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Deutschland: Zinsen gehen in die Knie - der Staat spart dabei
22.08.14 12:16
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Einer liebgewonnenen Tradition gemäß hat Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank, in diesem Urlaub einen weiteren Eurokrisen-Staat bereist, und zwar Portugal.
Einer der ältesten Nationalstaaten Europas - mit einer sehr ruhmreichen Historie - blicke auf eine sehr bewegte jüngste Vergangenheit zurück. In dieser Zeit hätten Kriege, Fremdherrschaft und außenpolitische Querelen den einstigen Status als Kolonial- und Weltmacht vollends beendet. Zu allem Überfluss sei dieser Staat durch lange Jahre der Diktatur zurückgeworfen worden, mit deren Spätfolgen er fast 40 Jahre später immer noch zu kämpfen habe.
In Lissabon werde an allen Ecken und Kanten gebaut und renoviert. Die Stadt verfüge über tolle Museen und hinter vielen maroden Fassaden könne man nicht vermutete Kleinode entdecken. Hinter der maroden Haushaltslage sei dies freilich nicht zu erwarten. Die Entwicklungen bei der Banco Espírito Santo (BES) hätten dies sehr deutlich aufgezeigt. Dennoch zeichne die Portugiesen eine südländische Gelassenheit aus, wie sie auch ein Taxifahrer lächelnd an den Tag gelegt habe, als er auf das Thema der Pleitebank BES angesprochen gesagt habe: "Da habe ich zwar ein Konto, aber kein Geld liegen."
Und schon sei man wieder beim alten Thema - bei der von vielen EU-Bürgern skeptisch beurteilten Europäischen Union (EU) mit Deutschland an der Spitze, die im Notfall stets als Feuerwehr eingreifen solle. In Deutschland steige indessen die Gefahr einer Rezession von Tag zu Tag, da die Sanktionen gegen Russland die Wirtschaft empfindlich treffen würden. Noch habe man nicht den Eindruck, dass sich die Regierungen der Eurostaaten über die Folgen für Europa Gedanken machen würden. Eher im Gegenteil, viele Regierungschefs würden in dieser Schwächung eine Chance für die heimische Wirtschaft sehen - was kaum einer zugeben werde.
Das exportstarke Deutschland sei aufgrund der bisherigen Beschlüsse zu ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), zur Bankenunion und anderen Projekten mehr denn je an seine europäischen Partner gebunden. Auch die USA hätten kein Problem mit einer nachhaltigen Schwächung ihres doch so wichtigen Partners Bundesrepublik. Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Russland seien von Washington schon seit Jahren kritisch beäugt worden. Und nun könnte Deutschland zwischen den beiden Machtblöcken wirtschaftlich und politisch in die Zange genommen.
Schöne Aussichten sind das nicht, aber zum Glück haben wir noch unsere europäischen Freunde, die uns die Chance geben, mit ihnen gemeinsame Aktionen zu initiieren, so die Analysten der Baader Bank. So werde momentan von Paris und Rom vehement ein europäisches Konjunkturprogramm im Wert von 300 Mrd. EUR gefordert. Dass zeitgleich die Bundesbank errechnet habe, Deutschland sei bisher der große Nutznießer der Krise gewesen und habe aufgrund der Niedrigzinsphase 120 Mrd. EUR gespart, lasse erahnen, wer das wohl wieder bezahlen solle. Dreimal dürfe geraten werden, aber die ersten beiden Male würden nicht zählen!
Dass die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf unter 1 Prozent gefallen sei, sei die eine Seite. Geschuldet seo dieser Prozess bekanntlich der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie neuerdings dem stotternden deutschen Konjunkturmotor aufgrund der geopolitischen Spannungen. Auf der anderen Seite aber trage das Rekordtief der Zinsen zu einer Trendumkehr bei der Staatsverschuldung bei. Denn erstmals seit 60 Jahren baue die Bundesrepublik ein Stück weit ihren Schuldenberg ab. Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Körperschaften und der gesetzlichen Sozialversicherung seien 2013 um 30,3 Mrd. EUR oder 1,5% geschrumpft. Betrachte man die Zeit seit der Finanzkrise 2007, habe der deutsche Staat allein 120 Mrd. EUR aufgrund der extrem niedrigen Zinsen gespart, rechne die Bundesbank vor.
Trendverstärkend wirke dabei noch ein weiterer Aspekt: Seit der Finanzkrise habe sich die vorhandene Menge an sicheren Euro-Anleihen drastisch verringert. So sei das Volumen der mit der Bestnote "AAA" bewerteten Euro-Staatsanleihen laut Goldman Sachs seit 2012 um 40% zurückgegangen, die mit "A" oder besser bewerteten Euro-Bonds hätten um 30% abgenommen. Die weiterhin hohe Nachfrage nach bestens bewerteten Euro-Staatsanleihen treffe damit auf ein geschrumpftes Angebot, was wiederum die Kurse nach oben treibe und die Renditen in den Keller drücke.
Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland würden bei deutschen Unternehmen auf die Stimmung drücken. Dabei seien es weniger die eigentlichen Sanktionen, die Sorgen bereiten würden. Diese könne die deutsche Wirtschaft weitgehend verschmerzen. Nein, es sei das Vertrauen, das gegenüber Russland auf Jahre hinaus zerstört sein dürfte.
Die EU habe inzwischen gegen 95 Personen Einreiseverbote und Kontensperrungen erlassen. Außerdem gebe es eine schwarze Liste mit 23 Unternehmen oder Organisationen, mit denen man als EU-Bürger keine Geschäfte mehr machen dürfe. Moskau habe auf diese Wirtschaftssanktionen der EU bekanntlich mit einem Importverbot für europäische Agrargüter reagiert. Weitere Schritte seien zu erwarten, verbunden mit einer gleichzeitigen Annäherung an die asiatischen Handelspartner, welche die entstandenen Lücken gerne füllen würden.
Spuren der Ukraine-Krise, aber auch der weiteren geopolitischen Spannungen, würden sich bereits bei der Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigen, das im 2. Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2% geschrumpft sei. Deutschland habe damit zumindest vorläufig seine Funktion als Wachstumslokomotive in der EU verloren. Hoffentlich registrieren das auch bald unsere Politiker, so die Analysten der Baader Bank. Denn Zahlmeister könne nur sein, wer auch Geld verdiene!
Der Umstand, dass sich der russische Präsident Putin am kommenden Dienstag mit seinem ukrainischen Kollegen Poroschenko in Minsk treffen wolle, habe für eine vorsichtige Entspannung an den Märkten für russische und ukrainische Anleihen gesorgt. So habe sich ein bis 4/2020 laufender russischer, auf US-Dollar lautender Bond auf ein Niveau von 104,14% erholt, nachdem der Kurs Anfang August auf 101,10% zurückgefallen sei. Auch länger laufende Titel wie eine US-Dollar-Anleihe (ISIN XS0088543193 / WKN 248505) mit Laufzeit 6/2028 habe auf 164,83% angezogen, gegenüber einem vorübergehenden Tief von 158,60% am 8. August.
Auch ukrainische Staatsanleihen hätten sich erholt, wie am Beispiel eines bis 10/2015 laufenden Titels (ISIN XS0232329879 / WKN A0GGXG) deutlich werde. Der auf Euro lautende Bond sei in dieser Woche auf ca. 94,25% geklettert nach 89,25% am 8. August. Ebenso habe ein US-Dollar-Bond aus Kiew (ISIN XS0543783194 / WKN A1A1H7) mit Fälligkeit 9/2020 wieder auf 94,00% angezogen, nachdem er Anfang des Monats noch bei 90,33% notiert habe.
Der anhaltende Streit zwischen Buenos Aires und den klagenden US-Hedgefonds NML Capital und Aurelius, die von Argentinien rund 1,65 Mrd. US-Dollar fordern würden, drücke auf die Kurse argentinischer Staatsanleihen. So seien beispielsweise die Preise für zwei Altemissionen (ISIN DE0002466208 / WKN 246620, ISIN XS0084071421 / WKN 197356) in dieser Woche auf ein Niveau von 71,50% zurückgegangen, nachdem für beide Titel Ende Juli noch Kurse von ca. 80,00% angeschrieben worden seien.
Darin spiegele sich auch die Skepsis der Marktteilnehmer über den erneuten Versuch von Buenos Aires wider, eine Lösung für den Konflikt zu finden. Die neueste Idee sei nun, den Gläubigern der Staatsschuld die Verlegung der Zahlungen nach Buenos Aires anzubieten. Auf diesem Wege solle die Blockierung der Auszahlungen in New York umgangen werden, die ein US-Gericht gegen Argentinien im Streit mit den Hedgefonds verhängt habe. Den Gläubigern der Umschuldungen von 2005 und 2010 solle die Auszahlung über Treuhandkonten in Argentinien gesichert werden, habe Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner, erklärt.
Argentinien stecke also weiterhin in der Zwickmühle. Denn bei einer vollen Bedienung der Hedgefonds entsprechend dem US-Urteil könnte ein anderer, milliardenschwerer Schuldenschnitt-Deal mit der überwiegenden Mehrheit seiner Gläubiger rückwirkend platzen. Im Gegenzug würden nun die Besitzer argentinischer Euro-Bonds gegen das US-Gerichtsurteil klagen, da diese Papiere nach britischem Recht begeben worden seien und somit nicht dem amerikanischen Richterspruch unterlägen. Argentinien, die neue Never-Ending-Story.
