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FED bittet Investoren um einen Reality Check
20.09.19 12:15
Franklin Templeton
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank senkte zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins, aber einige Beobachter waren enttäuscht, dass die FED nicht stärker auf zukünftige Lockerungsmaßnahmen hinwies - Franklin Templeton Fixed Income CIO Sonal Desai erklärt, weshalb die Zentralbank die Erwartungen ein wenig dämpfen musste.
Auf ihrer Sitzung im September habe die US-Notenbank (FED) ihren Leitzins um 25 Basispunkte (Bps) auf eine Bandbreite von 1,75% bis 2% gesenkt, was die Markterwartungen bestätige. Die Botschaft des Vorsitzenden Jerome Powell in der Pressekonferenz nach der Sitzung sei jedoch sorgfältiger kalibriert gewesen als in der Vergangenheit - und sie habe eine ernüchternde Wirkung gehabt. Während die sofortige Reaktion des Marktes Enttäuschung zum Ausdruck gebracht habe, glaube Sonal Desai, dass die FED die Markterwartungen über den zukünftigen Zinspfad habe dämpfen müssen. Dies sei ein vernünftiger erster Schritt gewesen.
Mit zwei Zinssenkungen in diesem Quartal habe Powell gesagt, dass er erwarte, dass diese jüngste monetäre Lockerung Auswirkungen auf die üblichen langen und variablen Zinsen haben werde; und er habe bemerkt, dass die FED ein weiterhin solides Wachstum erwarte, dass der Arbeitsmarkt stark bleibe und die Inflation allmählich auf ihr Ziel ansteige. Die FED habe erklärt, sie werde die Handelsunsicherheit und die jüngste Abschwächung in Europa und China weiterhin beobachten. Der Ausblick für die USA bleibe jedoch unverändert, mit einem starken privaten Konsum und einem vorsichtigen Unternehmenssektor.
Und während die FED die Handelsunsicherheit nicht beseitigen könne, habe sich Powell zuversichtlich gezeigt, dass die Maßnahmen der FED den Konsum langlebiger Güter, den Wohnungsbau sowie das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen unterstützen würden. Mit anderen Worten, die Botschaft der FED lautet, dass es keinen Grund zur Panik gibt, wir stehen nicht am Rande einer Rezession, und es gibt keinen Grund, mit einer massiven weiteren monetären Lockerung zu rechnen, so die Experten von Franklin Templeton.
Tatsächlich habe Powell unbeeindruckt geklungen von den Umkehrungen der Zinskurven: Er habe festgestellt, dass die langfristigen Renditen von US-Treasuries stark gesunken seien und den größten Teil der Bewegung innerhalb weniger Tage wieder gut gemacht hätten. Er habe erklärt, dass Schwankungen der globalen Nachfrage nach US-Treasuries und der Marktstimmung eine Schlüsselrolle bei der Inversion spielen würden, und die Zinskurve der Treasuries nicht viel über die wirtschaftlichen Aussichten der USA aussage.
Vielleicht sei es nicht verwunderlich, dass Franklin Templeton Fixed Income CIO Sonal Desai hier Powell zustimme. Die FED sei bereit, bei Bedarf wieder zu handeln, sehe dies aber derzeit als eine zyklische Anpassung, deren wachstumsunterstützende Wirkung in den kommenden Monaten und bis ins nächste Jahr spürbar sein sollte. Dies scheine durch eine Spaltung im Federal Open Market Committee (BOMC) unterstützt zu werden: Zwei stimmberechtigte Mitglieder seien erneut uneins gewesen und hätten die Zinsen unverändert lassen wollen, während ein dritter "Dissenter" eine Senkung um 50 Basispunkte gewünscht habe.
Anfang des Jahres habe sich die FED in eine Ecke gedrängt und sich an die Markterwartungen für Zinssenkungen gehalten. Heute habe sie einige Schritte unternommen, um sich zu "befreien." Die Aussage lautet: Warten wir die Auswirkungen dieser Zinssenkungen ab, die US-Wirtschaft wächst weiterhin stabil, so die Experten von Franklin Templeton. Der schnelle Anstieg der 10-jährigen Treasuries in den letzten Tagen sei ein weiteres Zeichen dafür, dass die Märkte in Erwartung eines längeren Lockerungszyklus zu voreilig gewesen seien. Die Experten von Franklin Templeton würden vorsichtig bleiben, wenn es darum gehe, die Duration in den USA auf diesem Niveau zu verlängern, in einer Phase, in der die Fundamentaldaten Widerstandsfähigkeit zeigen würden.
