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FED bewegt sich weiterhin auf ein Tapering zu
30.07.21 11:30
NN Investment Partners
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die wichtigste Botschaft der US-Notenbank-Sitzung vom Juli ist, dass sich die FED weiterhin auf ein Tapering zubewegt, so Willem Verhagen, Senior Economist bei NN Investment Partners.
Hierbei sei ein schrittweises und vorhersehbares Vorgehen für die FED wichtig, um eine Wiederholung des "Taper Tantrum" von 2013 zu vermeiden. Letzteres sei durch eine hawkische Neubeurteilung der Reaktionsfunktion der FED durch den Markt ausgelöst worden. Das Risiko, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt geschehe, sei deutlich geringer, da sich die FED in ihren Zinsempfehlungen klarer dazu verpflichte, die Zinsen länger niedrig zu halten. Und dennoch bestehe die Möglichkeit, dass der Markt das Gefühl habe, die FED würde diese Zusage brechen, was die Zentralbank vermeiden möchte. Die FED habe vor allem betont, dass die Wirtschaft Fortschritte bei der Erreichung der FED-Ziele gemacht habe und dass die Zentralbank dies in den kommenden Monaten weiter bewerten werde. Diese Formulierung deute darauf hin, dass eine Ankündigung einer Zinsanpassung nicht schon im September erfolgen werde, sondern eher im November oder Dezember.
Im Großen und Ganzen versuche sich die FED, zwischen den Tail-Risiken eines Anstiegs der Inflationserwartungen einerseits und dem Tail-Risiko einer durch die Delta-Variante bedingten Rückkehr zu einem niedrigen Nominalwachstum andererseits zu bewegen. In dieser Hinsicht scheine die FED die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen der Delta-Variante gelassen zu sehen. Vielleicht sei die FED zu optimistisch, denn im Vergleich zu den Wintermonaten gebe es jetzt mehr Potenzial für sinkende Ausgaben im Dienstleistungssektor. Sollte dies der Fall sein, könnte es außerdem weniger Spielraum für einen kompensierenden Anstieg der Güternachfrage geben, da die Ausgaben für langlebige Güter weit über ihrem langfristigen Trend lägen. Grundsätzlich könnte die Delta-Variante den Eindruck trüben, dass es Licht am Ende des Tunnels gebe, und damit das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen belasten würden. Was die Inflation betreffe, bleibe die FED bei ihrer Annahme, dass der derzeitige Anstieg nur vorübergehend sei, signalisiere aber gleichzeitig ihre Bereitschaft zu handeln, wenn sich die Inflationserwartungen nach oben hin verändern würden. Bislang seien die Inflationserwartungen eher gering. (30.07.2021/alc/a/a)
Hierbei sei ein schrittweises und vorhersehbares Vorgehen für die FED wichtig, um eine Wiederholung des "Taper Tantrum" von 2013 zu vermeiden. Letzteres sei durch eine hawkische Neubeurteilung der Reaktionsfunktion der FED durch den Markt ausgelöst worden. Das Risiko, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt geschehe, sei deutlich geringer, da sich die FED in ihren Zinsempfehlungen klarer dazu verpflichte, die Zinsen länger niedrig zu halten. Und dennoch bestehe die Möglichkeit, dass der Markt das Gefühl habe, die FED würde diese Zusage brechen, was die Zentralbank vermeiden möchte. Die FED habe vor allem betont, dass die Wirtschaft Fortschritte bei der Erreichung der FED-Ziele gemacht habe und dass die Zentralbank dies in den kommenden Monaten weiter bewerten werde. Diese Formulierung deute darauf hin, dass eine Ankündigung einer Zinsanpassung nicht schon im September erfolgen werde, sondern eher im November oder Dezember.
Im Großen und Ganzen versuche sich die FED, zwischen den Tail-Risiken eines Anstiegs der Inflationserwartungen einerseits und dem Tail-Risiko einer durch die Delta-Variante bedingten Rückkehr zu einem niedrigen Nominalwachstum andererseits zu bewegen. In dieser Hinsicht scheine die FED die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen der Delta-Variante gelassen zu sehen. Vielleicht sei die FED zu optimistisch, denn im Vergleich zu den Wintermonaten gebe es jetzt mehr Potenzial für sinkende Ausgaben im Dienstleistungssektor. Sollte dies der Fall sein, könnte es außerdem weniger Spielraum für einen kompensierenden Anstieg der Güternachfrage geben, da die Ausgaben für langlebige Güter weit über ihrem langfristigen Trend lägen. Grundsätzlich könnte die Delta-Variante den Eindruck trüben, dass es Licht am Ende des Tunnels gebe, und damit das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen belasten würden. Was die Inflation betreffe, bleibe die FED bei ihrer Annahme, dass der derzeitige Anstieg nur vorübergehend sei, signalisiere aber gleichzeitig ihre Bereitschaft zu handeln, wenn sich die Inflationserwartungen nach oben hin verändern würden. Bislang seien die Inflationserwartungen eher gering. (30.07.2021/alc/a/a)


