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Disinflation ist kein linearer Prozess
09.04.24 10:14
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - EZB-Direktorin Isabel Schnabel vergleicht den Kampf gegen die Inflation mit einem Langstreckenlauf, bei dem die "letzte Meile" die härteste sei, so Sadettin Yildiz von der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.
Sie befürchte, ein starker Anstieg nominaler Löhne könne dafür sorgen, dass die Inflation insbesondere im Dienstleitungssektor hartnäckig hoch bleibe.
KEINE AKUTE GEFAHR FÜR DEN DISINFLATIONÄREN PROZESS
Die EZB prognostiziere, dass das Inflationsziel von 2% erst im nächsten Jahr erreicht werde und die Inflation in der Eurozone im Jahr 2024 leicht darüber liegen werde. Der annualisierte Durchschnitt der letzten drei monatlichen Inflationsraten liege bei 1,6%. Demzufolge erwarte die EZB eine signifikante Verlangsamung der Disinflation bzw. ein leichtes Wiederaufflammen der inflationären Dynamiken. DONNER & REUSCHEL sehe jedoch aktuell keine akute Gefahr für den Normalisierungsprozess der Inflation in der Eurozone. Die höchsten positiven Realzinsen seit über 15 Jahren würden inflationäre Tendenzen dämpfen.
SCHWACHES GELDMENGENWACHSTUM
Für eine Einschätzung über die Zukunft helfe es oftmals, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Die Erfahrungen der Bundesbank aus den 1970er Jahren würden zeigen, dass eine strikte Begrenzung des Geld- und Kreditmengenwachstums dabei helfen könne, die Preisstabilität sicherzustellen. Ein besonders wichtiger Kanal sei hierbei die Wirkung des Wechselkurses der Währung. Den Gründungsvätern sei der Wert einer starken Währung wohlbekannt gewesen, so dass sie der Bundesbank im Bundesbankgesetz von 1957 explizit das Ziel vorgegeben hätten, die "Währung zu sichern".
Eine starke Währung wirke disinflationär, da Importpreise sinken und Lohnsteigerungen gedämpft würden. Die einhergehenden höheren Realzinsen würden die Attraktivität der Währung steigern. Somit entstehe ein "Engelskreis" - ein positiver Kreislauf aus sinkender Inflation und aufwertender Währung, der - entgegen der populären Sicht - gerade bei einer offenen Ökonomie nicht unbedingt negativ für diese sein müsse. Wie würden sich diese Erkenntnisse auf die aktuelle Situation in der Eurozone übertragen lassen? Nun, die EZB stehe nicht im Ruf, nach strenger Tradition der Bundesbank zu agieren. Nichtsdestotrotz sei das Geldmengenwachstum seit dem Sommer letzten Jahres zum Erliegen gekommen. Ebenso bewege sich das Kreditwachstum in der Eurozone nahe der Nulllinie. Dies betreffe sowohl Kredite an Haushalte als auch an Unternehmen. Banken seien bei der Kreditvergabe sehr vorsichtig geworden und die hohe positive Realverzinsung dämpfe die Nachfrage nach Krediten. Beides werde aus Sicht der DONNER & REUSCHEL die "letzte Meile" erleichtern. Die Privatbank erinnere hierbei an den Nobelpreisträger Milton Friedman der die These vertreten habe, dass Inflation "immer und überall ein monetäres Phänomen" sei.
AUFWERTENDER EURO
Eine weitere Unterstützung für den disinflationären Prozess liefere die relative Stärke des Euro. Von den Tiefständen aus dem Herbst 2022 habe der Euro etwa 15% gegenüber dem chinesischen Renminbi aufgewertet. China sei bezogen auf den Ex-EU-Import der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Somit importiere die Eurozone durch den stärkeren Euro Disinflation. Gegenüber dem US-Dollar habe der Euro im gleichen Zeitraum über 10% zulegen können. Dies sorge für günstigere Rohstoff-Importe. Der Engelskreis aus sinkender Inflation und stärkerer Währung scheine somit aus Sicht der DONNER & REUSCHEL erreichbar. Die "letzte Meile" sollte daher also angenehmer zu laufen sein. Die Diskussion zu langfristigen Inflationsaussichten müsse separat geführt werden. Hier müssten säkulare Begleitumstände mit einbezogen werden, wie beispielsweise Deglobalisierung, demografischer Wandel, aber auch Effizienzgewinne durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz.
