Brüssel und Berlin streiten ums Eingemachte


27.11.15 10:49
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Es war wohl auch der EU-Kommission klar, dass das, was sie da auftischt, besonders in Berlin als schwer verdaulich angesehen wird, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

So gehe Brüssel mit einem Vorschlag zum europaweiten Schutz von Spargeldern auf Konfrontationskurs zu Deutschland. Nach den Vorstellungen der Kommission sollten Europas Kreditinstitute von 2017 an schrittweise in einen gemeinsamen Topf einzahlen, der die Ersparnisse von Bankkunden im Fall einer Bankenpleite europaweit absichern würde. Im Gegensatz zu den beruhigenden Signalen der jüngsten Vergangenheit aber solle es dabei keine Ausnahmen für deutsche Volksbanken und Sparkassen geben. So habe es die EU-Behörde am Dienstag in Straßburg vorgeschlagen.

Jahr für Jahr solle der Sicherungstopf aufgefüllt werden, so dass ab 2024 bei einer Bankenpleite die Einlagen auf Konten und Sparbüchern in Höhe von 100.000 EUR pro Kunde garantiert werden könnten. Bisher würden die einzelnen Staaten für diese Summe haften. Die deutschen Bankengruppen würden bereits über eigene Sicherungssysteme verfügen, die marode Institute innerhalb der jeweiligen Gruppe im Pleitefall auffangen könnten. Aus diesem Grund laufe die gesamte deutsche Kreditwirtschaft Sturm gegen die Brüsseler Pläne, bei denen es schließlich ums Eingemachte gehe. So habe es der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, im Deutschlandfunk als "die zentrale Lehre" der Finanzmarktkrise bezeichnet, damit aufzuhören, dass "die einen" irgendwo auf der Welt Risiken eingehen würden, weil sie genau wissen würden, dass die Steuerzahler oder die Nachbarn sie dann zu Hause rauspauken würden. Der Europaabgeordnete Michael Theurer (FDP) habe gar von einer "faktischen Enteignung der deutschen Bankkunden" und einer "Transferunion durch die Hintertür" gesprochen.

Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann habe sich in die Debatte eingemischt und die Pläne zum europaweiten Schutz von Spargeldern kritisiert. Die Voraussetzungen für eine europäische Einlagensicherung seien nicht erfüllt, habe er der "Bild-Zeitung" gesagt. Der Zustand der nationalen Bankensysteme hänge noch stark von der nationalen Finanz- und Wirtschaftspolitik ab, argumentiere Weidmann. Zum Beispiel seien Insolvenzen von Unternehmen und Verbrauchern in den einzelnen Ländern unterschiedlich geregelt. Bei einer gemeinsamen Einlagensicherung könnten die Folgen von falschen Politikentscheidungen auf alle Sparer in der Währungsunion abgewälzt werden, so Weidmann.

EU-Kommissar Jonathan Hill sage indessen, dass die Teilnahme an dem europäischen Topf für alle Banken verpflichtend sei und signalisiere anschließend immerhin ein gewisses Entgegenkommen. Da es in Deutschland und Österreich besondere, historisch gewachsene Bankmodelle gebe, wolle Brüssel dem "Rechnung tragen". Aus diesem Grund sollten sich die Beiträge der Banken zum Fonds nach dem Risiko ihres Geschäftsmodells richten. Sichere Banken würden demnach geringere Beiträge zahlen und risikoträchtige Banken höhere Beiträge. Unterm Strich sollten auf diese Weise 0,8% der gesamten Kundengelder von Banken in Europa abgesichert werden, das entspräche einer Summe von 43 Mrd. EUR.

