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FED-Strategie: Gibt Powell dem Druck nach?
09.01.19 12:44
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Noch vor zwei Wochen galten für den Chef der Amerikanischen Zentralbank FED zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr als gesetzt, so die Experten von Online-Broker LYNX.
Auch die Pläne, den Anteil der Anleihen in der Bilanz schrittweise zu verringern schienen unumstößlich, so die Experten von Online-Broker LYNX. Er sähe keinen Grund dafür, diese Pläne zu ändern. Doch was Powell in der vergangenen Woche bei einer Rede beim jährlichen Treffen der American Economic Association in Atlanta, verkündet habe, habe weit weniger bestimmt geklungen. So habe er nicht nur eine Pause bei den Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, sondern auch angekündigt, seine Pläne für die Verringerung der Bilanz im Ernstfall überdenken zu wollen, sollten sich die Befürchtungen der Investoren bewahrheiten.
"Zu diesen Bedenken zählt vor allem die Angst, dass eine Reduktion der Anleihen in der Bilanz der FED dazu führen könnte, dass die US-Wirtschaft abgewürgt und zu viel Liquidität aus den Märkten abgezogen werden könnte", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX. "Mit seinen neuesten Äußerungen hat Powell es geschafft, diese Ängste ein wenig zu zerstreuen und die Märkte zu beruhigen. Hätte er strikt auf seinem zuvor eingeschlagenen Kurs beharrt, ohne Kompromissbereitschaft zu zeigen, wäre ihm das nicht gelungen. Trotzdem muss sich jetzt zeigen, ob die Beschwichtigungstaktik nachhaltig funktioniert oder ob dieses vermeintliche Einknicken der Position der FED nicht vielleicht sogar geschadet hat."
So ganz scheine Powell nämlich noch nicht bereit zu sein, von seinem ursprünglichen Kurs abzuweichen. "Er macht nicht den Eindruck, als würde er die Befürchtungen der Investoren in dieser Intensität teilen und auch seine beiden Vorgänger Janet Yellen und Ben Bernanke sehen die Rückkehr der FED zu einer normalen Geldpolitik wohl nicht als problematisch an", fasse Sadowski zusammen. Sowohl Yellen als auch Bernanke hätten ebenfalls bei der Veranstaltung in Atlanta gesprochen. Zwar seien beide nicht ganz so positiv gestimmt gewesen wie Powell, was die Aussichten der amerikanischen Wirtschaft anbelange, Zeichen einer Rezession hätten sie jedoch nicht gesehen. "Auch die Reduktion der Anleihen in der Bilanz der FED stellt für sie kein Problem dar. Dafür sind die monatlichen Beträge - wie Powell richtig bemerkte - zu gering", so der Experte.
Auch die kürzlich veröffentlichten Daten zur Arbeitslosigkeit in den USA würden eigentlich keinen Anlass zur Sorge geben und Powells Ansicht stützen, dass die Wirtschaft in den USA stabil und auf einem guten Weg sei. Trotzdem gebe es auch einige Faktoren, die gegen ihn sprechen würden. "Die schlechter werdenden Zahlen aus China könnten große Auswirkungen auf die asiatische sowie auf die Weltwirtschaft haben und damit auch auf die USA. Im Moment wirken hier die Maßnahmen der Regierung in Peking noch stimulierend, doch ob das so bleibt ist offen. Und auch die Aktionen der anderen Zentralbanken müssen in die Betrachtung einbezogen werden", erkläre Sadowski. Für ihn lägen im Handelsstreit zwischen den USA und Peking und in den Auswirkungen der zunehmenden internationalen Vernetzung der Wirtschaftsbeziehungen die Hauptgründe für die Turbulenzen der vergangenen Monate und nicht in den Zinserhöhungen der FED.
"Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kompromissbereitschaft, die Powell in seiner Rede gezeigt hat, die Märkte deutlich beruhigt und für mehr Sicherheit bei Investoren gesorgt hat. Trotzdem ist die Abkehr von den ursprünglichen Plänen der FED nicht durchwegs positiv zu bewerten, insbesondere, wenn man sich die vorhergegangenen Angriffe des US-Präsidenten auf Powell ansieht", bemerke Sadowski. Für ihn mache es ein wenig den Eindruck, als ob Powell sich dem Druck aus Washington und den Wünschen der Investoren beugen würde. Für die Unabhängigkeit der FED sei das natürlich nicht zielführend. Nun bleibe abzuwarten, ob Powell zu seinem früheren Kurs stehe oder ob die in Aussicht gestellte Kurskorrektur komme. (09.01.2019/alc/a/a)
Auch die Pläne, den Anteil der Anleihen in der Bilanz schrittweise zu verringern schienen unumstößlich, so die Experten von Online-Broker LYNX. Er sähe keinen Grund dafür, diese Pläne zu ändern. Doch was Powell in der vergangenen Woche bei einer Rede beim jährlichen Treffen der American Economic Association in Atlanta, verkündet habe, habe weit weniger bestimmt geklungen. So habe er nicht nur eine Pause bei den Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, sondern auch angekündigt, seine Pläne für die Verringerung der Bilanz im Ernstfall überdenken zu wollen, sollten sich die Befürchtungen der Investoren bewahrheiten.
So ganz scheine Powell nämlich noch nicht bereit zu sein, von seinem ursprünglichen Kurs abzuweichen. "Er macht nicht den Eindruck, als würde er die Befürchtungen der Investoren in dieser Intensität teilen und auch seine beiden Vorgänger Janet Yellen und Ben Bernanke sehen die Rückkehr der FED zu einer normalen Geldpolitik wohl nicht als problematisch an", fasse Sadowski zusammen. Sowohl Yellen als auch Bernanke hätten ebenfalls bei der Veranstaltung in Atlanta gesprochen. Zwar seien beide nicht ganz so positiv gestimmt gewesen wie Powell, was die Aussichten der amerikanischen Wirtschaft anbelange, Zeichen einer Rezession hätten sie jedoch nicht gesehen. "Auch die Reduktion der Anleihen in der Bilanz der FED stellt für sie kein Problem dar. Dafür sind die monatlichen Beträge - wie Powell richtig bemerkte - zu gering", so der Experte.
Auch die kürzlich veröffentlichten Daten zur Arbeitslosigkeit in den USA würden eigentlich keinen Anlass zur Sorge geben und Powells Ansicht stützen, dass die Wirtschaft in den USA stabil und auf einem guten Weg sei. Trotzdem gebe es auch einige Faktoren, die gegen ihn sprechen würden. "Die schlechter werdenden Zahlen aus China könnten große Auswirkungen auf die asiatische sowie auf die Weltwirtschaft haben und damit auch auf die USA. Im Moment wirken hier die Maßnahmen der Regierung in Peking noch stimulierend, doch ob das so bleibt ist offen. Und auch die Aktionen der anderen Zentralbanken müssen in die Betrachtung einbezogen werden", erkläre Sadowski. Für ihn lägen im Handelsstreit zwischen den USA und Peking und in den Auswirkungen der zunehmenden internationalen Vernetzung der Wirtschaftsbeziehungen die Hauptgründe für die Turbulenzen der vergangenen Monate und nicht in den Zinserhöhungen der FED.
"Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kompromissbereitschaft, die Powell in seiner Rede gezeigt hat, die Märkte deutlich beruhigt und für mehr Sicherheit bei Investoren gesorgt hat. Trotzdem ist die Abkehr von den ursprünglichen Plänen der FED nicht durchwegs positiv zu bewerten, insbesondere, wenn man sich die vorhergegangenen Angriffe des US-Präsidenten auf Powell ansieht", bemerke Sadowski. Für ihn mache es ein wenig den Eindruck, als ob Powell sich dem Druck aus Washington und den Wünschen der Investoren beugen würde. Für die Unabhängigkeit der FED sei das natürlich nicht zielführend. Nun bleibe abzuwarten, ob Powell zu seinem früheren Kurs stehe oder ob die in Aussicht gestellte Kurskorrektur komme. (09.01.2019/alc/a/a)