OPTIMISMUS FÜR DEN REST DES JAHRES
DONNER & REUSCHEL erwarte von der Fortsetzung der disinflationären Dynamik Rückenwind für Aktien und Anleihen. Sie mache zeitnahe Zinssenkungen wahrscheinlich - auch wenn diese nicht so stark ausfallen sollten wie noch Ende des letzten Jahres eingepreist. Hiervon sollte neben Aktien und Anleihen auch die Ökonomie profitieren. Erste Anzeichen für die Stabilisierung der Wirtschaft in der Eurozone würden bereits der ifo-Geschäftsklima-Index und die ZEW-Konjunkturerwartungen liefern. Die europäische Wirtschaftsentwicklung könnte also einen Boden gefunden haben. Für Anleger würden sich somit gute Aussichten für den Rest des Jahres ergeben. (09.04.2024/alc/a/a)
Sie befürchte, ein starker Anstieg nominaler Löhne könne dafür sorgen, dass die Inflation insbesondere im Dienstleitungssektor hartnäckig hoch bleibe.
KEINE AKUTE GEFAHR FÜR DEN DISINFLATIONÄREN PROZESS
Die EZB prognostiziere, dass das Inflationsziel von 2% erst im nächsten Jahr erreicht werde und die Inflation in der Eurozone im Jahr 2024 leicht darüber liegen werde. Der annualisierte Durchschnitt der letzten drei monatlichen Inflationsraten liege bei 1,6%. Demzufolge erwarte die EZB eine signifikante Verlangsamung der Disinflation bzw. ein leichtes Wiederaufflammen der inflationären Dynamiken. DONNER & REUSCHEL sehe jedoch aktuell keine akute Gefahr für den Normalisierungsprozess der Inflation in der Eurozone. Die höchsten positiven Realzinsen seit über 15 Jahren würden inflationäre Tendenzen dämpfen.
SCHWACHES GELDMENGENWACHSTUM
Eine starke Währung wirke disinflationär, da Importpreise sinken und Lohnsteigerungen gedämpft würden. Die einhergehenden höheren Realzinsen würden die Attraktivität der Währung steigern. Somit entstehe ein "Engelskreis" - ein positiver Kreislauf aus sinkender Inflation und aufwertender Währung, der - entgegen der populären Sicht - gerade bei einer offenen Ökonomie nicht unbedingt negativ für diese sein müsse. Wie würden sich diese Erkenntnisse auf die aktuelle Situation in der Eurozone übertragen lassen? Nun, die EZB stehe nicht im Ruf, nach strenger Tradition der Bundesbank zu agieren. Nichtsdestotrotz sei das Geldmengenwachstum seit dem Sommer letzten Jahres zum Erliegen gekommen. Ebenso bewege sich das Kreditwachstum in der Eurozone nahe der Nulllinie. Dies betreffe sowohl Kredite an Haushalte als auch an Unternehmen. Banken seien bei der Kreditvergabe sehr vorsichtig geworden und die hohe positive Realverzinsung dämpfe die Nachfrage nach Krediten. Beides werde aus Sicht der DONNER & REUSCHEL die "letzte Meile" erleichtern. Die Privatbank erinnere hierbei an den Nobelpreisträger Milton Friedman der die These vertreten habe, dass Inflation "immer und überall ein monetäres Phänomen" sei.
AUFWERTENDER EURO
Eine weitere Unterstützung für den disinflationären Prozess liefere die relative Stärke des Euro. Von den Tiefständen aus dem Herbst 2022 habe der Euro etwa 15% gegenüber dem chinesischen Renminbi aufgewertet. China sei bezogen auf den Ex-EU-Import der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Somit importiere die Eurozone durch den stärkeren Euro Disinflation. Gegenüber dem US-Dollar habe der Euro im gleichen Zeitraum über 10% zulegen können. Dies sorge für günstigere Rohstoff-Importe. Der Engelskreis aus sinkender Inflation und stärkerer Währung scheine somit aus Sicht der DONNER & REUSCHEL erreichbar. Die "letzte Meile" sollte daher also angenehmer zu laufen sein. Die Diskussion zu langfristigen Inflationsaussichten müsse separat geführt werden. Hier müssten säkulare Begleitumstände mit einbezogen werden, wie beispielsweise Deglobalisierung, demografischer Wandel, aber auch Effizienzgewinne durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz.
OPTIMISMUS FÜR DEN REST DES JAHRES
DONNER & REUSCHEL erwarte von der Fortsetzung der disinflationären Dynamik Rückenwind für Aktien und Anleihen. Sie mache zeitnahe Zinssenkungen wahrscheinlich - auch wenn diese nicht so stark ausfallen sollten wie noch Ende des letzten Jahres eingepreist. Hiervon sollte neben Aktien und Anleihen auch die Ökonomie profitieren. Erste Anzeichen für die Stabilisierung der Wirtschaft in der Eurozone würden bereits der ifo-Geschäftsklima-Index und die ZEW-Konjunkturerwartungen liefern. Die europäische Wirtschaftsentwicklung könnte also einen Boden gefunden haben. Für Anleger würden sich somit gute Aussichten für den Rest des Jahres ergeben. (09.04.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