Da der Vorschlag einer gemeinsamen EU-Einlagensicherung nur dann Gesetz werde, wenn EU-Parlament und EU-Staaten zustimmen würden, sei aufgrund des Widerstands aus Deutschland eine heftige Debatte zu erwarten, in deren Rahmen hoffentlich Brüssel Änderungen abgetrotzt würden. Es könnte aber auch sein, dass anderen Euroländern, wie zum Beispiel Italien, die Pläne nicht weit genug gehen würden. Dort herrsche in den nationalen Sicherungstöpfen gähnende Leere. Wie voll die deutschen Töpfe sind, wissen wir allerdings auch nicht, so die Analysten der Baader Bank. Der Bundesverband deutscher Banken halte sich bei der Frage ausdrücklich bedeckt, ähnlich wie die Genossenschaftsbanken oder die Sparkassen, die allein 13 verschiedene solcher Fonds betreiben würden. Die Information, dass seit seinem Entstehen in den 1970er Jahren noch nie ein Kunde seine Einlagen verloren habe, solle die Anleger in Sicherheit wiegen.

Bereits seit 2013 stünden vier italienische Banken unter der Sonderverwaltung der Notenbank. Nun habe Rom die Finanzierungslücke in Höhe von insgesamt 2,2 Mrd. EUR, welche die Institute aufweisen würden, geschlossen.

Am Sonntagabend habe die italienische Regierung ein entsprechendes Gesetzesdekret zur Rettung der vier Banken beschlossen, dem die EU-Kommission ihr Plazet erteilt habe. Brüssel habe das ursprüngliche Vorhaben aus Rom abgelehnt, die Banca Marche, die Cassa di Risparmio di Ferrara, die Popolare Etruria und die CariChieti mit einem Bankenfonds zu retten. Die EU-Kommission habe befürchtet, dass dabei Steuergelder eingesetzt würden.

Entsprechend des Regierungsdekrets müssten nun die großen Banken den vier angeschlagenen Instituten beispringen. Unter Führung der Banca d'Italia sollten Intesa, Unicredit und Ubi per Überbrückungsfinanzierung in zwei Tranchen aushelfen. In der Folge werde ein "Lösungsfonds" der Notenbank etabliert, der über ein Volumen von rund 3,6 Mrd. EUR verfügen solle.

Damit sei es Rom gelungen, die Bankenrettung der vier betroffenen Institute zu besiegeln, bevor im Januar die Regel zur Gläubigerbeteiligung ("Bail-in") in Kraft trete - und das ohne öffentliche Beihilfe. Doch das Installieren eines "Lösungsfonds" bedeute neue Belastungen für die Großbanken, die jetzt einspringen müssten. Zumal für die faulen Kredite, die darüber hinaus in den Bilanzen liegen würden, keine Lösung gefunden worden sei. Und diese Problemkredite würden sich inzwischen auf immerhin knapp 200 Mrd. EUR summieren.

Oftmals werde die vorweihnachtliche Zeit auch als die besinnliche Zeit bezeichnet. Als Synonyme für "besinnlich" würden gemäß Duden auch Worte wie beschaulich, tiefsinnig und gedankenvoll genannt. Diese Worte würden die wünschenswerte Vorgehensweise bei der am kommenden Donnerstag anstehenden Entscheidung der Europäischen Notenbank (EZB) umschreiben.

Obwohl man inzwischen den Eindruck gewinnen könne, dass die Herabsetzung des EZB-Einlagenzinses um 20 Basispunkte bereits beschlossen sei, erinnere vieles an einen wilden Aktionismus. Leitzinsänderungen würden sehr häufig auch als Medizin für die Kapitalmärkte bezeichnet, doch ein Arzt wäre ein schlechter Vertreter seiner Zunft, wenn er für die fehlende Heilung die Dosierung der Medizin und nicht die falsche Medikation verantwortlich machen würde. Viele Medikamente würden auch eine gewisse Zeit benötigen, bis sie wirken würden und somit sollte man sich geduldig zeigen. Auch besteht durch eine permanente Erhöhung der Dosis bzw. in unserem Fall durch eine wiederholte Senkung des Leitzinses die Gefahr, eine Abhängigkeit bei den Bedürftigen und zu einem späteren Zeitpunkt Entzugserscheinungen zu erzeugen, so die Analysten der Baader Bank. Diese müssten wiederum mit neuen Medikamenten bekämpft werden. Die Kunst der Geldpolitik bestehe also darin, die Maßnahmen zum rechten Zeitpunkt zu beenden und so den angestoßenen Heilungsprozess erfolgreich abzuschließen.

