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FED: Keine Furcht vorm Tapering
20.08.21 10:37
Neuberger Berman
New York (www.anleihencheck.de) - Brad Tank, CIO Fixed Income bei Neuberger Berman, sieht keinen Grund für Investoren angesichts potenziellen FED Taperings in Panik zu geraten.
In seinem Kommentar erläutere er, welche Auswirkungen verringerte monatliche Käufe der FED von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren hätten - und wie Investoren das für sich nutzen könnten.
An den Finanzmärkten spreche man zurzeit fast täglich darüber, wann und in welchem Ausmaß die FED ihre monatlichen Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren der US-Hypothekenbanken verringern werde. Die Notenbank möchte maximale Transparenz, damit die Märkte nicht nervös werden. In diesem Zusammenhang habe der FED-Vorsitzende Jerome Powell das Vokabular der amerikanischen Notenbank erweitert: "Wir diskutieren über Tapering zu diskutieren." Selbst Alan Greenspan müsse ihm dafür Anerkennung zollen.
Wegen der durchschlagenden Wirkungen des ersten Taperings - nach der internationalen Finanzkrise - sei das große Interesse am Markt nur allzu verständlich. Ein Anstieg der US-Zehnjahresrendite um 100 Basispunkte hätte heute massive Auswirkungen auf die Kurse. Jedoch rechne niemand mit einer Neuauflage von 2013. Die FED dürfte behutsam vorgehen, um eine ähnliche Marktreaktion wie damals zu vermeiden. Die Investoren würden also über die voraussichtlichen Maßnahmen der FED und die Auswirkungen auf die Renditen diskutieren, dabei aber ein wenig den Zusammenhang zwischen Staats- und Hypothekenanleihen übersehen. Ein Drittel der monatlichen Nettowertpapierkäufe der FED in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar entfalle auf die hypothekenbesicherten Wertpapiere. Die Notenbank habe klar gesagt, dass sie die Käufe proportional verringern wolle.
Zurzeit lägen die Renditen der hypothekenbesicherten Wertpapiere etwa 15 Basispunkte unter ihrem Dreijahresdurchschnitt. Neuberger Berman gehe davon aus, dass man sich zu Beginn des Taperings dem Dreijahresdurchschnitt nähern könnte und die Renditen um maximal 30 Basispunkte steigen würden. Rekordniedrige Renditen und ein boomender Wohnimmobilienmarkt hätten seit Beginn der Pandemie für über eine Billionen US-Dollar Netto-Emissionen von hypothekenbesicherten Wertpapieren gesorgt, von denen die FED einen großen Teil übernommen habe. Recht ungewöhnlich für die Frühphase des Konjunkturzyklus seien jedoch auch die umfangreichen Käufe durch Geschäftsbanken gewesen, deren Kapitalbasis und Ratings unter Corona nicht gelitten hätten. Das meiste Kapital für private Kreditnehmer werde indessen von den zurzeit sehr aufnahmefähigen Finanzmärkten geliefert.
Während der jüngsten Staatsanleihen-Rally - von Mai bis Anfang August - hätten hypothekenbesicherte Wertpapiere nur etwa halb so stark zugelegt. Neuberger Berman habe daher aus taktischen Gründen Staatsanleihen verkauft und hypothekenbesicherte Wertpapiere gekauft - in der Überzeugung, dass steigende Renditen einen Teil dieser Verschiebungen wieder ausgleichen würden. Falls das Tapering zu einer Spread-Ausweitung führe, plane Neuberger Berman diese verstärkt zu kaufen. Agentur-Wertpapiere seien in Neuberger Bermans Investmentgrade- und Mehrsektorenportfolios meist eine Basisanlage. Heute liege der Anteil dieser Titel in vielen Portfolios etwas unter ihrem Langfristdurchschnitt. In diesem Zusammenhang wünsche man sich bei Neuberger Berman den Ausstieg der FED aus dem Markt: Dann könnte mit diesen wichtigen Wertpapieren wieder etwas mehr verdient werden. Investoren müssten das Tapering also nicht fürchten. Sie sollten es zu ihrem Vorteil nutzen. (20.08.2021/alc/a/a)
In seinem Kommentar erläutere er, welche Auswirkungen verringerte monatliche Käufe der FED von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren hätten - und wie Investoren das für sich nutzen könnten.
Wegen der durchschlagenden Wirkungen des ersten Taperings - nach der internationalen Finanzkrise - sei das große Interesse am Markt nur allzu verständlich. Ein Anstieg der US-Zehnjahresrendite um 100 Basispunkte hätte heute massive Auswirkungen auf die Kurse. Jedoch rechne niemand mit einer Neuauflage von 2013. Die FED dürfte behutsam vorgehen, um eine ähnliche Marktreaktion wie damals zu vermeiden. Die Investoren würden also über die voraussichtlichen Maßnahmen der FED und die Auswirkungen auf die Renditen diskutieren, dabei aber ein wenig den Zusammenhang zwischen Staats- und Hypothekenanleihen übersehen. Ein Drittel der monatlichen Nettowertpapierkäufe der FED in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar entfalle auf die hypothekenbesicherten Wertpapiere. Die Notenbank habe klar gesagt, dass sie die Käufe proportional verringern wolle.
Zurzeit lägen die Renditen der hypothekenbesicherten Wertpapiere etwa 15 Basispunkte unter ihrem Dreijahresdurchschnitt. Neuberger Berman gehe davon aus, dass man sich zu Beginn des Taperings dem Dreijahresdurchschnitt nähern könnte und die Renditen um maximal 30 Basispunkte steigen würden. Rekordniedrige Renditen und ein boomender Wohnimmobilienmarkt hätten seit Beginn der Pandemie für über eine Billionen US-Dollar Netto-Emissionen von hypothekenbesicherten Wertpapieren gesorgt, von denen die FED einen großen Teil übernommen habe. Recht ungewöhnlich für die Frühphase des Konjunkturzyklus seien jedoch auch die umfangreichen Käufe durch Geschäftsbanken gewesen, deren Kapitalbasis und Ratings unter Corona nicht gelitten hätten. Das meiste Kapital für private Kreditnehmer werde indessen von den zurzeit sehr aufnahmefähigen Finanzmärkten geliefert.
Während der jüngsten Staatsanleihen-Rally - von Mai bis Anfang August - hätten hypothekenbesicherte Wertpapiere nur etwa halb so stark zugelegt. Neuberger Berman habe daher aus taktischen Gründen Staatsanleihen verkauft und hypothekenbesicherte Wertpapiere gekauft - in der Überzeugung, dass steigende Renditen einen Teil dieser Verschiebungen wieder ausgleichen würden. Falls das Tapering zu einer Spread-Ausweitung führe, plane Neuberger Berman diese verstärkt zu kaufen. Agentur-Wertpapiere seien in Neuberger Bermans Investmentgrade- und Mehrsektorenportfolios meist eine Basisanlage. Heute liege der Anteil dieser Titel in vielen Portfolios etwas unter ihrem Langfristdurchschnitt. In diesem Zusammenhang wünsche man sich bei Neuberger Berman den Ausstieg der FED aus dem Markt: Dann könnte mit diesen wichtigen Wertpapieren wieder etwas mehr verdient werden. Investoren müssten das Tapering also nicht fürchten. Sie sollten es zu ihrem Vorteil nutzen. (20.08.2021/alc/a/a)


