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EZB-Sitzung: Kein anhaltender Lockerungszyklus?
07.06.24 10:00
Candriam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Höheren Inflationserwartungen zum Trotz ist die Europäische Zentralbank (EZB) dem "Club der Zinssenkungen" beigetreten und hat die Zinsen um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent gesenkt, so Nicolas Forest, CIO bei Candriam.
Sie sei die vierte Bank unter den G10, die ihren Lockerungszyklus einleite - nach der Schweizer Notenbank (SNB), Schwedens Riksbank und der Bank of Canada. Mit diesem Schritt komme die EZB der US-Notenbank (FED) zuvor - ein großer Unterschied zu der Vorgehensweise in der Vergangenheit. Die FED dagegen scheine mehr Geduld zu haben und warte auf überzeugendere Daten, die darauf hindeuten würden, dass sich die Inflation ihrem Ziel nähere. FED-Chef Jerome Powell dürfte nächste Woche bekräftigen, dass die Geldpolitik ausreichend restriktiv sei und mehr Zeit benötige, um zu wirken. Es gebe jedoch positive Anzeichen: Die Wirtschaftstätigkeit scheine sich zu verlangsamen und die Spannungen auf dem Arbeitsmarkt würden nachlassen.
Übermäßige Freude sei jedoch verfrüht: EZB-Vorsitzende Christine Lagarde möchte sich nicht auf weitere Zinssenkungen festlegen. Wie die anderen Zentralbanken verfolge sie einen schrittweisen und vorsichtigen Ansatz und werde die Situation von Treffen zu Treffen neu bewerten. Die Inflationsdaten würden das Tempo und den Zeitpunkt der nächsten Zinsschritte bestimmen. Dennoch erwarte Candriam zwei weitere Zinssenkungen vor Jahresende, beginnend im September, denn die vorübergehenden Inflationseffekte im Dienstleistungssektor dürften verschwinden.
Gleichzeitig habe die EZB die Inflationsprognose für 2024 und 2025 angehoben. Das deute darauf hin, dass diese erste Zinssenkung möglicherweise nicht den Beginn eines anhaltenden Lockerungszyklus signalisiere. Im Gegenteil: Die neue Prognose bleibe vorsichtig und vermeide eine klare Richtung für zukünftige Maßnahmen.
Diese erste Zinssenkung könnte angesichts des günstigen makroökonomischen Hintergrunds auch weiterhin europäische Aktien, insbesondere Small- und Mid-Caps, stützen. (07.06.2024/alc/a/a)
Sie sei die vierte Bank unter den G10, die ihren Lockerungszyklus einleite - nach der Schweizer Notenbank (SNB), Schwedens Riksbank und der Bank of Canada. Mit diesem Schritt komme die EZB der US-Notenbank (FED) zuvor - ein großer Unterschied zu der Vorgehensweise in der Vergangenheit. Die FED dagegen scheine mehr Geduld zu haben und warte auf überzeugendere Daten, die darauf hindeuten würden, dass sich die Inflation ihrem Ziel nähere. FED-Chef Jerome Powell dürfte nächste Woche bekräftigen, dass die Geldpolitik ausreichend restriktiv sei und mehr Zeit benötige, um zu wirken. Es gebe jedoch positive Anzeichen: Die Wirtschaftstätigkeit scheine sich zu verlangsamen und die Spannungen auf dem Arbeitsmarkt würden nachlassen.
Gleichzeitig habe die EZB die Inflationsprognose für 2024 und 2025 angehoben. Das deute darauf hin, dass diese erste Zinssenkung möglicherweise nicht den Beginn eines anhaltenden Lockerungszyklus signalisiere. Im Gegenteil: Die neue Prognose bleibe vorsichtig und vermeide eine klare Richtung für zukünftige Maßnahmen.
Diese erste Zinssenkung könnte angesichts des günstigen makroökonomischen Hintergrunds auch weiterhin europäische Aktien, insbesondere Small- und Mid-Caps, stützen. (07.06.2024/alc/a/a)


