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Ausverkauf am deutschen Rentenmarkt sorgt für kräftigen Renditeanstieg
03.11.16 09:45
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die "Droge" Geldpolitik droht an Wirkung zu verlieren, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Das werde an den Kapitalmärkten bereits deutlich. Während die Geldmenge rund um den Globus weiterhin mit hoher Geschwindigkeit wachse, hätten sich die internationalen Aktienmärkte seit zwei Jahren tendenziell eher seitwärts bewegt. Dazu komme: Die Spielräume der Geldpolitik würden geringer. Das verdeutliche nicht nur der jüngste Strategiewechsel der Bank of Japan, sondern auch die Tatsache, dass weitere Leitzinssenkungen keine positive Wirkungen mehr an den Märkten entfalten könnten.
Die langfristigen Renditen an den Kapitalmärkten in aller Welt hätten in der letzten Oktoberwoche deutlich zugelegt. Die Kurse seien gesunken, während die Renditen auf den höchsten Stand seit geraumer Zeit gestiegen seien. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen habe am letzten Handelstag im Oktober zeitweise die Grenze von 0,2% überschritten und in der Spitze 0,22% erreicht, bevor sie wieder leicht zurückgefallen sei. Anfang Juni diesen Jahres habe sie noch minus 0,21% betragen. Die Umlaufrendite sei innerhalb eines Monats von -0,3% auf 0,0% gestiegen.
In den USA sei die Rendite für zehnjährige US-Bonds auf den höchsten Stand seit Anfang Juni gestiegen. Ende Oktober habe sie 1,865% betragen.
Als ein Grund für den Ausverkauf an den Anleihemärkten sei die Erwartung steigender Inflationszahlen genannt worden sowie die Unsicherheit, welche Geldpolitik die internationalen Notenbanken künftig verfolgen würden. So seien in Deutschland nach vorläufigen Zahlen die Verbraucherpreise im Oktober um 0,8% gestiegen, nach 0,7% im Vormonat. Eine solch hohe Preissteigerung habe es zuletzt exakt vor zwei Jahren im Oktober 2014 gegeben. Allerdings würden die Experten in dem beschriebenen kräftigen Renditeanstieg noch keine nachhaltige Wende zu steigenden Renditen sehen. Die Experten würden davon ausgehen, dass die Inflation - bezogen auf den Anstieg der Güter- und Dienstleistungspreise - nur moderat anziehe, wodurch der Rentenmarkt im weiteren Verlauf Rückhalt erhalten sollte.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Verlängerung des EZB-Anleihekaufprogramms sei nach jüngsten Aussagen von EZB-Verantwortlichen eher gestiegen. Gegebenenfalls sollte der aktuelle Renditeanstieg im Euroraum von den EZB-Verantwortlichen auch als Warnschuss verstanden werden, weiterhin vorsichtig zu agieren. Dieser Ausblick stärke den US-Dollar. Gegenüber dem Euro neige er weiterhin zur Stärke. Der EUR/USD-Kurs sei auf dem tiefsten Stand seit März dieses Jahres zurückgegangen. Ein weiterer Rückgang scheine wahrscheinlich.
Es setze sich die Erkenntnis durch: Dem schnellen Gewinn durch Kurszuwächse an den Börsen seien enge Grenzen gesetzt. Wer Kapitalerträge erwirtschaften wolle, der sollte sein Fondsportfolio aktiv und mit einem klaren Verständnis für die bestimmenden Treiber steuern bzw. mit Hilfe von erfahrenen Finanzanlagenvermittlern steuern lassen. Allein auf Kursgewinne zu setzen, sei nicht ausreichend. Die Schwankungen der Marktpreise sollten weiterhin hoch bleiben. Trotz bestehender Belastungsfaktoren (geopolitische Unsicherheiten, niedriges Gewinnwachstum bei den Unternehmen, Unsicherheit bzgl. Der US-Geldpolitik, Liquiditätsrisiken, Bewertungen in einigen Vermögensklassen) sollten riskantere Vermögensklassen mittel- bis langfristig weiterhin gegenüber Anleihen bevorzugt werden. (Ausgabe November 2016) (03.11.2016/alc/a/a)
Das werde an den Kapitalmärkten bereits deutlich. Während die Geldmenge rund um den Globus weiterhin mit hoher Geschwindigkeit wachse, hätten sich die internationalen Aktienmärkte seit zwei Jahren tendenziell eher seitwärts bewegt. Dazu komme: Die Spielräume der Geldpolitik würden geringer. Das verdeutliche nicht nur der jüngste Strategiewechsel der Bank of Japan, sondern auch die Tatsache, dass weitere Leitzinssenkungen keine positive Wirkungen mehr an den Märkten entfalten könnten.
