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Deutschland-Bonds vor dem Aus
01.02.13 14:58
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Everybody's Darling war bisher Irland, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Noch im Oktober hätten die Inspektoren der "Troika" aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) der grünen Insel ein gutes Reformzeugnis ausgestellt. Sie hätten auch die Sanierung des Bankensektors gelobt, der das Land in die Krise gestürzt habe. Damals habe es auch geheißen, dass Irland 2013 aus dem 85 Mrd. EUR umfassenden Hilfsprogramm von Internationalem Währungsfonds und Europäischer Union aussteigen werde.
Doch der Hilferuf von Vize-Ministerpräsident Eamon Gilmore an die EU, Irland bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite Aufschub zu gewähren, demaskiere den "Musterschüler". Irland habe bisher 21,7 Mrd. EUR aus dem ESM und weitere 12 Mrd. EUR aus dem EFSF erhalten. Komme es nicht zum Aufschub der Rückzahlung, müsste Irland bis 2023 jährlich 3,1 Mrd. EUR zahlen, um den durch Sondergenehmigung der EZB bewilligten Kredit, der zur Stützung der Anglo Irish Bank und der Nationwide Building Society ausgegeben worden sei, zu bedienen. Dieser Kredit sollte in eine 40-jährige Regierungsanleihe umgewandelt werden, die wiederum von der Irischen Notenbank angekauft werden sollte. Dabei würde es sich aber eindeutig um eine verbotene Staatenfinanzierung handeln. Somit sei es nicht verwunderlich, dass seitens der EZB diesem Vorhaben eine Absage erteilt worden sei.
Dennoch sei zu erwarten, dass sich Irland, die EU und der IWF auf Erleichterungen (Fristverlängerung und Änderung der Konditionen) einigen würden. Somit laufe auch diese Rettung nach dem bewährten Muster ab: Der eine zahle, der andere spare. Wohl dem, der den deutschen Michel zu seinem Freundeskreis zählen dürfe. Und daran werde auch ein möglicher Politikwechsel nach der Bundestagswahl nichts ändern!
Bereits am vergangenen Donnerstag habe sich die Telekom Austria AG, das größte Telekommunikationsunternehmen in Österreich am Kapitalmarkt refinanziert. Ausgegeben worden sei eine nachrangige Perpetual-Anleihe im Volumen von 600 Mio. EUR. Die Anleihe habe insgesamt drei Kündigungstermine, jeweils zum 1. Februar des Jahres 2018, 2023 und 2038. Der Kupon sei bis zum 1. Februar 2018 mit 5,625% festgeschrieben. Werde die Anleihe zum 1. Februar 2018 seitens des Emittenten nicht gekündigt, berechne sich der neue Kupon aus dem dann gültigen 5-Jahres Mid Swap Satz + 485,9 bps. Werde die Anleihe in Februar 2023 bzw. 2038 nicht gekündigt, würden sich zusätzlich zum dann herrschenden 5-Jahres Mid Swap Satz weitere + 25 bps auf insgesamt + 510,9 bps bzw. 2038 weitere + 50 bps auf insgesamt + 560,9 bps addieren.
In der laufenden Woche sei es am Primärmarkt für Unternehmensanleihen im Vergleich zu den vorherigen Wochen eher beschaulich zugegangen. Und das obwohl mit der BASF AG (ehemals: "Badische Anilin- & Soda-Fabrik"), der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Chemiekonzern, eine Anleihe mit einer Laufzeit von acht Jahren emittiert habe. Die erste Guidance habe sich im Bereich von Mid Swap +40 bps bewegt. Final gepreist worden sei die Anleihe mit Fälligkeit Februar 2021 bei Mid Swap +38 bps, was einem Emissionskurs von 99,062% entsprochen habe. Den Investoren der Anleihe im Volumen von 500 Mio. EUR zahle BASF einen Kupon von 1,875% p.a.
Osteuropäische Staaten hätten quasi als unbeteiligte Beobachter die Staatsschuldenkrise von außen betrachten können - bis jetzt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) habe nun Warschau eine zweijährige Kreditlinie mit einem Volumen von 33,8 Mrd. US-Dollar gewährt. Der IWF verlängere damit vorsorglich die Kreditzusage, die bereits seit mehr als drei Jahren existiere. Offenbar eine prophylaktische Maßnahme, um wegen der rezessiven Tendenzen in Europa die Anlegernerven zu beruhigen.
