Draghi lässt sich ein Hintertürchen offen


15.03.18 13:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Am vergangenen Donnerstag hat Mario Draghi die meisten Finanzmarktakteure mit einem Kommunikationswechsel überrascht, den man zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt erwartet hatte, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Grundsätzlich sei es so, dass die Notenbanker bei all ihren Entscheidungen immer nur zwei Möglichkeiten hätten. Entweder vorweggreifen oder aber dem Druck nachgeben und reagieren. In diesem Fall habe sich das oberste Entscheidungsorgan der Europäischen Zentralbank (EZB), der EZB-Rat, für die erste Variante entschieden. Dieser Schritt sei anschließend immer wieder als Ende der Geldschwemme bezeichnet worden. Bei genauerer Analyse aber könne man diesen Beschluss auch als geschickten Schachzug titulieren.

Denn die Streichung des Satzes bei der Forward Guidance "Sollte sich der Ausblick eintrüben […], so sind wir bereit, das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten im Hinblick auf Umfang und Ausdauer auszuweiten." sei durch das Nichtstreichen des Passus "[…] und erforderlichenfalls darüber hinaus erfolgen soll und in jedem Fall so lange, bis der EZB-Rat eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht." zu relativieren. Mit dem Hinweis auf die Inflation sei also weiterhin alles möglich. Zumal sich auch nach dem Einstellen der Ankäufe die Summe der Wertpapiere nicht automatisch verringere. Endfällige Wertpapiere würden zeitnah reinvestiert und somit bleibe die "Schwungmasse" konstant. Diese Menge an Bonds habe inzwischen weitaus größere Bewandtnis für die weitere Zinsentwicklung als ein monatlicher Zukauf in Höhe von zehn, 20 oder 30 Mrd. Euro.

Vor zwei Jahren sei die EZB zu einem der größten Ankäufer von Unternehmensanleihen geworden. Dass hierbei auch Anleihen der Tochterunternehmen von u.a. Coca-Cola, Caterpillar, Anheuser-Busch angekauft würden, diene vielen QE-Kritikern als Beweis des damit verbundenen Irrsinns. Monatlich seien seit Juni 2016 im Schnitt Unternehmensanleihen für ca. 7 Mrd. Euro gekauft worden, was wiederum nach Berechnungen der amerikanischen Anlageberatungsgesellschaft CreditSights ca. 60% der im vergangenen Jahr begebenen Anleihen in dem der EZB offenstehenden Segment entspreche. Diese Prozentzahl spreche für sich und verdeutliche die marktbeherrschende Position der europäischen Notenbank. Im Umkehrschluss würden sich natürlich die Investoren die Frage stellen: Was passiere mit den Spreads, wenn der EZB-Rat ein QE-Ende beschließen sollte?

Die Auswirkungen sollten sich jedoch in Grenzen halten, denn es werde noch viele Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis die künstlich erzeugte Nachfrage abgebaut sein werde. Dies bedeute aber nicht automatisch, dass das aktuelle Zinsniveau noch auf Jahre hinaus erhalten bleibe. Abhängig sei die Entwicklung der zu erzielenden Rendite somit in erster Linie von den in der Eurozone erzeugten Rahmenbedingungen in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht, aber auch von der Umsetzung der notwendigen haushaltspolitischen Veränderungen in den einzelnen Staaten.

Denn nach der EZB-Sitzung sei auch vor der EZB-Sitzung und man sollte nicht allzu viel in diese Anpassung des Statements, die eine kosmetische sei, hineininterpretieren. Dies habe auch Super-Mario mit den Worten "Diese Entscheidung ist rückwärtsgewandt und ohne Signalwirkung für die Zukunft" zum Ausdruck zu bringen versucht.

In einer Zeit, in der ständig neue Twittermeldungen von D. T., dem Unberechenbaren, über den Atlantik kämen, sei es nicht leicht, den Überblick über Geld- und Kapitalmärkte zu bewahren. Kein Zweifel, die drohende Eskalation eines Handelskriegs aus Zöllen und weiteren protektionistischen Maßnahmen zwischen den USA und anderen Handelsblöcken habe das Potenzial, eine Dekade der weltwirtschaftlichen Erholung zu gefährden.

