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EZB: Leitzinsen bleiben unverändert - Inflations- und Wachstumsprojektionen angepasst
12.03.14 16:36
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat die Leitzinsen für die Eurozone in der vergangenen Woche bestätigt, berichten die Analysten der Nord LB.
Entsprechend bleibe der Tendersatz bei 0,25%. Auch die Zinssätze für die kurzfristigen Übernachtgeschäfte seien nicht verändert worden und würden mit 0,00% (Einlagefazilität) bzw. 0,75% (Spitzenrefinanzierung) auf konstantem Niveau bleiben. Auf Nachfrage habe Notenbankpräsident Mario Draghi auf der anschließenden Pressekonferenz erklärt, dass es im Rat eine breite Diskussion über sämtliche geldpolitische Instrumente, insbesondere auch über eine Leitzinssenkung, gegeben habe. Dennoch würden die Ausführungen auch für den kommenden Monat nicht auf eine Leitzinssenkung hindeuten.
Gegen eine Leitzinssenkung spreche vor allem die gesamtwirtschaftliche Erholung. Die EZB sehe sich in ihrer Einschätzung einer moderaten konjunkturellen Erholung bestätigt. Man gehe von einer Fortsetzung des Aufschwungs auf niedrigem Niveau aus. Allerdings würden der realwirtschaftlichen Entwicklung weiterhin Abwärtsrisiken attestiert. Zudem könnten die geopolitischen Risiken, insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der Ukraine und speziell auf der Krim, das Wachstum im Währungsraum belasten.
Die Wachstumserwartungen für das laufende Jahr seien minimal nach oben korrigiert worden. Die EZB rechne nun mit einem BIP-Wachstum im laufenden Jahr von 1,2% (bisher: 1,1%). Im kommenden Jahr sehe der Mitarbeiterstab ein Wirtschaftswachstum von 1,5% und in 2016 von 1,8%. Gegen eine Leitzinssenkung spreche aber auch die Einschätzung der künftigen Inflationsentwicklung. Die Inflationserwartungen sehe die EZB nach wie vor als fest verankert an. Zunächst rechne die Notenbank mit einem verhaltenen Preisdruck.
Diese Erwartung komme auch in den Inflationsprojektionen zum Ausdruck. Für das laufende Jahr seien die Inflationserwartungen leicht nach unten korrigiert worden. Die Notenbank rechne für 2014 mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,0%. Im kommenden Jahr erwarte die EZB eine Inflationsrate von 1,3% (2016: 1,5%). Bis zum 4. Quartal 2016 sollte die Teuerungsrate dann auf 1,7% ansteigen. Gerade vor dem Hintergrund des langen Zeitraums bis Ende 2016 stehe diese Projektion aber unter erheblicher Prognoseunsicherheit. Von gestiegenen oder gar ernsthaften Deflationsgefahren sei indes nicht die Rede gewesen.
Einige Marktteilnehmer hätten im Vorfeld der Ratssitzung damit gerechnet, dass die EZB die liquiditätsseitige Sterilisierung der Staatsanleihenankäufe abschaffe. Derzeit würden sich noch immer Staatsanleihen in einem Volumen von circa 175 Milliarden Euro im Portfolio der Notenbank befinden. Die über diese Maßnahme den Märkten zugeführte Liquidität sei bislang über entsprechende Gegengeschäfte liquiditätsseitig neutralisiert worden. An diesem Vorgehen halte die Notenbank nun allerdings (vorerst) fest. Nach Einschätzung von Mario Draghi würden die Entwicklungen an den Geldmärkten die mit einem Verzicht auf die Sterilisierung einhergehende Liquiditätszufuhr nicht erforderlich machen. Aufgrund der Laufzeitenstruktur der im Bestand der EZB befindlichen Staatsanleihen wäre die Liquiditätsspritze ohnehin nur von kurzer Dauer. Die Staatsanleihen würden demnach alle eine Restlaufzeit von unter einem Jahr aufweisen.