Trotz der historisch niedrigen Renditen für Staatsanleihen in den krisengeschüttelten Staaten seien die Sorgen um diese Staaten nicht geringer geworden. Weiterhin gelte, dass EZB-Präsident Mario Draghi wie ein Wunderheiler bereits durch Handauflegung die europäischen Kapitalmärkte von ihren Qualen zwar erlöst, aber Refinanzierungsbedingungen geschaffen habe, die für eine Gesundung der Patienten kontraproduktiv seien. So scheine es niemanden zu interessieren, dass Spanien erstmals die Schwelle von 1 Billion Euro bei den Staatsschulden überschritten habe. Der Betrag von 1,007 Bill. Euro entspreche immerhin 98,4% des Bruttoinlandsprodukts.
Auch dass Frankreich die angepeilte Defizitgrenze zum wiederholten Male reißen werde, scheine lediglich eine Randnotiz wert zu sein. Eine Halbierung der Wachstumsprognose infolge der Konjunkturflaute schiebe das französische Defizit wieder über die 4%-Marke. Neu sei in diesem Zusammenhang lediglich, dass der französische Finanzminister mit seinen Worten "Besser zugeben, was ist, als auf etwas zu hoffen, das nicht sein wird" in die Offensive gehe, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
In puncto Griechenland seien die Marktteilnehmer inzwischen resistent gegenüber Hiobsbotschaften und so verwundere es nicht, dass die Meldung eines Rückgangs der Industrieproduktion gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,7% nur noch achselzuckend zur Kenntnis genommen werde.
Zu guter Letzt sollte Italien nicht wie bei der Fußballweltmeisterschaft ohne Erwähnung bleiben und so habe die Italienische Zentralbank vermeldet, dass die Non Performing Loans, das seien Kredite mit mehr als 90 Tagen Zahlungsverzug, im Juni ein neues Allzeithoch mit 170,321 Mrd. EUR erreicht hätten. Die Liste könnte auch noch um Portugal ergänzt werden, aber die Misere um die "Bank des Heiligen Geistes" sei bereits hinreichend bekannt. Zusammenfassend lasse sich also konstatieren, dass Europa auch in den nächsten Monaten die Sorgen nicht ausgehen würden.
Nachdem am gestrigen Abend keine neuen gravierenden Erkenntnisse aus der Veröffentlichung der Protokolle des Offenmarktausschusses vom 29./30. Juli hätten gewonnen werden können, treffe sich von heute an (bis zum Samstag) auf Einladung der amerikanischen Notenbank (FED) die Crème de la crème der Geldpolitiker in Jackson Hole zum jährlichen Gedankenaustausch. Zentrales Thema dürfte hierbei die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes als Indikator für die konjunkturelle Entwicklung der USA sein. Aber auch andere Themen wie die Euroschuldenkrise, die Entwicklung der Immobilienmärkte sowie die geopolitischen Krisen würden angerissen werden.
In der Vergangenheit hätten die US-Notenbankchefs oftmals diese Tagung genutzt, um Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik zu geben. Ob dies auch in diesem Jahr so sein werde, dürfe bezweifelt werden. Denn die Einschätzungen der neuen Chefin, Janet Yellen, seien hinlänglich bekannt. Lediglich der Zeitpunkt für die bevorstehende Zinsanhebung stehe noch nicht fest. Allerdings sei Zinserhöhung nicht gleich Zinserhöhung und das Ausmaß richte sich insbesondere nach der Nachhaltigkeit der Unternehmensgewinne. Eine wachsende Wirtschaft allein reiche nicht au, und somit sollten nur kleine Trippelschritte erwartet werden.
Auf besonderes Interesse werde die Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi stoßen, der als Gastredner einen Einblick in die Zukunft der europäischen Geldpolitik gewähren werde. Da die Rede nach Handelsschluss in Europa anberaumt sei, werde genügend Zeit bestehen, um eine Wertung der Aussagen vorzunehmen.
Aktuell befinden wir uns noch mitten in der Urlaubszeit und viele Marktakteure genießen die wohlverdiente Ruhephase, so die Analysten der Baader Bank. Wer allerdings wieder in den Alltag zurückkehre, der habe nicht den Eindruck, dass die Geschehnisse in Europa und anderen Regionen der Welt alltäglich seien. Insbesondere gelte dies für den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die Sorgenfalten vieler Börsianer würden angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen und der Handelssanktionen immer größer. Wie groß sie mittlerweile geworden seien, zeige in beeindruckender Art und Weise das Sorgenbarometer.
