EZB läuft sich für Lockerung der Geldpolitik warm


15.05.14 15:32
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Der Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) ist schon kritisch zu sehen, der Ankauf von ABS-Titeln aber wäre ein Griff in den Gifttopf, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die EZB bereite sich für ihren Kampf gegen die niedrige Inflation vor. Ein ganzes Maßnahmenpaket an geldpolitischen Lockerungen solle dabei helfen, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Neben der Abwehr einer deflatorischen Entwicklung solle der Außenwert des Euro geschwächt werden. Außerdem könnte mit dem umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen der Druck auf die Euro-Schuldenländer reduziert werden.

EZB-Chef Mario Draghi habe angekündigt, gegen zu niedrige Preise in der Eurozone vorzugehen - und zwar schon "beim nächsten Mal", also am 5. Juni, wenn sich der EZB-Rat wieder treffe. Auch die Bundesbank sei für weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen die Niedrig-Inflation im Euroraum offen, heiße es im "Wall Street Journal". Vor dem Hintergrund der niedrigen Inflation sehe Draghi in einem starken Euro einen "ernsthaften Grund zur Sorge", schließlich setze er nicht nur die Exporteure unter Druck, sondern halte über sinkende Importpreise auch das Preisniveau niedrig.

In der Folge von Draghis Ankündigungen habe der Euro zunächst auf 1,3743 US-Dollar gerauscht - ein Effekt, der durchaus gewollt gewesen sei. Gelte doch der Euro vielen Mitgliedsländern, allen voran Frankreich, als zu stark und damit belastend für Exporte in Länder außerhalb der Eurozone. Parallel dazu habe die Aussicht auf eine erneute Lockerung der Geldpolitik im Euroraum die Kurse deutscher Staatsanleihen beflügelt. Entsprechend sei die Rendite für zehnjährige Bundestitel auf rund 1,38% gefallen.

Zu welchen Instrumenten aus dem Werkzeugkoffer der geldpolitischen Maßnahmen werde die EZB greifen? Als mögliche Mittel gegen den geringen Preisauftrieb stünden neben dem klassischen Instrument der Leitzinssenkung breitangelegte Wertpapierkäufe der EZB, Liquiditätsspritzen oder negative Zinsen auf Geldreserven, die Geschäftsbanken bei der Zentralbank horten würden, zur Verfügung.

Dass diesmal das Instrument des Ankaufs von Staatsanleihen angewandt werden könnte, darauf deute die Aussage von EZB-Direktor Yves Mersch hin, der dieses umstrittene Instrument vehement verteidigt habe. Das Mandat der Notenbank umfasse die Möglichkeit, unter entsprechenden Auflagen am Sekundärmarkt Staatsanleihen zu kaufen, habe er gesagt. Die EZB habe auf dem Höhepunkt der Euro-Krise im Spätsommer 2012 beschlossen, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von überschuldeten Ländern zu kaufen. Diese Ankündigung des OMT-Programms (Outright Monetary Transactions) habe schließlich zu einer deutlichen Entspannung an den Finanzmärkten geführt.

Vor allem in Deutschland aber bleibe diese Option umstritten, weil die EZB Staaten nicht direkt finanzieren dürfe. Und noch stehe ja die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus, die das Bundesverfassungsgericht im Februar dorthin verwiesen habe. Man werde das Verfahren "in aller Demut und Entspanntheit" abwarten, habe Mersch versichert, um gleich hinzuzufügen, dass die EZB bis dahin in ihrem Handeln aber nicht eingeschränkt sei.

Ob diese Handlungsoptionen auch den Ankauf von Asset Backed Securities (ABS) beinhalten würden, werde eine spannende Frage sein. Immerhin habe Draghi diese Möglichkeit vor einiger Zeit schon öffentlich in Betracht gezogen. Auf welch schmalem Grat sich die EZB dann aber bewegen würde, mache die Erinnerung an die Finanzmarktkrise klar, die letztendlich erst durch den Handel mit ABS-Produkten ausgelöst worden sei. Daher wäre der Ankauf von ABS-Titeln durch die EZB so etwas wie der Griff in den Gifttopf.

Wann wage US-Notenbank den Zwischenschritt?
US-Notenbank und die EZB würden sich die Bälle zuwerfen.

Nach der Notenbanksitzung sei vor der Notenbanksitzung. Dieser Spruch komme immer dann zum Einsatz, wenn Analysten und Marktbeobachter nicht mehr weiterwissen würden. Denn die Kernaussage bedeute: Das heutige Ergebnis sei zwar bekannt, aber beim nächsten Mal sei wieder alles möglich.

