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Attraktive Anleihemärkte in den Emerging Markets


05.11.25 09:00
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Anleihemärkte haben in letzter Zeit viel aushalten müssen – von politischen Spannungen bis hin zur hartnäckigen Inflation, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Besonders auffällig sei dabei die rasant steigende Staatsverschuldung in den etablierten Ländern. Immer mehr Anleger stellten die Schuldentragfähigkeit dieser Länder in Frage und suchten nach attraktiven Anlagealternativen mit einer ansprechenden Verzinsung, sage Andrea Dendorfer, Fondsmanagerin der Fürst Fugger Privatbank: "Anleihen aus Schwellenländern können eine interessante Option darstellen. Beispielsweise haben Staatsanleihen in Lokalwährungen bis Ende Oktober dieses Jahres um etwa 14 Prozent in US-Dollar zugelegt."

Das Bild der volatilen Schwellenländeranleihe, die anfällig für politische Krisen oder Währungsturbulenzen sei, befinde sich im Wandel. Schwellenländer seien wirtschaftlich besser aufgestellt als früher und wiesen robuste Fundamentaldaten auf. Andrea Dendorfer: "Die Staatsverschuldung der Schwellenländer liegt im Durchschnitt unter dem Niveau der G7-Staaten, was ihren Refinanzierungsbedarf verringert. Zudem sind die Ausfallraten in den letzten Jahren deutlich gesunken." Mit wachsenden Binnenmärkten und einem intensiveren Handel untereinander seien sie auch resilienter gegenüber der amerikanischen Zollpolitik. Im Vergleich zu den Anleihen der großen Anleihemärkte seien außerdem die durchschnittlichen Laufzeiten deutlich geringer. "Eine kürzere Laufzeit macht Risiken überschaubarer. Gleichzeitig wird eine höhere laufende Verzinsung in Form eines deutlich höheren Kupons geboten", so Dendorfer. Ein sinkender US-Dollar und fallende US-Zinsen kämen diesen Ländern erheblich zugute, da sie ihre Kreditverpflichtungen in US-Dollar sinken ließen.

Auch die zusätzliche Beimischung sogenannter "Frontier Markets" sei einen Blick wert. Das bezeichne Märkte, die weniger entwickelt seien als Schwellenländer, sich aber aufgrund ihres starken Wachstumspotenzials als Vorstufe zu diesen betrachten ließen – wie etwa Vietnam. Ähnliches gelte für Länder, die von der Annäherung an die EU und die Eurozone profitieren könnten. Zum Beispiel biete Rumänien hohe Renditen, das Potenzial eines Beitritts zur Eurozone sowie Maßnahmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits. Andrea Dendorfer weise darauf hin, dass Schwellenländer weiterhin über ein höheres politisches und wirtschaftliches Risiko verfügten, aber: "Insgesamt sehen wir Anleihen aus Schwellenländern als sinnvolle Beimischung in einem globalen Rentendepot."

Zitate Andrea Dendorfer, Fondsmanagerin der Fürst Fugger Privatbank:

"Anleihen aus Schwellenländern können eine interessante Option darstellen. Beispielsweise haben Staatsanleihen in Lokalwährungen bis Ende Oktober dieses Jahres um etwa 14 Prozent in US-Dollar zugelegt."

"Die Staatsverschuldung der Schwellenländer liegt im Durchschnitt unter dem Niveau der G7-Staaten, was ihren Refinanzierungsbedarf verringert. Zudem sind die Ausfallraten in den letzten Jahren deutlich gesunken."

"Eine kürzere Laufzeit macht Risiken überschaubarer. Gleichzeitig wird eine höhere laufende Verzinsung in Form eines deutlich höheren Kupons geboten."

"Insgesamt sehen wir Anleihen aus Schwellenländern als sinnvolle Beimischung in einem globalen Rentendepot." (05.11.2025/alc/a/a)