Zwar hoffe die EU einerseits immer noch, die von Trump angekündigten Schutzzölle auf Stahl und Aluminium vermeiden zu können. Andererseits sei sie aber auch gezwungen zu reagieren, um nicht unglaubwürdig zu werden und gar nicht noch weitere Länder zu protektionistischen Maßnahmen zu animieren.

Vor diesem Hintergrund werde das Treffen des Offenmarktausschusses des U.S. Federal Reserve Systems, der sich in der kommenden Woche zu seiner turnusmäßigen geldpolitischen Sitzung treffe, an den Kapitalmärkten mit Spannung beobachtet werden. Nachdem die jüngsten Inflationszahlen in den USA keine Überraschungen gebracht hätten, werde nach wie vor von drei bis vier Zinserhöhungen in diesem Jahr ausgegangen. Dennoch habe sich mit dem anbrechenden Handelskrieg auch für die Geldpolitik ein großes Fragezeichen aufgebaut. Denn der Nutzen, den Trumps Schutzzölle der verhältnismäßig kleinen heimischen Stahlindustrie stiften könnten, sei wesentlich kleiner als der Schaden, den ein transatlantischer Handelskrieg zur Folge haben könnte.

So müsse der neue FED-Chef Jerome Powell genau austarieren, inwieweit ein eskalierender globaler Handelsstreit die eigene Wirtschaftsentwicklung abwürgen und die Wirkung von Trumps Steuerreform eindämmen könnte. Kein Wunder, dass Geldpolitiker wie der Präsident des FED-Ablegers von Atlanta, Raphael Bostic, gewarnt habe, ein sich verschärfender Handelsstreit könnte die Schubkraft der Steuerreform aushebeln. Bei einem solchen Szenario müsste die FED auch die Zahl der bisher angedeuteten Zinsschritte wieder zurückfahren. Es wäre also durchaus möglich, dass bei einem regelrechten Handelskrieg die FED ihre bisherige Strategie über den Haufen werfen und eher an Zinssenkungen denken müsste.

Umso genauer würden die Kapitalmarktbeobachter den Worten von FED-Präsident Powell lauschen, wenn er kommenden Mittwoch vor die Presse trete. Zumindest eine Verlangsamung des angedeuteten Zinserhöhungskurses könne nicht mehr ausgeschlossen werden.

Dass der EU-Austritt die Briten teuer zu stehen komme, hätten inzwischen auch manch eingefleischte Brexiteers kapiert. Umso heftiger tobe der Streit um die Kostenverteilung im Rahmen der Austrittsverhandlungen zwischen der EU-Kommission und London. Auf 37 Mrd. GBP, also rund 41 Mrd. Euro, taxiere die britische Haushaltsbehörde OBR die offene Rechnung, die Großbritannien bei seinem anvisierten Austritt aus der Europäischen Union bezahlen müsste. Dieser Betrag liege in der Spanne von 35 bis 39 Mrd. GBP, welche die britische Regierung genannt habe, und weit unter der Austrittsrechnung von mindestens 52 Mrd. GBP, welche die EU aufgemacht habe.

Dies wäre freilich nur ein Teil der Kosten, welche im Zusammenhang mit dem für März 2019 geplanten Brexit entstehen würden. Schließlich bringe der EU-Austritt der Briten weitere Folgekosten mit sich, die heute noch gar nicht zu beziffern seien. Unberücksichtigt seien hierbei die negativen Auswirkungen der immer noch unklaren zukünftigen Beziehungen zur britischen Wirtschaft. So habe bereits heute das Engagement deutscher Firmen in Großbritannien deutlich abgenommen, wie der Industrieverband BDI konstatiere.

Kein Wunder, dass sich in vielen deutschen Unternehmen im Vereinigten Königreich zunehmend mehr Mitarbeiter auf Stellen an anderen Standorten innerhalb der EU bewerben würden. Ablesen lasse sich die große Zurückhaltung ausländischen Engagements in UK auch am Einbruch der Auslandsinvestitionen, die von 200 Mrd. Dollar im Jahr 2016 auf nur noch 20 Mrd. Dollar im Folgejahr zurückgegangen seien.

