Erweiterte Funktionen
EZB: Stimmungsindikatoren sprechen gegen Leitzinssenkung
29.01.14 16:03
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Am Freitag legt das Statistikamt der EU aktuelle Daten für die Entwicklung der Konsumentenpreise in den Ländern der Gemeinschaft vor, so die Analysten der Nord LB.
Für den Berichtsmonat Januar würden die Analysten mit einer Seitwärtsbewegung der Inflation auf vergleichsweise niedrigem Niveau rechnen. Nach Einschätzung der Analysten sollten die Verbraucherpreise zu Jahresbeginn um 0,8% gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen sein. Damit bleibe es zunächst bei dem überschaubaren Inflationsdruck.
Für die EZB ergebe sich entsprechend kein akuter Handlungsbedarf. Auch wenn die Teuerung deutlich unter der Zielmarke von "unter aber nahe bei 2%" bleibe, dürften sich die EZB-Ratsmitglieder Anfang Februar für eine Beibehaltung des derzeitigen Zinsniveaus entscheiden.
Auch für die kommenden Monate würden die Analysten momentan keinen merklichen Anstieg der Teuerung sehen. Vielmehr sollte die Inflation im März aufgrund des in diesem Jahr entlastend wirkenden Oster-Basiseffektes sogar noch einmal nachgeben. Dies könnte gewisse Auswirkungen auf die mittelfristigen Inflationserwartungen haben, welche die Notenbank im Moment noch als "fest verankert" einstufe. Je länger die Phase niedriger Teuerung Bestand habe, umso höher werde auch die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion der Inflationserwartungen. Das Deflationsgespenst sollte jedoch auch weiterhin in der Kiste bleiben.
Zu Wochenbeginn habe das in München beheimatete ifo-Institut seinen weithin beachteten Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Die ifo-Zahlen würden dabei das Bild bestätigen, welches die anderen von den Märkten beachteten Stimmungsindikatoren zu Jahresbeginn bereits gezeichnet hätten: Der Optimismus nehme weiter zu. Im Berichtsmonat Januar habe sich das Geschäftsklima auf 110,6 Indexpunkte verbessert. Dieser Wert stelle den höchsten Stand seit Mitte 2011 dar. Die Verbesserung gehe dabei erneut sowohl auf eine stärkere Lageeinschätzung als auch eine nochmals gestiegene Geschäftserwartung zurück.
Mit dem Verlauf des ifo-Geschäftsklimaindex dürfe man mittlerweile sehr zufrieden sein. Der Indikator signalisiere, dass sich die deutsche Volkswirtschaft auch 2014 in einem Aufschwung bewegen werde. Während sich die Wachstumszahl für das Gesamtjahr 2013 mit 0,4% noch verhältnismäßig überschaubar präsentiere, seien die Analysten für das neue Jahr zuversichtlich, dass die Wirtschaftstätigkeit deutlicher zulegen werde und würden mit einem Anstieg des realen BIP in einer Größenordnung von etwa 2% rechnen. Dabei sollte Deutschland von einer regen Binnennachfrage profitieren, die insbesondere auch wieder durch vermehrte Investitionstätigkeit gestützt werden dürfte.
Zudem werde die Exportnation Deutschland von dem robusten Wachstum wichtiger Handelspartner gestützt. Damit gerate auch die EZB mehr und mehr in eine schwierige Lage. Während die Kreditvergabe in einigen Bereichen des Währungsraumes nach wie vor am Boden liege und die Geldmarktsätze zuletzt doch spürbar angezogen seien, würden die Stimmungsindikatoren sowie die Daten aus der Realwirtschaft eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung andeuten.
Die Kreditzahlen sowie die Geldmarktsätze würden in der Tendenz eine weitere geldpolitische Lockerung rechtfertigen, während vor allem die realwirtschaftlich untermauerten Zahlen für eine Beibehaltung des derzeitigen Kurses sprechen würden. Auch diese Sicht der Dinge stütze die Prognose der Analysten seitwärts gerichteter Leitzinsen.