Doch in diesem Fall würden seitens der Notenbanker noch ganz andere Überlegungen eine Rolle spielen. Erstens werde durch das nochmalige Absenken des Einlagenzinses der Spielraum für den Ankauf von Staatsanleihen automatisch erweitert. Denn unter dem Leitzins - von aktuell -0,20% - rentierende Anleihen seien vom Ankauf durch die Notenbanken ausgeschlossen. Bei einer Absenkung auf -0,40% würden auch wieder Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten angekauft werden können. Und zweitens würden die Banken zur Vermeidung von Strafzinsen gezwungen, ihre liquiden Mittel in Staatsanleihen anzulegen. Damit werde die Masse der zur Verfügung stehenden Anleihen nochmals künstlich verringert, was wiederum zu einer Reduzierung der zu erzielenden Rendite und somit zu geringeren Refinanzierungskosten für die Staatsregierungen führe. Vieles erinnere hierbei an ein Schneeballsystem!

Aber wir müssen uns bis zum kommenden Donnerstag gedulden, denn erst dann werden wir erfahren, ob die EZB-Notenbanker Brillen zum Ausgleich für Kurz- oder Weitsichtigkeit tragen, so die Analysten der Baader Bank.

Man freue sich dieser Tage ja schon über die kleinen Lichtblicke. So würden die 10 Mrd. EUR, die vom Euro-Rettungsschirm ESM zugunsten der griechischen Banken bereitgestellt wurden, voraussichtlich nicht ganz ausgeschöpft würden. Diplomaten hätten von rund 6 Mrd. EUR gesprochen, die für Finanzspritzen an die Geldhäuser in Hellas nötig seien.

Insgesamt stelle der ESM für Griechenland bis zu 12 Mrd. EUR zur Verfügung, wovon 2 Mrd. EUR direkt in den Athener Haushalt fließen würden. Dies stelle freilich nur eine kleine Etappe dar. So werde die Eurogruppe mit Athen über weitere Reformen und über die erste Überprüfung des im Sommer gestarteten Programms sprechen müssen. Laut Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem könnten Verhandlungen über Schuldenerleichterungen erst Anfang kommenden Jahres beginnen. Der gigantische Schuldenberg Griechenlands drohe indessen auf rund 200% der Wirtschaftsleistung zu wachsen. Erlaubt wären nach den Maastricht-Kriterien aber höchstens 60%. Ein Autofahrer, der eine solche Tempoüberschreitung begehen würde, wäre seinen Führerschein sicherlich für immer los. Aber Politiker würden anders denken und sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen!

Die Gläubiger der Nachfolgegesellschaft und Bad Bank der einstigen Hypo Alpe Adria, Heta, würden dem österreichischen Bundesland Kärnten mehr Zeit gewähren, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Kärnten müsse demnach seine Garantieverpflichtungen für die Heta nicht sofort in bar begleichen, sondern könne dies auch über einen längeren Zeitraum strecken. Damit reagiere eine Gruppe von zehn internationalen Finanzhäusern, die nach eigenen Angaben noch über Forderungen gegenüber der Heta von mehr als 2,5 Mrd. EUR verfügen würden, auf die klamme Situation des Bundeslandes.

Kärnten habe sich selbst als überschuldet bezeichnet, was die Gläubigergruppe als unrichtig zurückweise. Das Bundesland sei mit der angebotenen Unterstützung durch den Bund durchaus in der Lage, alle Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern einzuhalten, so die Argumentation. Die Gruppe wolle zwar weiterhin ihre Forderungen im vollen Umfang aufrechterhalten. Man werde aber nun einen Vorschlag machen, die "Ansprüche gegenüber der Heta und Kärnten auf eine schuldnerfreundliche Art zu restrukturieren", habe die Gläubigergemeinschaft mitgeteilt.