Nach diesem Motto würden aktuell die Marktteilnehmer agieren und sich überlegen, was insbesondere die Boardmitglieder der amerikanischen Notenbank (FED) unter ihrer Präsidentin Janet Yellen in den nächsten Monaten zu tun gedenken würden. Das Eindämmen der Geldflut in den USA sei zwar schon längst beschlossene Sache, aber wie man die noch verbliebenen 45 Mrd. US-Dollar in Zehnerschritten reduzieren wolle, das werde vorerst ihr Geheimnis bleiben. Im Umkehrschluss bedeute dies allerdings, dass man früher oder später einen Zwischenschritt einlegen müsse oder sich den großen Schritt bis zum Schluss aufheben werde.

Bei hochsensiblen Wesen wie Analysten und Investoren berge der Übergang von 10 Mrd. US-Dollar auf 5 Mrd. US-Dollar oder von 10 Mrd. US-Dollar auf 15 Mrd. US-Dollar aber die Gefahr einer Fehlinterpretation. Da oft mit einem Tempowechsel die Frage, ob Notenbanker mehr wissen würden, verbunden werde, sollte man frühzeitig diesen Stakkato-Effekt erläutern. Generell werde in diesem Zusammenhang immer wieder von einem Liquiditätsentzug gesprochen.

Doch diese Wortwahl sei falsch, da lediglich kein neues Geld mehr zum Ankauf von Anleihen bereitgestellt werde. Ein Entzug würde bedeuten, dass die angekauften Wertpapiere in den Kreislauf wieder einfließen müssten, und das würde bei konstanter Fließgeschwindigkeit rund acht (!) Jahre dauern. Innerhalb dieser Zeit könne aber noch viel passieren. Und aktuell scheinen sich die beiden einflussreichsten Notenbanken die Bälle in punkto Geldpolitik zuzuwerfen, so die Analysten. Wenn die einen den Ankauf einstellen würden, könnten die anderen aktiv werden, denn andere Alternativen gebe es nicht mehr.

Entscheidung für Abwicklung der HRE-Tochter DEPFA Bank sorge für Kurssprung

Der Bund verspreche sich dadurch eine bessere Lösung für den Steuerzahler. Die Pleitebank werde nun doch nicht verkauft, vielmehr werde das Kreditgeschäft an die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement in München übertragen.

Das Pleiteinstitut DEPFA ACS Bank werde nun doch nicht verkauft, sondern abgewickelt. Die Abwicklung durch den Bund verspreche für den Steuerzahler das bessere Ergebnis, heiße es dazu aus dem Finanzministerium, weil dadurch ein höherer Wert realisiert werden könne als durch einen Verkauf. Infolge dieser Ankündigung hätten die Geldkurse der DEPFA-Anleihen rund 2 Prozentpunkte zugelegt. So sei ein bis 11/2016 laufender Bond von 106,40% auf 108,40% geklettert und ein bis 5/2019 laufender DEPFA-Titel habe sogar von 114,20% auf 117,60% zugelegt.

Die inzwischen verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) habe die irische DEPFA 2007 für rund 5 Mrd. Euro übernommen und wäre in der Folge von der neuen Tochtergesellschaft fast in den Abgrund gerissen worden. Schließlich habe der deutsche Staat das Institut mit Steuergeldern retten müssen. Nachdem die HRE offenbar davor gestanden habe, die DEPFA zu verkaufen, habe sich der Lenkungsausschuss des staatlichen Rettungsfonds SoFFin für die Abwicklung entschieden. Das DEPFA-Kreditgeschäft über rund 34 Mrd. Euro solle nach der Entscheidung zur Abwicklung nun in eine Bad Bank, die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement in München, eingebracht werden. Diese Bad Bank müsse dann versuchen, möglichst viel davon noch in bare Münze umzusetzen.

Anleger mit russischen Bonds auf dünnem Eis
Wegen des Ukraine-Konflikts müsse jederzeit mit Rückschlägen gerechnet werden.

Auf dünnem Eis würden sich derzeit Anleger bewegen, die auf Anleihen der russischen Föderation setzen würden. So habe die Nachfrage nach diesen Titeln angezogen - egal, ob die Bonds in Euro, US-Dollar oder Russischen Rubel notiert seien. Vor dem Hintergrund des Konflikts um die Ukraine müsse aber - ganz abgesehen von Währungsrisiken - jederzeit mit Rückschlägen gerechnet werden. Die Entwicklung in der Ost-Ukraine sei schließlich weiterhin hochexplosiv.

