EZB-Ratssitzung vom Mittwoch bringt kaum neue Erkenntnisse, Leitzinsniveau bestätigt


05.06.15 12:06
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Sitzung des EZB-Rates vom Mittwoch hat erwartungsgemäß kaum neue Erkenntnisse gebracht, so die Analysten von Postbank Research.

Der Rat habe das Leitzinsniveau bestätigt und auch keine Änderungen an seinen unkonventionellen Maßnahmen vorgenommen. Die EZB-Projektionen für Inflation und BIP-Wachstum seien nur geringfügig angepasst worden. Die Wachstumsprojektionen seien nahezu unverändert geblieben. Die Inflationsprojektion für 2015 sei zwar aufgrund der aktuellen Entwicklungen für 2015 von 0,0% auf 0,3% angehoben worden, die Projektionen für 2016 (1,5%) und 2017 (1,8%) seien aber konstant geblieben. Letztere seien derzeit als wichtiger einzustufen als der kurzfristige Ausblick. Sie würden die Einschätzung der EZB widerspiegeln, dass der Inflationstrend nach oben gerichtet sei, aber erst 2017 in etwa die EZB-Zielgröße erreichen dürfte.

Letztlich signalisiere die EZB mit ihren Projektionen, dass sich an den gesamtwirtschaftlichen Parametern seit dem Start ihres Ankaufprogramms für Anleihen im März im Grunde genommen nichts verändert habe. Infolgedessen komme sie auch zu dem Ergebnis, dass ein stetiger geldpolitischer Kurs erforderlich sei und dass die vom EZB-Rat beschlossenen Maßnahmen entschieden umgesetzt werden müssten. Spekulationen auf eine baldige Reduzierung der Anleiheankäufe durch die EZB habe Dragi damit eine Absage erteilt. Gleichzeitig zeige sich die EZB über die erhöhte Volatilität an den Märkten bisher kaum besorgt.

Die deutschen Industrieaufträge seien im April gegenüber Vormonat um 1,4% und damit deutlich stärker als vom Markt erwartet gestiegen. Besonders deutlich seien die Bestellungen aus dem Ausland gewachsen, insbesondere aus der Eurozone, während die Inlandsnachfrage - nach einem relativ starken Zuwachs im März – zurückgegangen sei.

Heute werde der US-Arbeitsmarktbericht für Mai veröffentlicht. Die Analysten würden mit einer Beschleunigung des Stellenwachstums auf 275 Tsd. rechnen. Zugleich könnte die Arbeitslosenquote von 5,4% auf 5,3% sinken. Es sei der letzte Bericht vor der FOMC-Sitzung am 16./17. Juni, für die die FED eine Zinserhöhung nicht explizit ausgeschlossen habe. Auch wenn mittlerweile kaum noch jemand mit einem unmittelbar bevorstehenden Zinsschritt rechne, könnte ein "zu gutes" Ergebnis aufgrund des Timings spürbare Auswirkungen auf das Marktgeschehen haben.

Verhandlungen auf höchster Regierungsebene hätten noch keinen Durchbruch in der Griechenland-Krise gebracht. Die Positionen beider Parteien im Hinblick auf notwendige Reformen würden nach wie vor unvereinbar erscheinen. Derweil habe Griechenland entschieden, die im laufenden Monat fälligen Zahlungen an den IWF zu bündeln und damit erst am Monatsende in einer Rate zu begleichen. (05.06.2015/alc/a/a)





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