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EZB-Geldpolitik bleibt ultra-expansiv
02.06.14 08:52
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit Spannung erwarten die internationalen Finanzmärkte die Entscheidungen der EZB am 06.06.2014 über die weitere Geldpolitik in der Eurozone, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
EZB-Präsident Draghi habe die Erwartungen weiterer Lockerungsschritte geschürt. Inzwischen würden Konjunkturindikatoren bekannt, die eine sehr unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung in den Mitgliedsländern aufzeigen würden. Es gebe ein sehr deutliches Nord-Süd-Gefälle.
Deutschland führe das Wirtschaftswachstum gegenwärtig an. Der kräftige Auftragseingang führe zu einer steigenden Beschäftigung. Auch die Preise würden leicht anziehen. Für Deutschland sei die Geldpolitik bereits zu expansiv, die Zinsen müssten erhöht werden. In Frankreich dagegen habe die Erholung der letzten zwei Monate einen Rückschlag erfahren. In den Sektoren Industrie und Dienstleistungen würden die neuen Aufträge fallen. Die Südperipherie zeige eine deutliche Erholung, ausgehend von einem tiefen Niveau. Diese Regionen würden sich weitere Lockerungen wünschen und hierbei von der OECD und dem IWF unterstützt. Allerdings gelte anzumerken, dass die Leit- und die Marktzinsen in diesen Ländern noch nie niedriger gewesen seien als heute, auch nicht in den Zeiten vor dem Euro.
Eine Notenbank müsse ihre Geldpolitik am Durchschnitt einer Region ausrichten. Hier zeige die Entwicklung des Index der Einkaufsmanager (PMI), eines in der Vergangenheit verlässlichen Frühindikators für das BIP-Wachstum (GDP), dass eigentlich für die EZB kein Handlungsbedarf bestehe. Die Region zeige das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Der beschleunigte Auftragseingang verspreche nach dem flauen 1. Quartal mit +0,2% für das 2. Quartal ein BIP-Plus von 0,5%. Der stetige Erholungstrend in der Eurozone könnte damit Marktteilnehmer mit allzu großer Lockerungsfantasie enttäuschen. Auch könne eine Notenbank ihre Geldpolitik nicht an den Markterwartungen ausrichten.
Bundesbank-Präsident Weidmann habe Forderungen nach einer stärkeren Einflussnahme der EZB auf den Euro-Wechselkurs eine Absage erteilt. Er habe betont, dass der Wechselkurs keine Zielgröße einer gemeinsamen Geldpolitik sei. Ein Wechselkursziel könnte durchaus in Konflikt mit dem Preisstabilitätsmandat geraten. Eine gezielte Wechselkursschwächung könnte zudem auch Gegenreaktionen anderer Währungsräume auslösen.
Die Leistungsbilanz der Eurozone weise einen Überschuss in Höhe von 18,8 Mrd. Euro auf. Es sei der 32. Monat in Folge mit einem Überschuss gewesen. Die Hauptursachen seien die Aktivsalden im Warenhandel sowie bei den Dienstleistungen in Höhe von 13,8 Mrd. Euro bzw. 8,5 Mrd. Euro gewesen. Über zwölf Monate kumuliert, liege das Plus bei 244 Mrd. Euro oder 2,5% des BIP.
Die Geldpolitik der EZB bleibe ultra-expansiv. Weitere Lockerungen könnten die Konjunktur nicht stimulieren. An den Finanzmärkten sei mit höherer Volatilität zu rechnen. (Ausgabe vom 01.06.2014) (02.06.2014/alc/a/a)
EZB-Präsident Draghi habe die Erwartungen weiterer Lockerungsschritte geschürt. Inzwischen würden Konjunkturindikatoren bekannt, die eine sehr unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung in den Mitgliedsländern aufzeigen würden. Es gebe ein sehr deutliches Nord-Süd-Gefälle.
Deutschland führe das Wirtschaftswachstum gegenwärtig an. Der kräftige Auftragseingang führe zu einer steigenden Beschäftigung. Auch die Preise würden leicht anziehen. Für Deutschland sei die Geldpolitik bereits zu expansiv, die Zinsen müssten erhöht werden. In Frankreich dagegen habe die Erholung der letzten zwei Monate einen Rückschlag erfahren. In den Sektoren Industrie und Dienstleistungen würden die neuen Aufträge fallen. Die Südperipherie zeige eine deutliche Erholung, ausgehend von einem tiefen Niveau. Diese Regionen würden sich weitere Lockerungen wünschen und hierbei von der OECD und dem IWF unterstützt. Allerdings gelte anzumerken, dass die Leit- und die Marktzinsen in diesen Ländern noch nie niedriger gewesen seien als heute, auch nicht in den Zeiten vor dem Euro.
Bundesbank-Präsident Weidmann habe Forderungen nach einer stärkeren Einflussnahme der EZB auf den Euro-Wechselkurs eine Absage erteilt. Er habe betont, dass der Wechselkurs keine Zielgröße einer gemeinsamen Geldpolitik sei. Ein Wechselkursziel könnte durchaus in Konflikt mit dem Preisstabilitätsmandat geraten. Eine gezielte Wechselkursschwächung könnte zudem auch Gegenreaktionen anderer Währungsräume auslösen.
Die Leistungsbilanz der Eurozone weise einen Überschuss in Höhe von 18,8 Mrd. Euro auf. Es sei der 32. Monat in Folge mit einem Überschuss gewesen. Die Hauptursachen seien die Aktivsalden im Warenhandel sowie bei den Dienstleistungen in Höhe von 13,8 Mrd. Euro bzw. 8,5 Mrd. Euro gewesen. Über zwölf Monate kumuliert, liege das Plus bei 244 Mrd. Euro oder 2,5% des BIP.
Die Geldpolitik der EZB bleibe ultra-expansiv. Weitere Lockerungen könnten die Konjunktur nicht stimulieren. An den Finanzmärkten sei mit höherer Volatilität zu rechnen. (Ausgabe vom 01.06.2014) (02.06.2014/alc/a/a)