In ihrem aktuellen Monatsbericht unterbreite die Bundesbank einen provokanten Vorschlag: Im Falle einer drohenden Staatspleite sollten die eigenen Staatsbürger mittels Vermögensabgabe an der Rettung des eigenen Staates beteiligt werden. Die Bundesbank sehe in einer einmaligen Abgabe auf private Vermögen die praktische Umsetzung für das "Prinzip nationaler Eigenverantwortung". Im Rahmen der Rettung Zyperns habe es bereits in einem gewissen Umfang eine solche Beteiligung gegeben, indem Sparer mit einer Einlage ab 100.000 Euro an der Rettung beteiligt worden seien.
Der Fall Zypern zeige aber sogleich auch die Probleme eines solchen Schrittes: Umfangreiche Kapitalflucht im Fall eines drohenden Zahlungsausfalls wäre vermutlich die Folge. Allerdings halte die Bundesbank dieses Problem für beherrschbar. Auch beschäftige sie sich nicht mit Fragen der praktischen Umsetzung eines solchen Schrittes. Insofern handle es sich wohl in erster Linie um ein Gedankenexperiment der Notenbanker aus Frankfurt, gleichzeitig würden die Überlegungen aber auch zeigen, dass es auf diesem Gebiet offenkundig keine "heiligen Kühe" mehr gebe.
In dem Monatsbericht beschäftige sich die Bundesbank zudem mit den Anpassungsprozessen der besonders stark von der Schuldenkrise betroffenen Länder. Dabei stelle die Notenbank fest, dass in den Ländern Griechenland, Irland, Italien, Spanien, Portugal und Zypern die Anpassungsprozesse im Gang seien, wie man etwa an dem Rückgang der Haushalts- sowie Leistungsbilanzdefizite ablesen könne.
Allerdings seien die private und die öffentliche Verschuldung vielfach zu hoch. Entsprechend müsse der Reform- und Konsolidierungskurs unvermindert fortgesetzt werden. Dies lese sich ein wenig wie die regelmäßigen Statements der EZB, die ebenfalls regelmäßig die Fortsetzung der strukturellen Anpassungsprogramme anmahne. Zumindest in dieser Frage seien sich also EZB und Bundesbank einig.
Der Bundesbank sei mit dem Weggang von Sabine Lautenschläger zur EZB ihre Vizepräsidentin abhandengekommen. Als Favoritin auf den Posten gelte Claudia Buch. Buch sei Mitglied des Sachverständigenrates und trage als solche den informellen Titel "Wirtschaftsweise". Derzeit leite sie das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle. Sie gelte als Banken- und Finanzmarktexpertin und solle Medienberichten zufolge die Favoritin von Bundesfinanzminister Schäuble sein. (29.01.2014/alc/a/a)
Für den Berichtsmonat Januar würden die Analysten mit einer Seitwärtsbewegung der Inflation auf vergleichsweise niedrigem Niveau rechnen. Nach Einschätzung der Analysten sollten die Verbraucherpreise zu Jahresbeginn um 0,8% gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen sein. Damit bleibe es zunächst bei dem überschaubaren Inflationsdruck.
Für die EZB ergebe sich entsprechend kein akuter Handlungsbedarf. Auch wenn die Teuerung deutlich unter der Zielmarke von "unter aber nahe bei 2%" bleibe, dürften sich die EZB-Ratsmitglieder Anfang Februar für eine Beibehaltung des derzeitigen Zinsniveaus entscheiden.
Auch für die kommenden Monate würden die Analysten momentan keinen merklichen Anstieg der Teuerung sehen. Vielmehr sollte die Inflation im März aufgrund des in diesem Jahr entlastend wirkenden Oster-Basiseffektes sogar noch einmal nachgeben. Dies könnte gewisse Auswirkungen auf die mittelfristigen Inflationserwartungen haben, welche die Notenbank im Moment noch als "fest verankert" einstufe. Je länger die Phase niedriger Teuerung Bestand habe, umso höher werde auch die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion der Inflationserwartungen. Das Deflationsgespenst sollte jedoch auch weiterhin in der Kiste bleiben.
Zu Wochenbeginn habe das in München beheimatete ifo-Institut seinen weithin beachteten Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Die ifo-Zahlen würden dabei das Bild bestätigen, welches die anderen von den Märkten beachteten Stimmungsindikatoren zu Jahresbeginn bereits gezeichnet hätten: Der Optimismus nehme weiter zu. Im Berichtsmonat Januar habe sich das Geschäftsklima auf 110,6 Indexpunkte verbessert. Dieser Wert stelle den höchsten Stand seit Mitte 2011 dar. Die Verbesserung gehe dabei erneut sowohl auf eine stärkere Lageeinschätzung als auch eine nochmals gestiegene Geschäftserwartung zurück.
