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Ende des Sommerlochs
05.09.24 11:15
ETHENEA
Munsbach (www.anleihencheck.de) - In der Risikowahrnehmung schwankt das Pendel aktuell von Inflation Richtung Wachstum, so die Experten von ETHENEA.
Das habe gerade zu Beginn des abgelaufenen Monats für erhöhte Marktvolatilität gesorgt. Zwar werde sich das Wachstum der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen. Eine sanfte Landung bleibe aber weiterhin das wahrscheinlichste Szenario. Die Experten würden ein globales BIP-Wachstum von rund 3% erwarten. Die Inflation entspanne sich aktuell. Es bestehe allerdings die Gefahr, dass zum Ende des Jahres erneut Preisdruck aufkomme. Weiterhin problematisch sei das konträre Handeln von Fiskal- und Geldpolitik.
Das BIP in den USA für das zweite Quartal sei mit einer annualisierten Wachstumsrate von 2,8% und einer gesunden Binnennachfrage besser als erwartet. Die jüngsten Daten würden bestätigen, dass die restriktive Politik der FED die Nachfrage bremse. Die Konjunkturumfragen seien immer noch uneinheitlich. Der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes verlangsame sich im August auf den niedrigsten Stand des Jahres. Der Dienstleistungssektor hingegen expandiere in einem gesunden Tempo.
Trotz einer spürbaren Abschwächung des Arbeitsmarktes seien die meisten Wirtschaftsdaten nach wie vor recht gesund. Mit einer Arbeitslosenquote, die den vierten Monat in Folge gestiegen sei und mit 4,3% den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht habe, sei die sogenannte Sahm-Regel erfüllt worden. Danach sei bislang immer eine US-Rezession gefolgt. Aus Sicht der Experten sei diese Sorge aktuell fehl am Platz. Die Fiskalpolitik sei nach wie vor sehr unterstützend und auch nach den Wahlen im November bestehe wenig Aussicht auf einen Kurswechsel Richtung Haushaltskonsolidierung.
Die FED stehe Gewehr bei Fuß und habe eindeutig klar gemacht, dass sich im Rahmen ihres Doppelmandates der Fokus von der Inflationsbekämpfung auf die Unterstützung des Arbeitsmarktes verschoben habe. Der Zinssenkungszyklus werde im September beginnen und noch vor Jahresende würden weitere Zinssenkungen folgen. Vor dem Hintergrund einer Inflationsrate von 2,9% (Kernrate von 3,2%) sei ausreichend Spielraum für eine angepasste Geldpolitik gegeben.
Die Wirtschaft in der Eurozone habe sich im zweiten Quartal weiter erholt, das würden vorläufige Daten zeigen. Das BIP sei im zweiten Quartal mit +0,3% q/q im gleichen Tempo wie in den ersten drei Monaten des Jahres gewachsen. Während Deutschland enttäuscht habe, hätten Spanien und Frankreich besser abgeschnitten. Trotz des guten Quartalsergebnisses verliere der Aufschwung in der Eurozone an Fahrt. Sowohl die harten Daten als auch die Frühindikatoren seien schwach. Zwar sei der Einkaufsmanagerindex getrieben vom Sondereffekt der Olympischen Spiele gestiegen. Das Verarbeitende Gewerbe tue sich aber weiterhin schwer.
Vor dem Hintergrund einer mit 6,5% rekordtiefen Arbeitslosenquote in der Eurozone verbessere sich das Verbrauchervertrauen, bleibe aber unter dem Höchststand nach der Pandemie. Die Desinflation habe im Juli eine Pause eingelegt: Der Verbraucherpreisindex sei leicht um 2,6% gestiegen und die Veränderung des Kernindex habe unverändert bei 2,9% gelegen. Die Dienstleistungsinflation bleibe hartnäckig und bewege sich um die 4%. Die ausgehandelten Löhne und Gehälter seien im zweiten Quartal mit 3,6% langsamer angestiegen.
