Erweiterte Funktionen
Bremsen die Notenbanken weniger stark?
25.10.22 09:45
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Das verspätet vermeldete Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts überraschte zwar mit 3,9 Prozent im dritten Quartal positiv und die Industrieproduktion konnte mit 6,3 Prozent im September im Vergleich zum Vorjahr unerwartet deutlich zulegen, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.
Doch würden die nur um 2,5 Prozent gestiegenen Einzelhandelsumsätze die negativen Auswirkungen der anhaltenden massiven Lockdowns im Zuge der Null-Covid-Politik verdeutlichen. Da Xi Jinping für eine weitere Amtszeit als Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und damit auch als Staatschef gewählt worden sei, sei mit keiner veränderten Strategie der Pandemiebekämpfung zu rechnen. Zudem dürfte auch die Skepsis bezüglich der künftigen Vorgehensweise im Taiwan-Konflikt tendenziell für Zurückhaltung ausländischer Handelspartner sorgen, der Immobiliensektor weiterhin fragil und die Perspektiven der chinesischen Volkswirtschaft vorerst weiter eingetrübt bleiben würden. Damit könne China kaum zur Stabilisierung der schwächelnden Weltwirtschaft beitragen.
Zudem würden die aktuellen Veröffentlichungen der S&P Global Einkaufsmanagerindices verdeutlichen, dass die wirtschaftliche Dynamik einiger europäischer Staaten und auch in den USA deutlich nachlasse. Während sich Deutschland, die Eurozone und Großbritannien auf klarem Rezessionskurs im kommenden Winterhalbjahr befinden würden, nehme auch in den USA die Gefahr einer stärkeren wirtschaftlichen Abkühlung wieder zu.
Wesentliche Belastungsfaktoren seien dabei fast unisono die hohen Inflationsraten, die zunehmend Investitionen und den privaten Konsum abwürgen würden. Die Marktreaktion nach schwächeren Konjunkturdaten sei in den letzten Monaten überwiegend positiv gewesen, denn Anleger würden nach wie vor die Hoffnung hegen, dass die Notenbanken vor diesem Hintergrund einen weniger restriktiven geldpolitischen Kurs als bisher erwartet fahren könnten.
Da allerdings die Oktober-Inflationsraten in Europa und die von der US-Notenbank FED vielbeachtete PCE-Kernrate für September am Freitag weiter ansteigend erwartet würden, sei für die Zinsentscheide der EZB in dieser und der FED in der kommenden Woche trotzdem jeweils mit einem großen Zinsschritt um 75 Basispunkte zu rechnen. Erst wenn die wirtschaftliche Abkühlung über eine geringere gesamtwirtschaftliche Nachfrage auch den Inflationsdruck nachhaltig senke, wäre ein Einlenken der Notenbanken denkbar. (25.10.2022/alc/a/a)
Doch würden die nur um 2,5 Prozent gestiegenen Einzelhandelsumsätze die negativen Auswirkungen der anhaltenden massiven Lockdowns im Zuge der Null-Covid-Politik verdeutlichen. Da Xi Jinping für eine weitere Amtszeit als Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und damit auch als Staatschef gewählt worden sei, sei mit keiner veränderten Strategie der Pandemiebekämpfung zu rechnen. Zudem dürfte auch die Skepsis bezüglich der künftigen Vorgehensweise im Taiwan-Konflikt tendenziell für Zurückhaltung ausländischer Handelspartner sorgen, der Immobiliensektor weiterhin fragil und die Perspektiven der chinesischen Volkswirtschaft vorerst weiter eingetrübt bleiben würden. Damit könne China kaum zur Stabilisierung der schwächelnden Weltwirtschaft beitragen.
Wesentliche Belastungsfaktoren seien dabei fast unisono die hohen Inflationsraten, die zunehmend Investitionen und den privaten Konsum abwürgen würden. Die Marktreaktion nach schwächeren Konjunkturdaten sei in den letzten Monaten überwiegend positiv gewesen, denn Anleger würden nach wie vor die Hoffnung hegen, dass die Notenbanken vor diesem Hintergrund einen weniger restriktiven geldpolitischen Kurs als bisher erwartet fahren könnten.
Da allerdings die Oktober-Inflationsraten in Europa und die von der US-Notenbank FED vielbeachtete PCE-Kernrate für September am Freitag weiter ansteigend erwartet würden, sei für die Zinsentscheide der EZB in dieser und der FED in der kommenden Woche trotzdem jeweils mit einem großen Zinsschritt um 75 Basispunkte zu rechnen. Erst wenn die wirtschaftliche Abkühlung über eine geringere gesamtwirtschaftliche Nachfrage auch den Inflationsdruck nachhaltig senke, wäre ein Einlenken der Notenbanken denkbar. (25.10.2022/alc/a/a)


