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April war wieder ein starker Monat für osteuropäische Anleihen
13.05.13 14:12
Pioneer Investments Austria
Wien (www.anleihencheck.de) - Der April war wieder ein starker Monat für osteuropäische Anleihen, so die Experten von Pioneer Investments Austria.
Nach der Lösung der Zypern-Krise im März und nach dem Quantitative Easing Programm der Bank of Japan Anfang April sei wieder Risk-On Stimmung auf den Kapitalmärkten angesagt gewesen. Dazu gekommen seien auch noch weiter zurückgehende Inflationsraten und zinssenkende Notenbanken (Ungarn, Türkei), die die lokalen Bondmärkte beflügelt hätten. So sei derzeit zum Beispiel in Ungarn die Inflation so niedrig wie seit den 1970er Jahren nicht! Auch der Primärmarkt habe sehr gut funktioniert: Alle CEE-Staaten hätten problemlos zu niedrigeren Renditen ihre Anleihen platzieren können, und man habe wieder zahlreiche Unternehmen aus Osteuropa gesehen, die aktuell günstige Situation am Kapitalmarkt ausnutzen würden. Auch diese Emissionen von Unternehmensanleihen seien problemlos vom Markt absorbiert worden.
Trotz der extrem niedrigen Renditen auf allen Anleihenmärkten würden die Experten CEE-Anleihen nach wie vor gut unterstützt sehen: Die Inflationsraten seien niedrig und rückläufig, Zinserhöhungen seien nicht in Sicht. Da sich die Renditen in der Eurozone und in den USA ebenfalls auf All Time Lows befinden würden, seien osteuropäische Anleihen schon alleine aufgrund ihres Renditeaufschlages bei zum Teil geringer Verschuldung nach wie vor interessant.
Eine ausgezeichnete Performance habe es im April wieder bei ungarischen Lokalwährungsanleihen gegeben: Die Renditen, vor allem bei länger laufenden Anleihen, seien deutlich nach unten gegangen. So würden zehnjährige ungarische Bonds nun mehr bei ca. 5,2% rentieren. Das Umfeld für Anleihen sei allerdings auch wieder sehr unterstützend gewesen: Der Leitzins sei um weitere 25 BP auf 4,75% gesenkt worden.
Ein ähnliches Bild habe es bei polnischen Anleiherenditen gegeben. Obwohl die polnische Notenbank nach ihrer Zinssitzung im März offen gelassen habe, ob sie noch einmal die Zinsen senken würde, glaube der Kapitalmarkt weiter daran. Eine Inflationsrate von nun mehr 1% im April (zum neunten Mal in Folge sinke die Inflationsrate), sowie weiter schwächelnde Wachstumsdaten (Industrieproduktion -2,9%, Einzelhandelsumsätze nur +0,1%) würden eine weitere Zinssenkung wahrscheinlicher werden lassen. Die Renditen seien folglich weiter zurückgegangen, zehnjährige polnische Anleihen würden nun mehr bei ca. 3,2% rentieren.
Nachdem die Zinsen und Renditen in Tschechien ohnehin bereits sehr niedrig seien, bestehe nur mehr wenig Luft nach unten. Daher sei der tschechische Bondmarkt, trotz wieder positiver Performance, der schwächste der CEE-Lokalwährungsbondmärkte gewesen. Für eine Korrektur gebe es allerdings auch keinen Grund: Die Inflation sei mit 1,7% niedrig gewesen, Industrieproduktion und Einzelhandel hätten sich enttäuschend gezeigt, steigende Zinsen seien somit nicht wirklich am Tisch.
Nach einer Korrektur im Vormonat habe sich der türkische Rentenmarkt im April bärenstark gezeigt. Hauptgrund dafür sei die eher überraschende Zinssenkung der türkischen Notenbank um gleich 50 BP bei allen drei Referenzzinssätzen gewesen. Dies trotz einer wieder leicht angestiegenen Inflation (im April sei die Türkei das einzige osteuropäische Land mit steigender Inflation gewesen). Da die türkische Notenbank aber auch die Währung im Auge habe und eine eher schwächere Lira (TRY) befürworte, sei es zu dieser Zinssenkung gekommen.
