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Das Ende der lockeren Geldpolitik - ein Ausblick


23.02.22 12:15
La Française AM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die Inflation ist nach wie vor das größte Problem für die Rentenmärkte, denn die Teuerung lag seit Januar sowohl in Europa als auch in den USA erneut über den Erwartungen: jenseits des Atlantiks bei 7,5% und in der Eurozone bei 5,1%, so François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM.

Das habe sowohl bei der FED als auch bei der EZB zu einem Kurswechsel geführt. Das Argument einer vorübergehenden Inflation scheine für die Zentralbanker nur noch schwer vertretbar zu sein, vor allem wenn das Thema angesichts des starken Anstiegs der Benzin- und Lebensmittelpreise immer mehr zum Politikum werde.

Alle Wirtschaftsexperten hätten seit vielen Monaten große Schwierigkeiten, die Entwicklung der Inflation vorherzusagen, und diese Ungewissheit über die künftige Preisentwicklung werde wohl auch in nächster Zeit nicht verschwinden. Nach diesem Schock, der vor allem auf das Angebotsprobleme zurückzuführen sei, hätten die Zentralbanken keine andere Wahl, als zu versuchen, die Nachfrage zu bremsen, indem sie die finanziellen Bedingungen weniger akkommodierend gestalten würden. Dies führe wiederum zu einem starken Anstieg der Volatilität aller Finanzanlagen.

Folglich seien die Erwartungen für Zinserhöhungen seit Jahresbeginn stark gestiegen: In den USA hätten die Märkte mit Zinserhöhungen von etwa 100 Basispunkten im Jahr 2022 gerechnet. Diese Erwartungen seien nun auf 200 Basispunkte gestiegen, also ein viel schnelleres Tempo was deutlich höher sei als während als während des letzten Zinserhöhungszyklus. Analog dazu werde nun auch von der EZB eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte erwartet, wohingegen zu Jahresbeginn keine Anhebung erwartet worden sei.

Gleichzeitig würden die Zentralbanken auch ihre Programme zur quantitativen Lockerung schneller als erwartet zurückfahren, um die Inflationsspirale zu bremsen.

Wie weit könnten die Zentralbanken gehen, ohne das Wachstum zu gefährden? Diese Frage müsse noch beantwortet werden. Die Experten hätten den Eindruck, dass sich die kombinierten Auswirkungen von weniger akkommodierenden Finanzmarktbedingungen und steigenden Preisen ohne signifikante haushaltspolitische Unterstützung rasch auf die Endverbrauchernachfrage auswirken werde. Diese Gemengelage könnte die Zentralbanken möglicherweise dazu "zwingen" entweder den Preisanstieg zu bekämpfen oder ein zufriedenstellendes Wachstum beizubehalten.

Vor diesem Hintergrund dürften die Spreads der Peripherieländer weiterhin unter Druck bleiben. Die Experten würden es auch für wahrscheinlich halten, dass sich das kurze Ende der amerikanischen und europäischen Kurven weiter verengen werde, solange das Wachstum (und damit der Konsum) stabil bleibe. (23.02.2022/alc/a/a)