Auch ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen würde die Unternehmen teuer zu stehen kommen. Auf deutsche Firmen könnten Kosten von jährlich 9 Mrd. Euro zukommen, würden das Beratungsunternehmen Oliver Wyman und die Anwaltssozietät Clifford Chance vorrechnen, sollte der Handel zu den Zoll-Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zurückkehren. Die britischen Unternehmen würde diese Variante mit 32 Mrd. Euro noch deutlich teurer kommen. So gesehen, erscheine der Brexit als ein gigantisches Kostenerhöhungsprogramm, das der Verbohrtheit einer nationalistisch orientierten Denke zu verdanken sei.

Mit einher gehe auch das "Risiko von Dumping", wie es EU-Unterhändler Michel Barnier genannt habe. Damit habe er einen drohenden Wettlauf um die laxesten Regeln nach dem Brexit gemeint. Dieses Risiko, so habe Barnier nun klar gemacht, könnte die Ratifizierung des Austrittsvertrages gefährden. Die britische Regierung sei hier immer noch die Antwort auf die Frage schuldig geblieben, ob sie gemeinsam entwickelte Grundsätze verwerfen oder sie unterschreiten wolle.

Man werde sehen, ob es gelinge, in den kommenden Tagen bei den reinen Austrittsfragen Fortschritte zu erzielen - ebenso bei der von Großbritannien gewünschten Übergangsphase von etwa zwei Jahren. Klar müsse aber auch sein, dass sich Großbritannien nicht nur dort an die EU-Regeln halte, wo es dem Land passe. Oder, wie es Barnier ausdrücke: "Man kann keinen Binnenmarkt à la carte haben."

Doch bei aller unterschiedlichen Denkweise zum Brexit sei in Großbritannien inzwischen ein anderes Thema in den Mittelpunkt des nationalen Interesses gerückt. Vielleicht sei ihr das Thema ja nicht ungelegen gekommen, um von dem Brexit-Schlamassel abzulenken, und man könne Verständnis dafür haben, wie Premierministerin Theresa May auf den Giftanschlag von Salisbury reagiert habe. So habe die britische Regierung harte Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland verhängt, unter anderem durch die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten aus Großbritannien.

Außerdem sollten die bilateralen Kontakte zwischen beiden Ländern auf Eis gelegt werden. Sicherlich werde die harte Linie der amtierenden Premierministerin nicht schaden und ihrem Ansehen bei der eigenen Bevölkerung förderlich sein. Aber auch der im Wahlkampfmodus befindliche Wladimir Putin werde auf die seines Erachtens unberechtigte Schuldzuweisung mit einer Machtdemonstration reagieren.

Jetzt reiche es dem türkischen Staatspräsidenten. Nachdem Moody‘s die Kreditwürdigkeit seines Landes erneut herabgestuft habe, plane Recep Tayyip Erdogan die Gründung einer eigenen Ratingagentur. Diese solle im Laufe des Jahres aufgebaut werden, habe nun die türkische Bankenaufsichtsbehörde angekündigt. Und natürlich solle sie internationalen Standards genügen und "unabhängig und objektiv" arbeiten. Ein Schelm, wer Böses dabei denke.

In der Vergangenheit habe es eine Reihe von Downgrades der türkischen Bonität durch internationale Ratingagenturen gegeben, die Erdogan immer wieder kritisiert habe. Nach der jüngsten Herabstufung der Kreditwürdigkeit Moody‘s auf "Ba2", was der zweiten Stufe im Ramschbereich entspreche, werde die Schuldenfinanzierung der Türkei, die jetzt auf einer Stufe mit Costa Rica und Kroatien stehe, teurer werden. Mit einer Staatsschuldenquote von knapp 29% des BIPs könne man das Land aber eher zu den Musterschülern in Sachen Schuldenpolitik zählen. Denn damit bleibe die Türkei deutlich unter dem Maastricht-Kriterium von 60% - eine Hürde, die fast alle EU-Mitgliedsländer reißen würden. Die Türkei offenbare zwar eine gute konjunkturelle Entwicklung. Doch kämpfe das Land gegen hohe Inflation und Arbeitslosigkeit sowie ein großes Handelsbilanzdefizit.

