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Anleihen: US-Zinsschritt zementiert Wende
19.12.16 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Dass die US-Notenbank am letzten Mittwoch den Leitzins angehoben hat, war keine Überraschung, so die Deutsche Börse AG.
Dass weitere drei Zinsschritte für das kommende Jahr signalisiert worden seien, sei so aber nicht erwartet worden. Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries sei daraufhin erstmals seit Herbst 2014 über die Marke von 2,6 Prozent geklettert, am Freitagmittag seien es 2,56 Prozent gewesen.
Hierzulande hielten sich die Auswirkungen in Grenzen, der richtungsweisende Euro-Bund-Future hat am Freitagmittag bei 161,70 Punkten gelegen und damit in etwa auf dem Niveau vor einer Woche, so die Deutsche Börse AG. Zehnjährige Bundesanleihen würden 0,33 Prozent abwerfen. Längerfristig betrachtet seien die Anleihekurse aber auch hier deutlich gefallen und die Renditen gestiegen - trotz ultralockerer EZB-Politik: Im September habe der Euro-Bund-Future noch bei fast 169 Punkten notiert, die Renditen zehnjähriger Anleihen hätten im Juli bei minus 0,20 Prozent gelegen.
"Interessant ist, dass die FED ihre Wachstumsprognosen kaum revidierte", kommentiere HSBC Trinkaus. Die Notenbank habe offenbar keinen großen Impuls seitens der Fiskalpolitik in ihre Schätzungen eingearbeitet. "Sollte die neue US-Regierung 2017 ein umfangreiches Fiskalpaket schnüren, könnte dies die Notenbank dazu bewegen, ihre Projektionen für die FED-Funds-Rate noch weiter nach oben anzupassen." Die HSBC rechne allerdings weiter nur mit zwei Leitzinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im kommenden Jahr.
Arthur Brunner melde gute Umsätze in US-Dollar-Anleihen nach der FED-Entscheidung, in beide Richtungen. "Zum Teil wurden Gewinne mitgenommen, zum Teil aber wegen der Zinsdifferenz und in Erwartungen eines weiter steigenden US-Dollar gekauft."
Das "Nein" im Italien-Referendum sei kein Thema mehr. "Es ist schon erstaunlich, wie gut der Markt das weggesteckt hat", meine Brunner. Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen habe am Freitag bei 1,84 nach 2,13 Prozent vor drei Wochen gelegen, für spanische seien es 1,44 nach 1,61 Prozent gewesen. "Alle verlassen sich darauf, dass es die EZB schon richten wird."
Die Bank of England habe in letzter Woche Leitzinsen und Anleihekaufprogramm unverändert gelassen. "Die wieder geringeren Inflationsrisiken dürften etwaige Versuchungen zu Zinserhöhungen verringern, insbesondere wenn sich das Wachstum 2017 erwartungsgemäß abschwächt", erkläre Peter Dixon von der Commerzbank. Sollte der Brexit-Prozess gemäß Artikel 50 im nächsten Jahr tatsächlich gestartet werden, könnte die Bank of England Dixon zufolge die Leitzinsen bis weit in das Jahr 2018 oder sogar darüber hinaus unverändert halten.
Doch es gehe nicht nur um Geldpolitik an den Anleihemärkten. "Bei den Unternehmensanleihen sehen wir viele Jahresendtransaktionen: Großreinemachen so zu sagen", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Insgesamt überwögen die Verkäufe, "zum Teil sicher auch aus steuerlichen Gründen". Dass S&P den Bonitätsausblick für die Deutsche Bank und die Commerzbank angehoben habe, sei hingegen ohne Auswirkungen geblieben, wie Daniel außerdem beobachtet habe.
Am Primärmarkt sei vergangene Woche nicht viel los gewesen. "Es herrscht schon vorweihnachtliche Ruhe", schildere Brunner die Lage.
Vom Sportbekleidungshersteller Golfino gebe es einen neuen Bond über knapp 2,7 Millionen Euro mit einem Kupon von 8 Prozent. Die nachrangige Anleihe werde Neuzeichnern und Inhabern einer im April fälligen - nicht nachrangigen - Anleihe (ISIN DE000A1MA9E1 / WKN A1MA9E) angeboten. "Golfino konnte einen in Aussicht gestellten neuen Konsortialkredit abschließen. Das hat der alten Anleihe eine kleinen Schub gegeben", berichte Rainer Petz von Oddo Seydler. Golfino habe schon im November einen Anlauf zur Refinanzierung der Altanleihe genommen, kritisiert worden sei aber die nicht abgeschlossene Kreditlinie. (Ausgabe vom 16.12.2016) (19.12.2016/alc/a/a)
Dass weitere drei Zinsschritte für das kommende Jahr signalisiert worden seien, sei so aber nicht erwartet worden. Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries sei daraufhin erstmals seit Herbst 2014 über die Marke von 2,6 Prozent geklettert, am Freitagmittag seien es 2,56 Prozent gewesen.
