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Anleihen: Warten auf Notenbanker
12.06.23 08:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An marktbewegenden Konjunkturdaten hat in der letzten Woche Mangel geherrscht. Mit Spannung wird eher auf die laufende Woche geblickt, so die Deutsche Börse AG.
Am Dienstag und Mittwoch finde das nächste Treffen der US-Notenbank statt, am Donnerstag das der EZB. Für die US-Notenbank würden die meisten eine Zinsanhebungspause, allenfalls noch einen kleinen Zinsschritt erwarten. Für die EZB werde fest von einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte ausgegangen.
Wichtig seien aber auch die Ausblicke der Notenbanker. Laut der neuesten Bloomberg-Umfrage unter Volkswirten würden diese für die Eurozone mehrheitlich nach dem Zinsschritt nächste Woche noch mit einem weiteren im Juli - und dann mit einem Innehalten für fast ein Jahr bei einem Einlagensatz von 3,75 Prozent rechnen.
"Wir halten es angesichts der sich eintrübenden Konjunkturaussichten für das zweite Halbjahr für unwahrscheinlich, dass die EZB ihren Einlagensatz über die 3,5 Prozent-Marke anheben wird", meine hingegen Hauke Siemßen von der Commerzbank. Zwar hätten Mitglieder des EZB-Rats jüngst ihre Entschlossenheit zur weiteren Inflationsbekämpfung betont. Allerdings spreche auch der deutliche Rückgang der Inflationserwartungen dafür, dass EZB-Präsidentin Lagarde die Spekulationen auf weitere Zinsschritte eher dämpfen werde.
In der letzten Woche hätten bereits die kanadische und auch die australische Notenbank die Zinsen angehoben. "Das war schon eine Überraschung und hat zweifeln lassen, ob die Zinserhöhungen wirklich bald vorbei sind", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Die Renditen seien daraufhin gestiegen. Am Freitagmittag liege die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei 2,43 Prozent nach 2,28 Prozent vor einer Woche.
Umsatzspitzenreiter im Handel mit Unternehmensanleihen sei bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank die neue Anleihe (ISIN DE000A351WB9 / WKN A351WB) des Mietwagenanbieters Sixt mit Laufzeit von vier Jahren und Kupon von 5,125 Prozent. "Die kommt gut an", stelle Gregor Daniel fest. Aktuell liege der Kurs schon bei 102,4 Prozent. Mit einer Stückelung von 1.000 Euro sei der Bond auch für Privatanleger*innen gut zugänglich.
Ansonsten würden Unternehmensanleihen mit kurzer und mittellanger Restlaufzeit gefragt, mit Renditen von mindestens 3 Prozent, gerne auch mehr, bleiben. Gesucht seien Daniel zufolge beispielsweise VW-Anleihen, die eine mit Fälligkeit 2026 und Kupon von 2,25 Prozent (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C), die andere 2025 mit 0 Prozent (ISIN XS2374595127 / WKN A2LQ6Q). Die Renditen laut Daniel beim letzten Umsatz: 3,54 und 4,29 Prozent. Auch Brunner sehe gute Nachfrage nach VW-Anleihen, konkret einer mit Kupon von 1,375 Prozent, Laufzeit bis 2025 und aktueller Rendite von 4,25 Prozent (ISIN XS1642590480 / WKN A2GSFN).
Gregor
Ebenfalls gefragt: Hochzinsanleihen wie die kürzlich aufgestockte der Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares mit 11,515 Prozent bis 2027 (ISIN NO0012530965 / WKN A30V9T) und die des finnischen Finanzdienstleisters Multitude mit 10,25 Prozent bis 2025 (ISIN NO0012702549 / WKN A3LBT7), wie Brunner berichte. Unter Abgabedruck geraten sei hingegen der Bond (ISIN DE000A254NA6 / WKN A254NA) des Gewerbeimmobilieninvestors PREOS, der mittlerweile nur noch zu 18 Prozent gehandelt werde. "Eine Meldung dazu gab es nicht."
