EuGH-Urteil öffnet Hintertür für italienische Bankenrettung


21.07.16 12:09
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Das klingt zunächst einmal nach einer guten Nachricht für alle Steuerzahler: Grundsätzlich können Anteilseigner und nachrangige Gläubiger zur Sanierung von Banken herangezogen werden, urteilte in dieser Woche der Europäische Gerichtshof (EuGH), so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

In Italien erhöhe sich damit der Druck auf eine gesetzeskonforme und professionelle Sanierung der dortigen Banken, die faule Kredite in Höhe von rund 360 Mrd. Euro in den Büchern stehen hätten. Damit bestätige der EuGH das Bail-in-Prinzip, allerdings lasse er den EU-Mitgliedsländern gewisse Spielräume bei der Rettung maroder Banken und öffne damit eine Hintertür für Rom.

So sei es gemäß EuGH den EU-Staaten möglich, die Halter nachrangiger Schuldtitel von der Rettung auszuklammern und den Instituten mit Steuermitteln unter die Arme zu greifen. Die Regierung von Matteo Renzi könnte sich dann als Retter inszenieren, der dafür gesorgt habe, dass zumindest nicht sämtliche Anleger ihr Geld verloren hätten. Allerdings bestehe das Risiko, dass solche Beihilfen von der EU-Kommission zurückgewiesen würden. Vom Grundsatz her dürfte der Spruch des EuGH aber Italiens Verhandlungen mit der EU entgegen kommen, auch wenn es offiziell heiße, das Urteil hätte keinen Einfluss auf die aktuellen Gespräche. Ministerpräsident Matteo Renzi wolle derzeit gegen den Willen von Mitgliedsländern wie Deutschland oder Österreich in Brüssel den Weg dafür ebnen, den Instituten seines Landes mit staatlichen Garantien zur Seite springen zu dürfen.

Vielleicht fände die Notenbank in Rom dabei auch noch die Unterstützung der Europäischen Zentralbank (EZB). Denn nachdem die EZB damit begonnen habe, auch Corporate Bonds von Industrieunternehmen anzukaufen, sei nicht mehr auszuschließen, dass sie demnächst auch Financials ankaufen werde. Zum Einstieg böten sich dafür ja Titel der italienischen Banken an. Die Kuh wäre damit zunächst mal wieder vom Eis, aber eine nachhaltige Lösung sähe anders aus.

Nachdem bereits am vergangenen Donnerstag die Bank of England auf ihrer geldpolitischen Sitzung die Zinspolitik nicht geändert habe, würden sich nun die Blicke gen Frankfurt richten. Dort würden sich am heutigen Donnerstag die Mitglieder des Zentralbankrats der Europäischen Zentralbank (EZB) treffen, um über die weitere Notenbankpolitik zu beraten. Unter den Marktbeobachtern herrsche die Meinung vor, dass eine Kursänderung nicht zur Disposition stehe. Dennoch sollten sich die führenden Notenbanker nicht nur mit den Folgen des Brexit für die Eurozone, sondern auch mit den Auswirkungen des Ankaufprogramms für Anleihen beschäftigen.

Denn früher oder später müsse ein Überdenken der bisherigen Ankaufregeln in Angriff genommen werden. Das zur Verfügung stehende Material am Primär- und Sekundärmarkt werde nicht ausreichend sein, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Somit sei inzwischen eine Diskussion entbrannt, wie die EZB die Rahmenbedingungen verändern könnte, um wieder Handlungsspielraum zu erhalten. Mit seinem legendären Halbsatz "Whatever it takes" habe sich Mario Draghi in diese Sackgasse manövriert und müsse nun alle möglichen Szenarien in Betracht ziehen, um sich aus dieser misslichen Situation zu befreien. Die Sinnhaftigkeit dieses Maßnahmenkatalogs sollte an anderer Stelle beurteilt werden.

Eine Maßnahme, die immer wieder ins Kalkül gezogen werde, sei die Senkung des Einlagensatzes von derzeit -0,40% auf -0,50%, um dadurch Manövriermasse zu gewinnen. Auch die völlige Abschaffung der durch den Einlagensatz fixierten Untergrenze für Ankäufe wäre eine Möglichkeit. Es könnte den nationalen Notenbanken aber auch erlaubt werden, zumindest die bisherige Begrenzung der ankaufbaren Volumina von Altemissionen ohne CAC-Klauseln von derzeit 33% auf 50% zu erhöhen. Sollte man sich für die von den sogenannten Südländern präferierte Loslösung der Ankaufvolumen vom EZB-Kapitalschlüssel entscheiden, so würde unmittelbar der Vorwurf der verdeckten Staatsfinanzierung aufkommen. Das würde wiederum ein politisches Veto verschiedener Regierungschefs nach sich ziehen. Nicht auszuschließen sei auch, dass die Produktpalette um Aktien, Financials und andere Assetklassen erweitert werde, um die Finanzmärkte und auch die Banken mit Geld zu überhäufen.