Während auf Russischen Rubel lautende Titel im dreijährigen Bereich - am Beispiel einer bis 6/2017 laufenden Staatsanleihe (ISIN RU000A0JRJU8 / WKN A1GTUZ) - mit ca. 8,40% rentieren würden, würden in US-Dollar gelistete Titel ca. 2,43% Rendite abwerfen, wie etwa eine russische Staatsanleihe mit Laufzeit 4/2017. Im langfristigen Bereich von 14 Jahren Laufzeit liege das Renditeniveau bei ca. 8,94% für eine Rubel-Anleihe (ISIN RU000A0JTK38 / WKN A1HFLY) und 5,80% für einen auf US-Dollar lautenden und seitens des Gläubigers kündbaren Bond (ISIN XS0088543193 / WKN 248505).

Vor dem Stresstest: Hoher Bestand an Staatsanleihen sei ein Wunderpunkt der Euro-Banken

Dass die Banken fast doppelt so hohe Bestände an Staatsanleihen halten würden wie vor der Krise, verdeutliche die gegenseitige Abhängigkeit. Banken würden seit Beginn der Finanzkrise für viele Marktbeobachter als Inbegriff allen Übels gelten. Mittels einer Bankenunion und einer Neuauflage des Stresstests versuche man diesem Gefahrenpotenzial zu begegnen und dem Steuerzahler zu suggerieren: "Nie wieder Banken retten".

Doch sei diese Aussage wirklich haltbar oder habe sie eine Halbwertszeit, die bereits kurz nach den Europawahlen - in zehn Tagen - abgelaufen sein werde? Da das vermeintliche "Sorglospaket" aus zwei unterschiedlichen Komponenten bestehe, müsse auch jedes Einzelteil unter die Lupe genommen werden. Im Rahmen der Bankenunion seien neue Spielregeln zur Sanierung bzw. Abwicklung von Banken beschlossen worden. Die Überwachung des Gesundheitszustands der Banken werde zukünftig von einer gemeinsamen Bankenaufsicht zu vertreten sein, die zunächst bei der EZB angesiedelt sein werde.

Dies könne allerdings nur eine Übergangsregelung sein, denn ansonsten sei ein Interessenskonflikt vorprogrammiert. Um aber "kranken und schwachen" Finanzinstituten noch vor dem Start der Bankenunion mit einer (Geld-)Spritzenkur bei der Stärkung des Immunsystems behilflich sein zu können, würden die größten 124 Banken Europas zusätzlich einem Stresstest unterzogen. Wer allerdings glaube, dass dieser Stresstest ein Katastrophenszenario à la 2009/2010 beinhalte, habe weit gefehlt. Es sei zwar als Erfolg zu werten, dass nicht die nationalen Aufsichtsbehörden die Regeln vorgeben würden. Aber da die Banken angesichts der Niedrigzinsphase inzwischen in großem Stil in Staatsanleihen investiert seien, habe sich das Klumpenrisiko sogar noch verstärkt.

Denn viele Banken hätten die billige Mittelaufnahme bei der EZB in Verbindung mit der anschließenden Investition in europäische Staatsanleihen zu ihrem neuen Geschäftsmodell erkoren. Dass hierbei inzwischen fast doppelt so hohe Bestände gehalten würden wie noch vor der Krise, verdeutliche die neue Art der gegenseitigen Abhängigkeit. Unter Entkopplung von Banken und Staaten verstehe man sicherlich etwas anderes. Dass alle Staatsanleihen in signifikante Stressszenarien mit eingebunden worden seien, lasse den Test allerdings härter erscheinen als noch im Jahre 2011. Das sei immerhin ein Pluspunkt für den neuen Stresstest.

Da die Bilanzprüfungen erst im Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein würden und inzwischen im Rahmen der Stresstests die Erhebung der relevanten Daten begonnen habe, müsse man sich noch in Geduld üben, bis man sich ein Gesamtbild vom europäischen Bankenmarkt machen könne.

Internationale Emittenten würden Investoren reichlich Material zur Verfügung stellen.

Weil eine ganze Reihe internationaler Emittenten den Kapitalmarkt angezapft habe, habe in dieser Woche eine rege Aktivität am Primärmarkt geherrscht. So habe der Energieversorgungskonzern GDF SUEZ eine 6-jährige Anleihe (ISIN FR0011911239 / WKN A1ZJDU) mit Fälligkeit 5/2020 und eine 12-jährige Anleihe (ISIN FR0011911247 / WKN A1ZJDT) mit Fälligkeit 5/2026 emittiert. Die Kupons würden 1,375% und 2,375% betragen. Gepreist worden sei die 6-jährige, 1,2 Mrd. Euro schwere Anleihe bei +42 bps über Mid Swap. Dies habe einen Emissionspreis von 99,345% bedeutet. Die 12-jährige Anleihe, die ein Volumen von 1,3 Mrd. Euro umfasse, sei bei +60 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Emissionspreis von 98,494% entsprochen habe.