Künftig möge die Ratingagentur im eigenen Land die Kreditwürdigkeit der Türkei vielleicht besser bewerten als Moody’s oder Standard & Poor’s. Ebenso, wie es Erdogan zupasskomme. Aber was sollte das bringen, insbesondere an den internationalen Finanzmärkten, wo die Türkei ihre Schulden refinanzieren müsse? Oder wolle man damit auch bei der Bonitätsbewertung anderer Staaten auf die Diplomatie der Nadelstiche setzen. Man werde aber auf die türkische Ratingagentur nicht hören, werde ihr doch jegliche Glaubwürdigkeit fehlen. Kredit komme schließlich vom lateinischen credere. Und das heiße glauben.

Folge man Klaus Regling, so könne Griechenland nach Ende des laufenden Hilfspakets finanziell auf eigenen Beinen stehen. Ein weiterer vorsorglicher Kreditrahmen sei wahrscheinlich nicht nötig, wenn das Land auf Reformkurs bleibe, habe der Chef des europäischen Rettungsfonds ESM gesagt. Wegen dieser Einschätzung habe es auch Grünes Licht für weitere 5,7 Mrd. Euro an Hilfskrediten durch den Euro-Rettungsschirm gegeben. Nachdem dann im Frühsommer die letzte Kreditrate in Höhe von 11,7 Mrd. Euro geflossen sein werde und das Programm am 18. August ende, solle sich Hellas wieder selbst Geld an den Kapitalmärkten leihen.

Auch die Finanzminister der Eurozone würden sich für August 2018 auf ein Ende der Hilfskredite für Hellas einstellen. Noch im April wolle Athen dazu eine langfristige Wachstumsstrategie vorlegen. Vorher müsse Ministerpräsident Alexis Tsipras noch 88 Reformmaßnahmen liefern. Parallel dazu würden die EU-Finanzminister an weiteren Maßnahmen zur Schuldenerleichterung für Griechenland tüfteln.

Am Ende würden es acht Jahre gewesen sein, die das Land mit Finanzspritzen der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten worden sei. Von den 86 Mrd. Euro des dritten Rettungspakets seien erst 46 Mrd. Euro verbraucht, inklusive der aktuellen Rate.

Sei damit alles gelöst? Mitnichten, wie Euro-Gruppenchef Mario Centeno warne, sei Griechenland nach wie vor empfänglich für interne und externe Schocks. Deshalb solle Athen einen Sicherheitspuffer von 18 Mrd. Euro aufbauen, eine Rücklage, die den Finanzierungsbedarf bis 2019 decken würde. 3 Mrd. Euro davon habe Griechenland bereits durch eine siebenjährige Anleihe im Februar eingesammelt. Hierzu passe auch die Tatsache, dass am gestrigen Mittwoch Griechenland erstmals seit 2010 wieder mit einem 12 Monate laufenden Geldmarktpapier zu 1,25% am Markt zugange gewesen sei. Weitere 6 Mrd. Euro sollten demnächst durch zwei Anleihen eingespielt werden. Man dürfe gespannt sein, wie die Investoren reagieren würden, wenn Athen an den Kapitalmärkten wieder auf eigenen Beinen stehen werde.

Im Nachhinein sei man bekanntlich immer schlauer und es sei nichts einfacher, als den Vortag an der Börse nochmals handeln zu dürfen. Der Traum eines jeden Börsianers! Jedoch müsse man sagen, dass die Rücksetzer an den Aktienmärkten in der jüngsten Vergangenheit im Vergleich zur monatelangen Aufwärtsbewegung nicht sonderlich ins Gewicht gefallen seien, aber inzwischen sei Donald Trump dabei, die Grundlage für die Wiedergeburt steigender Bondspreise zu legen. Zu groß sei die Verunsicherung hinsichtlich der willkürlichen Entscheidungen des US-Präsidenten und es würden sich immer mehr Menschen fragen: Was werde er als nächstes machen?

Habe man zu Beginn seiner Amtszeit ihn noch belächelt, so hätten inzwischen auch seine Kritiker erkennen müssen, dass er immer mehr traute Vasallen um sich schart und dadurch noch unberechenbarer werde. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass trotz Zinserhöhungsfantasie in den USA und anderswo, Gelder in Anleihen zwischengeparkt würden. Was wiederum die Kurse nach oben und die Renditen nach unten treibe. Allerdings könne niemand seriös vorhersagen, ob diese Umschichtungen nur eine vorübergehende Erscheinung seien oder erst der Anfang.

