Anleihen: In alle Laufzeiten wird investiert


14.03.25 15:38
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Augen der Anlegerinnen und Anleger sind unverändert auf die politischen Entscheidungsträger gerichtet, so die Deutsche Börse AG.

"In den vergangenen Tagen spielten sowohl die Entwicklung der deutschen Staatsverschuldung als auch geopolitische Spannungen eine Rolle bei der Bewegung der Anleihemärkte", erkläre Tim Oechsner von der Steubing AG. Die zunehmenden Sorgen über die steigende Staatsverschuldung aufgrund der geplanten Finanzpakete in Deutschland hätten demnach zu einem kräftigen Rückgang des Bund-Futures auf rund 126,50 Punkte und einem deutlichen Anstieg der Renditen geführt.

"Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen nähert sich der Marke von 3 Prozent an", konstatiere Raffaele Antacido von der ICF Bank. Der Händler verweise auf die Sorgen der Finanzminister in der EU vor einem größeren Ausverkauf am Anleihemarkt, sollten auch hoch verschuldete Staaten ihre Sicherheitsausgaben erhöhen. Seit Ende Februar sei die Zehn-Jahres-Rendite von 2,40 auf 2,90 Prozent und damit das höchste Niveau seit Oktober 2023 gestiegen. Bei den zweijährigen Papiere sei es "nur" von 2,00 auf 2,20 Prozent nach oben gegangen. "Die Zinskurve am deutschen Rentenmarkt ist noch steiler geworden", bemerke Antacido.

Die weitere Entwicklung der Renditen dürfte nun davon abhängen, ob das geplante Fiskalpaket von CDU und SPD die erforderliche Zweidrittelmehrheit im deutschen Bundestag bekomme. Nach Ansicht von Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe sollte es am Dienstag "mit den Stimmen der Grünen eine Einigung und Verabschiedung geben". Allerdings verweise die Analystin auch darauf, dass der jüngste Renditeanstieg sehr schnell verlaufen sei. "Investoren könnten deshalb erst einmal eine Verschnaufpause einlegen".

Sollten die geplanten Milliarden-Investitionen erst einmal aufgeschoben werden, sei aber auch eine schnellen Gegenreaktion an den Märkten nicht auszuschließen, warne Klaus Stopp von der Baader Bank vor zu viel Euphorie in Sachen Renditeanstieg. In einem solchen Szenario rücke nach Ansicht des Charttechnikers Marcel Mußler bei der zehnjährigen Rendite das Vorjahreshoch bei 2,707 Prozent in den Fokus. Bei einem Bruch dieser Unterstützung drohe eine Fortsetzung der "trostlosen langfristigen Seitwärtsrange". Oberhalb von 3,02 Prozent gäbe es dafür "keine herausragenden Langfristwiderstände" mehr.

Laut Jörg Scherer von HSBC beginne jenseits dieses Mehrjahreshochs aus dem Oktober 2023 das "wirkliche charttechnische Überraschungspotenzial". Dann müsste die Kursentwicklung der vergangenen Jahre als "seitliche Schiebezone" zwischen 2 und 3 Prozent interpretiert werden. "Entsprechend würde eine Auflösung dieses Konsolidierungsmusters ein Kursziel im Bereich von 4 Prozent aktivieren", erkläre der technische Analyst.

Die Anlegerinnen und Anleger an der Börse Frankfurt würden die zuletzt auch im Bereich der Unternehmensanleihen gesunkenen Kurse vermehrt zum Einstieg nutzen. "Die steigenden Renditen werden von den Investoren gerne angenommen", bemerke Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Dabei werde "in alle Laufzeiten investiert". Gesucht werde ein bis 2027 laufender Bonds von Mercedes-Benz (ISIN DE000A2R9ZU9), eine 2029 fällige RWE-Anleihe (ISIN XS2584685031), ein bis 2032 laufendes Papier der Deutschen Telekom (ISIN XS2987630873) und ein Bond von E.ON (ISIN XS2791960664) mit Fälligkeit im Jahr 2044. Die Renditen dieser Wertpapiere würden von 2,5 bis 4,4 Prozent reichen.

In diesem Bereich würden sich auch die Anleihen auf Siemens (ISIN DE000A1UDWN5), HOCHTIEF (ISIN DE000A2YN2U2) und BMW (ISIN XS2982332319) bewegen, für die Oechsner von einer starken Nachfrage berichte. Im Segment der Staatsanleihen würden laut Antacido vor allem eine 10-jährige (ISIN DE000BU2Z049) und eine 25-jährige Bundesanleihe (ISIN DE0001102481) "ordentlich gehandelt". Während das länger laufende Papier "eher gegeben wird", sei die 10-jährige "eher gesucht". Der Kurs sei hier innerhalb von zwei Wochen von 100 auf 97 Prozent gesunken. (14.03.2025/alc/a/a)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
98,355 € 98,315 € 0,04 € +0,04% 16.04./20:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XS2791960664 A383CW 101,70 € 96,59 €
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