Mit dem Verlauf des ifo-Geschäftsklimaindex dürfe man mittlerweile sehr zufrieden sein. Der Indikator signalisiere, dass sich die deutsche Volkswirtschaft auch 2014 in einem Aufschwung bewegen werde. Während sich die Wachstumszahl für das Gesamtjahr 2013 mit 0,4% noch verhältnismäßig überschaubar präsentiere, seien die Analysten für das neue Jahr zuversichtlich, dass die Wirtschaftstätigkeit deutlicher zulegen werde und würden mit einem Anstieg des realen BIP in einer Größenordnung von etwa 2% rechnen. Dabei sollte Deutschland von einer regen Binnennachfrage profitieren, die insbesondere auch wieder durch vermehrte Investitionstätigkeit gestützt werden dürfte.
Die Kreditzahlen sowie die Geldmarktsätze würden in der Tendenz eine weitere geldpolitische Lockerung rechtfertigen, während vor allem die realwirtschaftlich untermauerten Zahlen für eine Beibehaltung des derzeitigen Kurses sprechen würden. Auch diese Sicht der Dinge stütze die Prognose der Analysten seitwärts gerichteter Leitzinsen.
In ihrem aktuellen Monatsbericht unterbreite die Bundesbank einen provokanten Vorschlag: Im Falle einer drohenden Staatspleite sollten die eigenen Staatsbürger mittels Vermögensabgabe an der Rettung des eigenen Staates beteiligt werden. Die Bundesbank sehe in einer einmaligen Abgabe auf private Vermögen die praktische Umsetzung für das "Prinzip nationaler Eigenverantwortung". Im Rahmen der Rettung Zyperns habe es bereits in einem gewissen Umfang eine solche Beteiligung gegeben, indem Sparer mit einer Einlage ab 100.000 Euro an der Rettung beteiligt worden seien.
Der Fall Zypern zeige aber sogleich auch die Probleme eines solchen Schrittes: Umfangreiche Kapitalflucht im Fall eines drohenden Zahlungsausfalls wäre vermutlich die Folge. Allerdings halte die Bundesbank dieses Problem für beherrschbar. Auch beschäftige sie sich nicht mit Fragen der praktischen Umsetzung eines solchen Schrittes. Insofern handle es sich wohl in erster Linie um ein Gedankenexperiment der Notenbanker aus Frankfurt, gleichzeitig würden die Überlegungen aber auch zeigen, dass es auf diesem Gebiet offenkundig keine "heiligen Kühe" mehr gebe.
In dem Monatsbericht beschäftige sich die Bundesbank zudem mit den Anpassungsprozessen der besonders stark von der Schuldenkrise betroffenen Länder. Dabei stelle die Notenbank fest, dass in den Ländern Griechenland, Irland, Italien, Spanien, Portugal und Zypern die Anpassungsprozesse im Gang seien, wie man etwa an dem Rückgang der Haushalts- sowie Leistungsbilanzdefizite ablesen könne.
Allerdings seien die private und die öffentliche Verschuldung vielfach zu hoch. Entsprechend müsse der Reform- und Konsolidierungskurs unvermindert fortgesetzt werden. Dies lese sich ein wenig wie die regelmäßigen Statements der EZB, die ebenfalls regelmäßig die Fortsetzung der strukturellen Anpassungsprogramme anmahne. Zumindest in dieser Frage seien sich also EZB und Bundesbank einig.
Der Bundesbank sei mit dem Weggang von Sabine Lautenschläger zur EZB ihre Vizepräsidentin abhandengekommen. Als Favoritin auf den Posten gelte Claudia Buch. Buch sei Mitglied des Sachverständigenrates und trage als solche den informellen Titel "Wirtschaftsweise". Derzeit leite sie das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle. Sie gelte als Banken- und Finanzmarktexpertin und solle Medienberichten zufolge die Favoritin von Bundesfinanzminister Schäuble sein. (29.01.2014/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