Illinois Tool Works habe eine 8-jährige Anleihe (ISIN XS1028955091 / WKN A1VFKV) mit Fälligkeit 5/2022 und eine 20-jährige Anleihe (ISIN XS1028954870 / WKN A1VFKW) mit Fälligkeit 5/2034 am Markt untergebracht. Die Kupons lägen bei 1,75% und 3,00%. Gepreist worden sei die 8-jährige Anleihe, die 500 Mio. Euro schwer sei, bei +45 bps über Mid Swap. Der Emissionspreis habe damit 99,16% betragen. Die 20-jährige Anleihe, die ein Volumen von 500 Mio. Euro auf die Waage bringe, sei bei +80 bps über Mid Swap gepreist worden. Der Emissionspreis habe damit bei 98,089% gelegen.

Der britische multinationale Medienkonzern Pearson habe eine Anleihe (ISIN XS1068765418 / WKN A1ZJDW) mit einer Laufzeit von sieben Jahren (5/2021) mit einem Kupon von 1,875% emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe bei +72 bps über Mid Swap oder 99,391%. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. Euro.

Das spanische Telekommunikationsunternehmen Telefónica habe eine Anleihe (ISIN XS1069430368 / WKN A1ZJJG) mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Kupon von 2,242% begeben. Gepreist worden sei die Anleihe bei +88 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 100,00% gleichgekommen sei. Das Volumen des Bonds belaufe sich auf 1,25 Mrd. Euro.

Diageo, ein weltweit tätiger Hersteller alkoholischer Getränke, habe eine 5-jährige Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN A1ZJJJ) mit Fälligkeit 5/2019 und eine 12-jährige Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN A1ZJJH) mit Fälligkeit 5/2026 mit einem Volumen von jeweils 850 Mio. Euro emittiert. Die Kupons seien mit 1,125% respektive 2,375% festgelegt worden. Gepreist worden sei die 5-jährige Anleihe bei +33 bps über Mid Swap oder 99,802%. Der Preis für die 12-jährige Anleihe sei bei +57 bps über Mid Swap oder 99,28% festgestellt worden.

London Heathrow Airport habe eine Anleihe (ISIN XS1069552393 / WKN A1ZJHN) mit einer Laufzeit von acht Jahren gebracht, deren Kupon bei 1,875% liege. Gepreist worden sei die Anleihe bei +63 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,135% entsprochen habe. Das Volumen der Anleihe belaufe sich auf 600 Mio. Euro.

Zu guter Letzt habe der Technologiekonzern Linde gestern eine zehnjährige Anleihe (ISIN XS1069836077 / WKN A1ZJJS) im Volumen von 300 Mio. Euro und einem Kupon von 1,875% emittiert. Der Emissionspreis sei mit 98,841% festgelegt worden, was einem Spread von +40 bps über Mid Swap entsprochen habe.

Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264): Rentenhändler als Mediamarkt-Kunden

Benfica habe es wieder nicht geschafft! Seit 52 Jahren versuche das Team aus Lissabon verzweifelt einen internationalen Titel zu gewinnen und damit den auferlegten Fluch ihres ehemaligen Trainers Bela Guttmann aus dem Jahr 1962, den so genannten Guttmann-Fluch, zu bezwingen. Alles andere als verflucht sei die aktuelle Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten.

Die Aktienindices würden neue Höchststände jagen und auch der Euro-Bund-Future wolle nicht hinten anstehen. Zwar habe das Zinsbarometer keine neuen Rekorde erreicht, die Entwicklung der letzten Tage sei dennoch bemerkenswert. Das Sorgenbarometer habe ein Kursfeuerwerk gezündet und sei auf ein neues Jahreshoch bei 145,97 Punkten gestiegen. Befeuert worden sei das Kursplus durch schlechte Konjunkturdaten, insbesondere den ZEW-Index, sowie die abermaligen Spekulationen um die geldpolitische Ausrichtung der EZB. Der Juni-Kontrakt notiere aktuell weiterhin auf einem hohen Niveau bei 145,76%, was die Rendite 10-jähriger Bunds bis auf 1,38% habe schmelzen lassen.

