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Drei Schwerpunkte für 2026
18.12.25 12:00
Barings
Boston (www.anleihencheck.de) - Das Jahr 2026 wird ein Jahr der Gegensätze sein, so die Experten Adrienne Butler (Head of Global CLOs), Charles Sanford (Managing Director, Head of Global Investment Grade Credit), Cem Karacadag (Head of Global Sovereign Debt & Currencies Group) und Brian Pacheco (Managing Director) von Barings in ihrem Fixed-Income-Outlook auf das Jahr 2026.
Mit dieser Aussage würden sie sich nicht nur auf die unterschiedlichen Instrumente im Bereich Fixed-Income beziehen, sondern auch auf makroökonomische Aspekte und geopolitische Spannungen. Enge Spreads würden auf erhöhte Gesamtrenditen treffen, während politische Unsicherheiten, KI-Investitionen und ein uneinheitliches Wachstum den Rahmen setzen würden. Die Experten von Barings würden selektive Chancen in den Bereichen High Yield, besicherte Kreditverbriefungen (CLOs), Investment-Grade- und Schwellenländeranleihen sehen - 2026 dürfte sich dabei als Jahr der konsequenten, sorgfältigen Bonitätsprüfung erweisen.
Das Jahr 2026 zeichne sich als ein Jahr der Divergenz ab. Unter der Oberfläche würden sich Anleger einem Markt gegenübersehen, in dem sich die Spreads in den meisten Sektoren stark verengt hätten, dennoch würden die Gesamtverzinsungen dank höherer Basiszinsen historisch attraktiv bleiben. Diese Kombination - strenge Bewertungen, aber hohe Erträge - erfordere Differenzierung. Es sei kein Beta-Markt; es sei ein Markt für Präzision: Titelauswahl, Kurvenpositionierung und Risikobudgetierung. Vor diesem Hintergrund betrachte Barings vier zentrale Segmente - Hochzinsanleihen, besicherte Kreditverbriefungen (CLOs), Investment-Grade-Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen (EM) - in denen Chancen bestünden, deren Erfolg jedoch davon abhänge, dauerhafte Signale von kurzfristigem Rauschen zu unterscheiden.
Hochzinsanleihen: Höhere Qualität, kürzere Spread-Duration
Das Jahr 2026 beginne für den Markt für Hochzinsanleihen inmitten einer strukturellen Entwicklung, die oft unterschätzt werde. Während die Spreads nahe historischer Tiefs verharren würden, habe sich die Zusammensetzung des Marktes seit der globalen Finanzkrise dramatisch verändert. Die Spread-Duration sei auf nahezu drei Jahre gesunken, gleichzeitig würden die Gesamtrenditen relativ hoch bleiben. Zusammen würden diese drei Faktoren unterstützen - ein qualitativ hochwertigerer Markt, sehr geringe Spread-Duration und starke Einkommen - einen konstruktiven Ausblick, selbst in einem Umfeld enger Spreads.
Dennoch bestünden Risiken. Wirtschaftliche Divergenzen könnten die Streuung innerhalb des Marktes verstärken. Der Konsumstress konzentriere sich auf einkommensschwächere Haushalte, während wohlhabendere Haushalte - die etwa die Hälfte des US-Konsums ausmachen würden - durch Aktiengewinne gestützt bleiben würden. Diese Dynamik mache die Aktienmärkte zu einem entscheidenden Übertragungskanal für fundamentale Entwicklungen im Hochzinssegment.
Selbst bei Spreads nahe historischer Tiefs würden strukturelle Verbesserungen der Marktqualität und die geringere Spread-Duration für Widerstandsfähigkeit sorgen - aber idiosynkratische Risiken würden die Notwendigkeit disziplinierter Kreditauswahl unterstreichen.
CLOs: Eine Startbahn für Innovation
CLOs (besicherte Kreditverbriefungen oder Collateralized Loan Obligations) würden 2026 mit strukturellem Rückenwind antreten, getrieben durch Innovation und sich wandelnde Anlegernachfrage. Europäische CLOs würden für den Mittelstandsmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnen. CLO-Strukturen würden Investoren einen der effizientesten Wege bieten, Zugang zu diversifizierten Portfolios hochwertiger Aktiva mit langfristigen Wachstumstreibern zu erhalten, abgestimmt auf das gewünschte Risiko-Rendite-Profil.