Normalerweise knüpfe der IWF solche Kreditlinien an Reformbedingungen, die in diesem Falle nicht verlangt worden seien. Doch man müsse sich fragen, ob die polnische Wirtschaft wirklich so stark sei, dass man darauf verzichten könne oder ob der IWF von etwas Kenntnis erlangt habe, was die Märkte noch nicht wissen würden. Denn die Staatsverschuldung betrage derzeit rund 56% und das Haushaltsdefizit nach Schätzungen der Regierung in Warschau rund 3,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Dieser Grad der Neuverschuldung wäre zwar bereits ein Hindernis unter Anwendung der Maastricht-Kriterien. Doch eines habe die Staatsschuldenkrise gelehrt: Die Maastricht-Verträge würden nur in krisenfreien Zeiten gelten.
Deutschland-Bonds stünden vor dem Aus, bevor sie jemals das Licht der Finanzwelt hätten erblicken können. Denn die gemeinsamen Anleihen von Bund und Ländern würden auf Ablehnung stoßen. Nicht nur die Länder mit guter Bonität, sondern auch die kleineren Bundesländer hätten kein Interesse mehr an einem gemeinsamen Bond, da sie bezweifeln würden, dass sich für die Länder noch nennenswerte Zinsersparnisse erzielen lassen würden. Grund sei, dass der Bund nicht als alleiniger Schuldner der neuen Anleihe am Markt auftreten wolle. Stattdessen wolle er nur für seinen Teil haften. Eine Gesamthaftung sehe das Finanzministerium als verfassungswidrig an.
Während sich neutrale Beobachter bereits kurz nach der Ankündigung nach dem Sinn dieser Anleihen gefragt hätten, hätten kleine Bundesländer auf eine Quasihaftung des Bundes gesetzt, was letztlich die Anleihen günstiger gemacht hätte als einfache Länderanleihen - auch wenn der Bund nur für seinen Anteil hafte. Denn niemand werde es für möglich halten, dass der Bund eine von ihm mitgetragene Deutschland-Anleihe in den Default hätte gehen lassen. Somit würde man einen Bürgen zum Nulltarif erhalten. In diesem Zusammenhang dränge sich aber inzwischen auch die Frage nach der seit 2013 üblichen Umschuldungsklausel auf. Aber manche Dinge würden sich manchmal sogar durch Nichtaktionismus erledigen.
Die Geschichte lehre, dass die Überbringer schlechter Nachrichten stellvertretend für deren Ursache zur Verantwortung gezogen würden. Im Altertum seien diese Unglücksboten sehr häufig geköpft worden. Zur Verantwortung ziehe nun das Europa-Parlament die in der EU tätigen Rating-Agenturen. Denn nach Meinung der EU-Kommission und des Parlaments hätten diese die Staatsschuldenkrise durch negative Bewertungen verschärft. Allein während der Finanzkrise sei über 90 Mal die Kreditwürdigkeit der PIIGS-Staaten nach unten revidiert worden. Aber künftig sollten die Agenturen bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der Regeln leichter auf Schadenersatz verklagt werden können.
Die Rating-Agenturen dürften sich mit unbeauftragten und unbezahlten Einschätzungen zu EU-Staaten nicht mehr nach Belieben zu Wort melden. Sie müssten jedes Jahr im Dezember einen Kalender veröffentlichen, in dem sie kundtun würden, an welchen drei Terminen sie ihre Einschätzungen benennen möchten. Die Noten sollten nur noch freitags nach Börsenschluss öffentlich gemacht werden dürfen.
