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Chance auf doppeltes Alpha bei Europas Small Caps
14.10.24 10:15
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - In ungewissen Zeiten setzen Aktienanleger gerne auf größere, etablierte Unternehmen, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management.
Die Folge sei - wie zuletzt zu beobachten gewesen sei - eine Underperformance der Small Caps. Ob dies so weitergehe, würden Bart Geukens und Nathalie Debruyne, Fondsmanager Fundamental Equity bei Degroof Petercam Asset Management, erörtern.
In den vergangenen drei Jahren habe der US-amerikanische Small-Cap-Index Russell 2000 (-6,8%) deutlich schlechter abgeschnitten als der S&P 500 (+31%). Small Caps würden derzeit im Vergleich zu Large Caps im unteren Dezil ihrer historischen Bewertungsbandbreite gehandelt. Ein ähnliches Bild zeige sich in Europa: Dort hätten Small Caps zwischen November 2021 und Oktober 2023 rund 25% korrigiert. Derzeit würden europäische Small-Cap-Aktien im Vergleich zu den Large Caps auf historischen Tiefstständen gehandelt, mit einem Forward-KGV von etwa 14,2 im Vergleich zum historischen Durchschnitt von 19,1 für den breiteren Markt.
Für die Abwertung der Small Caps habe es viele Gründe gegeben:
- Konjunkturabhängigkeit: Kleinere Unternehmen neigten in Rezessionsphasen zu schlechterer Performance. Die Erwartung einer Konjunkturabschwächung habe sich entsprechend negativ auf die Stimmung gegenüber Small Caps ausgewirkt.
- Zinsen und Ungewissheit: Small-Cap-Unternehmen seien anfälliger für steigende Zinssätze und Konjunkturunsicherheit, da sie auf Fremdfinanzierung angewiesen und stärker in zyklischen Sektoren engagiert seien. Höhere Zinsen und damit höhere Kreditkosten hätten Rentabilität und Wachstumsaussichten getrübt.
- Lieferkettenprobleme: Branchen wie das Gesundheitswesen, die Industrie und der Bereich der nicht-essenziellen Konsumgüter, die einen erheblichen Teil des Small-Cap-Universums ausmachten, seien von Unterbrechungen der Lieferketten und längeren Lagerabbauzeiten hart getroffen worden.
- Wahrnehmung der lokalen Ausrichtung: Es herrsche die allgemeine Auffassung, dass Small Caps stärker lokal ausgerichtet und von politischen Maßnahmen abhängig seien, was ein zusätzliches Risiko darstellen könne. Zwar seien einige kleinere Unternehmen tatsächlich stärker auf das Inland ausgerichtet, doch viele seien auch international tätig. Diese Fehlwahrnehmung führe zu einer ungerechtfertigten Voreingenommenheit gegenüber Small Caps.
- Liquidität: Die geringere Liquidität habe Small-Cap-Aktien im Vergleich zu Large Caps im Jahr 2023 und Anfang 2024 weniger attraktiv gemacht.
Es gebe jedoch Anzeichen dafür, dass die Abwertung der Small Caps ihren Tiefpunkt erreicht habe, da sich Risiken verringert hätten oder nicht wie befürchtet eingetreten seien. Das Risiko-Rendite-Profil habe sich daher erheblich verbessert - aus folgenden Gründen:
- Nachlassende Inflation und Lieferkettenprobleme: Die Inflation gehe zurück, die Unterbrechungen in den Lieferketten seien weitgehend behoben und die Energiepreise hätten sich normalisiert.
- Zinsumfeld: Die Zentralbanken signalisierten Zinssenkungen, was kleineren Unternehmen helfe, ihre Kreditkosten zu senken und ihre Rentabilität und Investitionskapazität zu steigern.
- Chinas Konjunkturmaßnahmen: Europas Wirtschaft reagiere sensibel auf die chinesische Konjunktur. Die koordinierte Ankündigung von Konjunkturmaßnahmen deute darauf hin, dass Peking bereit sei, die eigene Wirtschaft und die Märkte zu unterstützen.
- Zunehmende M&A-Aktivitäten: Die Fusions- und Übernahmeaktivitäten hätten zugenommen, Private-Equity-Firmen kehrten an den Markt zurück. Diese Firmen verfügten über erhebliche Mengen an "trockenem Pulver", was darauf hindeute, dass sie Potenzial in den aktuellen Small-Cap-Bewertungen sähen.
Small Caps machten nur 15-20% der Marktkapitalisierung aus, aber 80-85% aller börsennotierten Unternehmen. Dieser Umfang könne es für Anleger schwierig machen, die richtigen Gelegenheiten zu erkennen. Insbesondere bei europäischen Small Caps spiele aktives Management aufgrund der begrenzten Research-Abdeckung und der höheren Volatilität eine entscheidende Rolle. Neun von zehn europäischen Small und Mid Caps würden von Analysten nur minimal abgedeckt, was Ineffizienzen zur Folge habe. Erfahrene aktive Manager hätten hier die Möglichkeit, unterbewertete Unternehmen mit starken Bilanzen, innovativen Strategien und hohem Ertragspotenzial zu identifizieren und Firmen mit schwachen Aussichten auszusortieren, die in einem passiven Index übermäßig stark gewichtet wären.