Da die Finanzierungskosten fixiert und die Spreads auf historische Tiefs gefallen seien, werde die nächste Renditewelle nicht aus Strukturarbitrage entstehen, sondern aus "Collateral Alpha" - also zusätzlichen Erträgen, die durch aktive Kreditauswahl und Handel im zugrunde liegenden Kreditportfolio generiert würden. Aktiver Handel, sorgfältige Kreditprüfung und Restrukturierungskompetenz würden 2026 entscheidend für die Performance sein.
Investment-Grade-Unternehmensanleihen: Barbell-Kurve, ausgewählte Nischen
Investment-Grade-Unternehmensanleihen würden 2026 mit einer attraktiven Mischung aus soliden Fundamentaldaten und differenzierten Risiken antreten. Diese Eigenschaften würden die Rolle dieser Anlageklasse als Stabilisator in Portfolios untermauern, auch wenn Spreads nahe historisch enger Niveaus lägen.
Barings sehe drei Schwerpunkte für 2026:
- Kurvenstrategie: Für relative Renditeinvestoren könne ein Barbell-Ansatz - Übergewichtung im kurzen Laufzeitenbereich zur Ertragssteigerung bei gleichzeitiger Untergewichtung von Spreads am langen Ende - helfen, Benchmarks zu übertreffen, ohne Flexibilität aufzugeben. Die Rückführung auf den Nennwert bei kurzen Laufzeiten biete einen natürlichen Puffer gegen Spread-Ausweitungen, während die Reduktion der Long-End-Beta das Abwärtsrisiko bei wiederkehrender Volatilität mindere.
- Nischenchancen: Jenseits der Hauptbenchmarks bestünden weiterhin selektive Werte in bevorzugten Wertpapieren hochwertiger Emittenten, insbesondere solcher mit strukturellem Schutz und Spreads, die für ihre Nachrangigkeit entschädigen würden. Kleinere Versicherungsgesellschaften und gut strukturierte BDCs (Business Development Companies) würden ebenfalls Chancen bieten, sofern die Kreditvergabequalität und Portfoliozusammensetzung auf erstbesicherte Engagements ausgerichtet seien.
- Die Welleneffekte der KI: Der Investitionsboom in KI verändere die Emissionsmuster. Große Technologieunternehmen könnten den Ausbau von Datenzentren aus eigener Kraft finanzieren, während indirekte Nutznießer - regulierte Versorger, die Netze modernisieren würden, und Kapitalgüterhersteller, die die Produktion ausweiten würden - voraussichtlich vermehrt auf die Kapitalmärkte zugreifen würden. Diese Titel würden Aufwärtspotenzial bieten, jedoch Ausführungs- und Regulierungsrisiken bergen, die einer sorgfältigen Beobachtung bedürften.
Das Jahr 2026 werde ein Jahr der Gegensätze sein - enge Spreads könnten anfangs anhalten, aber mit der Rückkehr von Volatilität entstehen Chancen für aktive Positionierung und Relative-Value-Trades.
Schwellenländeranleihen: Renditen, Kurven & Währungen
Schwellenländeranleihen (EMD) würden eines der breitesten und vielfältigsten Investitionsfelder im globalen Anleihemarkt bieten. Selbst bei Spreads nahe historischer Tiefstände bleibe die Entschädigung für Ausfallrisiken auf Indexebene angemessen, und die Gesamtverzinsungen würden sich im oberen historischen Bereich bewegen. Diese Kombination stütze das Argument, trotz enger Bewertungen investiert zu bleiben.
Selektive Engagements in Frontier-Märkten (Grenzmärkten) würden überzeugende Chancen bieten, jedoch gründliche Analyse erfordern, ein selektives Vorgehen, sorgfältige Positionsgrößen und Liquiditätsplanung, um Wert zu schaffen und Verluste zu vermeiden.
Die Nachfrage nach Schwellenländeranleihen steige, da Investoren Diversifikation und höhere nominale Renditen suchen würden. Mit weiterem Potenzial für Spread-Verengungen würden eine disziplinierte Länderauswahl und umsichtiges Liquiditätsmanagement entscheidend sein, um Wert zu realisieren.
