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Die EZB baut einen "backstop" für Banken
12.03.20 16:30
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat ein klares Profil gezeigt und den Markterwartungen nach einer Senkung der Einlagenzinsen nicht nachgegeben, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.
Eine Zinssenkung hätte außer möglicherweise einem Stimmungseffekt kaum positive Wirkungen auf die Kreditvergabe und damit das Wirtschaftswachstum gehabt. Gegen einen kompletten Stillstand der Wirtschaft aufgrund eingeschränkter Bewegungsfreiheit und wegen abgesagter Veranstaltungen helfe auch kein niedrigerer Zins. Schon die Zinssenkungen der US-Notenbank FED und der Bank of England (BoE) hätten die Kapitalmärkte nicht stützen können. Dafür sei von der EZB ebenso eindeutig die Unterstützung für die Liquiditätsausstattung der Banken unterstrichen und durch entsprechende Refinanzierungsmöglichkeiten untermauert worden.
Die erste Marktreaktion auf die angekündigten Maßnahmen der EZB sei zwar deutlich negativ gewesen, was sich in einem weiteren Rücksetzer an den Aktienmärkten gezeigt habe. Grundsätzlich sei die Vorgehensweise der EZB aber zu begrüßen, weil sie sich auf wirtschaftlich sinnvolle Aktionen fokussiere. Die Notenbank sollte dafür sorgen, dass die Banken vollumfänglich mit Liquidität versorgt würden und diese die Kreditvergabe an die Realwirtschaft nicht einschränken würden. Das habe die EZB getan. Der Bankensektor in der Eurozone werde von der EZB umfangreich abgesichert, die Notenbank baue in diesem Sinne einen "backstop" für die Banken auf. Sie biete unlimitierten Zugang zu Notenbankkrediten für Banken, günstigere Konditionen für langfristige Refinanzierungen und erhöhte Volumina für Wertpapierkäufe. Die direkte Bekämpfung des Coronavirus und die Unterstützung von Unternehmen und Haushalten in der Phase eines Angebots- und Nachfrageschocks sollte den Regierungen unterliegen und nicht der Notenbank.
Wachstums- und Inflationserwartungen für 2020 seien durch die EZB allerdings deutlich herabgestuft worden, auch wegen des jüngsten Ölpreisverfalls. Weiterhin bestünden erhebliche Unsicherheiten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Die EZB sei daher zu weiteren Aktionen bereit, sollten sich die Wachstums- und damit die Inflationsperspektiven in den kommenden Monaten weiter deutlich verschlechtern. (12.03.2020/alc/a/a)
Eine Zinssenkung hätte außer möglicherweise einem Stimmungseffekt kaum positive Wirkungen auf die Kreditvergabe und damit das Wirtschaftswachstum gehabt. Gegen einen kompletten Stillstand der Wirtschaft aufgrund eingeschränkter Bewegungsfreiheit und wegen abgesagter Veranstaltungen helfe auch kein niedrigerer Zins. Schon die Zinssenkungen der US-Notenbank FED und der Bank of England (BoE) hätten die Kapitalmärkte nicht stützen können. Dafür sei von der EZB ebenso eindeutig die Unterstützung für die Liquiditätsausstattung der Banken unterstrichen und durch entsprechende Refinanzierungsmöglichkeiten untermauert worden.
Die erste Marktreaktion auf die angekündigten Maßnahmen der EZB sei zwar deutlich negativ gewesen, was sich in einem weiteren Rücksetzer an den Aktienmärkten gezeigt habe. Grundsätzlich sei die Vorgehensweise der EZB aber zu begrüßen, weil sie sich auf wirtschaftlich sinnvolle Aktionen fokussiere. Die Notenbank sollte dafür sorgen, dass die Banken vollumfänglich mit Liquidität versorgt würden und diese die Kreditvergabe an die Realwirtschaft nicht einschränken würden. Das habe die EZB getan. Der Bankensektor in der Eurozone werde von der EZB umfangreich abgesichert, die Notenbank baue in diesem Sinne einen "backstop" für die Banken auf. Sie biete unlimitierten Zugang zu Notenbankkrediten für Banken, günstigere Konditionen für langfristige Refinanzierungen und erhöhte Volumina für Wertpapierkäufe. Die direkte Bekämpfung des Coronavirus und die Unterstützung von Unternehmen und Haushalten in der Phase eines Angebots- und Nachfrageschocks sollte den Regierungen unterliegen und nicht der Notenbank.
Wachstums- und Inflationserwartungen für 2020 seien durch die EZB allerdings deutlich herabgestuft worden, auch wegen des jüngsten Ölpreisverfalls. Weiterhin bestünden erhebliche Unsicherheiten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Die EZB sei daher zu weiteren Aktionen bereit, sollten sich die Wachstums- und damit die Inflationsperspektiven in den kommenden Monaten weiter deutlich verschlechtern. (12.03.2020/alc/a/a)