Bevor man aber alles ankaufe, was nicht schnell genug von anderer Stelle vom Markt genommen worden sei und dadurch die bisherigen Qualitätsstandards nochmals vermindert würden, sollte - wie bei Ludwig Thoma - der Engel Aloisius die göttliche Eingebung den Verantwortlichen der EZB überbringen. Man könne nur hoffen, dass er sich in diesem Fall nicht auch wieder "verfliege".

Gespannt habe der Rentenmarkt in dieser Woche auf die Liste der Corporate Bonds geblickt, welche die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen ihres Ankaufprogramms erstmals in dieser Art veröffentlicht habe. Darunter würden sich Titel von Top-Emittenten wie Allianz, Daimler, Bayer, METRO, BASF und VW finden, also Adressen, die nicht unbedingt zusätzliche Nachfrage durch die Notenbank benötigen würden.

Außerdem habe die EZB Corporates erworben, deren Emittenten gar nicht börsennotiert seien - darunter Robert Bosch, Hella oder Würth. Die EZB habe auch Anleihen mit Volumina von unter 300 Mio. Euro erworben. Mit einem Emissionsvolumen von 140 Mio. Euro sei ein Bond von Heineken der kleinste Titel auf der Liste, der getrost als Mini-Anleihe bezeichnet werden könne. Insgesamt seien laut EZB 440 Corporates von europaweit verschiedenen Adressen angekauft worden.

Das Firmenanleihen-Programm der EZB sei am 8. Juni gestartet. Die Bundesbank sei eine von sechs nationalen Notenbanken, die im Auftrag der EZB die Titel ankaufe. Unterm Strich habe die EZB inzwischen Firmenanleihen in einem Volumen von insgesamt 10,427 Mrd. Euro erworben, was zu einer spürbaren Verzerrung und Austrocknung des Marktes geführt habe.

Am 29. Juli würden Zensuren verteilt. Unter anderem zwar auch an die bayerischen Schülerinnen und Schüler, aber insbesondere an die europäischen Banken. Denn an diesem Tag wolle die Europäische Bankenaufsicht (EBA) die Ergebnisse des diesjährigen Stresstests von 51 Banken veröffentlichen, darunter 37 aus dem Euroraum.

Jetzt könnte man ja annehmen, dass etwa die italienischen Banken wegen der faulen Kredite durch solch einen Test glatt durchfallen würden. 2014, als die EZB mit der EBA die Tests durchgeführt habe, sei dies für immerhin neun italienische Banken der Fall gewesen. Aber beim aktuellen Stresstest könne keiner durchfallen. Man versuche lediglich die Widerstandsfähigkeit der Institute gegenüber angenommenen Krisenszenarien durchzuspielen. Einige Fachleute würden die Annahmen für das Stressszenario für zu milde halten, schreibe die FAZ. Nicht zuletzt, weil die Tests zu rückwärtsgewandt seien und für die Länder unterschiedlich heftige Konjunkturrückgänge unterstellt worden seien.

Aber es dürfe ja auch keiner durchfallen, etwa die Banca Monte dei Paschi di Siena. Zu gefährlich wären die Schockwellen, die von einer solchen Einschätzung ausgehen könnten. Man frage sich dabei freilich, wie sinnvoll dann noch ein Stresstest sein möge - dies erst recht, wenn man bedenke, dass das Risiko der Niedrigzinspolitik und die Folgen bei den Prüfungen regelrecht ausgeklammert würden. Die EZB befürchte, dass sonst Rückschlüsse auf ihre Geldpolitik gezogen werden könnten. Somit könne also nach der Zeugnisvergabe kein Investor beruhigter in die finanzpolitische Zukunft blicken.

Wenn es eines gebe, gegen das die Kapitalmärkte allergisch seien, dann seien es Überraschungen. In jüngster Zeit komme es immer wieder vor, dass gerade die Institutionen, die für Beruhigung sorgen sollten, mit ihren Maßnahmen das Gegenteil hervorgerufen hätten. Die Rede sei von den Notenbanken.