Fazit
Das Jahr 2026 werde ein Jahr sein, in dem man sich auf die Titelauswahl konzentrieren und die Risikobudgets flexibel halten sollte, um auf Kursschwankungen reagieren zu können. Diese könnten die Einstiegspunkte neu definieren, ohne dass umfassende Änderungen der makroökonomischen These erforderlich seien. Aktives Management werde nicht nur einen Mehrwert schaffen, sondern auch unverzichtbar sein. (18.12.2025/alc/a/a)
Mit dieser Aussage würden sie sich nicht nur auf die unterschiedlichen Instrumente im Bereich Fixed-Income beziehen, sondern auch auf makroökonomische Aspekte und geopolitische Spannungen. Enge Spreads würden auf erhöhte Gesamtrenditen treffen, während politische Unsicherheiten, KI-Investitionen und ein uneinheitliches Wachstum den Rahmen setzen würden. Die Experten von Barings würden selektive Chancen in den Bereichen High Yield, besicherte Kreditverbriefungen (CLOs), Investment-Grade- und Schwellenländeranleihen sehen - 2026 dürfte sich dabei als Jahr der konsequenten, sorgfältigen Bonitätsprüfung erweisen.
Das Jahr 2026 zeichne sich als ein Jahr der Divergenz ab. Unter der Oberfläche würden sich Anleger einem Markt gegenübersehen, in dem sich die Spreads in den meisten Sektoren stark verengt hätten, dennoch würden die Gesamtverzinsungen dank höherer Basiszinsen historisch attraktiv bleiben. Diese Kombination - strenge Bewertungen, aber hohe Erträge - erfordere Differenzierung. Es sei kein Beta-Markt; es sei ein Markt für Präzision: Titelauswahl, Kurvenpositionierung und Risikobudgetierung. Vor diesem Hintergrund betrachte Barings vier zentrale Segmente - Hochzinsanleihen, besicherte Kreditverbriefungen (CLOs), Investment-Grade-Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen (EM) - in denen Chancen bestünden, deren Erfolg jedoch davon abhänge, dauerhafte Signale von kurzfristigem Rauschen zu unterscheiden.
Hochzinsanleihen: Höhere Qualität, kürzere Spread-Duration
Das Jahr 2026 beginne für den Markt für Hochzinsanleihen inmitten einer strukturellen Entwicklung, die oft unterschätzt werde. Während die Spreads nahe historischer Tiefs verharren würden, habe sich die Zusammensetzung des Marktes seit der globalen Finanzkrise dramatisch verändert. Die Spread-Duration sei auf nahezu drei Jahre gesunken, gleichzeitig würden die Gesamtrenditen relativ hoch bleiben. Zusammen würden diese drei Faktoren unterstützen - ein qualitativ hochwertigerer Markt, sehr geringe Spread-Duration und starke Einkommen - einen konstruktiven Ausblick, selbst in einem Umfeld enger Spreads.
Dennoch bestünden Risiken. Wirtschaftliche Divergenzen könnten die Streuung innerhalb des Marktes verstärken. Der Konsumstress konzentriere sich auf einkommensschwächere Haushalte, während wohlhabendere Haushalte - die etwa die Hälfte des US-Konsums ausmachen würden - durch Aktiengewinne gestützt bleiben würden. Diese Dynamik mache die Aktienmärkte zu einem entscheidenden Übertragungskanal für fundamentale Entwicklungen im Hochzinssegment.
Selbst bei Spreads nahe historischer Tiefs würden strukturelle Verbesserungen der Marktqualität und die geringere Spread-Duration für Widerstandsfähigkeit sorgen - aber idiosynkratische Risiken würden die Notwendigkeit disziplinierter Kreditauswahl unterstreichen.
CLOs: Eine Startbahn für Innovation
CLOs (besicherte Kreditverbriefungen oder Collateralized Loan Obligations) würden 2026 mit strukturellem Rückenwind antreten, getrieben durch Innovation und sich wandelnde Anlegernachfrage. Europäische CLOs würden für den Mittelstandsmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnen. CLO-Strukturen würden Investoren einen der effizientesten Wege bieten, Zugang zu diversifizierten Portfolios hochwertiger Aktiva mit langfristigen Wachstumstreibern zu erhalten, abgestimmt auf das gewünschte Risiko-Rendite-Profil.