Die Vorteile des aktiven Managements könnten sich im Small-Cap-Universum doppelt lohnen: durch das Potenzial von Small Caps, Large Caps zu übertreffen (Alpha), und durch eine kluge Aktienauswahl innerhalb dieses Universums (weiteres Alpha). (14.10.2024/alc/a/a)
Die Folge sei - wie zuletzt zu beobachten gewesen sei - eine Underperformance der Small Caps. Ob dies so weitergehe, würden Bart Geukens und Nathalie Debruyne, Fondsmanager Fundamental Equity bei Degroof Petercam Asset Management, erörtern.
In den vergangenen drei Jahren habe der US-amerikanische Small-Cap-Index Russell 2000 (-6,8%) deutlich schlechter abgeschnitten als der S&P 500 (+31%). Small Caps würden derzeit im Vergleich zu Large Caps im unteren Dezil ihrer historischen Bewertungsbandbreite gehandelt. Ein ähnliches Bild zeige sich in Europa: Dort hätten Small Caps zwischen November 2021 und Oktober 2023 rund 25% korrigiert. Derzeit würden europäische Small-Cap-Aktien im Vergleich zu den Large Caps auf historischen Tiefstständen gehandelt, mit einem Forward-KGV von etwa 14,2 im Vergleich zum historischen Durchschnitt von 19,1 für den breiteren Markt.
Für die Abwertung der Small Caps habe es viele Gründe gegeben:
- Konjunkturabhängigkeit: Kleinere Unternehmen neigten in Rezessionsphasen zu schlechterer Performance. Die Erwartung einer Konjunkturabschwächung habe sich entsprechend negativ auf die Stimmung gegenüber Small Caps ausgewirkt.
- Zinsen und Ungewissheit: Small-Cap-Unternehmen seien anfälliger für steigende Zinssätze und Konjunkturunsicherheit, da sie auf Fremdfinanzierung angewiesen und stärker in zyklischen Sektoren engagiert seien. Höhere Zinsen und damit höhere Kreditkosten hätten Rentabilität und Wachstumsaussichten getrübt.
- Lieferkettenprobleme: Branchen wie das Gesundheitswesen, die Industrie und der Bereich der nicht-essenziellen Konsumgüter, die einen erheblichen Teil des Small-Cap-Universums ausmachten, seien von Unterbrechungen der Lieferketten und längeren Lagerabbauzeiten hart getroffen worden.
- Liquidität: Die geringere Liquidität habe Small-Cap-Aktien im Vergleich zu Large Caps im Jahr 2023 und Anfang 2024 weniger attraktiv gemacht.
Es gebe jedoch Anzeichen dafür, dass die Abwertung der Small Caps ihren Tiefpunkt erreicht habe, da sich Risiken verringert hätten oder nicht wie befürchtet eingetreten seien. Das Risiko-Rendite-Profil habe sich daher erheblich verbessert - aus folgenden Gründen:
- Nachlassende Inflation und Lieferkettenprobleme: Die Inflation gehe zurück, die Unterbrechungen in den Lieferketten seien weitgehend behoben und die Energiepreise hätten sich normalisiert.
- Zinsumfeld: Die Zentralbanken signalisierten Zinssenkungen, was kleineren Unternehmen helfe, ihre Kreditkosten zu senken und ihre Rentabilität und Investitionskapazität zu steigern.
- Chinas Konjunkturmaßnahmen: Europas Wirtschaft reagiere sensibel auf die chinesische Konjunktur. Die koordinierte Ankündigung von Konjunkturmaßnahmen deute darauf hin, dass Peking bereit sei, die eigene Wirtschaft und die Märkte zu unterstützen.
- Zunehmende M&A-Aktivitäten: Die Fusions- und Übernahmeaktivitäten hätten zugenommen, Private-Equity-Firmen kehrten an den Markt zurück. Diese Firmen verfügten über erhebliche Mengen an "trockenem Pulver", was darauf hindeute, dass sie Potenzial in den aktuellen Small-Cap-Bewertungen sähen.
Small Caps machten nur 15-20% der Marktkapitalisierung aus, aber 80-85% aller börsennotierten Unternehmen. Dieser Umfang könne es für Anleger schwierig machen, die richtigen Gelegenheiten zu erkennen. Insbesondere bei europäischen Small Caps spiele aktives Management aufgrund der begrenzten Research-Abdeckung und der höheren Volatilität eine entscheidende Rolle. Neun von zehn europäischen Small und Mid Caps würden von Analysten nur minimal abgedeckt, was Ineffizienzen zur Folge habe. Erfahrene aktive Manager hätten hier die Möglichkeit, unterbewertete Unternehmen mit starken Bilanzen, innovativen Strategien und hohem Ertragspotenzial zu identifizieren und Firmen mit schwachen Aussichten auszusortieren, die in einem passiven Index übermäßig stark gewichtet wären.
Die Vorteile des aktiven Managements könnten sich im Small-Cap-Universum doppelt lohnen: durch das Potenzial von Small Caps, Large Caps zu übertreffen (Alpha), und durch eine kluge Aktienauswahl innerhalb dieses Universums (weiteres Alpha). (14.10.2024/alc/a/a)


