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EZB wird Zinsängste nicht weiter befeuern


02.02.22 12:25
nordIX AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Jens Franck, Leiter Portfoliomanagement bei dem Hamburger Fixed Income-Spezialisten nordIX AG, kommentiert die anstehende EZB-Sitzung am 03. Februar 2022 wie folgt:

Die Europäische Zentralbank (EZB) werde bei ihrer ersten Sitzung des Jahres 2022 nach Einschätzung der Experten die Zinsängste nicht weiter befeuern. Daran würden weder die US-amerikanischen FED-Vorgaben noch die aktuellen Inflationsmuster etwas ändern. Denn die Kerninflation, die die preistreibenden Einflüsse der Energie- und Lebensmittelpreise exkludiere, bewege sich auf dem von der EZB tolerierten Pfad. Die Experten würden daher kein Risiko einer Revision der Inflationsprognosen für 2023 sehen. Vielmehr würden sie u.a. durch Basiseffekte einen abnehmenden Preisdruck erwarten, zumal erste zaghafte Anzeichen einer Auflösung der Lieferkettenprobleme erkennbar seien.

Darüber hinaus würden die Folgeeffekte der Pandemie die Interpretation der veröffentlichten inflationsrelevanten Indikatoren und deren tatsächliche Auswirkungen auf die Preisentwicklung erschweren. Mehr Klarheit dürfte auf der März-Sitzung auf Basis neuer makroökonomischer Projektionen entstehen. Gleichzeitig werde die EZB den Disclaimer der Möglichkeit aller alternativen Vorgehensweisen für 2022 und 2023 setzen, um schnell, einem veränderten Umfeld gerecht werdend, agieren zu können. Hierbei würden auch geopolitische Faktoren wie der Ukraine-Konflikt zum Tragen kommen. (02.02.2022/alc/a/a)