FED: Niederländische Bank erwartet den Leitzins bei 2,5 bis 2,75 Prozent Anfang 2023


31.03.22 08:45
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die Inflation läuft aus dem Ruder, so Markus Bußler vom Anlegermagazin "Der Aktionär".

Diese Situation werde durch die hohen Rohstoff- und Energiepreise noch einmal verschärft. Die US-Notenbank wolle offensichtlich Versäumtes nachholen und plane eine aggressivere Zinspolitik. Die ABN AMRO rechne mit zwei Zinserhöhungen um 50 Basispunkte auf den nächsten beiden geldpolitischen Sitzungen.

"Wir erwarten jetzt 50 Basispunkte im Mai und Juni", sage Bill Diviney, leitender US-Volkswirt bei ABN AMRO. Die niederländische Bank habe auf die hawkishen Äußerungen des FED-Vorsitzenden Jerome Powell verwiesen, wonach es "offensichtlich notwendig ist, schnell zu handeln" und "nichts" die FED daran hindere, die Zinssätze um 50 Basispunkte anzuheben, wenn dies als notwendig erachtet werde. "Dies sind für uns klare Signale, dass der Ausschuss aktiv größere Straffungsschritte in Erwägung zieht, als wir bisher angenommen haben", habe Diviney gesagt.

Und nun, da sich der US-Aktienmarkt in dieser Woche erholt habe, könnte die FED in ihrer Entscheidung, die Straffung zu verstärken, zuversichtlicher sein. "Die Tatsache, dass sich die Marktstimmung weiter erholt hat (auch aufgrund des gestiegenen Optimismus im Hinblick auf den Russland-Ukraine-Konflikt), gibt der FED unserer Ansicht nach grünes Licht für eine aggressivere Straffung der Geldpolitik", habe Diviney erklärt.

ABN AMRO glaube nicht, dass dieses aggressive Tempo über die Juni-Sitzung hinaus anhalte. Diviney gehe davon aus, dass die Zinssätze bei jeder FOMC-Sitzung schrittweise um 25 Basispunkte angehoben würden, bis der Leitzins der FED bei 2,5 bis 2,75 Prozent liege, was Anfang 2023 der Fall sein werde. Damit dieses Szenario eintreten könne, müsse die Inflation Anzeichen einer Abkühlung zeigen. "Sollte dies nicht der Fall sein, könnte die FED durchaus zu dem Schluss kommen, dass sie die Straffung der Geldpolitik in diesem schnelleren Tempo fortsetzen muss", so Diviney weiter. Außerdem werde die FED die Zinssätze wahrscheinlich nicht viel höher als auf 2,5 bis 2,75 Prozent anheben, da ein langsameres Wirtschaftswachstum befürchtet werde und die Geldpolitik Zeit brauche, um das System zu durchdringen - dabei spreche man von 18 bis 24 Monaten.

Die Notenbank sitze, wie bereits mehrfach gesagt, in der Zwickmühle. Einerseits müsse sie die Inflation bekämpfen, andererseits sollte sie die Wirtschaft nicht in eine Rezession führen. Powell habe angekündigt, die Zinsen aggressiv anheben zu wollen und werde dies auch tun. Die Auswirkungen für die Wirtschaft dürften in einigen Monaten zu spüren sein. (31.03.2022/alc/a/a)





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