Man könne also konstatieren, dass zumindest vorerst D.T., der Unberechenbare, den Euro-Bund-Future beflügelt habe und dadurch die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe wieder unter die Marke von 0,60% gedrückt habe. Das Sorgenbarometer habe somit den Aufwärtstrend bestätigen können und es sollte nur noch eine Frage von Tagen oder Stunden sein, bis die psychologische Marke von 158% getestet werde. Bei einem nachhaltigen Überwinden dieses Bereiches wäre bei ca. 158,60% die nächste Widerstandslinie auszumachen, die den Anstieg abbremsen könnte. Sollte es dennoch zu Gewinnmitnahmen auf diesem Niveau kommen, so würde bei ca. 157,12% eine erste nennenswerte Unterstützungslinie verlaufen und dem Treiben vorerst Einhalt gebieten.

Aktuell notiere das Rentenbarometer bei ca. 157,86% und die daraus resultierende Rendite der zehnjährigen Bundanleihe belaufe sich auf 0,589%.

Aktuelle Marktentwicklung:

Deutschland: Der Juni-Kontrakt des richtungsweisenden Euro-Bund-Future habe gestern mit einem gehandelten Volumen von 0,674 Mio. Kontrakten bei 157,94% (Vw.: 156,81%) geschlossen.

Die Trading-Range habe im Berichtszeitraum zwischen 156,22% und 157,97% (Vw.: 1156,24% und 157,73%) gelegen. Der Euro-Buxl-Future (Range: 158,58% und 162,32%) habe bei 162,30% (Vw.: 160,36%) geschlossen, der Euro-Bobl-Future (Range: 129,84% und 130,62%) bei 130,60% (Vw.: 130,20%) und der Euro-Schatz-Future (Range: 111,725% und 111,88%) bei 111,87% (Vw.: 111,785%). Die Rendite der aktuellen zehnjährigen Staatsanleihe der Bundesrepublik Deutschland (ISIN DE0001102440 / WKN 110244/ 2028) habe im gestrigen Bundesbankfixing bei +0,615% (Vw.: +0,667%) gelegen.

USA: Zweijährige US-Treasuries würden bei 2,262% (Vw.: 2,254%) rentieren, fünfjährige Anleihen bei 2,606% (Vw.: 2,642%), die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen bei 2,819% (Vw.: 2,881%) und Longbonds mit 30 Jahren Laufzeit bei 3,057% (Vw.: 3,151%).

Am Aktien- und Devisenmarkt seien gegenüber der Vorwoche folgende Änderungen zu registrieren gewesen:

Die Entwicklung der wichtigsten Credit Indices spiegle im Vergleich zur Vorwoche eine Verengung der Spreads wider, was auf eine verminderte Risikoeinschätzung seitens der Anleger hinweise. Steigende Anleihekurse hätten zu einer Reduzierung der Rendite geführt und somit habe sich der I-Traxx-Main für Unternehmensanleihen guter Qualität um 3 auf 50 Punkte verringert. Der I-Traxx-Crossover für High Yield Anleihen sei um 8,5 auf 255 Punkte gefallen.

Die I-Traxx-Indices würden derivative Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) abbilden, mit denen Investoren den möglichen Default von Unternehmensanleihen absichern würden.

In den USA werde die Refinanzierung für die vierwöchigen T-Bills immer teurer. Nachdem in der vergangenen Woche mit 1,55% bereits Mehrkosten entstanden seien, hätten jetzt sogar 1,65% geboten werden müssen, um 65 Mrd. USD aufnehmen zu können. Jedoch hätten die Investoren noch mit anderen Fristigkeiten Liquidität zur Verfügung stellen können. So seien auch die üblichen T-Bills mit Laufzeiten von drei und sechs Monaten angeboten worden, wodurch insgesamt in Geldmarkttiteln 161 Mrd. USD refinanziert worden seien. Abgerundet worden sei das Emissionsvorhaben mit der Begebung von drei- und zehnjährigen T-Notes sowie 30-jährigen T-Bonds. Dadurch hätten nochmals 62 Mrd. USD aufgenommen werden können.