In solch turbulenten Zeiten biete die Charttechnik immer eine gute Orientierungshilfe. Danach sei der nächste Widerstand bei der psychologisch wichtigen Marke von 146% auszumachen. Nach unten sei der Bereich zwischen 145,25% und 144,97% (Hoch vom 02.05.) als Unterstützung zu nennen.

Ob die Börsenweisheit "Sell in May and go away" zum Tragen komme und die Kurse einen Richtungswechsel vornehmen würden, bleibe eine spannende Frage im Hinblick auf die nächsten Handelstage. Aber die Spekulation auf die geldpolitische Entscheidung im Euroland lasse Parallelen zu Japan erkennen und alle Käufer deutscher Staatsanleihen hätten anscheinend den Mediamarkt-Werbeslogan verinnerlicht.

Neuemissionen: Deutschland erziele Sammlerpreise und werde zur Zinsebene!

Nachdem in den USA in dieser Handelswoche "lediglich" 83 Mrd. US-Dollar als 4-Wochen, 3-Monats- und 6-Monats T-Bills begeben worden seien, hätten sich im Euroland die "Großmächte" am Kapitalmarkt präsentiert. Italien habe seinen Bedarf von ca. 7 Mrd. Euro mittels Neu- und Altemissionen gedeckt. Die Niederlande hätten ihre aktuelle zehnjährige Anleihe um 3 Mrd. Euro aufgestockt.

In Deutschland hingegen sei die Bundesfinanzagentur gleich zweimal aktiv geworden. Zum Ersten mit einer Erhöhung des Emissionsvolumens der inflationsindexierten Anleihe (ISIN DE0001030534 / WKN 103053) um 1 Mrd. Euro auf insgesamt 14 Mrd. Euro. Die hierbei bei 1,9facher Überzeichnung zu erzielende reale Durchschnittsrendite von -0,60% lasse aufhorchen. Und zum Zweiten am gestrigen Mittwoch durch die Neuauflage einer zweijährigen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001137461 / WKN 113746), die bei einer 1,8fachen Überzeichnung mit einer Durchschnittsrendite von 0,09% zugeteilt worden sei. Dass man bei einer solchen Rendite fast 4,2 Mrd. Euro bei Investoren - bei einem anvisierten Emissionsvolumen von 5 Mrd. Euro - platzieren könne, erinnere schon fast an Flohmarktpreise für Sammlerstücke! Deutschland werde zur Zinsebene!

Währungsanleihen: Euro auf der Münchner Rutsch'n
Draghi verschrecke Devisenhändler

Am Wochenende seien in Deutschland viele Frühlingsfeste zu Ende gegangen. Es scheine jedoch so, dass die Gemeinschaftswährung nach wie vor noch auf einem Fahrgeschäft sitze, nämlich auf einer Stufen-Rutsche. Die Bekannteste ihrer Art werde jedes Jahr auf dem Münchner Oktoberfest zum Anziehungspunkt für Jung und Alt, die Münchner Rutsch'n.

Ausgelöst worden sei die Rutschpartie des Euro bereits am vergangenen Donnerstag durch EZB-Chef Mario Draghi. Dies sei der erste Schubser für die Gemeinschaftswährung gewesen und in der Folge sei es von 1,3992 US-Dollar auf 1,3743 US-Dollar gegangen. Die nächste Stufe habe der Euro nach Veröffentlichung des ZEW-Index genommen. Dieser sei im Mai um mehr als 10 Punkte zurückgegangen und der Euro sei weiter abgerutscht, bis auf 1,3688 US-Dollar. Aktuell bewege sich die Gemeinschaftswährung knapp über der Marke von 1,37 US-Dollar. Es bleibe abzuwarten, ob es sich hier lediglich um die nächste Stufe oder schon um das Ende der Rutsche handle. Dies werde stark davon abhängen, ob die Zinssenkungsfantasie am Leben gehalten werden könne.

Auch gegenüber dem Russischen Rubel sei es der Gemeinschaftswährung ähnlich ergangen. In der vergangenen Handelswoche hätten vermehrt ausländische Anleger in Russischen Rubel investiert. Die westlichen Sanktionen gegen Russland seien zwar verschärft worden, doch anscheinend lasse dies die Investoren kalt. So sei der Euro von 49,0758 Russische Rubel bis auf 47,425 Russische Rubel gefallen.

In dieser Woche hätten neben den Fremdwährungsanleihen auf Russischen Rubel auch Anleihen auf Türkische Lira, US-Dollar und Brasilianischen Real im Fokus der Anleger gestanden.

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