Die beschlossenen Regeln würden einer Zensur gleichen, wie man sie bisher nur aus der Sowjetunion gekannt habe und im Zweifel sei der Investor der Leidtragende. Denn Rating-Agenturen könnten sich zukünftig zurücklehnen und darauf verweisen, dass sie es zwar gewusst hätten, aber nichts hätten sagen dürfen. In einem Staatsgebilde, das immer gerne auf seine Menschenrechte, einschließlich der Presse- und Meinungsfreiheit verweise, sei diese Regelung der falsche Ansatz. Das belege auch die Tatsache, dass die Agenturen nach anfänglichen Protesten inzwischen die Regeln in der abgeschwächten Fassung angenommen hätten. Somit erhärte sich der Eindruck, dass sich ab dem Frühjahr zwar etwas ändern werde, aber die Rating-Agenturen lediglich an die lange Leine genommen worden seien.
In Spanien ticke eine soziale Zeitbombe. Einerseits mache der Regierung in Madrid die Jugendarbeitslosigkeit von 55% zu schaffen und andererseits sei das Gesundheitssystem Spaniens so nicht mehr finanzierbar und umgehend reformierungsbedürftig. Diese Bombe zu entschärfen, werde kein leichtes Unterfangen sein. Zusätzliches Ungemach drohe aber noch seitens der hochverschuldeten spanischen Region Katalonien. Am Dienstag dieser Woche seien weitere 9,1 Mrd. EUR aus dem staatlichen Rettungsfonds beantragt worden. Da Katalonien sich am Kapitalmarkt nicht mehr selbst refinanzieren könne, sei dieser Hilfsfonds praktisch die einzige Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Bereits im vergangenen Jahr hätten 5,4 Mrd. EUR auf diesem Wege beschafft werden müssen. Nun stelle sich der geneigte Leser aber sicherlich die Frage: Woher komme denn das Geld? Aus Spanien sicherlich nicht!
Die Angst der Anleger vor einem bevorstehenden Aufflackern der Finanzierungsprobleme einzelner Staaten scheine inzwischen immer mehr und mehr zur Nebensache zu verkommen. Somit sei es nicht verwunderlich, dass nicht die närrische Zeit, sondern die "heile Welt" die Tendenz am Rentenmarkt bestimme. Ob diese Einschätzung von langer Dauer sein könne, würden die nächsten Wochen zeigen. Aber aktuell würden Umschichtungen seitens der Anleger vorgenommen und diese würden eindeutig zulasten der bisher als "sicherer Hafen" bezeichneten deutschen Staatsanleihen gehen.
Dies drücke sich in fallenden Kursen des Euro-Bund-Futures, dem Sorgenbarometer, aus. Nach Unterschreitung der wichtigen Unterstützungslinie bei 142,38% sei die Richtung vorerst vorgegeben. Sollten keine neuen Hiobsbotschaften die Investoren weltweit zum erneuten Umdenken zwingen, so seien 2% Rendite für deutsche zehnjährige Staatsanleihen das nächste große Ziel. Das würde einem Kurs des zehnjährigen Futures von ca. 139,00% entsprechen. Vorher würden aber die Bereiche um 140,95% (Tief vom 18.10.2012) und 140% technische und psychologische Unterstützungslinien bilden. Nach oben seien die Widerstände bei 142,50%, 144%, 144,90% zu sehen.
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Dieser Spruch gelte auch für Minusrenditen bei der Refinanzierung Deutschlands. Hätten von den vergangenen 70 Mittelaufnahmen 49 zu historisch niedrigen Zinsen und sogar 21 zu Negativrenditen erfolgen können, so sei diese Zeit nun vorüber. Gelder am Kapitalmarkt aufnehmen und damit noch Geld verdienen, das könne die Deutsche Finanzagentur vorerst als zwischenzeitlichen Nebeneffekt abhaken. Ab sofort müsse auch Deutschland den Investoren wieder einen Zins zahlen, wenn auch dieser noch immer - bei den meisten Laufzeiten - unter der offiziellen Inflationsrate liege.
Da diese Tatsache den Problemen anderer Euroländer geschuldet sei, sei der Anstieg der deutschen Zinsen die logische Konsequenz der sinkenden Refinanzierungskosten der Problemstaaten und das obwohl die Patienten noch nicht als geheilt gelten würden. Dennoch gelte weiterhin, dass diese Staaten gerne dieses "Problem" Deutschlands hätten. Nicht umsonst würden Portugal und Irland vehement Erleichterung bei den Kreditmodalitäten und eine Anpassung der vereinbarten Konditionen fordern.