In der Eurozone seien in dieser Woche ebenfalls diverse Emittenten auf der Suche nach neuen finanziellen Mitteln gewesen. Den Reigen hätten die Niederlande mit der Auktion einer neuen zehnjährigen Anleihe (ISIN NL0012818504 / WKN A19XZC) und Italien mit der Aufstockung verschiedener Altemissionen eröffnet. Am Tag der Vereidigung der neuen Bundesregierung habe zumindest refinanzierungstechnisch die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland in die Zukunft geblickt und interessierten Investoren insgesamt 1,5 Mrd. Euro der 30-jährigen Bundesanleihe (ISIN DE0001102432 / WKN 110243) angeboten. Die Nachfrage (1,281 Mrd. Euro) habe allerdings nicht dem gewünschten Aufstockungsbetrag entsprochen und so werde auch diese Emission als technisch unterzeichnet gelten. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 1,27% erfolgt und 289 Mio. Euro seien zur Marktpflege umgebucht worden.

Am gleichen Tag sei auch Portugal mit zwei Emissionen (ISIN PTOTEVOE0018 / WKN A19UWV/ 2028; ISIN PTOTEBOE0020 / WKN A1ZU1N/ 2045) auf Käufersuche gegangen. Abgerundet werde der Emissionsmarathon am heutigen Donnerstag von Spanien (ISIN ES0000012A97 / WKN A19P6R/ 2022; ISIN ES0000012B39 / WKN A19VKR/ 2028; ISIN ES00000128Q6 / WKN A19DZD/ 2033; ISIN ES00000120N0/ A0NXYY/ 2040) und Frankreich (ISIN FR0013157096 / WKN A180JV/ 2021; ISIN FR0013283686 / WKN A19PMK/ 2023; ISIN FR0012517027 / WKN A1ZVTR/ 2025; ISIN FR0010447367 / WKN A0LPPD/ 2040; ISIN FR0010585901 / WKN A0TRKW/ 2023; ISIN FR0013238268 / WKN A19DMN/ 2028). Insgesamt seien so in der Eurozone ca. 30 Mrd. Euro aufgenommen worden.

Der weltberühmte Astrophysiker Stephen Hawking sei verstorben. Die Welt trauere um ein Jahrhundert-Genie unserer Zeit. "Das Leben wäre tragisch, wenn es nicht lustig wäre", habe er einst gesagt.

Die aktuellen Geschehnisse aus dem Weißen Haus würden die Marktteilnehmer alles andere als amüsant finden. Wieder einmal sorge Präsident Donald Trump mit seinen personellen Veränderungen für Unsicherheit an den Märkten. Nach dem Wirtschaftsberater Gary Cohn müsse nun innerhalb kürzester Zeit auch der Außenminister Rex Tillerson seinen Posten zum Monatsende räumen. Diese Entwicklungen seien am Währungspaar EUR/USD nicht spurlos vorbeigegangen. So sei die Gemeinschaftswährung von 1,2291 USD zu Wochenbeginn bis auf 1,2413 USD angestiegen. Damit habe es der US-Präsident erneut geschafft, mit seiner unberechenbaren Politik die US-Währung zu schwächen. Zur Stunde notiere die Einheitswährung bei ca. 1,2370 USD.

Innerhalb der vergangenen Berichtswoche habe der Euro auch im Vergleich zum Kanadischen Dollar deutlich zulegen können. So sei die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,61224 CAD und damit auf den höchsten Stand seit September 2009 gestiegen. Der kanadische Notenbank-Chef Stephen Poloz habe gesagt, die Währungshüter würden bei künftigen Zinserhöhungen mehr Vorsicht walten lassen und habe dadurch die eigene Valuta auf die Verliererstraße gebracht.

Diese Handelswoche sei geprägt von den Unsicherheiten rund um den Globus, so würden sich die Anleger mit ihren Engagements zurückhalten. Dennoch seien bei verschiedenen Währungsanleihen Umsatztätigkeiten zu beobachten gewesen. Hierzu hätten insbesondere Bonds auf US-Dollar, Russische Rubel, Mexikanische Peso, Südafrikanische Rand sowie auch vereinzelt Australische Dollar gezählt.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (15.03.2018/alc/a/a)






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