Die langfristigen Renditen an den Kapitalmärkten in aller Welt hätten in der letzten Oktoberwoche deutlich zugelegt. Die Kurse seien gesunken, während die Renditen auf den höchsten Stand seit geraumer Zeit gestiegen seien. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen habe am letzten Handelstag im Oktober zeitweise die Grenze von 0,2% überschritten und in der Spitze 0,22% erreicht, bevor sie wieder leicht zurückgefallen sei. Anfang Juni diesen Jahres habe sie noch minus 0,21% betragen. Die Umlaufrendite sei innerhalb eines Monats von -0,3% auf 0,0% gestiegen.
Als ein Grund für den Ausverkauf an den Anleihemärkten sei die Erwartung steigender Inflationszahlen genannt worden sowie die Unsicherheit, welche Geldpolitik die internationalen Notenbanken künftig verfolgen würden. So seien in Deutschland nach vorläufigen Zahlen die Verbraucherpreise im Oktober um 0,8% gestiegen, nach 0,7% im Vormonat. Eine solch hohe Preissteigerung habe es zuletzt exakt vor zwei Jahren im Oktober 2014 gegeben. Allerdings würden die Experten in dem beschriebenen kräftigen Renditeanstieg noch keine nachhaltige Wende zu steigenden Renditen sehen. Die Experten würden davon ausgehen, dass die Inflation - bezogen auf den Anstieg der Güter- und Dienstleistungspreise - nur moderat anziehe, wodurch der Rentenmarkt im weiteren Verlauf Rückhalt erhalten sollte.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Verlängerung des EZB-Anleihekaufprogramms sei nach jüngsten Aussagen von EZB-Verantwortlichen eher gestiegen. Gegebenenfalls sollte der aktuelle Renditeanstieg im Euroraum von den EZB-Verantwortlichen auch als Warnschuss verstanden werden, weiterhin vorsichtig zu agieren. Dieser Ausblick stärke den US-Dollar. Gegenüber dem Euro neige er weiterhin zur Stärke. Der EUR/USD-Kurs sei auf dem tiefsten Stand seit März dieses Jahres zurückgegangen. Ein weiterer Rückgang scheine wahrscheinlich.
Es setze sich die Erkenntnis durch: Dem schnellen Gewinn durch Kurszuwächse an den Börsen seien enge Grenzen gesetzt. Wer Kapitalerträge erwirtschaften wolle, der sollte sein Fondsportfolio aktiv und mit einem klaren Verständnis für die bestimmenden Treiber steuern bzw. mit Hilfe von erfahrenen Finanzanlagenvermittlern steuern lassen. Allein auf Kursgewinne zu setzen, sei nicht ausreichend. Die Schwankungen der Marktpreise sollten weiterhin hoch bleiben. Trotz bestehender Belastungsfaktoren (geopolitische Unsicherheiten, niedriges Gewinnwachstum bei den Unternehmen, Unsicherheit bzgl. Der US-Geldpolitik, Liquiditätsrisiken, Bewertungen in einigen Vermögensklassen) sollten riskantere Vermögensklassen mittel- bis langfristig weiterhin gegenüber Anleihen bevorzugt werden. (Ausgabe November 2016) (03.11.2016/alc/a/a)