Auch wenn die EZB von Sitzung zu Sitzung entscheide, hätten die jüngsten Daten - insbesondere die nachlassende Wirtschaftsdynamik - die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September deutlich erhöht. Die Experten würden aktuell davon ausgehen, dass die EZB nicht ganz so aggressiv wie die FED an der Zinsschraube drehen werde. Das daraufhin schrumpfende Zinsdifferential zum US-Dollar sei aktuell eines der größten Argumente für den Euro.
Chinas Wirtschaftswachstum verliere an Schwung und die politischen Entscheidungsträger müssten weitere Unterstützung leisten, um das BIP-Ziel von 5% für 2024 zu erreichen. Die chinesische Wirtschaft leide unter dem schwachen Arbeitsmarkt, dem schwachen Konsum und dem anhaltenden Gegenwind aus dem Immobiliensektor. Auch von den Frühindikatoren werde ein nicht unbedingt positives Bild gezeichnet: Das Verarbeitende Gewerbe sei weiterhin rückläufig, die Auftragseingänge seien lau, das Konsumentenvertrauen sei schwach und der Dienstleistungssektor lasse nach. Die schwächelnde Binnennachfrage solle über sinkende Zinssätze und weitere Maßnahmen des Politbüros belebt werden mit dem Ziel, die Einkommen zu erhöhen, die sozialen Sicherheitsnetze auszubauen und den Dienstleistungsverbrauch zu steigern. Um das Problem der übermäßigen Verschuldung der Lokalregierungen zu lösen, seien weitreichende Pläne zur Finanzstärkung vorgestellt worden. Kernpunkt sei die Verlagerung von Einnahmen von der Zentralregierung weg, hin auf die Lokalbehörden.
Noch könne sich Chinas Wirtschaft sowohl auf seine Exporte als auch auf die Industrieproduktion verlassen, welche dank der Staatsausgaben mit einer guten Rate wachse. Aufgrund der Handelsspannungen mit den wichtigsten Handelspartnern könne die Entwicklung der Handelsdaten aber nicht einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden. Die Verbraucherinflation habe im Juli leicht angezogen (+0,5% gegenüber dem Vorjahr), was auf Lebensmittelpreise und saisonale Effekte zurückzuführen sei. In der Summe kämpfe die chinesische Wirtschaft aber weiterhin mit deflationären Tendenzen. Die Experten würden aufgrund der anhaltenden Schwäche weitere politische Unterstützungsmaßnahmen in den kommenden Monaten erwarten. (05.09.2024/alc/a/a)
Das habe gerade zu Beginn des abgelaufenen Monats für erhöhte Marktvolatilität gesorgt. Zwar werde sich das Wachstum der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen. Eine sanfte Landung bleibe aber weiterhin das wahrscheinlichste Szenario. Die Experten würden ein globales BIP-Wachstum von rund 3% erwarten. Die Inflation entspanne sich aktuell. Es bestehe allerdings die Gefahr, dass zum Ende des Jahres erneut Preisdruck aufkomme. Weiterhin problematisch sei das konträre Handeln von Fiskal- und Geldpolitik.
Das BIP in den USA für das zweite Quartal sei mit einer annualisierten Wachstumsrate von 2,8% und einer gesunden Binnennachfrage besser als erwartet. Die jüngsten Daten würden bestätigen, dass die restriktive Politik der FED die Nachfrage bremse. Die Konjunkturumfragen seien immer noch uneinheitlich. Der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes verlangsame sich im August auf den niedrigsten Stand des Jahres. Der Dienstleistungssektor hingegen expandiere in einem gesunden Tempo.
Trotz einer spürbaren Abschwächung des Arbeitsmarktes seien die meisten Wirtschaftsdaten nach wie vor recht gesund. Mit einer Arbeitslosenquote, die den vierten Monat in Folge gestiegen sei und mit 4,3% den höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht habe, sei die sogenannte Sahm-Regel erfüllt worden. Danach sei bislang immer eine US-Rezession gefolgt. Aus Sicht der Experten sei diese Sorge aktuell fehl am Platz. Die Fiskalpolitik sei nach wie vor sehr unterstützend und auch nach den Wahlen im November bestehe wenig Aussicht auf einen Kurswechsel Richtung Haushaltskonsolidierung.