Das Bild fallender Renditen und positiver Performance habe auch der russische Anleihenmarkt gezeigt. Nachdem der negative Faktor Zypern-Krise aus dem Fokus der Investoren verschwunden sei und die Inflationsrate mit 7% wieder leicht rückläufig gewesen sei, hätten sich vermehrt Käufer am Markt gezeigt. Die russische Notenbank habe aber einstweilen den Leitzins bei 8,25% belassen. Zehnjährige russische Anleihen würden mittlerweile eine Rendite von 6,5% aufweisen. (Ausgabe Mai 2013) (13.05.2013/alc/a/a)
Nach der Lösung der Zypern-Krise im März und nach dem Quantitative Easing Programm der Bank of Japan Anfang April sei wieder Risk-On Stimmung auf den Kapitalmärkten angesagt gewesen. Dazu gekommen seien auch noch weiter zurückgehende Inflationsraten und zinssenkende Notenbanken (Ungarn, Türkei), die die lokalen Bondmärkte beflügelt hätten. So sei derzeit zum Beispiel in Ungarn die Inflation so niedrig wie seit den 1970er Jahren nicht! Auch der Primärmarkt habe sehr gut funktioniert: Alle CEE-Staaten hätten problemlos zu niedrigeren Renditen ihre Anleihen platzieren können, und man habe wieder zahlreiche Unternehmen aus Osteuropa gesehen, die aktuell günstige Situation am Kapitalmarkt ausnutzen würden. Auch diese Emissionen von Unternehmensanleihen seien problemlos vom Markt absorbiert worden.
Trotz der extrem niedrigen Renditen auf allen Anleihenmärkten würden die Experten CEE-Anleihen nach wie vor gut unterstützt sehen: Die Inflationsraten seien niedrig und rückläufig, Zinserhöhungen seien nicht in Sicht. Da sich die Renditen in der Eurozone und in den USA ebenfalls auf All Time Lows befinden würden, seien osteuropäische Anleihen schon alleine aufgrund ihres Renditeaufschlages bei zum Teil geringer Verschuldung nach wie vor interessant.
Ein ähnliches Bild habe es bei polnischen Anleiherenditen gegeben. Obwohl die polnische Notenbank nach ihrer Zinssitzung im März offen gelassen habe, ob sie noch einmal die Zinsen senken würde, glaube der Kapitalmarkt weiter daran. Eine Inflationsrate von nun mehr 1% im April (zum neunten Mal in Folge sinke die Inflationsrate), sowie weiter schwächelnde Wachstumsdaten (Industrieproduktion -2,9%, Einzelhandelsumsätze nur +0,1%) würden eine weitere Zinssenkung wahrscheinlicher werden lassen. Die Renditen seien folglich weiter zurückgegangen, zehnjährige polnische Anleihen würden nun mehr bei ca. 3,2% rentieren.
Nachdem die Zinsen und Renditen in Tschechien ohnehin bereits sehr niedrig seien, bestehe nur mehr wenig Luft nach unten. Daher sei der tschechische Bondmarkt, trotz wieder positiver Performance, der schwächste der CEE-Lokalwährungsbondmärkte gewesen. Für eine Korrektur gebe es allerdings auch keinen Grund: Die Inflation sei mit 1,7% niedrig gewesen, Industrieproduktion und Einzelhandel hätten sich enttäuschend gezeigt, steigende Zinsen seien somit nicht wirklich am Tisch.
Nach einer Korrektur im Vormonat habe sich der türkische Rentenmarkt im April bärenstark gezeigt. Hauptgrund dafür sei die eher überraschende Zinssenkung der türkischen Notenbank um gleich 50 BP bei allen drei Referenzzinssätzen gewesen. Dies trotz einer wieder leicht angestiegenen Inflation (im April sei die Türkei das einzige osteuropäische Land mit steigender Inflation gewesen). Da die türkische Notenbank aber auch die Währung im Auge habe und eine eher schwächere Lira (TRY) befürworte, sei es zu dieser Zinssenkung gekommen.
Das Bild fallender Renditen und positiver Performance habe auch der russische Anleihenmarkt gezeigt. Nachdem der negative Faktor Zypern-Krise aus dem Fokus der Investoren verschwunden sei und die Inflationsrate mit 7% wieder leicht rückläufig gewesen sei, hätten sich vermehrt Käufer am Markt gezeigt. Die russische Notenbank habe aber einstweilen den Leitzins bei 8,25% belassen. Zehnjährige russische Anleihen würden mittlerweile eine Rendite von 6,5% aufweisen. (Ausgabe Mai 2013) (13.05.2013/alc/a/a)