Da die Finanzierungskosten fixiert und die Spreads auf historische Tiefs gefallen seien, werde die nächste Renditewelle nicht aus Strukturarbitrage entstehen, sondern aus "Collateral Alpha" - also zusätzlichen Erträgen, die durch aktive Kreditauswahl und Handel im zugrunde liegenden Kreditportfolio generiert würden. Aktiver Handel, sorgfältige Kreditprüfung und Restrukturierungskompetenz würden 2026 entscheidend für die Performance sein.
Investment-Grade-Unternehmensanleihen würden 2026 mit einer attraktiven Mischung aus soliden Fundamentaldaten und differenzierten Risiken antreten. Diese Eigenschaften würden die Rolle dieser Anlageklasse als Stabilisator in Portfolios untermauern, auch wenn Spreads nahe historisch enger Niveaus lägen.
Barings sehe drei Schwerpunkte für 2026:
- Kurvenstrategie: Für relative Renditeinvestoren könne ein Barbell-Ansatz - Übergewichtung im kurzen Laufzeitenbereich zur Ertragssteigerung bei gleichzeitiger Untergewichtung von Spreads am langen Ende - helfen, Benchmarks zu übertreffen, ohne Flexibilität aufzugeben. Die Rückführung auf den Nennwert bei kurzen Laufzeiten biete einen natürlichen Puffer gegen Spread-Ausweitungen, während die Reduktion der Long-End-Beta das Abwärtsrisiko bei wiederkehrender Volatilität mindere.
- Nischenchancen: Jenseits der Hauptbenchmarks bestünden weiterhin selektive Werte in bevorzugten Wertpapieren hochwertiger Emittenten, insbesondere solcher mit strukturellem Schutz und Spreads, die für ihre Nachrangigkeit entschädigen würden. Kleinere Versicherungsgesellschaften und gut strukturierte BDCs (Business Development Companies) würden ebenfalls Chancen bieten, sofern die Kreditvergabequalität und Portfoliozusammensetzung auf erstbesicherte Engagements ausgerichtet seien.
- Die Welleneffekte der KI: Der Investitionsboom in KI verändere die Emissionsmuster. Große Technologieunternehmen könnten den Ausbau von Datenzentren aus eigener Kraft finanzieren, während indirekte Nutznießer - regulierte Versorger, die Netze modernisieren würden, und Kapitalgüterhersteller, die die Produktion ausweiten würden - voraussichtlich vermehrt auf die Kapitalmärkte zugreifen würden. Diese Titel würden Aufwärtspotenzial bieten, jedoch Ausführungs- und Regulierungsrisiken bergen, die einer sorgfältigen Beobachtung bedürften.
Das Jahr 2026 werde ein Jahr der Gegensätze sein - enge Spreads könnten anfangs anhalten, aber mit der Rückkehr von Volatilität entstehen Chancen für aktive Positionierung und Relative-Value-Trades.
Schwellenländeranleihen: Renditen, Kurven & Währungen
Schwellenländeranleihen (EMD) würden eines der breitesten und vielfältigsten Investitionsfelder im globalen Anleihemarkt bieten. Selbst bei Spreads nahe historischer Tiefstände bleibe die Entschädigung für Ausfallrisiken auf Indexebene angemessen, und die Gesamtverzinsungen würden sich im oberen historischen Bereich bewegen. Diese Kombination stütze das Argument, trotz enger Bewertungen investiert zu bleiben.
Selektive Engagements in Frontier-Märkten (Grenzmärkten) würden überzeugende Chancen bieten, jedoch gründliche Analyse erfordern, ein selektives Vorgehen, sorgfältige Positionsgrößen und Liquiditätsplanung, um Wert zu schaffen und Verluste zu vermeiden.
Die Nachfrage nach Schwellenländeranleihen steige, da Investoren Diversifikation und höhere nominale Renditen suchen würden. Mit weiterem Potenzial für Spread-Verengungen würden eine disziplinierte Länderauswahl und umsichtiges Liquiditätsmanagement entscheidend sein, um Wert zu realisieren.
Fazit
Das Jahr 2026 werde ein Jahr sein, in dem man sich auf die Titelauswahl konzentrieren und die Risikobudgets flexibel halten sollte, um auf Kursschwankungen reagieren zu können. Diese könnten die Einstiegspunkte neu definieren, ohne dass umfassende Änderungen der makroökonomischen These erforderlich seien. Aktives Management werde nicht nur einen Mehrwert schaffen, sondern auch unverzichtbar sein. (18.12.2025/alc/a/a)