Die einstige Krisenbank Hypo Alpe Adria habe sich jahrzehntelang mit Garantien des Landes Kärnten günstiges Geld besorgt. Nun hafte das Bundesland noch mit rund 11 Mrd. EUR für die Heta. Die Gläubigergruppe verweise mit Blick auf den Rechnungsabschluss 2014 darauf, dass Kärnten über ein verwertbares Vermögen von rund 2,8 Mrd. EUR verfüge und rechne auch damit, dass die Verwertung des noch bestehenden Heta-Vermögens mindestens 5 bis 6 Mrd. EUR einbringen dürfte.

Die Allianz verabschiede sich von ihren Kohle-Investments. So wolle sich der Versicherungskonzern nicht mehr in Bergbau- und Energieunternehmen engagieren, die mehr als 30% ihres Umsatzes beziehungsweise ihrer Energieerzeugung aus Kohle generieren würden. Binnen sechs Monaten wolle die Allianz sich von entsprechenden Aktien trennen, die Anleihen dieser Emittenten würden allerdings bis zur Endfälligkeit gehalten, aber Neuengagements sollten nicht mehr eingegangen werden. Insgesamt werde das Engagement der Allianz in den betroffenen Bergbau- und Energieunternehmen auf rund 4 Mrd. EUR geschätzt. Etwas unverständlich mute die Ankündigung an, die betroffenen Papiere innerhalb eines halben Jahres zu verkaufen. Könnte doch genau eine solche Ankündigung die Kurse nach unten drücken. Allerdings solle das Aktien-Engagement des Versicherers in diesem Bereich nicht besonders groß sein, während Corporate Bonds den Löwenanteil der 4 Mrd. EUR ausmachen sollten. Dennoch sei das Signal, das von dem Schritt der Allianz ausgehe, nicht zu unterschätzen.

Denn wenn sich kurz vor Beginn der Klimakonferenz in Paris ein solcher Konzern von Firmenwerten trenne, deren Geschäftsmodell auf fossilen Energieträgern basiere, so erachte man diese offenbar als unrentabel und somit als nicht mehr zukunftsfähig. Insbesondere einem Versicherer sollte klar sein, dass der Klimawandel und der damit verbundene Versicherungsschaden nur dann zu begrenzen sei, wenn ein Großteil der bekannten Vorräte an Öl, Gas und Kohle im Boden bleiben werde.

Allerdings dürfte sich die Umweltfreundlichkeit der Allianz bei der Entscheidung auch in Grenzen halten. Vielmehr sei anzunehmen, dass hinter dem Schritt reines betriebswirtschaftliches Kalkül stecke und der Konzern bei diesen Investments davon ausgehe, dass aufgrund einer strenger werdenden Regulierung diese Assets zu großen Verlusten führen könnten.

Die Kurse der Corporate Bonds der Kohleerzeuger ficht die Nachricht zunächst nicht an, wie das Beispiel einer RWE-Anleihe (ISIN XS0982019126 / WKN A1HR28) zeigt, so die Analysten der Baader Bank. Der Titel mit Laufzeit 1/2024 notiere mit ca. 106,64% wieder über seinem Jahrestief von 99,75%, das am 17. September erreicht worden sei, allerdings auch deutlich unter dem Zwölfmonatshoch bei 118,35% vom 11. März.

Was hätten der Kreditkartenriese MasterCard Inc. und der ein oder andere Profifußballer gemeinsam? Nicht viel möchte man auf den ersten Blick vermuten. Doch wie ein guter Mittelstürmer einen Hattrick anstrebe, so habe MasterCard gleich drei neue Anleihen am Primärmarkt eingenetzt und sich so frisches Kapital für das Weihnachtsgeschäft gesichert.