So hätten ausgerechnet die Zentralbanken immer wieder Entscheidungen getroffen, auf welche die Märkte so nicht vorbereitet gewesen seien. Beispiele hätten die Bank of England und die Bank of Japan geliefert. Aber auch die Europäische Zentralbank (EZB) habe mit ihrem Programm quantitativer Lockerungen im Dezember 2015 enttäuscht. Lediglich die US-Notenbank FED vermöge es noch, die Markterwartungen einigermaßen zu erfüllen, obwohl ihre Chefin Janet Yellen immer wieder mit einem gewissen rhetorischen Hü und Hott schnell die Richtung wechsle. Doch auch in den USA werde es nur eine Frage der Zeit sein, bis die FED die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfülle.

Zumal sich in den USA eine neue, gefährliche Blase aufbaue. Während dort Unternehmen durch die Aufnahme von Fremdkapital den Rückkauf von Aktien günstig finanzieren und die Kurse anheizen würden, würden sie ihren Verschuldungsgrad erhöhen. Dies wiederum mache sie anfällig für den Zeitpunkt, an dem die Konjunktur einbreche und die Vermögenspreise sinken könnten. Dann würde auch hier klar, dass eine Schuldenblase nicht dauerhaft mit weiteren Schulden bekämpft werden könne.

Zurück zu den Notenbanken: Natürlich sei es nicht deren Sache, immer die Wünsche der Märkte zu erfüllen. Erst recht nicht, wenn die Investoren wie Junkies inzwischen süchtig nach dem süßen Gift der unendlichen monetären Stimuli seien. Aber es habe sich in der Vergangenheit bewährt, die Marktteilnehmer auf Richtungsentscheidungen vorzubereiten.

Wie und wann u.a. die EZB den Exit aus ihrer süchtig machenden expansiven Geldpolitik finden werde, wisse sie wohl noch nicht mal selbst. Weil damit am Ende auch die Staaten mitfinanziert würden, spreche einiges dafür, dass die Phase noch lange andauern werde. Wichtig wäre dann, dass sich die Notenbanken wieder eines abgestimmten, eindeutigen Codes bedienen würden, der Schockwellen möglichst zu glätten helfe. An diesem klaren Code aber fehle es derzeit. Daher würden Märkte und Notenbanken immer wieder asynchron laufen.

In einer Zeit, in der Europa seine Brexit-Wunden lecke, mache Handelsblatt-Chefökonom Dirk Heilmann genau das Richtige: Er schaue nach vorne, indem er drei Leuchtturmprojekte der Europäischen Union (EU) anrege, mit denen die Gemeinschaft ihre Handlungsfähigkeit beweisen könnte.

Den beiden ersten Ideen, dem Aufbau eines digitalen EU-Binnenmarkts sowie der Auflegung eines Investitionsprogramms für Energieeffizienz, sei hier ausdrücklich zugestimmt. Beide Programme ließen sich zügig umsetzen, und vor allem wäre das Geld an der richtigen Stelle investiert, weil es die Grundlagen für weiteres Wachstum in der Zukunft legen würde.

Einzig, den dritten Vorschlag, den Herr Heilmann mache, bereite dem Autor dieser Zeilen Bauchschmerzen. Der Handelsblatt-Chefökonom rege die Reform der Europäischen Währungsunion an, was er selbst als das dickste Brett, das es zu bohren gelte, bezeichne. Dass es hier Reformbedarf gebe, bleibe unwidersprochen. Allerdings schlage Heilmann einen temporären Schuldentilgungsfonds für Staatsschulden vor, wie er vom deutschen Sachverständigenrat bereits vor fünf Jahren entworfen worden sei.

Demnach würden in diesem Fonds alle Staatsschulden der Euro-Zone gebündelt werden, die über die Maastricht-Quote von 60% des BIPs in dem jeweiligen Land hinausgehen würden. Diese Altschulden würden durch die Ausgabe von Euro-Bonds refinanziert werden, für die alle Euro-Staaten haften würden. Die Tilgung müsste über einem fixierten Zeitraum erfolgen. Wenn ein Land anschließend neue Schulden aufnehmen möchte und immer noch eine Verschuldungsquote von 60% aufweise, dürfte es dies nur mit einem eigenen Bond refinanzieren - ohne Haftung der Gemeinschaft. Damit käme es für Neuschulden zu den wünschenswerten, nach Risiko differenzierten Zinssätzen.