Deutlich erholt habe sich Brunner zufolge die Anleihe (ISIN SE0011337054 / WKN A2NBK3) von Hertha BSC. Die sei zuvor wegen des drohenden Lizenzverlustes für den Verein stark unter Druck geraten und solle nun - bei höherem Kupon - verlängert werden. Der Kurs, der im Tief unter 70 Prozent gefallen sei, liege jetzt wieder bei 89 Prozent. "Doch selbst bei Zustimmung der Gläubiger zur Verlängerung: Das Problem ist nur um zwei Jahres verschoben, die Hängepartie geht weiter." (Ausgabe vom 09.06.2023) (12.06.2023/alc/a/a)
Am Dienstag und Mittwoch finde das nächste Treffen der US-Notenbank statt, am Donnerstag das der EZB. Für die US-Notenbank würden die meisten eine Zinsanhebungspause, allenfalls noch einen kleinen Zinsschritt erwarten. Für die EZB werde fest von einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte ausgegangen.
Wichtig seien aber auch die Ausblicke der Notenbanker. Laut der neuesten Bloomberg-Umfrage unter Volkswirten würden diese für die Eurozone mehrheitlich nach dem Zinsschritt nächste Woche noch mit einem weiteren im Juli - und dann mit einem Innehalten für fast ein Jahr bei einem Einlagensatz von 3,75 Prozent rechnen.
"Wir halten es angesichts der sich eintrübenden Konjunkturaussichten für das zweite Halbjahr für unwahrscheinlich, dass die EZB ihren Einlagensatz über die 3,5 Prozent-Marke anheben wird", meine hingegen Hauke Siemßen von der Commerzbank. Zwar hätten Mitglieder des EZB-Rats jüngst ihre Entschlossenheit zur weiteren Inflationsbekämpfung betont. Allerdings spreche auch der deutliche Rückgang der Inflationserwartungen dafür, dass EZB-Präsidentin Lagarde die Spekulationen auf weitere Zinsschritte eher dämpfen werde.
Umsatzspitzenreiter im Handel mit Unternehmensanleihen sei bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank die neue Anleihe (ISIN DE000A351WB9 / WKN A351WB) des Mietwagenanbieters Sixt mit Laufzeit von vier Jahren und Kupon von 5,125 Prozent. "Die kommt gut an", stelle Gregor Daniel fest. Aktuell liege der Kurs schon bei 102,4 Prozent. Mit einer Stückelung von 1.000 Euro sei der Bond auch für Privatanleger*innen gut zugänglich.
Ansonsten würden Unternehmensanleihen mit kurzer und mittellanger Restlaufzeit gefragt, mit Renditen von mindestens 3 Prozent, gerne auch mehr, bleiben. Gesucht seien Daniel zufolge beispielsweise VW-Anleihen, die eine mit Fälligkeit 2026 und Kupon von 2,25 Prozent (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C), die andere 2025 mit 0 Prozent (ISIN XS2374595127 / WKN A2LQ6Q). Die Renditen laut Daniel beim letzten Umsatz: 3,54 und 4,29 Prozent. Auch Brunner sehe gute Nachfrage nach VW-Anleihen, konkret einer mit Kupon von 1,375 Prozent, Laufzeit bis 2025 und aktueller Rendite von 4,25 Prozent (ISIN XS1642590480 / WKN A2GSFN).
Gregor
Ebenfalls gefragt: Hochzinsanleihen wie die kürzlich aufgestockte der Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares mit 11,515 Prozent bis 2027 (ISIN NO0012530965 / WKN A30V9T) und die des finnischen Finanzdienstleisters Multitude mit 10,25 Prozent bis 2025 (ISIN NO0012702549 / WKN A3LBT7), wie Brunner berichte. Unter Abgabedruck geraten sei hingegen der Bond (ISIN DE000A254NA6 / WKN A254NA) des Gewerbeimmobilieninvestors PREOS, der mittlerweile nur noch zu 18 Prozent gehandelt werde. "Eine Meldung dazu gab es nicht."
Deutlich erholt habe sich Brunner zufolge die Anleihe (ISIN SE0011337054 / WKN A2NBK3) von Hertha BSC. Die sei zuvor wegen des drohenden Lizenzverlustes für den Verein stark unter Druck geraten und solle nun - bei höherem Kupon - verlängert werden. Der Kurs, der im Tief unter 70 Prozent gefallen sei, liege jetzt wieder bei 89 Prozent. "Doch selbst bei Zustimmung der Gläubiger zur Verlängerung: Das Problem ist nur um zwei Jahres verschoben, die Hängepartie geht weiter." (Ausgabe vom 09.06.2023) (12.06.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 102,75 € | 102,661 € | 0,089 € | +0,09% | 17.04./07:12 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000A351WB9 | A351WB | 105,77 € | 101,96 € | |
Werte im Artikel