Hier seien die neuesten Wirtschaftsprognosen der FED: Die FED habe ihre Wachstumsprognose für das US-Bruttoinlandsprodukt 2019 leicht auf 2,2% von zuvor 2,1% erhöht, aber an ihrer Prognose für 2020 mit 2,0% festgehalten. Die Inflationsprognose (basierend auf den Kernausgaben für den privaten Konsum) sei mit 1,8% für 2019 und 1,9% für 2020 konstant gehalten worden. Die Prognose für die Arbeitslosenquote für 2019 sei leicht auf 3,7% gegenüber der vorherigen Prognose von 3,6% gestiegen. Die Prognose für 2020 sei mit 3,7% konstant geblieben. (Ausgabe vom 19.09.2019) (20.09.2019/alc/a/a)
Auf ihrer Sitzung im September habe die US-Notenbank (FED) ihren Leitzins um 25 Basispunkte (Bps) auf eine Bandbreite von 1,75% bis 2% gesenkt, was die Markterwartungen bestätige. Die Botschaft des Vorsitzenden Jerome Powell in der Pressekonferenz nach der Sitzung sei jedoch sorgfältiger kalibriert gewesen als in der Vergangenheit - und sie habe eine ernüchternde Wirkung gehabt. Während die sofortige Reaktion des Marktes Enttäuschung zum Ausdruck gebracht habe, glaube Sonal Desai, dass die FED die Markterwartungen über den zukünftigen Zinspfad habe dämpfen müssen. Dies sei ein vernünftiger erster Schritt gewesen.
Mit zwei Zinssenkungen in diesem Quartal habe Powell gesagt, dass er erwarte, dass diese jüngste monetäre Lockerung Auswirkungen auf die üblichen langen und variablen Zinsen haben werde; und er habe bemerkt, dass die FED ein weiterhin solides Wachstum erwarte, dass der Arbeitsmarkt stark bleibe und die Inflation allmählich auf ihr Ziel ansteige. Die FED habe erklärt, sie werde die Handelsunsicherheit und die jüngste Abschwächung in Europa und China weiterhin beobachten. Der Ausblick für die USA bleibe jedoch unverändert, mit einem starken privaten Konsum und einem vorsichtigen Unternehmenssektor.
Tatsächlich habe Powell unbeeindruckt geklungen von den Umkehrungen der Zinskurven: Er habe festgestellt, dass die langfristigen Renditen von US-Treasuries stark gesunken seien und den größten Teil der Bewegung innerhalb weniger Tage wieder gut gemacht hätten. Er habe erklärt, dass Schwankungen der globalen Nachfrage nach US-Treasuries und der Marktstimmung eine Schlüsselrolle bei der Inversion spielen würden, und die Zinskurve der Treasuries nicht viel über die wirtschaftlichen Aussichten der USA aussage.
Vielleicht sei es nicht verwunderlich, dass Franklin Templeton Fixed Income CIO Sonal Desai hier Powell zustimme. Die FED sei bereit, bei Bedarf wieder zu handeln, sehe dies aber derzeit als eine zyklische Anpassung, deren wachstumsunterstützende Wirkung in den kommenden Monaten und bis ins nächste Jahr spürbar sein sollte. Dies scheine durch eine Spaltung im Federal Open Market Committee (BOMC) unterstützt zu werden: Zwei stimmberechtigte Mitglieder seien erneut uneins gewesen und hätten die Zinsen unverändert lassen wollen, während ein dritter "Dissenter" eine Senkung um 50 Basispunkte gewünscht habe.
Anfang des Jahres habe sich die FED in eine Ecke gedrängt und sich an die Markterwartungen für Zinssenkungen gehalten. Heute habe sie einige Schritte unternommen, um sich zu "befreien." Die Aussage lautet: Warten wir die Auswirkungen dieser Zinssenkungen ab, die US-Wirtschaft wächst weiterhin stabil, so die Experten von Franklin Templeton. Der schnelle Anstieg der 10-jährigen Treasuries in den letzten Tagen sei ein weiteres Zeichen dafür, dass die Märkte in Erwartung eines längeren Lockerungszyklus zu voreilig gewesen seien. Die Experten von Franklin Templeton würden vorsichtig bleiben, wenn es darum gehe, die Duration in den USA auf diesem Niveau zu verlängern, in einer Phase, in der die Fundamentaldaten Widerstandsfähigkeit zeigen würden.
Hier seien die neuesten Wirtschaftsprognosen der FED: Die FED habe ihre Wachstumsprognose für das US-Bruttoinlandsprodukt 2019 leicht auf 2,2% von zuvor 2,1% erhöht, aber an ihrer Prognose für 2020 mit 2,0% festgehalten. Die Inflationsprognose (basierend auf den Kernausgaben für den privaten Konsum) sei mit 1,8% für 2019 und 1,9% für 2020 konstant gehalten worden. Die Prognose für die Arbeitslosenquote für 2019 sei leicht auf 3,7% gegenüber der vorherigen Prognose von 3,6% gestiegen. Die Prognose für 2020 sei mit 3,7% konstant geblieben. (Ausgabe vom 19.09.2019) (20.09.2019/alc/a/a)


