Bank of England: Leitzins unverändert bei 0,50%


15.07.16 11:34
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England hat sich gestern auf ihrer ersten geldpolitischen Sitzung nach dem Brexit-Votum zunächst gegen eine Lockerung ihrer Geldpolitik entschieden und den Leitzins unverändert bei 0,50% belassen, so die Analysten von Postbank Research.

Dabei hätten acht Mitglieder des Monetary Policy Committee (MPC) für diesen Beschluss gestimmt, während eines für eine sofortige Leitzinssenkung auf 0,25% votiert habe. Gleichzeitig erwarte die Mehrheit der MPC-Mitglieder aber eine Lockerung der Geldpolitik auf der August-Sitzung. Ausmaß und Ausgestaltung der expansiven Maßnahmen sollten dabei von den neuen Projektionen für die britische Wirtschaft sowie von dem aktualisierten Inflationsbericht abhängen, die im August zeitgleich mit den geldpolitischen Beschlüssen veröffentlicht würden.

Heute werde die endgültige EWU-Inflationsrate für Juni bekannt gegeben. Die Analysten würden mit einer Bestätigung des vorläufig gemeldeten Anstiegs von -0,1% auf 0,1% rechnen.

Ansonsten stehe eine Fülle von US-Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an, u.a. die US-Einzelhandelsumsätze. Diese seien im Mai um 0,5% gegenüber dem Vormonat geklettert und hätten damit nach einem schwachen ersten Quartal bereits den zweiten Anstieg in Folge verzeichnet. Im Juni dürften sie aber lediglich stagniert haben. Hierfür würden insbesondere die rückläufigen Kfz-Verkäufe sprechen. In der Abgrenzung ohne Autos erwarte man ein Plus in Höhe von 0,2% gegenüber dem Vormonat.

Gestützt von der Erholung des Ölpreises und entsprechend kräftigen Zuwächsen bei den Energiepreisen seien die US-Verbraucherpreise zuletzt dreimal in Folge im Vormonatsvergleich gestiegen. Aufgrund eines leichten Rückgangs beim Ölpreis sei aber von dieser Seite im Juni kein wesentlicher Beitrag zur Preisdynamik zu erwarten. Die Analysten würden deshalb davon ausgehen, dass die Verbraucherpreise insgesamt wie auch die Kernverbraucherpreise um 0,2% gegenüber dem Vormonat gestiegen seien. Die Inflationsrate würde damit leicht von 1,0% auf 1,1% klettern, während die Kerninflationsrate auf ihrem Vormonatsniveau bei 2,2% verharren sollte.

Nachdem die US-Industrieproduktion im Mai um 0,4% gegenüber dem Vormonat gefallen sei, würden die Analysten für Juni eine Gegenbewegung erwarten. Der Ausstoß sollte um 0,3% zugelegt haben. Dieser Anstieg wäre aber nicht ausreichend, um die Produktion im zweiten Quartal über das Niveau des ersten Quartals zu hieven, sodass für das zweite Quartal kein positiver Beitrag der US-Industrie zum BIP-Wachstum zu erwarten sei. (15.07.2016/alc/a/a)






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