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European High Yield auf Erfolgskurs


08.08.16 11:26
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Europäische Hochzinsanleihen (European High Yield, HY) haben in diesem Jahr bislang recht gut abgeschnitten, so Sjors Haverkamp, Head of European High Yield bei NN Investment Partners.

In den ersten sechs Monaten habe die Assetklasse eine Gesamtrendite von 4% abgeworfen. Auch künftig dürfte European High Yield eine attraktive Anlageform darstellen. Sofern nicht unerwartete Ereignisse einen Strich durch die Rechnung machen würden, würden die Experten in den kommenden zwölf Monaten eine Gesamtrendite von 4,4% für diese Assetklasse und 6% für ihren NN (L) European High Yield-Fonds erwarten.

Das makroökonomische Umfeld sowie die Kreditrahmendaten würden European HY begünstigen. Nicht zuletzt seien auch die markttechnischen Daten positiv. Die Rendite von 4,1% sei im Vergleich zu anderen FI-Assetklassen, vor allem europäischen Staats- oder Unternehmensanleihen (Investment Grade), attraktiv.

Die Wachstumsprognosen für die EU würden wohl etwas nach unten korrigiert werden müssen, doch aus fundamentaler Sicht dürfte der Brexit wenig Einfluss auf die Weltwirtschaft haben. Natürlich sei der Verfall des britischen Pfunds für Unternehmen mit Einkünften in GBP und Kosten in anderen Währungen negativ. Auch die Zuversicht bei Wirtschaft und Verbrauchern in Großbritannien werde leiden. Doch im Gegensatz zu vielen Marktteilnehmern, die in London leben und arbeiten würden, würden die Experten nicht glauben, dass der Brexit die positive Dynamik an den globalen Anleihemärkten zum Erliegen bringen werde. Dazu sei Großbritannien einfach nicht bedeutend genug. Sie würden keine wesentliche Zunahme der Kreditverluste infolge des Brexits erwarten.

Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen aus den USA würden die Stabilität der US-Wirtschaft illustrieren. Andererseits bestehe vor diesem Hintergrund ein Risiko steigender Zinserhöhungserwartungen. Die Experten seien aber auch der Meinung, dass eine Anhebung der Zinssätze ein Zeichen für die Stärke der US-Wirtschaft wäre und den Hochzinsmarkt nicht belasten würde.

Was die Bewertungen betreffe, würden die Experten sowohl europäische als auch US-Hochzinsanleihen weiterhin positiv sehen. Die Bewertungen seien nicht extrem, weder historisch noch gegenüber anderen Assetklassen, wie etwa Staatsanleihen und Investment-Grade-Anleihen, und die HY Spreads würden sich im Vergleich positiv abheben.

Solange es nicht zu einer deutlichen Bonitätsverschlechterung komme und Makrodaten sowie Bewertungen robust bleiben würden, seien die Experten optimistisch, was High Yield als Anlageform betreffe. Ein weiterer positiver Faktor seien zunächst auch die markttechnischen Daten. Die Jagd nach guten Renditen gehe weiter, sowohl in Europa als auch den USA. Da sich die Neuemissionstätigkeit aufgrund von Blackout-Perioden und wegen der Sommerferien voraussichtlich in Grenzen halten werde, dürfte das markttechnische Bild sehr positiv für HY-Anleihen bleiben. Weitere Positivfaktoren seien die hohe Liquidität der Investoren, konservative Marktpositionierungen (wie sich an der bisherigen Underperformance der meisten aktiven Manager in diesem Jahr zeige), Nullbestände bei Investmentbanken und der Mangel an Angeboten in jüngster Zeit.

In Europa komme die quantitative Lockerung durch die EZB als Plusfaktor hinzu, sowohl was ihren Umfang als auch die dafür infrage kommenden Anleihen betreffe. Der Einbezug von Unternehmensanleihen in das Programm habe sich positiv auf das Marktumfeld ausgewirkt und zu einem weiteren Rückgang der Renditeniveaus geführt. Niedrige bzw. nicht existente Renditen auf IG-Unternehmensanleihen und Staatsanleihen würden Anleger zwingen, sich in den weniger bonitätsstarken Segmenten zu engagieren. (Ausgabe vom 05.08.2016) (08.08.2016/alc/a/a)