Der Refinanzierungsbedarf europäischer Staaten sei weiterhin vorhanden und so seien in dieser Handelswoche diverse Altemissionen aufgestockt worden, unter anderem in Finnland (ISIN FI4000037635 / WKN A1G0EU; 2028) und Italien (ISIN IT0004867070 / WKN A1HB59; 2017; ISIN IT0004848831 / WKN A1G83V; 2022). In Deutschland habe am gestrigen Mittwoch ebenfalls die Aufstockung der bereits 2012 aufgelegten Anleihe mit der Endfälligkeit 2044 auf der Agenda gestanden. Die Aufstockung (ohne CAC) um weitere 2 Mrd. EUR auf insgesamt 10 Mrd. EUR habe im Rahmen der Erwartungen gelegen. Die Zuteilung sei bei einer 1,8-fachen Überzeichnung zu einer Durchschnittsrendite von 2,45% erfolgt.
Wie alles im Leben habe auch die Krise zwei Seiten. Einerseits würden die in den Krisenstaaten lebenden Menschen unter den Folgen der schon lange überfälligen Sparpolitik leiden, aber andererseits hätten zum Höhepunkt der Krise die exportierenden Unternehmen von der Euroschwäche profitiert. Nun mache sich Hoffnung breit und die anderen Staaten seien zur Gegenoffensive im Währungskrieg übergegangen. Hierbei habe man stets zwei Optionen zur Verfügung. Erstens die eigene Währung schwächen oder zweitens die Währung des Konkurrenten stärken. Dieser zweite Fall scheine eingetreten zu sein.
Gegenüber dem US-Dollar werde der Euro in dieser Woche auf ein neues 14-Monats-Hoch (1,3587 USD) getrieben. Auch gegenüber dem Japanischen Yen erreiche der Euro das höchste Niveau seit Mai 2010 (123,85 JPY) und im Vergleich zum Südafrikanischen Rand (ZAR) werde sogar ein neues 4-Jahres-Hoch markiert (12,3156 ZAR).
In dieser Stärke des Euro liege aber auch immer eine Chance für Anleger, die nicht an die permanente Festigkeit der europäischen Gemeinschaftswährung glauben würden. Daher sei es nicht verwunderlich, dass sich weiterhin viele Investoren in Fremdwährungsanleihen engagieren würden.
Disclaimer
Die hier wiedergegebenen Publikationen, Kommentare oder sonstigen Beiträge wurden von den im Namen der Baader Bank AG Stellung nehmenden Autoren oder Kommentatoren sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.
Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für deren zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.
Durch das Zurverfügungstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument "Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft" das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.
Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltenen weiteren Links übernehmen.
Copyright ©: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.
Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (01.02.2013/alc/a/a)
Noch im Oktober hätten die Inspektoren der "Troika" aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) der grünen Insel ein gutes Reformzeugnis ausgestellt. Sie hätten auch die Sanierung des Bankensektors gelobt, der das Land in die Krise gestürzt habe. Damals habe es auch geheißen, dass Irland 2013 aus dem 85 Mrd. EUR umfassenden Hilfsprogramm von Internationalem Währungsfonds und Europäischer Union aussteigen werde.
Doch der Hilferuf von Vize-Ministerpräsident Eamon Gilmore an die EU, Irland bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite Aufschub zu gewähren, demaskiere den "Musterschüler". Irland habe bisher 21,7 Mrd. EUR aus dem ESM und weitere 12 Mrd. EUR aus dem EFSF erhalten. Komme es nicht zum Aufschub der Rückzahlung, müsste Irland bis 2023 jährlich 3,1 Mrd. EUR zahlen, um den durch Sondergenehmigung der EZB bewilligten Kredit, der zur Stützung der Anglo Irish Bank und der Nationwide Building Society ausgegeben worden sei, zu bedienen. Dieser Kredit sollte in eine 40-jährige Regierungsanleihe umgewandelt werden, die wiederum von der Irischen Notenbank angekauft werden sollte. Dabei würde es sich aber eindeutig um eine verbotene Staatenfinanzierung handeln. Somit sei es nicht verwunderlich, dass seitens der EZB diesem Vorhaben eine Absage erteilt worden sei.
