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Eurobonds zur Finanzierung des Corona-Wiederaufbaufonds


23.04.21 09:30
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Letztes Jahr haben sich die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Staats- und Regierungschefs der EU auf einen 750 Mrd. EUR schweren Rettungsplan geeinigt, der aus der Corona-Krise helfen soll, so Hans van Zwol, Senior Portfolio Manager Fixed Income bei NN Investment Partners.

Der Wiederaufbaufonds biete den Mitgliedsländern Zuschüsse (312,5 Mrd. EUR) und Kredite. Die EU plane, bis 2026 jährlich rund 150 Mrd. EUR aufzunehmen, was die EU zu einem großen Player auf dem europäischen Anleihemarkt mache. Es werde erwartet, dass die EU der viertgrößte Kreditnehmer in der Eurozone werde. Etwa 30% der Mittel würden grüne Anleihen sein, was die EU zum größten Emittenten dieser Art von Wertpapieren mache.

Laut Zeitplan werde die EU noch vor dem Sommer dieses Jahres mit der Auszahlung und Verteilung an die Mitgliedsstaaten beginnen, so Hans van Zwol. Ein hinderlicher Verfahrensschritt könnte die Ratifizierung durch alle 27 Mitgliedsstaaten sein. Bis heute hätten nur 17 von 27 Mitgliedsstaaten den Wiederaufbaufonds ratifiziert, wobei alle EU-Länder das Gesetz unterschreiben müssten, bevor das Hilfsprogramm anlaufen könne. Mit der heutigen Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts, das keine Anhaltspunkte für eine Verfassungswidrigkeit des Fonds gefunden habe, sei eine wichtige Hürde für die deutsche Ratifizierung genommen worden. Es sei nicht zu erwarten, dass irgendein Land den Wiederaufbaufonds nicht ratifizieren werde, obwohl Verschiebungen immer ein Risiko seien und die politischen Spannungen in Polen für einige Schwierigkeiten sorgen könnten.

Der Druck rasch zu handeln sei hoch, da in den USA bereits ein Hilfspaket in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar beschlossen worden sei und mehrere europäische Länder dringend Unterstützung benötigen würden, um sich von der Pandemie zu erholen. (Ausgabe vom 22.04.2021) (23.04.2021/alc/a/a)