Einen solchen Schuldentilgungsfonds beschreibe Heilmann als wichtiges Signal der Solidarität und der Berechenbarkeit, was ohne Zweifel richtig sei. Es würde aber auch bedeuten, dass diejenigen Länder, die in der Vergangenheit über ihre Verhältnisse gelebt hätten, dafür im Grunde auch noch belohnt würden. Und ob sie während der Laufzeit solcher Euro-Bonds sich nicht wiederum zu sehr auf die Gemeinschaftshaftung verlassen würden, müsse zumindest ins Kalkül gezogen werden. Dann würden gegebenenfalls am Ende die starken Länder tilgen und müssten im schlimmsten Fall die Krisenländer erneut retten, da diese sich nur zu marktgerechten Konditionen am Kapitalmarkt refinanzieren könnten.

Es solle hier dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass ein Schuldentilgungsfonds tatsächlich ein gangbarer Weg wäre. Vielleicht sei dies ja auch der Preis, den man für eine weiterhin funktionierende Wertegemeinschaft mit freiem Handel und Frieden, bezahlen müsse. Dafür könnte man auch bis zu einem gewissen Grad Bauchschmerzen aushalten.

In dieser Handelswoche sei die Befürchtung aller Marktteilnehmer bereits wahr geworden. Die Aktivitäten am Primärmarkt seien zum Erliegen gekommen und es sei auch nicht abzusehen, wann sich namhafte Emittenten wieder dem Votum der Anleger stellen würden.

Es sei allerdings nicht so, dass die Unternehmen kein Geld mehr aufnehmen würden, sondern manche namhaften Gesellschaften würden verstärkt auf den Markt für Schuldscheine ausweichen. Diese würden vielfach als sichere und vertrauenswürdige Geldanlage gelten und seien für die Unternehmen kostengünstiger und kurzfristiger umzusetzen. Investoren, denen diese Produkte nicht zugängig seien, hätten sich in dieser Woche mit neu begebenen Financials "getröstet". So habe JP Morgan eine 2 Mrd. Euro schwere Anleihe (ISIN XS1456422135 / WKN JPM5KX) an den Kapitalmarkt gebracht. Ausgestattet mit einem Kupon von 0,625% und einer Endfälligkeit am 15.01.2024 sei der Emissionspreis mit 99,266% fixiert worden. Dies habe einem Spread von +113,5 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprochen. Der Emittent habe sich ein optionales Kündigungsrecht (Make-Whole-Option) und eine Mindeststückelung von 100.000 Euro in den Anleihebedingungen festschreiben lassen.

Der Euro-Bund-Future, der auch gerne als "Sorgenbarometer" bezeichnet werde, habe sich in den vergangenen Handelstagen trotz der Türkei-Ereignisse für den Rückwärtsgang entschieden. Doch mit 166,04% notiere er immer noch über seinem "Vor-Brexit-Level" bei 164,62%, aber auch deutlich unter seinem bisherigen Höchststand bei 168,86%.

Da sich die Fundamentaldaten für den Rentenmarkt nicht signifikant verändert und die allseits bekannten Probleme weiterhin Bestand hätten, sei es wieder an der Zeit, eine Chartanalyse zu Rate zu ziehen. Hierbei sei zu beachten, dass sich in einem langfristigen Aufwärts- ein kurzfristiger Abwärtstrend herausgebildet habe. Dessen Leitplanken würden aktuell bei 166,54% und 165,42% verlaufen und sich täglich um ca. 0,15 BP reduzieren. Spätestens im Laufe der kommenden Woche werde sich das Rentenbarometer für eine Seite entscheiden müssen. Aufgrund der nachlassenden Handelsaktivitäten und diversen anstehenden Notenbankenbeschlüssen sei im Zweifel mit einem Test der Unterstützungslinien zu rechnen.

Wenn zehnjährige Anleihen keine positive Rendite mehr abwerfen würden, dann könne man selbstverständlich die Fälligkeit soweit in die Zukunft verschieben, bis die Optik wieder passe. So geschehen gestern in Japan. Die aktuelle zehnjährige Anleihe Japans rentiere aktuell bei ca. -0,23% und die neue 20-jährige bei +0,147%. Not mache bekanntlich erfinderisch, aber den Investoren scheine es gefallen zu haben (3,4fach überzeichnet).