Die Wirtschaft in der Eurozone habe sich im zweiten Quartal weiter erholt, das würden vorläufige Daten zeigen. Das BIP sei im zweiten Quartal mit +0,3% q/q im gleichen Tempo wie in den ersten drei Monaten des Jahres gewachsen. Während Deutschland enttäuscht habe, hätten Spanien und Frankreich besser abgeschnitten. Trotz des guten Quartalsergebnisses verliere der Aufschwung in der Eurozone an Fahrt. Sowohl die harten Daten als auch die Frühindikatoren seien schwach. Zwar sei der Einkaufsmanagerindex getrieben vom Sondereffekt der Olympischen Spiele gestiegen. Das Verarbeitende Gewerbe tue sich aber weiterhin schwer.
Vor dem Hintergrund einer mit 6,5% rekordtiefen Arbeitslosenquote in der Eurozone verbessere sich das Verbrauchervertrauen, bleibe aber unter dem Höchststand nach der Pandemie. Die Desinflation habe im Juli eine Pause eingelegt: Der Verbraucherpreisindex sei leicht um 2,6% gestiegen und die Veränderung des Kernindex habe unverändert bei 2,9% gelegen. Die Dienstleistungsinflation bleibe hartnäckig und bewege sich um die 4%. Die ausgehandelten Löhne und Gehälter seien im zweiten Quartal mit 3,6% langsamer angestiegen.
Auch wenn die EZB von Sitzung zu Sitzung entscheide, hätten die jüngsten Daten - insbesondere die nachlassende Wirtschaftsdynamik - die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September deutlich erhöht. Die Experten würden aktuell davon ausgehen, dass die EZB nicht ganz so aggressiv wie die FED an der Zinsschraube drehen werde. Das daraufhin schrumpfende Zinsdifferential zum US-Dollar sei aktuell eines der größten Argumente für den Euro.
Chinas Wirtschaftswachstum verliere an Schwung und die politischen Entscheidungsträger müssten weitere Unterstützung leisten, um das BIP-Ziel von 5% für 2024 zu erreichen. Die chinesische Wirtschaft leide unter dem schwachen Arbeitsmarkt, dem schwachen Konsum und dem anhaltenden Gegenwind aus dem Immobiliensektor. Auch von den Frühindikatoren werde ein nicht unbedingt positives Bild gezeichnet: Das Verarbeitende Gewerbe sei weiterhin rückläufig, die Auftragseingänge seien lau, das Konsumentenvertrauen sei schwach und der Dienstleistungssektor lasse nach. Die schwächelnde Binnennachfrage solle über sinkende Zinssätze und weitere Maßnahmen des Politbüros belebt werden mit dem Ziel, die Einkommen zu erhöhen, die sozialen Sicherheitsnetze auszubauen und den Dienstleistungsverbrauch zu steigern. Um das Problem der übermäßigen Verschuldung der Lokalregierungen zu lösen, seien weitreichende Pläne zur Finanzstärkung vorgestellt worden. Kernpunkt sei die Verlagerung von Einnahmen von der Zentralregierung weg, hin auf die Lokalbehörden.
Noch könne sich Chinas Wirtschaft sowohl auf seine Exporte als auch auf die Industrieproduktion verlassen, welche dank der Staatsausgaben mit einer guten Rate wachse. Aufgrund der Handelsspannungen mit den wichtigsten Handelspartnern könne die Entwicklung der Handelsdaten aber nicht einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden. Die Verbraucherinflation habe im Juli leicht angezogen (+0,5% gegenüber dem Vorjahr), was auf Lebensmittelpreise und saisonale Effekte zurückzuführen sei. In der Summe kämpfe die chinesische Wirtschaft aber weiterhin mit deflationären Tendenzen. Die Experten würden aufgrund der anhaltenden Schwäche weitere politische Unterstützungsmaßnahmen in den kommenden Monaten erwarten. (05.09.2024/alc/a/a)