Dennoch sei zu erwarten, dass sich Irland, die EU und der IWF auf Erleichterungen (Fristverlängerung und Änderung der Konditionen) einigen würden. Somit laufe auch diese Rettung nach dem bewährten Muster ab: Der eine zahle, der andere spare. Wohl dem, der den deutschen Michel zu seinem Freundeskreis zählen dürfe. Und daran werde auch ein möglicher Politikwechsel nach der Bundestagswahl nichts ändern!
Bereits am vergangenen Donnerstag habe sich die Telekom Austria AG, das größte Telekommunikationsunternehmen in Österreich am Kapitalmarkt refinanziert. Ausgegeben worden sei eine nachrangige Perpetual-Anleihe im Volumen von 600 Mio. EUR. Die Anleihe habe insgesamt drei Kündigungstermine, jeweils zum 1. Februar des Jahres 2018, 2023 und 2038. Der Kupon sei bis zum 1. Februar 2018 mit 5,625% festgeschrieben. Werde die Anleihe zum 1. Februar 2018 seitens des Emittenten nicht gekündigt, berechne sich der neue Kupon aus dem dann gültigen 5-Jahres Mid Swap Satz + 485,9 bps. Werde die Anleihe in Februar 2023 bzw. 2038 nicht gekündigt, würden sich zusätzlich zum dann herrschenden 5-Jahres Mid Swap Satz weitere + 25 bps auf insgesamt + 510,9 bps bzw. 2038 weitere + 50 bps auf insgesamt + 560,9 bps addieren.
In der laufenden Woche sei es am Primärmarkt für Unternehmensanleihen im Vergleich zu den vorherigen Wochen eher beschaulich zugegangen. Und das obwohl mit der BASF AG (ehemals: "Badische Anilin- & Soda-Fabrik"), der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Chemiekonzern, eine Anleihe mit einer Laufzeit von acht Jahren emittiert habe. Die erste Guidance habe sich im Bereich von Mid Swap +40 bps bewegt. Final gepreist worden sei die Anleihe mit Fälligkeit Februar 2021 bei Mid Swap +38 bps, was einem Emissionskurs von 99,062% entsprochen habe. Den Investoren der Anleihe im Volumen von 500 Mio. EUR zahle BASF einen Kupon von 1,875% p.a.
Osteuropäische Staaten hätten quasi als unbeteiligte Beobachter die Staatsschuldenkrise von außen betrachten können - bis jetzt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) habe nun Warschau eine zweijährige Kreditlinie mit einem Volumen von 33,8 Mrd. US-Dollar gewährt. Der IWF verlängere damit vorsorglich die Kreditzusage, die bereits seit mehr als drei Jahren existiere. Offenbar eine prophylaktische Maßnahme, um wegen der rezessiven Tendenzen in Europa die Anlegernerven zu beruhigen.
Normalerweise knüpfe der IWF solche Kreditlinien an Reformbedingungen, die in diesem Falle nicht verlangt worden seien. Doch man müsse sich fragen, ob die polnische Wirtschaft wirklich so stark sei, dass man darauf verzichten könne oder ob der IWF von etwas Kenntnis erlangt habe, was die Märkte noch nicht wissen würden. Denn die Staatsverschuldung betrage derzeit rund 56% und das Haushaltsdefizit nach Schätzungen der Regierung in Warschau rund 3,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Dieser Grad der Neuverschuldung wäre zwar bereits ein Hindernis unter Anwendung der Maastricht-Kriterien. Doch eines habe die Staatsschuldenkrise gelehrt: Die Maastricht-Verträge würden nur in krisenfreien Zeiten gelten.
Deutschland-Bonds stünden vor dem Aus, bevor sie jemals das Licht der Finanzwelt hätten erblicken können. Denn die gemeinsamen Anleihen von Bund und Ländern würden auf Ablehnung stoßen. Nicht nur die Länder mit guter Bonität, sondern auch die kleineren Bundesländer hätten kein Interesse mehr an einem gemeinsamen Bond, da sie bezweifeln würden, dass sich für die Länder noch nennenswerte Zinsersparnisse erzielen lassen würden. Grund sei, dass der Bund nicht als alleiniger Schuldner der neuen Anleihe am Markt auftreten wolle. Stattdessen wolle er nur für seinen Teil haften. Eine Gesamthaftung sehe das Finanzministerium als verfassungswidrig an.