Am vergangenen Freitag habe der Euro-Bund-Future einen neuen Höchststand bei 150,70% erreicht. Auslöser dieser Kursexplosion sei ein "angeblicher" Angriff auf einen russischen Militärkonvoi gewesen und somit habe es für den Euro-Bund-Future nur noch eine Richtung gegeben. Zur Erinnerung, als sich die Analysten der Baader Bank in den zweiwöchigen Urlaub verabschiedet haben, notierte das Rentenbarometer noch bei 148,78%, was zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls eine neue Rekordmarke darstellte.
Dass bei dieser Entwicklung die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe ein historisches Tief bei 0,96% erreicht habe und somit erstmals unter die Marke von 1% gefallen sei, sei die logische Konsequenz gewesen. Rentenhändler hätten in den Handelssälen seit Jahren ein besonderes Dasein gefrist, aber aktuell würden sie oft mit der Frage "Welcher Futurestand entspricht der Rendite Null?" konfrontiert. Bis zu dieser Rendite habe man noch viel Luft! Endlich werde man auch von anderen Händlern wieder wahrgenommen!
Die weiteren Krisenherde im Irak, Israel und Gaza würden nicht unbedingt für Abkühlung sorgen und so halte sich der Euro-Bund-Future relativ stabil über der psychologisch wichtigen Marke von 150,00%. Zur Stunde notiere er bei 150,14%. Charttechnisch gesehen sei nach oben lediglich das bisherige All-Time-High als Widerstand anzusehen. Eine erste Unterstützung für den Fall der Gegenreaktion sei bei ca. 148,78% (Hoch 29.07.14) auszumachen. Die daraus resultierende Tradingrange belaufe sich somit vorerst auf 148,78% zu 150,70%.
In dieser Woche sei wohl die spannendste Frage gewesen, ob Deutschland für seine neuen zweijährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001137479 / WKN 113747) mehr Geld vereinnahmen könne, als in zwei Jahren zurückgezahlt werden müsse. Dies könne bejaht werden! Bei dem am gestrigen Mittwoch anstehenden Tender sei die Zuteilung der zweifach überzeichneten Gattung bei einem gewogenen Durchschnittskurs von 100,009% erfolgt. Somit habe sich bei einem Kupon von 0% eine Rendite von gerundet Null ergeben, aber unterm Strich hätten die Investoren auf die Sicht von zwei Jahren sogar einen Verlust akzeptiert. So macht Schuldenmachen noch Spaß, wird sich unser Bundesfinanzminister denken, der sich jetzt nur noch eine steigende Inflation wünscht, so die Analysten der Baader Bank.
Von solchen Konditionen könnten andere Regierungen nur träumen. Selbst die USA, die in dieser Handelswoche insgesamt 129 Mrd. US-Dollar am Geldmarkt aufgenommen hätten, müssten für die frischen Gelder Zinsen zahlen. Für die einjährigen T-Bills zwar lediglich 0,105%, aber immerhin.
Nach der zweiwöchigen Sommerpause der Analysten der Baader Bank ist der Euro noch immer ein Spielball der europäischen und amerikanischen Geldpolitik. So sei es im Rückblick ähnlich dem Videospiel Pong aus dem Jahre 1972 munter hin und hergegangen. Gestartet worden sei in den Monat August auf einem Niveau von 1,3389 US-Dollar. Daraufhin hätten sich schwache US-Arbeitsmarktdaten, unveränderte Leitzinsen und gesunkene Inflationsraten in der Eurozone, ein schwacher ZEW-Index sowie eine eingetrübte Verbraucherstimmung in Übersee abgewechselt. Die Gemeinschaftswährung habe sich folglich in einer Range von 1,3331 US-Dollar bis 1,3444 US-Dollar bewegt und dabei stark an ein EKG erinnert.
Zu Beginn dieser Handelswoche habe sich das Kursbild verändert. Zunächst habe der Euro, durch die Unsicherheit des zukünftigen Zinskurses in den USA, etwas durchatmen können. Doch diese Ruhe sei nicht von langer Dauer gewesen. Positive US-Konjunkturdaten hätten die Zinsfantasien erneut beflügelt und die Gemeinschaftswährung auf ein Neun-Monats-Tief bei 1,3241 US-Dollar gedrückt. Möglicherweise bringe Janet Yellen auf dem heute beginnenden Notenbank Treffen in Jackson Hole mehr Licht ins Dunkel (Fantasie weiche Realität). Zur Stunde notiere der Euro auch infolge der gestrigen Veröffentlichung der Protokolle des Offenmarktausschusses bei 1,3246 US-Dollar.
