FED: Erste Leitzinsanhebung in 2015 erwartet


03.04.14 15:46
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die FED hat auf ihrer März-Sitzung erwartungsgemäß eine weitere Reduzierung ihrer Anleihekäufe um 10 Mrd. US-Dollar verkündet, so die Analysten von Postbank Research.

Ab April würden demnach pro Monat noch Anleihen im Wert von insgesamt 55 Mrd. US-Dollar angekauft (30 Mrd. US-Dollar an Treasuries und 25 Mrd. US-Dollar an hypothekengedeckten Anleihen).

Darüber hinaus habe das FOMC seine Forward Guidance angepasst. Auch dies sei erwartet worden, da die Schwelle der Arbeitslosenquote von 6,5%, ab der man über eine Anhebung des Zinsniveaus nachdenke, in greifbare Nähe gerückt sei. Statt einer Forward Guidance anhand von quantitativen Messgrößen der Arbeitslosenquote sowie der Inflationsrate werde sich die FED in Zukunft auf eine qualitative Analyse mehrerer Faktoren (z.B. diverse Arbeitsmarktindikatoren, Inflationserwartungen) stützen.

Die Anpassung der Forward Guidance impliziere jedoch keine Veränderung der Geldpolitik, wie Yellen mehrfach auf der Pressekonferenz betont habe. Allerdings hätten sich die Zinsprojektionen der FOMC-Mitglieder im Vergleich zur letzten Sitzung leicht erhöht. Der Median für die FED Funds Rate Ende 2015 habe um 25 Basispunkte auf 1,0% angezogen. Für Ende 2016 sei der Median um 50 Basispunkte auf 2,25% gestiegen. Aus den Ergebnissen der letzten FOMC-Sitzung sowie den Äußerungen einzelner US-Notenbanker lässt sich nach Erachten der Analysten von Postbank Research schlussfolgern, dass die FED die Leitzinsen erstmals anheben wird, kurz nachdem die Arbeitslosenquote unter 6% gesunken ist. Dies dürfte Mitte 2015 der Fall sein. Ende 2015 könnte der Leitzins dann bei 1% stehen.

Seit der letzten Ausgabe der Zinsprognose habe es keine EZB-Ratssitzung gegeben. In diversen Reden hätten einige EZB-Mitglieder jedoch die Aussage wiederholt, dass weitere expansive Maßnahmen, etwa der Ankauf von Staatsanleihen, möglich seien. Mit Blick auf die im März auf 0,5% gesunkene Inflationsrate sei die Wahrscheinlichkeit hierfür auch etwas größer geworden. Die Analysten von Postbank Research rechnen allerdings nicht damit, da die EZB selbst von einer baldigen Stabilisierung der Inflationsrate ausgeht. Den Leitzins würden sie auf Jahressicht unverändert bei 0,25% prognostizieren. (Zinsprognose April 2014) (03.04.2014/alc/a/a)





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