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FED-Zinssenkung: Trump und die Wall Street kriegen, was sie wollen
01.08.19 13:30
Moventum
Luxembourg (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat gerade zum ersten Mal seit zehn Jahren die Zinsen wieder gesenkt, so die Experten von Moventum.
Eine andere Chance habe die FED gar nicht gehabt, auch wenn viele Gründe gegen eine Zinssenkung gesprochen hätten. Trump und die Wall Street hätten Druck gemacht - und hätten bekommen, was sie gewollt hätten.
Zwar habe sich die Konjunktur in den USA zuletzt immer weiter abgeschwächt, trotzdem laufe sie im Vergleich der Industrieländer noch sehr stabil. Die Kennzahlen seien zwar nicht berauschend, aber letztendlich stünden die Indikatoren fast alle auf Grün. Trotzdem senke die US-Notenbank die Zinsen. "Es ist ein merkwürdiges Signal, das die FED da sendet", sage Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM. "Aus fundamental wirtschaftlicher Sicht drängte sich die Zinssenkung nicht unmittelbar auf." Allerdings habe die Notenbank in den vergangenen Monaten immer mehr unter Druck gestanden. Sowohl US-Präsident Trump, aber insbesondere auch die Wall Street hätten Zinssenkungen gefordert. Insofern habe die FED berechtigterweise aus ihrer Zwangslage heraus gehandelt, sie habe ihrer Reputation mit dem Eingehen auf diese Wünsche jedoch keinen Gefallen getan.
Wirtschaftliche Stimulation erhoffe sich Trump von dem Schritt - und zwar ohne selbst Geld aus dem Haushalt für Konjunkturprogramme ausgeben zu müssen. Die Wall Street, die bei gleichbleibenden Zinsen die Aktienkurse bröckeln sehe, erhoffe sich dagegen eine Verlängerung der Gewinndynamik bei den Unternehmen. Beiden möge man eigennützige Motive unterstellen. Schließlich möchte der US-Präsident beizeiten wiedergewählt werden und das gehe am besten bei einer gut laufenden Wirtschaft. Und die Finanzhäuser mögen Gewinne ohnehin, so die Experten von Moventum.
Insofern sei die allenthalben geäußerte Vermutung, dass die FED die Zinsen als eine Art vorausschauende Versicherung gegen einen Konjunktureinbruch gesenkt habe, eher eine zweitklassige Begründung für das Einknicken der FED. Es sei die Sache mit dem kleinen Finger und der ganzen Hand: Die 25 Basispunkte Zinssenkung würden niemandem wehtun. Aber die Ansprüche könnten steigen, die Forderungen könnten zukünftig größer werden.
Ob sich diese Bewegung zurückdrehen lasse, sei nicht sicher. Für Anleger sei der Schritt zunächst einmal neutral. Die Märkte hatten damit gerechnet, ein Ausbleiben der Zinssenkung wäre eine Überraschung gewesen, eine stärkere Zinssenkung ebenfalls. Allerdings rücke jetzt ein Szenario in den Bereich des Möglichen, das mittelfristig negativ wirke: Eine bullische Überhitzung des Marktes durch billiges Geld überall; mit einer Blasenbildung an allen Märkten und mit der Aussicht auf ein gewaltiges Platzen der Blase. Bislang hätten sich die USA dagegen gestemmt und seien ein Hort der ökonomischen Stabilität geblieben. Es bleibe zu hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleiben werde. (01.08.2019/alc/a/a)
Eine andere Chance habe die FED gar nicht gehabt, auch wenn viele Gründe gegen eine Zinssenkung gesprochen hätten. Trump und die Wall Street hätten Druck gemacht - und hätten bekommen, was sie gewollt hätten.
Wirtschaftliche Stimulation erhoffe sich Trump von dem Schritt - und zwar ohne selbst Geld aus dem Haushalt für Konjunkturprogramme ausgeben zu müssen. Die Wall Street, die bei gleichbleibenden Zinsen die Aktienkurse bröckeln sehe, erhoffe sich dagegen eine Verlängerung der Gewinndynamik bei den Unternehmen. Beiden möge man eigennützige Motive unterstellen. Schließlich möchte der US-Präsident beizeiten wiedergewählt werden und das gehe am besten bei einer gut laufenden Wirtschaft. Und die Finanzhäuser mögen Gewinne ohnehin, so die Experten von Moventum.
Insofern sei die allenthalben geäußerte Vermutung, dass die FED die Zinsen als eine Art vorausschauende Versicherung gegen einen Konjunktureinbruch gesenkt habe, eher eine zweitklassige Begründung für das Einknicken der FED. Es sei die Sache mit dem kleinen Finger und der ganzen Hand: Die 25 Basispunkte Zinssenkung würden niemandem wehtun. Aber die Ansprüche könnten steigen, die Forderungen könnten zukünftig größer werden.
Ob sich diese Bewegung zurückdrehen lasse, sei nicht sicher. Für Anleger sei der Schritt zunächst einmal neutral. Die Märkte hatten damit gerechnet, ein Ausbleiben der Zinssenkung wäre eine Überraschung gewesen, eine stärkere Zinssenkung ebenfalls. Allerdings rücke jetzt ein Szenario in den Bereich des Möglichen, das mittelfristig negativ wirke: Eine bullische Überhitzung des Marktes durch billiges Geld überall; mit einer Blasenbildung an allen Märkten und mit der Aussicht auf ein gewaltiges Platzen der Blase. Bislang hätten sich die USA dagegen gestemmt und seien ein Hort der ökonomischen Stabilität geblieben. Es bleibe zu hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleiben werde. (01.08.2019/alc/a/a)