Auch gegenüber der Norwegischen Krone (NOK) mache die Zinspolitik der norwegischen Notenbank der Gemeinschaftswährung zu schaffen. Die Spekulationen auf eine Zinssenkung würden immer mehr verstummen und daraufhin sei der Euro auf ein neues Zwei-Monats-Tief bei 8,1835 NOK gefallen.
Um dem niedrigen Zinsniveau in der Eurozone zu entgehen, würden Privatanleger in dieser Handelswoche insbesondere auf in Neuseeländischem Dollar, Türkischer Lira und US-Dollar begebene Anleihen setzen.
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Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (22.08.2014/alc/a/a)
Einer der ältesten Nationalstaaten Europas - mit einer sehr ruhmreichen Historie - blicke auf eine sehr bewegte jüngste Vergangenheit zurück. In dieser Zeit hätten Kriege, Fremdherrschaft und außenpolitische Querelen den einstigen Status als Kolonial- und Weltmacht vollends beendet. Zu allem Überfluss sei dieser Staat durch lange Jahre der Diktatur zurückgeworfen worden, mit deren Spätfolgen er fast 40 Jahre später immer noch zu kämpfen habe.
In Lissabon werde an allen Ecken und Kanten gebaut und renoviert. Die Stadt verfüge über tolle Museen und hinter vielen maroden Fassaden könne man nicht vermutete Kleinode entdecken. Hinter der maroden Haushaltslage sei dies freilich nicht zu erwarten. Die Entwicklungen bei der Banco Espírito Santo (BES) hätten dies sehr deutlich aufgezeigt. Dennoch zeichne die Portugiesen eine südländische Gelassenheit aus, wie sie auch ein Taxifahrer lächelnd an den Tag gelegt habe, als er auf das Thema der Pleitebank BES angesprochen gesagt habe: "Da habe ich zwar ein Konto, aber kein Geld liegen."
Und schon sei man wieder beim alten Thema - bei der von vielen EU-Bürgern skeptisch beurteilten Europäischen Union (EU) mit Deutschland an der Spitze, die im Notfall stets als Feuerwehr eingreifen solle. In Deutschland steige indessen die Gefahr einer Rezession von Tag zu Tag, da die Sanktionen gegen Russland die Wirtschaft empfindlich treffen würden. Noch habe man nicht den Eindruck, dass sich die Regierungen der Eurostaaten über die Folgen für Europa Gedanken machen würden. Eher im Gegenteil, viele Regierungschefs würden in dieser Schwächung eine Chance für die heimische Wirtschaft sehen - was kaum einer zugeben werde.
Das exportstarke Deutschland sei aufgrund der bisherigen Beschlüsse zu ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), zur Bankenunion und anderen Projekten mehr denn je an seine europäischen Partner gebunden. Auch die USA hätten kein Problem mit einer nachhaltigen Schwächung ihres doch so wichtigen Partners Bundesrepublik. Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Russland seien von Washington schon seit Jahren kritisch beäugt worden. Und nun könnte Deutschland zwischen den beiden Machtblöcken wirtschaftlich und politisch in die Zange genommen.
Schöne Aussichten sind das nicht, aber zum Glück haben wir noch unsere europäischen Freunde, die uns die Chance geben, mit ihnen gemeinsame Aktionen zu initiieren, so die Analysten der Baader Bank. So werde momentan von Paris und Rom vehement ein europäisches Konjunkturprogramm im Wert von 300 Mrd. EUR gefordert. Dass zeitgleich die Bundesbank errechnet habe, Deutschland sei bisher der große Nutznießer der Krise gewesen und habe aufgrund der Niedrigzinsphase 120 Mrd. EUR gespart, lasse erahnen, wer das wohl wieder bezahlen solle. Dreimal dürfe geraten werden, aber die ersten beiden Male würden nicht zählen!
Dass die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf unter 1 Prozent gefallen sei, sei die eine Seite. Geschuldet seo dieser Prozess bekanntlich der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie neuerdings dem stotternden deutschen Konjunkturmotor aufgrund der geopolitischen Spannungen. Auf der anderen Seite aber trage das Rekordtief der Zinsen zu einer Trendumkehr bei der Staatsverschuldung bei. Denn erstmals seit 60 Jahren baue die Bundesrepublik ein Stück weit ihren Schuldenberg ab. Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Körperschaften und der gesetzlichen Sozialversicherung seien 2013 um 30,3 Mrd. EUR oder 1,5% geschrumpft. Betrachte man die Zeit seit der Finanzkrise 2007, habe der deutsche Staat allein 120 Mrd. EUR aufgrund der extrem niedrigen Zinsen gespart, rechne die Bundesbank vor.