Während sich neutrale Beobachter bereits kurz nach der Ankündigung nach dem Sinn dieser Anleihen gefragt hätten, hätten kleine Bundesländer auf eine Quasihaftung des Bundes gesetzt, was letztlich die Anleihen günstiger gemacht hätte als einfache Länderanleihen - auch wenn der Bund nur für seinen Anteil hafte. Denn niemand werde es für möglich halten, dass der Bund eine von ihm mitgetragene Deutschland-Anleihe in den Default hätte gehen lassen. Somit würde man einen Bürgen zum Nulltarif erhalten. In diesem Zusammenhang dränge sich aber inzwischen auch die Frage nach der seit 2013 üblichen Umschuldungsklausel auf. Aber manche Dinge würden sich manchmal sogar durch Nichtaktionismus erledigen.
Die Geschichte lehre, dass die Überbringer schlechter Nachrichten stellvertretend für deren Ursache zur Verantwortung gezogen würden. Im Altertum seien diese Unglücksboten sehr häufig geköpft worden. Zur Verantwortung ziehe nun das Europa-Parlament die in der EU tätigen Rating-Agenturen. Denn nach Meinung der EU-Kommission und des Parlaments hätten diese die Staatsschuldenkrise durch negative Bewertungen verschärft. Allein während der Finanzkrise sei über 90 Mal die Kreditwürdigkeit der PIIGS-Staaten nach unten revidiert worden. Aber künftig sollten die Agenturen bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der Regeln leichter auf Schadenersatz verklagt werden können.
Die Rating-Agenturen dürften sich mit unbeauftragten und unbezahlten Einschätzungen zu EU-Staaten nicht mehr nach Belieben zu Wort melden. Sie müssten jedes Jahr im Dezember einen Kalender veröffentlichen, in dem sie kundtun würden, an welchen drei Terminen sie ihre Einschätzungen benennen möchten. Die Noten sollten nur noch freitags nach Börsenschluss öffentlich gemacht werden dürfen.
Die beschlossenen Regeln würden einer Zensur gleichen, wie man sie bisher nur aus der Sowjetunion gekannt habe und im Zweifel sei der Investor der Leidtragende. Denn Rating-Agenturen könnten sich zukünftig zurücklehnen und darauf verweisen, dass sie es zwar gewusst hätten, aber nichts hätten sagen dürfen. In einem Staatsgebilde, das immer gerne auf seine Menschenrechte, einschließlich der Presse- und Meinungsfreiheit verweise, sei diese Regelung der falsche Ansatz. Das belege auch die Tatsache, dass die Agenturen nach anfänglichen Protesten inzwischen die Regeln in der abgeschwächten Fassung angenommen hätten. Somit erhärte sich der Eindruck, dass sich ab dem Frühjahr zwar etwas ändern werde, aber die Rating-Agenturen lediglich an die lange Leine genommen worden seien.
In Spanien ticke eine soziale Zeitbombe. Einerseits mache der Regierung in Madrid die Jugendarbeitslosigkeit von 55% zu schaffen und andererseits sei das Gesundheitssystem Spaniens so nicht mehr finanzierbar und umgehend reformierungsbedürftig. Diese Bombe zu entschärfen, werde kein leichtes Unterfangen sein. Zusätzliches Ungemach drohe aber noch seitens der hochverschuldeten spanischen Region Katalonien. Am Dienstag dieser Woche seien weitere 9,1 Mrd. EUR aus dem staatlichen Rettungsfonds beantragt worden. Da Katalonien sich am Kapitalmarkt nicht mehr selbst refinanzieren könne, sei dieser Hilfsfonds praktisch die einzige Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Bereits im vergangenen Jahr hätten 5,4 Mrd. EUR auf diesem Wege beschafft werden müssen. Nun stelle sich der geneigte Leser aber sicherlich die Frage: Woher komme denn das Geld? Aus Spanien sicherlich nicht!