Der Hattrick umfasse insgesamt ein Volumen von 1,65 Mrd. EUR. Die erste Tranche sei eine 7-jährige Anleihe (ISIN XS1327027998 / WKN A18VCX) im Volumen von 700 Mio. EUR mit einer Fälligkeit am 01.12.2022. Der Anleger erhalte dabei einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,10%. Das Papier sei mit +70 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Ausgabepreis von 99,459% ergeben habe.

Bei der zweiten Tranche handle es sich um eine 12-jährige Anleihe (ISIN XS1327028459 / WKN A18VCY) im Volumen von 800 Mio. EUR. Das Unternehmen zahle dem Investor bis zum Laufzeitende am 01.12.2027 jährlich Zinsen in Höhe von 2,10%. Der Bond sei mit +107 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Ausgabepreis von 99,622% entsprochen habe.

Bei der dritten Anleihe im Bunde handle es sich um eine 15-jährige Anleihe (ISIN XS1327055932 / WKN A18VCZ) im Volumen von 150 Mio. EUR. Das Papier sei mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 2,50% ausgestattet. Die Anleihe, die am 01.12.2030 endfällig sein werde, sei mit 99,74% oder +125 bps über Mid Swap gepreist worden. Alle hier beschriebenen Anleihen würden über ein optionales Sonderkündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) verfügen und wegen des Mindestanlagebetrages von 100.000 EUR insbesondere auf institutionelle Anleger abzielen.

Aber auch das in der Lebensmittelbranche tätige Unternehmen Danone SA habe sich am Primärmarkt aktiv gezeigt. Das Unternehmen habe 750 Mio. EUR mittels einer 9-jährigen Anleihe (ISIN FR0013063609 / WKN A18VGF) refinanziert und zahle dafür jährlich bis zum Laufzeitende am 30.05.2024 einen Kupon von 1,25%. Die Anleihe sei bei 99,228% gepreist worden, was einen Emissionsspread von +67 bps über Mid Swap ergeben habe. Der Bond verfüge ebenfalls über ein optionales Sonderkündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Auch Danone habe sich bei dieser Anleihe für eine Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden.

Thanksgiving werde traditionell am vierten Donnerstag des Monats November gefeiert und stelle einen der wichtigsten und beliebtesten Feiertage in den USA dar. Doch nicht nur bei den Feierlichkeiten an diesem Tag würden Unterschiede zwischen den USA und Europa zu Tage treten, sondern auch in der zukünftigen geldpolitischen Ausrichtung würden diese immer deutlicher. Und genau diese Thematik sorge permanent für Bewegung am Rentenmarkt.

Nach den Gewinnen der vergangenen Tage und Wochen seien deutsche Staatsanleihen mit Verlusten in die neue Handelswoche gestartet, der richtungsweisende Euro-Bund-Future sei bis auf 157,15% gefallen. Doch dies sei nur eine kurzweilige Gegenbewegung gewesen, denn im weiteren Handelsverlauf habe die Stimmung gedreht und das Rentenbarometer habe erneut mit seiner Klettertour begonnen. Auslöser sei zum einen der Abschuss des russischen Flugzeuges gewesen. Die daraus resultierende geopolitische Verunsicherung habe für erhöhte Nachfrage bei deutschen Bonds als sicherer Hafen gesorgt. Zum anderen seien es abermals Spekulationen um die künftige Geldpolitik der EZB gewesen, die für steigende Bundkurse gesorgt hätten und das Zinsbarometer in die Höhe getrieben hätten. In der Folge sei der Euro-Bund-Future bis auf 158,37% gestiegen und habe damit ein neues Novemberhoch markiert. Aufgrund des Feiertages in den USA und im Vorfeld der EZB-Sitzung in der nächsten Woche wäre eine sinkende Umsatztätigkeit nicht verwunderlich. Zur Stunde notiere der Dezember-Kontrakt bei 158,27%, was einer Bundrendite von 0,47% entspreche.

Charttechnisch sei der erste nennenswerte Widerstand bei 158,60%, dem Hoch vom 28.10.2015, zu vermelden. Nach unten blickende Investoren würden einen erneuten Test des Tiefkurses vom Wochenstart bei 157,15% für möglich halten.