Trendverstärkend wirke dabei noch ein weiterer Aspekt: Seit der Finanzkrise habe sich die vorhandene Menge an sicheren Euro-Anleihen drastisch verringert. So sei das Volumen der mit der Bestnote "AAA" bewerteten Euro-Staatsanleihen laut Goldman Sachs seit 2012 um 40% zurückgegangen, die mit "A" oder besser bewerteten Euro-Bonds hätten um 30% abgenommen. Die weiterhin hohe Nachfrage nach bestens bewerteten Euro-Staatsanleihen treffe damit auf ein geschrumpftes Angebot, was wiederum die Kurse nach oben treibe und die Renditen in den Keller drücke.
Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland würden bei deutschen Unternehmen auf die Stimmung drücken. Dabei seien es weniger die eigentlichen Sanktionen, die Sorgen bereiten würden. Diese könne die deutsche Wirtschaft weitgehend verschmerzen. Nein, es sei das Vertrauen, das gegenüber Russland auf Jahre hinaus zerstört sein dürfte.
Die EU habe inzwischen gegen 95 Personen Einreiseverbote und Kontensperrungen erlassen. Außerdem gebe es eine schwarze Liste mit 23 Unternehmen oder Organisationen, mit denen man als EU-Bürger keine Geschäfte mehr machen dürfe. Moskau habe auf diese Wirtschaftssanktionen der EU bekanntlich mit einem Importverbot für europäische Agrargüter reagiert. Weitere Schritte seien zu erwarten, verbunden mit einer gleichzeitigen Annäherung an die asiatischen Handelspartner, welche die entstandenen Lücken gerne füllen würden.
Spuren der Ukraine-Krise, aber auch der weiteren geopolitischen Spannungen, würden sich bereits bei der Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigen, das im 2. Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2% geschrumpft sei. Deutschland habe damit zumindest vorläufig seine Funktion als Wachstumslokomotive in der EU verloren. Hoffentlich registrieren das auch bald unsere Politiker, so die Analysten der Baader Bank. Denn Zahlmeister könne nur sein, wer auch Geld verdiene!
Der Umstand, dass sich der russische Präsident Putin am kommenden Dienstag mit seinem ukrainischen Kollegen Poroschenko in Minsk treffen wolle, habe für eine vorsichtige Entspannung an den Märkten für russische und ukrainische Anleihen gesorgt. So habe sich ein bis 4/2020 laufender russischer, auf US-Dollar lautender Bond auf ein Niveau von 104,14% erholt, nachdem der Kurs Anfang August auf 101,10% zurückgefallen sei. Auch länger laufende Titel wie eine US-Dollar-Anleihe (ISIN XS0088543193 / WKN 248505) mit Laufzeit 6/2028 habe auf 164,83% angezogen, gegenüber einem vorübergehenden Tief von 158,60% am 8. August.
Auch ukrainische Staatsanleihen hätten sich erholt, wie am Beispiel eines bis 10/2015 laufenden Titels (ISIN XS0232329879 / WKN A0GGXG) deutlich werde. Der auf Euro lautende Bond sei in dieser Woche auf ca. 94,25% geklettert nach 89,25% am 8. August. Ebenso habe ein US-Dollar-Bond aus Kiew (ISIN XS0543783194 / WKN A1A1H7) mit Fälligkeit 9/2020 wieder auf 94,00% angezogen, nachdem er Anfang des Monats noch bei 90,33% notiert habe.
Der anhaltende Streit zwischen Buenos Aires und den klagenden US-Hedgefonds NML Capital und Aurelius, die von Argentinien rund 1,65 Mrd. US-Dollar fordern würden, drücke auf die Kurse argentinischer Staatsanleihen. So seien beispielsweise die Preise für zwei Altemissionen (ISIN DE0002466208 / WKN 246620, ISIN XS0084071421 / WKN 197356) in dieser Woche auf ein Niveau von 71,50% zurückgegangen, nachdem für beide Titel Ende Juli noch Kurse von ca. 80,00% angeschrieben worden seien.
Darin spiegele sich auch die Skepsis der Marktteilnehmer über den erneuten Versuch von Buenos Aires wider, eine Lösung für den Konflikt zu finden. Die neueste Idee sei nun, den Gläubigern der Staatsschuld die Verlegung der Zahlungen nach Buenos Aires anzubieten. Auf diesem Wege solle die Blockierung der Auszahlungen in New York umgangen werden, die ein US-Gericht gegen Argentinien im Streit mit den Hedgefonds verhängt habe. Den Gläubigern der Umschuldungen von 2005 und 2010 solle die Auszahlung über Treuhandkonten in Argentinien gesichert werden, habe Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner, erklärt.