Die Angst der Anleger vor einem bevorstehenden Aufflackern der Finanzierungsprobleme einzelner Staaten scheine inzwischen immer mehr und mehr zur Nebensache zu verkommen. Somit sei es nicht verwunderlich, dass nicht die närrische Zeit, sondern die "heile Welt" die Tendenz am Rentenmarkt bestimme. Ob diese Einschätzung von langer Dauer sein könne, würden die nächsten Wochen zeigen. Aber aktuell würden Umschichtungen seitens der Anleger vorgenommen und diese würden eindeutig zulasten der bisher als "sicherer Hafen" bezeichneten deutschen Staatsanleihen gehen.
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Dieser Spruch gelte auch für Minusrenditen bei der Refinanzierung Deutschlands. Hätten von den vergangenen 70 Mittelaufnahmen 49 zu historisch niedrigen Zinsen und sogar 21 zu Negativrenditen erfolgen können, so sei diese Zeit nun vorüber. Gelder am Kapitalmarkt aufnehmen und damit noch Geld verdienen, das könne die Deutsche Finanzagentur vorerst als zwischenzeitlichen Nebeneffekt abhaken. Ab sofort müsse auch Deutschland den Investoren wieder einen Zins zahlen, wenn auch dieser noch immer - bei den meisten Laufzeiten - unter der offiziellen Inflationsrate liege.
Da diese Tatsache den Problemen anderer Euroländer geschuldet sei, sei der Anstieg der deutschen Zinsen die logische Konsequenz der sinkenden Refinanzierungskosten der Problemstaaten und das obwohl die Patienten noch nicht als geheilt gelten würden. Dennoch gelte weiterhin, dass diese Staaten gerne dieses "Problem" Deutschlands hätten. Nicht umsonst würden Portugal und Irland vehement Erleichterung bei den Kreditmodalitäten und eine Anpassung der vereinbarten Konditionen fordern.
Der Refinanzierungsbedarf europäischer Staaten sei weiterhin vorhanden und so seien in dieser Handelswoche diverse Altemissionen aufgestockt worden, unter anderem in Finnland (ISIN FI4000037635 / WKN A1G0EU; 2028) und Italien (ISIN IT0004867070 / WKN A1HB59; 2017; ISIN IT0004848831 / WKN A1G83V; 2022). In Deutschland habe am gestrigen Mittwoch ebenfalls die Aufstockung der bereits 2012 aufgelegten Anleihe mit der Endfälligkeit 2044 auf der Agenda gestanden. Die Aufstockung (ohne CAC) um weitere 2 Mrd. EUR auf insgesamt 10 Mrd. EUR habe im Rahmen der Erwartungen gelegen. Die Zuteilung sei bei einer 1,8-fachen Überzeichnung zu einer Durchschnittsrendite von 2,45% erfolgt.
Wie alles im Leben habe auch die Krise zwei Seiten. Einerseits würden die in den Krisenstaaten lebenden Menschen unter den Folgen der schon lange überfälligen Sparpolitik leiden, aber andererseits hätten zum Höhepunkt der Krise die exportierenden Unternehmen von der Euroschwäche profitiert. Nun mache sich Hoffnung breit und die anderen Staaten seien zur Gegenoffensive im Währungskrieg übergegangen. Hierbei habe man stets zwei Optionen zur Verfügung. Erstens die eigene Währung schwächen oder zweitens die Währung des Konkurrenten stärken. Dieser zweite Fall scheine eingetreten zu sein.
Gegenüber dem US-Dollar werde der Euro in dieser Woche auf ein neues 14-Monats-Hoch (1,3587 USD) getrieben. Auch gegenüber dem Japanischen Yen erreiche der Euro das höchste Niveau seit Mai 2010 (123,85 JPY) und im Vergleich zum Südafrikanischen Rand (ZAR) werde sogar ein neues 4-Jahres-Hoch markiert (12,3156 ZAR).
In dieser Stärke des Euro liege aber auch immer eine Chance für Anleger, die nicht an die permanente Festigkeit der europäischen Gemeinschaftswährung glauben würden. Daher sei es nicht verwunderlich, dass sich weiterhin viele Investoren in Fremdwährungsanleihen engagieren würden.
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