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FED dämpft Erwartungen


15.01.25 11:27
Bank für Vermögen

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Zinssenkungen der FED und der EZB um jeweils 0,25 Prozent waren vom Markt erwartet worden, so die Analysten der BfV Bank für Vermögen AG.

Die FED habe jedoch mit ihrem Ausblick bis 2025 überrascht. Der Gleichschritt der beiden Notenbanken scheine passé. In der Folge seien insbesondere die Renditen langlaufender Staatsanleihen angestiegen. Am deutschen Aktienmarkt habe sich die Schere zwischen DAX und MDAX weiter geöffnet. Über diese und weitere wichtige Entwicklungen an den Aktien- und Rentenmärkten informiere die BfV Bank für Vermögen AG gemeinsam mit der BCA AG im aktuellen INVESTMENT RADAR.

Zum Jahresende hätten die Entscheidungen der wichtigsten Notenbanken das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten geprägt. Dabei habe die mit Spannung erwartete Sitzung der US-Notenbank trotz einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte gezeigt, dass die Währungshüter künftig vorsichtiger mit geldpolitischen Lockerungen umgehen würden. Im November sei die US-Inflation wieder leicht auf 2,7 Prozent angestiegen und habe sich damit von der Zielmarke von 2 Prozent entfernt.

Wie die Autoren des aktuellen INVESTMENT RADARS informieren würden, hätten die Reaktionen an den Anleihe- und Aktienmärkten nicht lange auf sich warten lassen. Die US-Renditen seien in die Höhe geschossen, die Aktienmärkte hätten nachgegeben. Die Nasdaq habe vor dem Einbruch erstmals die Marke von 22.000 Punkten überschritten und habe mit einem Plus von rund 25 Prozent geschlossen.

Wenig überraschend habe auch die EZB ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3 Prozent gesenkt. Dies angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten und nachlassender Inflationssorgen bereits zum vierten Mal im Jahr 2024. Hierbei würden sich die Euro-Wächter zuversichtlich zeigen, dass sich die Inflation nachhaltig um ihr Ziel von zwei Prozent in der Eurozone einpendeln werde. Bezogen auf Deutschland sei die Inflation zuletzt auf 2,6 Prozent (Eurozone: 2,4 Prozent) gestiegen, was vor allem auf steigende Preise für Dienstleistungen zurückzuführen sei. Mögliche Risiken für einen weiteren Inflationsanstieg könnten von drohenden Handelsbarrieren unter der Trump-Administration ausgehen.

Generell bleibe die schwächelnde Konjunktur das zentrale Thema, das die Gemüter weiter bewege. So sei beispielsweise die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland gestiegen. Zum Jahresende habe die Arbeitslosenquote bei 6,0 Prozent gelegen. Und auch dieses Jahr könnte sie ansteigen. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dürfte die Quote in Ostdeutschland um 0,2 Prozent auf 7,6 Prozent steigen, in Westdeutschland um 0,1 Prozent auf 5,7 Prozent.

Die Aktienindizes hätten sich im Dezember uneinheitlich gezeigt. Während der DAX knapp 1,5 Prozent habe zulegen können und das Jahr knapp unter der Marke von 20.000 Punkten beendet habe, habe der MDAX weiter verloren. Der deutsche Leitindex sei gut ins neue Jahr gestartet und notiere deutlich über 20.000 Punkten. Impulse aus Asien würden weiterhin ausbleiben.

In China herrsche nach wie vor große Unsicherheit in der Industrie und vor allem im Immobiliensektor. Der CSI 300 habe in den ersten Januartagen deutlich nachgegeben. Und was würden die kryptischen Währungen machen? Nach der Rally im Vormonat habe der Bitcoin zum Jahresende uneinheitlich tendiert. Die Angst vor Bitcoin-Verkäufen durch die US-Regierung habe die Kryptowährung im Januar weiter belastet. Auf der Gewinnerseite habe der US-Dollar gestanden. Im Gegenzug nähere sich der Euro immer mehr der Parität. (Ausgabe vom 14.01.2025) (15.01.2025/alc/a/a)