Argentinien stecke also weiterhin in der Zwickmühle. Denn bei einer vollen Bedienung der Hedgefonds entsprechend dem US-Urteil könnte ein anderer, milliardenschwerer Schuldenschnitt-Deal mit der überwiegenden Mehrheit seiner Gläubiger rückwirkend platzen. Im Gegenzug würden nun die Besitzer argentinischer Euro-Bonds gegen das US-Gerichtsurteil klagen, da diese Papiere nach britischem Recht begeben worden seien und somit nicht dem amerikanischen Richterspruch unterlägen. Argentinien, die neue Never-Ending-Story.
Trotz der historisch niedrigen Renditen für Staatsanleihen in den krisengeschüttelten Staaten seien die Sorgen um diese Staaten nicht geringer geworden. Weiterhin gelte, dass EZB-Präsident Mario Draghi wie ein Wunderheiler bereits durch Handauflegung die europäischen Kapitalmärkte von ihren Qualen zwar erlöst, aber Refinanzierungsbedingungen geschaffen habe, die für eine Gesundung der Patienten kontraproduktiv seien. So scheine es niemanden zu interessieren, dass Spanien erstmals die Schwelle von 1 Billion Euro bei den Staatsschulden überschritten habe. Der Betrag von 1,007 Bill. Euro entspreche immerhin 98,4% des Bruttoinlandsprodukts.
Auch dass Frankreich die angepeilte Defizitgrenze zum wiederholten Male reißen werde, scheine lediglich eine Randnotiz wert zu sein. Eine Halbierung der Wachstumsprognose infolge der Konjunkturflaute schiebe das französische Defizit wieder über die 4%-Marke. Neu sei in diesem Zusammenhang lediglich, dass der französische Finanzminister mit seinen Worten "Besser zugeben, was ist, als auf etwas zu hoffen, das nicht sein wird" in die Offensive gehe, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
In puncto Griechenland seien die Marktteilnehmer inzwischen resistent gegenüber Hiobsbotschaften und so verwundere es nicht, dass die Meldung eines Rückgangs der Industrieproduktion gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,7% nur noch achselzuckend zur Kenntnis genommen werde.
Zu guter Letzt sollte Italien nicht wie bei der Fußballweltmeisterschaft ohne Erwähnung bleiben und so habe die Italienische Zentralbank vermeldet, dass die Non Performing Loans, das seien Kredite mit mehr als 90 Tagen Zahlungsverzug, im Juni ein neues Allzeithoch mit 170,321 Mrd. EUR erreicht hätten. Die Liste könnte auch noch um Portugal ergänzt werden, aber die Misere um die "Bank des Heiligen Geistes" sei bereits hinreichend bekannt. Zusammenfassend lasse sich also konstatieren, dass Europa auch in den nächsten Monaten die Sorgen nicht ausgehen würden.
Nachdem am gestrigen Abend keine neuen gravierenden Erkenntnisse aus der Veröffentlichung der Protokolle des Offenmarktausschusses vom 29./30. Juli hätten gewonnen werden können, treffe sich von heute an (bis zum Samstag) auf Einladung der amerikanischen Notenbank (FED) die Crème de la crème der Geldpolitiker in Jackson Hole zum jährlichen Gedankenaustausch. Zentrales Thema dürfte hierbei die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes als Indikator für die konjunkturelle Entwicklung der USA sein. Aber auch andere Themen wie die Euroschuldenkrise, die Entwicklung der Immobilienmärkte sowie die geopolitischen Krisen würden angerissen werden.
Auf besonderes Interesse werde die Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi stoßen, der als Gastredner einen Einblick in die Zukunft der europäischen Geldpolitik gewähren werde. Da die Rede nach Handelsschluss in Europa anberaumt sei, werde genügend Zeit bestehen, um eine Wertung der Aussagen vorzunehmen.
Aktuell befinden wir uns noch mitten in der Urlaubszeit und viele Marktakteure genießen die wohlverdiente Ruhephase, so die Analysten der Baader Bank. Wer allerdings wieder in den Alltag zurückkehre, der habe nicht den Eindruck, dass die Geschehnisse in Europa und anderen Regionen der Welt alltäglich seien. Insbesondere gelte dies für den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die Sorgenfalten vieler Börsianer würden angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen und der Handelssanktionen immer größer. Wie groß sie mittlerweile geworden seien, zeige in beeindruckender Art und Weise das Sorgenbarometer.
Am vergangenen Freitag habe der Euro-Bund-Future einen neuen Höchststand bei 150,70% erreicht. Auslöser dieser Kursexplosion sei ein "angeblicher" Angriff auf einen russischen Militärkonvoi gewesen und somit habe es für den Euro-Bund-Future nur noch eine Richtung gegeben. Zur Erinnerung, als sich die Analysten der Baader Bank in den zweiwöchigen Urlaub verabschiedet haben, notierte das Rentenbarometer noch bei 148,78%, was zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls eine neue Rekordmarke darstellte.