Hierzulande hielten sich die Auswirkungen in Grenzen, der richtungsweisende Euro-Bund-Future hat am Freitagmittag bei 161,70 Punkten gelegen und damit in etwa auf dem Niveau vor einer Woche, so die Deutsche Börse AG. Zehnjährige Bundesanleihen würden 0,33 Prozent abwerfen. Längerfristig betrachtet seien die Anleihekurse aber auch hier deutlich gefallen und die Renditen gestiegen - trotz ultralockerer EZB-Politik: Im September habe der Euro-Bund-Future noch bei fast 169 Punkten notiert, die Renditen zehnjähriger Anleihen hätten im Juli bei minus 0,20 Prozent gelegen.
"Interessant ist, dass die FED ihre Wachstumsprognosen kaum revidierte", kommentiere HSBC Trinkaus. Die Notenbank habe offenbar keinen großen Impuls seitens der Fiskalpolitik in ihre Schätzungen eingearbeitet. "Sollte die neue US-Regierung 2017 ein umfangreiches Fiskalpaket schnüren, könnte dies die Notenbank dazu bewegen, ihre Projektionen für die FED-Funds-Rate noch weiter nach oben anzupassen." Die HSBC rechne allerdings weiter nur mit zwei Leitzinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im kommenden Jahr.
Das "Nein" im Italien-Referendum sei kein Thema mehr. "Es ist schon erstaunlich, wie gut der Markt das weggesteckt hat", meine Brunner. Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen habe am Freitag bei 1,84 nach 2,13 Prozent vor drei Wochen gelegen, für spanische seien es 1,44 nach 1,61 Prozent gewesen. "Alle verlassen sich darauf, dass es die EZB schon richten wird."
Die Bank of England habe in letzter Woche Leitzinsen und Anleihekaufprogramm unverändert gelassen. "Die wieder geringeren Inflationsrisiken dürften etwaige Versuchungen zu Zinserhöhungen verringern, insbesondere wenn sich das Wachstum 2017 erwartungsgemäß abschwächt", erkläre Peter Dixon von der Commerzbank. Sollte der Brexit-Prozess gemäß Artikel 50 im nächsten Jahr tatsächlich gestartet werden, könnte die Bank of England Dixon zufolge die Leitzinsen bis weit in das Jahr 2018 oder sogar darüber hinaus unverändert halten.
Doch es gehe nicht nur um Geldpolitik an den Anleihemärkten. "Bei den Unternehmensanleihen sehen wir viele Jahresendtransaktionen: Großreinemachen so zu sagen", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Insgesamt überwögen die Verkäufe, "zum Teil sicher auch aus steuerlichen Gründen". Dass S&P den Bonitätsausblick für die Deutsche Bank und die Commerzbank angehoben habe, sei hingegen ohne Auswirkungen geblieben, wie Daniel außerdem beobachtet habe.
Am Primärmarkt sei vergangene Woche nicht viel los gewesen. "Es herrscht schon vorweihnachtliche Ruhe", schildere Brunner die Lage.
Vom Sportbekleidungshersteller Golfino gebe es einen neuen Bond über knapp 2,7 Millionen Euro mit einem Kupon von 8 Prozent. Die nachrangige Anleihe werde Neuzeichnern und Inhabern einer im April fälligen - nicht nachrangigen - Anleihe (ISIN DE000A1MA9E1 / WKN A1MA9E) angeboten. "Golfino konnte einen in Aussicht gestellten neuen Konsortialkredit abschließen. Das hat der alten Anleihe eine kleinen Schub gegeben", berichte Rainer Petz von Oddo Seydler. Golfino habe schon im November einen Anlauf zur Refinanzierung der Altanleihe genommen, kritisiert worden sei aber die nicht abgeschlossene Kreditlinie. (Ausgabe vom 16.12.2016) (19.12.2016/alc/a/a)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