In dieser Handelswoche hätten sich in der Eurozone die Neuemissionen und die Rückzahlungen annähernd die Waage gehalten. Einer Rück- und Kuponzahlung in Höhe von ca. 17 Mrd. EUR stünden Mittelaufnahmen von ca. 18 Mrd. EUR gegenüber. So hätten mit Belgien (ISIN BE0000334434 / WKN A1ZUS1 / 2025; ISIN BE0000291972 / WKN 230386 / 2028), den Niederlanden (ISIN NL0011220108 / WKN A1ZY9A / 2025), Finnland (ISIN FI4000167317 / WKN A1Z5VZ / 2025), Portugal (ISIN PTOTEKOE0011 / WKN A1ZU1M / 2025) und Italien diverse Staaten Altemissionen aufgestockt.

Aber auch Deutschland habe am gestrigen Mittwoch das Emissionsvolumen der aktuellen 10-jährigen Bundesanleihe (ISIN DE0001102382 / WKN 110238) um 3 Mrd. EUR auf insgesamt 23 Mrd. EUR erhöht. Hierbei seien allerdings lediglich Kaufaufträge für nominal 2,367 Mrd. EUR erteilt worden, so dass die Anleihe technisch unterzeichnet gewesen sei. Die Zuteilung sei dennoch zu einer Durchschnittsrendite von 0,49% erfolgt und die nicht unmittelbar zu platzierende Nominale von 923 Mio. EUR sei als Marktpflegequote in den Bestand des Bundes eingebucht worden.

In den USA hingegen sei in der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche wieder aus dem Vollen geschöpft worden. Investoren hätten somit insgesamt für 212 Mrd. USD Wertpapiere tendern und hierbei zwischen Laufzeiten von vier Wochen, drei bzw. sechs Monaten sowie fünf und sieben Jahren wählen können. Die ebenfalls emittierten T-Notes mit einer Laufzeit von zwei Jahren sei als Straight Bond und als Floater angeboten worden.

In Amerika sei heute Feiertag und damit Ruhe vor dem morgen anstehenden Sturm, denn dann sei Black Friday. Hierbei handle es sich um den Beginn der Weihnachtseinkaufssaison, an dem die Geschäfte mit hohen Rabatten und Sonderaktionen werben würden.

Im Gegensatz dazu habe beim Euro gegenüber dem US-Dollar schon zu Beginn dieser Handelswoche der Ausverkauf begonnen. So habe sich die Gemeinschaftswährung von 1,0762 auf 1,0591 USD verbilligt. Der Mann mit den größten Rabatten sei in diesem Fall EZB-Chef Mario Draghi gewesen, der damit geworben habe, dass alles getan werde, um die Inflationsrate so schnell wie möglich zu beschleunigen.

Die Angst vor weiteren Terroranschlägen habe zwar etwas Unsicherheit in den Markt gebracht, jedoch habe sich dies nicht negativ auf die Währung der Euroländer niedergeschlagen. Daher habe sich diese auch bis gestern wieder vorübergehend auf ein Niveau von 1,0689 USD berappeln können, um anschließend bis auf 1,0565 USD zu fallen. So billig sei die Gemeinschaftswährung seit April diesen Jahres nicht mehr gewesen. Aktuell notiere sie bei 1,0610 USD.

Aber bereits am 3. Dezember könne es zu weiteren Euro-Rabattaktionen kommen. Dann habe Mario Draghi seinen großen Auftritt und anschließend werde die FED-Chefin Janet Yellen vor einem Ausschuss des Kongresses sprechen und hierbei möglicherweise Anhaltspunkte zur nächsten Zinssitzung preisgeben.

Auf der Suche nach Weihnachtsschnäppchen hätten Privatanleger in dieser Handelswoche verstärkt bei Anleihen auf US-Dollar, Türkischen Lira und Russischen Rubel zugegriffen.

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