Dass bei dieser Entwicklung die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe ein historisches Tief bei 0,96% erreicht habe und somit erstmals unter die Marke von 1% gefallen sei, sei die logische Konsequenz gewesen. Rentenhändler hätten in den Handelssälen seit Jahren ein besonderes Dasein gefrist, aber aktuell würden sie oft mit der Frage "Welcher Futurestand entspricht der Rendite Null?" konfrontiert. Bis zu dieser Rendite habe man noch viel Luft! Endlich werde man auch von anderen Händlern wieder wahrgenommen!
Die weiteren Krisenherde im Irak, Israel und Gaza würden nicht unbedingt für Abkühlung sorgen und so halte sich der Euro-Bund-Future relativ stabil über der psychologisch wichtigen Marke von 150,00%. Zur Stunde notiere er bei 150,14%. Charttechnisch gesehen sei nach oben lediglich das bisherige All-Time-High als Widerstand anzusehen. Eine erste Unterstützung für den Fall der Gegenreaktion sei bei ca. 148,78% (Hoch 29.07.14) auszumachen. Die daraus resultierende Tradingrange belaufe sich somit vorerst auf 148,78% zu 150,70%.
In dieser Woche sei wohl die spannendste Frage gewesen, ob Deutschland für seine neuen zweijährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001137479 / WKN 113747) mehr Geld vereinnahmen könne, als in zwei Jahren zurückgezahlt werden müsse. Dies könne bejaht werden! Bei dem am gestrigen Mittwoch anstehenden Tender sei die Zuteilung der zweifach überzeichneten Gattung bei einem gewogenen Durchschnittskurs von 100,009% erfolgt. Somit habe sich bei einem Kupon von 0% eine Rendite von gerundet Null ergeben, aber unterm Strich hätten die Investoren auf die Sicht von zwei Jahren sogar einen Verlust akzeptiert. So macht Schuldenmachen noch Spaß, wird sich unser Bundesfinanzminister denken, der sich jetzt nur noch eine steigende Inflation wünscht, so die Analysten der Baader Bank.
Von solchen Konditionen könnten andere Regierungen nur träumen. Selbst die USA, die in dieser Handelswoche insgesamt 129 Mrd. US-Dollar am Geldmarkt aufgenommen hätten, müssten für die frischen Gelder Zinsen zahlen. Für die einjährigen T-Bills zwar lediglich 0,105%, aber immerhin.
Nach der zweiwöchigen Sommerpause der Analysten der Baader Bank ist der Euro noch immer ein Spielball der europäischen und amerikanischen Geldpolitik. So sei es im Rückblick ähnlich dem Videospiel Pong aus dem Jahre 1972 munter hin und hergegangen. Gestartet worden sei in den Monat August auf einem Niveau von 1,3389 US-Dollar. Daraufhin hätten sich schwache US-Arbeitsmarktdaten, unveränderte Leitzinsen und gesunkene Inflationsraten in der Eurozone, ein schwacher ZEW-Index sowie eine eingetrübte Verbraucherstimmung in Übersee abgewechselt. Die Gemeinschaftswährung habe sich folglich in einer Range von 1,3331 US-Dollar bis 1,3444 US-Dollar bewegt und dabei stark an ein EKG erinnert.
Zu Beginn dieser Handelswoche habe sich das Kursbild verändert. Zunächst habe der Euro, durch die Unsicherheit des zukünftigen Zinskurses in den USA, etwas durchatmen können. Doch diese Ruhe sei nicht von langer Dauer gewesen. Positive US-Konjunkturdaten hätten die Zinsfantasien erneut beflügelt und die Gemeinschaftswährung auf ein Neun-Monats-Tief bei 1,3241 US-Dollar gedrückt. Möglicherweise bringe Janet Yellen auf dem heute beginnenden Notenbank Treffen in Jackson Hole mehr Licht ins Dunkel (Fantasie weiche Realität). Zur Stunde notiere der Euro auch infolge der gestrigen Veröffentlichung der Protokolle des Offenmarktausschusses bei 1,3246 US-Dollar.
Auch gegenüber der Norwegischen Krone (NOK) mache die Zinspolitik der norwegischen Notenbank der Gemeinschaftswährung zu schaffen. Die Spekulationen auf eine Zinssenkung würden immer mehr verstummen und daraufhin sei der Euro auf ein neues Zwei-Monats-Tief bei 8,1835 NOK gefallen.
Um dem niedrigen Zinsniveau in der Eurozone zu entgehen, würden Privatanleger in dieser Handelswoche insbesondere auf in Neuseeländischem Dollar, Türkischer Lira und US-Dollar begebene Anleihen setzen.
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16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




