikoaversion: Anleihen von Europas Peripheriestaaten würden sich weiter gut halten. "Die Aufstockung von Anleihen, etwa von Spanien, verlief reibungslos", stelle Brunner fest. Auch laut Commerzbank hätten sich Peripherietitel als "erstaunlich widerstandsfähig" erwiesen gegen die sich ausbreitende Risk-off-Stimmung an den Märkten. "Die Hoffnungen auf eine tiefere Integration der Währungsunion dürften weiter anhalten", bemerke Analyst Markus Koch. "Und auch andere Papiere als Bunds werden zunehmend knapp."
Im Bereich der Unternehmensanleihen würden laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank tendenziell die Abgaben überwiegen. Gekauft würden allerdings eine bis 2024 laufende Sixt-Anleihe mit Kupon von 1,5 Prozent (ISIN DE000A2G9HU0 / WKN A2G9HU) und Papiere der Hybrid Capital Funding, hinter der sich die alte WestLB verberge. "Konkrete Nachrichten dazu gibt es aber nicht", stelle Daniel fest. Brunner verzeichne weiterhin gute Umsätze in der UBM Hybridanleihe (ISIN XS1785474294 / WKN A19W3Z).
Neu im Handel sei ein Bond des US-Kosmetikkonzerns Coty mit Kupon von 4,75 Prozent, der 2026 fällig werde (ISIN XS1801788305 / WKN A19YVH). "Die Anleihe läuft gut", stelle Brunner fest. Mindestanlagesumme seien allerdings 100.000 Euro. Neues gebe es unter auch von VW, wie Brunner berichte: Der Autokonzern komme mit drei Anleihen, die ab der kommenden Woche in den Handel aufgenommen würden: ein Bond mit Laufzeit von drei Jahren und Kupon von 0,375 Prozent (ISIN XS1806453814 / WKN nicht bekannt), einer mit fünf Jahren und 0,875 Prozent (ISIN XS1806457211 / WKN nicht bekannt) sowie ein Floater. "Die Nachfrage ist recht rege", stelle der Händler fest. (Ausgabe vom 06.04.2018) (09.04.2018/alc/a/a)
"Wegen des drohenden Handelskriegs werden weiter sichere Häfen gesucht", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. "Dass die Renditen nicht noch weiter fallen und die Aktienmärkte vergleichsweise fest bleiben, zeigt aber, dass das Geplänkel nicht wirklich ernst genommen wird", bemerke der Händler. Zuletzt habe Trump in Reaktion auf die höheren Zölle seitens der Chinesen seine Regierung angewiesen, zusätzliche Zölle für chinesische Importe im Wert von 100 Milliarden US-Dollar zu prüfen.
Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmorgen bei 159,08 Punkten, das entspreche dem Niveau vor Ostern. Zehnjährige Bundesanleihen würden 0,51 Prozent abwerfen - und damit weiter deutlich weniger als im Februar, als es in der Spitze 0,80 Prozent gewesen seien. Die Rendite von US-Treasuries mit Laufzeit von zehn Jahren pendle weiter um 2,80 Prozent.
"Zeichnet sich bei den Löhnen eine höhere Dynamik ab, könnten sich schnell die Erwartungen der Marktteilnehmer verstärken, die FED könne die Leitzinsen 2018 insgesamt vier Mal anheben", kommentiere Sintje Boie von der HSH Nordbank. "Steigen die Löhne weiter, werden die Zinserwartungen in den USA untermauert", meine auch Ralf Umlauf von der Helaba. Für den Bund-Future - wie für den Euro - würden sich daraus tendenziell Belastungen ergeben.
Trotz höherer Risikoaversion: Anleihen von Europas Peripheriestaaten würden sich weiter gut halten. "Die Aufstockung von Anleihen, etwa von Spanien, verlief reibungslos", stelle Brunner fest. Auch laut Commerzbank hätten sich Peripherietitel als "erstaunlich widerstandsfähig" erwiesen gegen die sich ausbreitende Risk-off-Stimmung an den Märkten. "Die Hoffnungen auf eine tiefere Integration der Währungsunion dürften weiter anhalten", bemerke Analyst Markus Koch. "Und auch andere Papiere als Bunds werden zunehmend knapp."
Im Bereich der Unternehmensanleihen würden laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank tendenziell die Abgaben überwiegen. Gekauft würden allerdings eine bis 2024 laufende Sixt-Anleihe mit Kupon von 1,5 Prozent (ISIN DE000A2G9HU0 / WKN A2G9HU) und Papiere der Hybrid Capital Funding, hinter der sich die alte WestLB verberge. "Konkrete Nachrichten dazu gibt es aber nicht", stelle Daniel fest. Brunner verzeichne weiterhin gute Umsätze in der UBM Hybridanleihe (ISIN XS1785474294 / WKN A19W3Z).
Neu im Handel sei ein Bond des US-Kosmetikkonzerns Coty mit Kupon von 4,75 Prozent, der 2026 fällig werde (ISIN XS1801788305 / WKN A19YVH). "Die Anleihe läuft gut", stelle Brunner fest. Mindestanlagesumme seien allerdings 100.000 Euro. Neues gebe es unter auch von VW, wie Brunner berichte: Der Autokonzern komme mit drei Anleihen, die ab der kommenden Woche in den Handel aufgenommen würden: ein Bond mit Laufzeit von drei Jahren und Kupon von 0,375 Prozent (ISIN XS1806453814 / WKN nicht bekannt), einer mit fünf Jahren und 0,875 Prozent (ISIN XS1806457211 / WKN nicht bekannt) sowie ein Floater. "Die Nachfrage ist recht rege", stelle der Händler fest. (Ausgabe vom 06.04.2018) (09.04.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0958 € | 125,1945 € | 0,9013 € | +0,72% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