Enttäuscht habe der Markt auf die Aussagen Draghis auf der anschließenden Pressekonferenz reagiert. Der betont unaufgeregte Auftritt des obersten Notenbankers der Eurozone sei dahingehend gewertet worden, dass die geldpolitische Ausrichtung der EZB nicht noch expansiver werde, was zum einen die Leitzinsen selbst und zum anderen auch die noch möglichen unkonventionellen Maßnahmen betreffe. Entsprechend hätten die Geldmarktsätze zum Wochenschluss spürbar zugelegt. Der 3M-Euribor sei zum Wochenanfang mit knapp 0,31% auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2012 geklettert. Und auch die Renditen von Bundesanleihen hätten am kurzen Ende verhältnismäßig deutlich zugelegt.
Allerdings sollten die Märkte aus Sicht der Analysten der Nord LB in die Aussagen Draghis nicht zu viel hineininterpretieren. Denn er habe zuletzt auch immer wieder betont, dass die EZB ungerechtfertigten Anstiegen am Geldmarkt entschieden entgegentreten werde. Sollte sich also der Anstieg der Geldmarktrenditen verstetigen, dürfe man durchaus mit einer geldpolitischen Reaktion seitens der Notenbank - vermutlich in Form neuer unkonventioneller Maßnahmen - rechnen. In diese Richtung seien auch die Aussagen von EZB-Vizepräsident Constancio Anfang der Woche gegangen.
Etwas ratlos dürfte die EZB derzeit beim Blick auf die Kreditvergabe im gemeinsamen Währungsraum sein. Im vergangenen Monat habe Präsident Draghi seine Erwartung einer Verbesserung der Kreditvergabe betont. Nun habe er eine gewisse Stabilisierung konstatiert, von einer echten Erholung könne allerdings noch keine Rede sein. Zudem würden die bislang für den Januar vorliegenden Daten noch nicht auf eine echte Trendwende hindeuten. Dennoch sei der Notenbankchef optimistisch geblieben, dass sich hier eine positive Tendenz abzeichne. Kreditfördernde geldpolitische Instrumente wie beispielsweise die Belebung des Marktes für ABS, die Verwendungszweckbindung von Liquiditätsmaßnahmen oder aber ein "echtes" Quantitative Easing würden allerdings im Instrumentenkasten der EZB bleiben. Auf eine kurzfristige Nutzung dieser Maßnahmen hätten die Aussagen nicht hingedeutet. (12.03.2014/alc/a/a)
Entsprechend bleibe der Tendersatz bei 0,25%. Auch die Zinssätze für die kurzfristigen Übernachtgeschäfte seien nicht verändert worden und würden mit 0,00% (Einlagefazilität) bzw. 0,75% (Spitzenrefinanzierung) auf konstantem Niveau bleiben. Auf Nachfrage habe Notenbankpräsident Mario Draghi auf der anschließenden Pressekonferenz erklärt, dass es im Rat eine breite Diskussion über sämtliche geldpolitische Instrumente, insbesondere auch über eine Leitzinssenkung, gegeben habe. Dennoch würden die Ausführungen auch für den kommenden Monat nicht auf eine Leitzinssenkung hindeuten.
Gegen eine Leitzinssenkung spreche vor allem die gesamtwirtschaftliche Erholung. Die EZB sehe sich in ihrer Einschätzung einer moderaten konjunkturellen Erholung bestätigt. Man gehe von einer Fortsetzung des Aufschwungs auf niedrigem Niveau aus. Allerdings würden der realwirtschaftlichen Entwicklung weiterhin Abwärtsrisiken attestiert. Zudem könnten die geopolitischen Risiken, insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der Ukraine und speziell auf der Krim, das Wachstum im Währungsraum belasten.
