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EZB-Sitzung eher unspektakulär


13.12.23 08:15
nordIX AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Am 14. Dezember trifft sich die europäische Notenbank EZB mit aktualisierten Mitarbeiter-Projektionen u.a. zu Verbraucherpreisen zum letzten Mal in diesem Jahr, so Jens Franck, Leiter Portfoliomanagement bei dem Hamburger Fixed Income-Spezialisten nordIX AG.

Die Experten würden keine Veränderungen der aktuellen Notenbankzinssätze erwarten, gleichwohl werde die EZB versuchen, die Erwartungen hinsichtlich anstehender Zinssenkungen im Jahr 2024 mit ihrem datenbasierten Ansatz etwas zu drosseln. Dennoch würden die Ratsmitglieder, allen voran das deutsche Direktoriumsmitglied Prof. Isabel Schnabel, den gesunkenen Inflationsraten Tribut zollen und den immer noch, trotz gegenteiliger Einpreisungen, gering vorhandenen Zinsängsten jede Grundlage nehmen.

Per März 2024 würden die Märkte bereits knapp über 50% einen ersten 25BP-Zinssenkungsschritt einpreisen, per Ende 2024 seien über 125BP an Senkungen eingepreist. Das heiße in der Interpretation der Experten allerdings nicht, dass Zinssenkungen in einem Umfeld robuster Arbeitsmärkte mit bis dato nicht erkennbaren scharfen Rezessions-Indikationen ein Interpretationsspielraum gegeben würden. Vielmehr werde der eingeläuteten Zinspause, ohne ein Enddatum zu nennen, Gewicht gegeben, um über zukünftige Makro-Daten der Durchsetzung der erfolgten Zinsschritte mehr Visibilität für deren Wirksamkeit zu geben.

Somit würden die Experten die Sitzung in der Summe eher unspektakulär sehen und in der Q&A-Session Fragen zum Wertpapierankaufprogramm PEPP, zur Mindestreserve etc. erwarten. Es höre sich nach einer technischen statt vorausschauenden Sitzung an. (Ausgabe vom 12.12.2023) (13.12.2023/alc/a/a)