Erweiterte Funktionen
FED und der Ritt auf Messers Schneide
04.08.21 11:45
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wie der IMF feststellt, erholt sich die Weltwirtschaft durch die Überwindung der Pandemie sehr kräftig, doch der Auftrieb zeigt je nach Region starke Unterschiede, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Für die Weltwirtschaft insgesamt werde für dieses Jahr ein Wachstum des realen BIP um 6% und für nächstes Jahr immerhin noch um weitere 4,9% vorhergesagt. Die USA dürften 2021 sogar 7,0% erreichen. Doch je geringer die Bevölkerung einer Region bereits geimpft sei, desto langsamer verlaufe die Konjunkturerholung. Insgesamt würden die Konjunkturprognosen für 2022 sehr optimistisch bleiben.
Zum größten Problem für das 2. Halbjahr 2021 und für 2022 werde jetzt die Inflationsrate. Der Index der Verbraucherpreise in den USA steige jetzt um 5,4% gegenüber dem Vorjahr, so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wie in der Vergangenheit öfter beobachtet stecke in einer solchen Entwicklung so viel Dynamik, dass ein noch weiterer Anstieg nicht ausgeschlossen werden könne. Zu beachten seien die Preisauftriebe auf den Vorebenen des privaten Konsums, die Rohstoffpreise, die Industrieerzeugerpreise, Groß- und Einzelhandel, die sich erfahrungsgemäß bis auf die Konsumebene auswirken würden, wenn auch mit sich abschwächender Wirkung.
Doch die FED setze ihre ultra-expansive Geldpolitik unverändert fort und inspiriere damit die anderen bedeutenden Notenbanken zu der gleichen Haltung. Diese Institute würden alle die Erwartung publizieren, dass die Inflationsraten nur vorübergehend steigen würden und schon Anfang 2022 eine erneute Beruhigung zu erwarten sei. Vielfach werde auf den Basiseffekt verwiesen.
Seit dem 4. Quartal 2020 verstärke sie ihre Käufe von im Markt befindlichen US-Treasuries und Hypotheken besicherten Anleihen auf USD 120 Mrd. pro Monat und betone die unveränderte Notwendigkeit von QE (quantitative Lockerungen). Wie zu erwarten gewesen sei, falle das Umschalten auf eine normale Geldpolitik, die weder expansiv noch restriktiv wirke, äußerst schwer.
FED-Präsident Jerome Powell sei weiterhin der Meinung, dass sich die Konjunktur noch nicht weit genug erholt habe, obwohl inzwischen das Niveau vor der Pandemie wieder erreicht sei. Er warte und warte mit dem Umschalten, gefolgt von allen anderen Zentralbanken, was aber nur dem Preisauftrieb neue Nahrung gebe. Möglicherweise würden die internationalen Finanzmärkte diese Entscheidung allmählich vorwegnehmen.
Dispositionen: Anlagen in Wertpapieren auf Nachhaltigkeit überprüfen. Mittel- bis langfristige Renten verkaufen. (Ausgabe vom 03.08.2021) (04.08.2021/alc/a/a)
Für die Weltwirtschaft insgesamt werde für dieses Jahr ein Wachstum des realen BIP um 6% und für nächstes Jahr immerhin noch um weitere 4,9% vorhergesagt. Die USA dürften 2021 sogar 7,0% erreichen. Doch je geringer die Bevölkerung einer Region bereits geimpft sei, desto langsamer verlaufe die Konjunkturerholung. Insgesamt würden die Konjunkturprognosen für 2022 sehr optimistisch bleiben.
Zum größten Problem für das 2. Halbjahr 2021 und für 2022 werde jetzt die Inflationsrate. Der Index der Verbraucherpreise in den USA steige jetzt um 5,4% gegenüber dem Vorjahr, so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wie in der Vergangenheit öfter beobachtet stecke in einer solchen Entwicklung so viel Dynamik, dass ein noch weiterer Anstieg nicht ausgeschlossen werden könne. Zu beachten seien die Preisauftriebe auf den Vorebenen des privaten Konsums, die Rohstoffpreise, die Industrieerzeugerpreise, Groß- und Einzelhandel, die sich erfahrungsgemäß bis auf die Konsumebene auswirken würden, wenn auch mit sich abschwächender Wirkung.
Seit dem 4. Quartal 2020 verstärke sie ihre Käufe von im Markt befindlichen US-Treasuries und Hypotheken besicherten Anleihen auf USD 120 Mrd. pro Monat und betone die unveränderte Notwendigkeit von QE (quantitative Lockerungen). Wie zu erwarten gewesen sei, falle das Umschalten auf eine normale Geldpolitik, die weder expansiv noch restriktiv wirke, äußerst schwer.
FED-Präsident Jerome Powell sei weiterhin der Meinung, dass sich die Konjunktur noch nicht weit genug erholt habe, obwohl inzwischen das Niveau vor der Pandemie wieder erreicht sei. Er warte und warte mit dem Umschalten, gefolgt von allen anderen Zentralbanken, was aber nur dem Preisauftrieb neue Nahrung gebe. Möglicherweise würden die internationalen Finanzmärkte diese Entscheidung allmählich vorwegnehmen.
Dispositionen: Anlagen in Wertpapieren auf Nachhaltigkeit überprüfen. Mittel- bis langfristige Renten verkaufen. (Ausgabe vom 03.08.2021) (04.08.2021/alc/a/a)