Die Wachstumserwartungen für das laufende Jahr seien minimal nach oben korrigiert worden. Die EZB rechne nun mit einem BIP-Wachstum im laufenden Jahr von 1,2% (bisher: 1,1%). Im kommenden Jahr sehe der Mitarbeiterstab ein Wirtschaftswachstum von 1,5% und in 2016 von 1,8%. Gegen eine Leitzinssenkung spreche aber auch die Einschätzung der künftigen Inflationsentwicklung. Die Inflationserwartungen sehe die EZB nach wie vor als fest verankert an. Zunächst rechne die Notenbank mit einem verhaltenen Preisdruck.
Einige Marktteilnehmer hätten im Vorfeld der Ratssitzung damit gerechnet, dass die EZB die liquiditätsseitige Sterilisierung der Staatsanleihenankäufe abschaffe. Derzeit würden sich noch immer Staatsanleihen in einem Volumen von circa 175 Milliarden Euro im Portfolio der Notenbank befinden. Die über diese Maßnahme den Märkten zugeführte Liquidität sei bislang über entsprechende Gegengeschäfte liquiditätsseitig neutralisiert worden. An diesem Vorgehen halte die Notenbank nun allerdings (vorerst) fest. Nach Einschätzung von Mario Draghi würden die Entwicklungen an den Geldmärkten die mit einem Verzicht auf die Sterilisierung einhergehende Liquiditätszufuhr nicht erforderlich machen. Aufgrund der Laufzeitenstruktur der im Bestand der EZB befindlichen Staatsanleihen wäre die Liquiditätsspritze ohnehin nur von kurzer Dauer. Die Staatsanleihen würden demnach alle eine Restlaufzeit von unter einem Jahr aufweisen.
Enttäuscht habe der Markt auf die Aussagen Draghis auf der anschließenden Pressekonferenz reagiert. Der betont unaufgeregte Auftritt des obersten Notenbankers der Eurozone sei dahingehend gewertet worden, dass die geldpolitische Ausrichtung der EZB nicht noch expansiver werde, was zum einen die Leitzinsen selbst und zum anderen auch die noch möglichen unkonventionellen Maßnahmen betreffe. Entsprechend hätten die Geldmarktsätze zum Wochenschluss spürbar zugelegt. Der 3M-Euribor sei zum Wochenanfang mit knapp 0,31% auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2012 geklettert. Und auch die Renditen von Bundesanleihen hätten am kurzen Ende verhältnismäßig deutlich zugelegt.
Allerdings sollten die Märkte aus Sicht der Analysten der Nord LB in die Aussagen Draghis nicht zu viel hineininterpretieren. Denn er habe zuletzt auch immer wieder betont, dass die EZB ungerechtfertigten Anstiegen am Geldmarkt entschieden entgegentreten werde. Sollte sich also der Anstieg der Geldmarktrenditen verstetigen, dürfe man durchaus mit einer geldpolitischen Reaktion seitens der Notenbank - vermutlich in Form neuer unkonventioneller Maßnahmen - rechnen. In diese Richtung seien auch die Aussagen von EZB-Vizepräsident Constancio Anfang der Woche gegangen.
Etwas ratlos dürfte die EZB derzeit beim Blick auf die Kreditvergabe im gemeinsamen Währungsraum sein. Im vergangenen Monat habe Präsident Draghi seine Erwartung einer Verbesserung der Kreditvergabe betont. Nun habe er eine gewisse Stabilisierung konstatiert, von einer echten Erholung könne allerdings noch keine Rede sein. Zudem würden die bislang für den Januar vorliegenden Daten noch nicht auf eine echte Trendwende hindeuten. Dennoch sei der Notenbankchef optimistisch geblieben, dass sich hier eine positive Tendenz abzeichne. Kreditfördernde geldpolitische Instrumente wie beispielsweise die Belebung des Marktes für ABS, die Verwendungszweckbindung von Liquiditätsmaßnahmen oder aber ein "echtes" Quantitative Easing würden allerdings im Instrumentenkasten der EZB bleiben. Auf eine kurzfristige Nutzung dieser Maßnahmen hätten die Aussagen nicht hingedeutet. (12.03.2014/alc/a/a)
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