In den USA hingegen sei man von solchen Renditen noch weit entfernt, sodass man für Vier-Wochen-T-Bills den Investoren sogar eine effektive Verzinsung von 0,275% habe bieten müssen, um 45 Mrd. USD refinanzieren zu können. Darüber hinaus seien 37 Mrd. USD als Drei-Monats-, 32 Mrd. USD als Sechs-Monats- und 20 Mrd. USD als 52-Wochen T-Bill aufgelegt worden. Abgerundet werde das US-Refunding heute mit der Begebung einer zehnjährigen inflationsindexierten T-Notes im Volumen von 13 Mrd. USD.

Aus europäischer Sicht sei das Highlight der Woche die Auktion der neuen zehnjährigen Anleihe Spaniens (A1VQCB) gewesen. Mit einem Kupon von 1,3% ausgestattet hätten 6 Mrd. Euro mit einer Rendite von 1,314% bei Investoren platziert werden können. Die Summe der aufgegebenen Orders habe sich auf ca. 28 Mrd. Euro belaufen. Darüber hinaus hätten noch Belgien (ISIN BE0000337460 / WKN A18W1U/ 2026; ISIN BE0000335449 / WKN A1ZWX5/ 2031; ISIN BE0000338476 / WKN A18YM3/ 2047), Spanien (ISIN ES00000128A0 / WKN A18W6G/ 2019; ISIN ES00000128B8 / WKN A18YPG/ 2021; ISIN ES00000128C6 / WKN A18YZ6/ 2046) und Frankreich (ISIN FR0012558310 / WKN A1ZW79/ 2025; ISIN FR0011982776 / WKN A1ZKRV/ 2030; ISIN FR0010447367 / WKN A0LPPD/ 2040) Altemissionen in dieser Handelswoche aufgestockt.

In Deutschland sei hingegen eine neue fünfjährige Bundesobligation (ISIN DE0001141745 / WKN 114174) emittiert worden. Für die angebotenen 5 Mrd. Euro seien allerdings nur Kursgebote für ca. 3,4 Mrd. Euro abgegeben worden und der nicht direkt zu platzierende Betrag von ca. 1,6 Mrd. Euro sei als Marktpflegequote zurückbehalten worden. Die dabei - trotz der technischen Unterzeichnung - zu erzielende Durchschnittsrendite von -0,51% sei dennoch als marktgerecht zu bezeichnen.

Seit der Einführung des Euro seien inzwischen mehr als 14 Jahre vergangen und auch nach dieser langen Zeit scheine einigen Bürgern der Abschied von der D-Mark immer noch schwerzufallen. 12,76 Mrd. D-Mark seien Ende Juni nach Angaben der Bundesbank noch im Umlauf gewesen. Obwohl dies sicherlich der Sammlerleidenschaft und der Nostalgie geschuldet sei, sorge die derzeitige Lage in Euroland sowie die Kursentwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung nicht dafür, dass die Abkehr von der Deutschen Mark leichter falle.

Der Euro könne momentan nicht so richtig punkten und so sei die Einheitswährung in dieser Woche auf ein neues Juli-Tief bei 1,0979 USD gefallen. Im Vorfeld der heutigen EZB-Ratssitzung würden sich die Marktteilnehmer zurückhalten und auf die Erläuterungen auf der anschließenden Pressekonferenz warten. So starte der Euro heute Morgen wenig verändert in den Handel und pendle um die Marke von 1,1030 US-Dollar.

Weitaus verheerender stelle sich die aktuelle Situation in der Türkei dar. Nach dem Putschversuch befinde sich die Währung des Landes auf Talfahrt. So habe sich die Türkische Lira zum Euro bis auf 3,4076 TRY verbilligt, nachdem sie zuvor noch um die Marke von 3,1920 TRY gehandelt worden sei. Die negativen Folgen der versuchten Machtübernahme würden nicht nur die Währung des Landes, sondern auch die Kreditwürdigkeit der Türkei betreffen. Diese stehe gleich bei allen drei großen Ratingagenturen auf dem Prüfstand. Derzeit werde die Bonität der Türkei von Moody’s mit Baa3 bewertet. Um die Kreditversorgung im eigenen Land zu gewährleisten, habe die Türkische Zentralbank am Dienstag den Overnight-Zinssatz um 25 Basispunkte auf derzeit 8,75% gesenkt und hoffe dadurch, die Märkte zu stabilisieren.

Die Turbulenzen um die Türkei hätten für eine höhere Umsatztätigkeit in den entsprechenden Währungsanleihen gesorgt. Daneben seien auch Australische Dollar, Brasilianische Real und US-Dollar Bonds auf den Kauflisten zu finden gewesen.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (21.07.2016/alc/a/a)





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