Erweiterte Funktionen

FED in der Zwickmühle


16.12.25 10:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Mitglieder des Zentralbankrats der US-Notenbank FED befinden sich zurzeit in einer Zwickmühle, so die Analysten der DekaBank.

Daher sei in der vergangenen Handelswoche der FED-Zinsentscheid das beherrschende Thema gewesen. Wie erwartet sei das Leitzinsband um weitere 25 Basispunkte auf 3,50% bis 3,75% gesenkt worden. Auf der einen Seite zeige die Wirtschaft in den USA unerwartete Stärke, ausgelöst durch Investitionen in den Aufbau von Geschäftsmodellen rund um die neuen Technologien der künstlichen Intelligenz. Im Zusammenspiel mit den immer noch laufenden Preisüberwälzungen der in diesem Jahr eingeführten Zölle auf Industriewaren könnte dies die US-Inflation anheizen. Eine solche Gefahrenlage verbiete der Zentralbank eigentlich zum jetzigen Zeitpunkt eine Lockerung der Geldpolitik und könne im Extremfall 2026 sogar dazu führen, dass die Leitzinsen wieder angehoben werden müssten. Auf der anderen Seite sende der US-Arbeitsmarkt jedoch Signale der Schwäche aus, weil die Anzahl der neu geschaffenen Jobs in den vergangenen Monaten stark gesunken sei. Das spräche für niedrigere Leitzinsen. Herausgekommen sei ein Kompromiss: Die Leitzinsen seien zwar gesenkt worden, in der Kommunikation dieser Maßnahme hätten die Zentralbanker jedoch darauf hingewiesen, dass weitere Zinssenkungen alles andere als sicher seien.

Die Finanzmärkte hätten positiv reagiert: Die Anleihekurse seien leicht angestiegen und auch am Aktienmarkt sei die Reaktion freundlich gewesen, selbst vor dem Hintergrund einiger durchwachsener Unternehmensberichte aus dem Technologiebereich. An den Devisenmärkten habe der US-Dollar gegenüber dem Euro verloren. Diese insgesamt positiven Reaktionen auf die jüngste geldpolitische Entscheidung würden zeigen, dass das Vertrauen der Marktteilnehmer in die US-Notenbank weiterhin intakt sei. (16.12.2025/alc/a/a)