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FED steckt in einer Zwickmühle
24.10.14 09:52
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit dem Ausbruch der Wirtschaft- und Finanzkrise in 2008 richten sich die Hoffnungen der ganzen Welt auf die Zentralbanken, die mit ihrer ultra-expansiven Geldpolitik alles wieder richten sollen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Allen voran die FED hätten die Notenbanken mit ZIRP und QE sowie unkonventionellen, abenteuerlichen Instrumenten hauptsächlich die Finanzmärkte unterstützt. Sie hätten gehofft, dass steigende Kurse einen "Wohlstandseffekt" auslösen würden, der dann zu einem höheren Konsum und umfangreicheren Investitionen führen könnte. Doch jetzt zeige sich, dass der Glaube an die Allmacht der Zentralbanken eine Illusion bleibe, wenn diese keine Unterstützung durch die Fiskal- und Reformpolitik fänden. Und dennoch würden sich schon wieder die Rufe nach neuen, kreditfinanzierten Konjunkturförderungsprogrammen mehren. Das Beispiel Japan (Staatsverschuldung 230% des BIP, Zahl der Stimulierungsprogramme nicht mehr zu ermitteln) werde kurzsichtig einfach ignoriert.
Besonders zuversichtlig seien zuletzt die Erwartungen in die USA gewesen. Doch enttäuschte Hoffnungen hätten auch hier die anstehenden Zinserhöhungen an den Terminmärkten weiter nach hinten verschoben. So seien die 10-jährigen Renditen schon wieder gesunken. Würden etwa die sechs Jahre ZIRP verlängert? Das hätte erhebliche Nachteile.
Die Geldpolitik allein sei zur Bewältigung systemischer Krisen, wie sie von Finanzblasen ausgehen würden, nicht geeignet. Die FED könne jetzt nicht mehr einfach beherzt die Leitzinsen normalisieren. Sie würde an den Finanzmärkten einen neuen Crash auslösen und die überschuldeten Staatsfinanzen ins Chaos stürzen. Bleibe sie aber weiter bei ZIRP, werde der private Konsum, auf den 70% des US-BIP entfallen würden, keine Stimulierung erfahren. Andererseits sinke dadurch die Reformbereitschaft. Wenn neue Schulden zu machen so billig sei, dann gehe man den vermeintlich einfachsten Weg des geringsten Widerstandes. Die staatlichen Schulden seien mit USD 19,4 Billionen jetzt schon auf historischem Höchststand.
Die Bilanzsumme der FED sei seit Ende 2008 um USD 3,6 Billionen erhöht worden, doch das nominale BIP sei vom 3. Quartal 2008 bis zum 2. Quartal 2014 nur um USD 2,5 Billionen gewachsen. Um 1 USD Wachstum zu erzielen, müssten schon rund 1,45 USD mittels QE "gedruckt" werden. Die FED stecke in einer Zwickmühle, einer auf weitere Sicht tödlichen Liquiditätsfalle (wie die Bank of Japan und EZB). Als einziger Ausweg möge eine ganz langsame Rückkehr zu einer "normalen" Geldpolitik erscheinen. Ähnlich wie von 2004 bis 2006. Doch dieser Kurs habe mit einem Crash und einer schweren Wirtschaftskrise geendet. Wertpapierkäufe in den USA erscheinen weiterhin viel zu riskant, so die Experten von "fairesearch". Der USD sei keineswegs "die" Alternative an den Devisenmärkten. (Ausgabe vom 23.10.2014) (24.10.2014/alc/a/a)
Allen voran die FED hätten die Notenbanken mit ZIRP und QE sowie unkonventionellen, abenteuerlichen Instrumenten hauptsächlich die Finanzmärkte unterstützt. Sie hätten gehofft, dass steigende Kurse einen "Wohlstandseffekt" auslösen würden, der dann zu einem höheren Konsum und umfangreicheren Investitionen führen könnte. Doch jetzt zeige sich, dass der Glaube an die Allmacht der Zentralbanken eine Illusion bleibe, wenn diese keine Unterstützung durch die Fiskal- und Reformpolitik fänden. Und dennoch würden sich schon wieder die Rufe nach neuen, kreditfinanzierten Konjunkturförderungsprogrammen mehren. Das Beispiel Japan (Staatsverschuldung 230% des BIP, Zahl der Stimulierungsprogramme nicht mehr zu ermitteln) werde kurzsichtig einfach ignoriert.
Die Geldpolitik allein sei zur Bewältigung systemischer Krisen, wie sie von Finanzblasen ausgehen würden, nicht geeignet. Die FED könne jetzt nicht mehr einfach beherzt die Leitzinsen normalisieren. Sie würde an den Finanzmärkten einen neuen Crash auslösen und die überschuldeten Staatsfinanzen ins Chaos stürzen. Bleibe sie aber weiter bei ZIRP, werde der private Konsum, auf den 70% des US-BIP entfallen würden, keine Stimulierung erfahren. Andererseits sinke dadurch die Reformbereitschaft. Wenn neue Schulden zu machen so billig sei, dann gehe man den vermeintlich einfachsten Weg des geringsten Widerstandes. Die staatlichen Schulden seien mit USD 19,4 Billionen jetzt schon auf historischem Höchststand.
Die Bilanzsumme der FED sei seit Ende 2008 um USD 3,6 Billionen erhöht worden, doch das nominale BIP sei vom 3. Quartal 2008 bis zum 2. Quartal 2014 nur um USD 2,5 Billionen gewachsen. Um 1 USD Wachstum zu erzielen, müssten schon rund 1,45 USD mittels QE "gedruckt" werden. Die FED stecke in einer Zwickmühle, einer auf weitere Sicht tödlichen Liquiditätsfalle (wie die Bank of Japan und EZB). Als einziger Ausweg möge eine ganz langsame Rückkehr zu einer "normalen" Geldpolitik erscheinen. Ähnlich wie von 2004 bis 2006. Doch dieser Kurs habe mit einem Crash und einer schweren Wirtschaftskrise geendet. Wertpapierkäufe in den USA erscheinen weiterhin viel zu riskant, so die Experten von "fairesearch". Der USD sei keineswegs "die" Alternative an den Devisenmärkten. (Ausgabe vom 23.10.2014) (24.10.2014/alc/a/a)


