Erweiterte Funktionen
Eine weitere Anhebung der US-Zinsen um 1% innerhalb der nächsten 18 Monate ist denkbar
29.11.16 11:00
Kames Capital
London (www.anleihencheck.de) - Die US-Leitzinsen könnten binnen der kommenden 18 Monate um 1% steigen, sofern die amerikanische Notenbank davon überzeugt ist, dass Donald Trump sein umstrittenes 5-Billionen-Stimulusprogramm durchsetzen kann, glaubt David Roberts, Head of Fixed Income von Kames Capital.
Seit der Präsidentschaftswahl in den USA am 8. November hätten Staats- und Schwellenländeranleihen einen Ausverkauf erlebt. Das Konjunkturpaket des designierten US-Präsidenten, das Steuersenkungen und Investitionen in Infrastruktur und Rüstung vorsehe, schüre Erwartungen nach einer höheren Inflation und folglich einer weniger expansive FED-Politik.
Derweil sich Roberts zufolge noch nicht abschätzen lasse, wie FED-Chefin Janet Yellen geldpolitisch auf Trumps Wahlsieg reagieren werde, könnten die Kurse für Staatsanleihen jedoch weiter fallen, wenn sie zu der Auffassung gelange, dass Trumps auf Pump finanziertes Stimuluspaket umgesetzt werden dürfte.
"Es gibt einige Fragen, die wir derzeit noch nicht beantworten können", teile Roberts mit. "Glaubt Yellen, dass Trump die finanzpolitischen Zügel lockern wird? Wie wird sie reagieren? Wie lange wird sie überhaupt noch im Amt bleiben? Wir wissen es nicht. Aber mit Blick auf die Vollbeschäftigung und einen gewissen Inflationsdruck halten wir einen weiteren Anstieg der US-Zinsen um 1% binnen der kommenden 18 Monate für durchaus möglich. Sollte Yellen der Meinung sein, dass Trump die 5 Billionen US-Dollar für wirkungsvolle politische Maßnahmen einsetzt, dann dürfte der Ausverkauf von Anleihen anhalten."
Roberts sei der Ansicht, dass Unternehmensanleihen vor diesem Hintergrund vermutlich eine bessere Performance als Staatsanleihen bieten würden, obwohl die Abwärtsrisiken seines Erachtens zunehmen würden. "Das Umfeld für Unternehmensanleihen ist aus fundamentaler Sicht in Ordnung", so der Manager. "Immer häufiger wird jedoch die Meinung vertreten, dass Unternehmensanleihen möglicherweise einen schwierigen Stand haben gegenüber attraktiveren risikolosen Anlagen und Aktien, die von Wachstum und Inflation profitieren dürften. Die technischen Rahmenbedingungen könnten sich also verschlechtern."
Roberts meine, dass die jüngsten Marktentwicklungen den Portfolios des Fixed-Income-Teams zugutegekommen seien und weiterhin gute Chancen bereithalten würden. "Selbstverständlich kann die Marktstimmung sehr schnell umschlagen, aber bisher haben uns die Wahl Trumps und die damit verbundenen Reaktionen im Wesentlichen begünstigt. Im Großen und Ganzen sollten sich die Kurse jedoch wieder auf einem langfristig fairen Wert einpendeln", sage Roberts. "Schon bald finden wir ja vielleicht Gefallen am Beta unserer Anlageklassen." (29.11.2016/alc/a/a)
Seit der Präsidentschaftswahl in den USA am 8. November hätten Staats- und Schwellenländeranleihen einen Ausverkauf erlebt. Das Konjunkturpaket des designierten US-Präsidenten, das Steuersenkungen und Investitionen in Infrastruktur und Rüstung vorsehe, schüre Erwartungen nach einer höheren Inflation und folglich einer weniger expansive FED-Politik.
"Es gibt einige Fragen, die wir derzeit noch nicht beantworten können", teile Roberts mit. "Glaubt Yellen, dass Trump die finanzpolitischen Zügel lockern wird? Wie wird sie reagieren? Wie lange wird sie überhaupt noch im Amt bleiben? Wir wissen es nicht. Aber mit Blick auf die Vollbeschäftigung und einen gewissen Inflationsdruck halten wir einen weiteren Anstieg der US-Zinsen um 1% binnen der kommenden 18 Monate für durchaus möglich. Sollte Yellen der Meinung sein, dass Trump die 5 Billionen US-Dollar für wirkungsvolle politische Maßnahmen einsetzt, dann dürfte der Ausverkauf von Anleihen anhalten."
Roberts sei der Ansicht, dass Unternehmensanleihen vor diesem Hintergrund vermutlich eine bessere Performance als Staatsanleihen bieten würden, obwohl die Abwärtsrisiken seines Erachtens zunehmen würden. "Das Umfeld für Unternehmensanleihen ist aus fundamentaler Sicht in Ordnung", so der Manager. "Immer häufiger wird jedoch die Meinung vertreten, dass Unternehmensanleihen möglicherweise einen schwierigen Stand haben gegenüber attraktiveren risikolosen Anlagen und Aktien, die von Wachstum und Inflation profitieren dürften. Die technischen Rahmenbedingungen könnten sich also verschlechtern."
Roberts meine, dass die jüngsten Marktentwicklungen den Portfolios des Fixed-Income-Teams zugutegekommen seien und weiterhin gute Chancen bereithalten würden. "Selbstverständlich kann die Marktstimmung sehr schnell umschlagen, aber bisher haben uns die Wahl Trumps und die damit verbundenen Reaktionen im Wesentlichen begünstigt. Im Großen und Ganzen sollten sich die Kurse jedoch wieder auf einem langfristig fairen Wert einpendeln", sage Roberts. "Schon bald finden wir ja vielleicht Gefallen am Beta unserer Anlageklassen." (29.11.2016/alc/a/a)


